Der Bono des Islam
It’s not time to make a change,
Just relax, take it easy.
Cat Stevens – Father and Son
Es klingt wie der Plot eines sehr mittelmäßigen, esoterischen Romans, ist aber tatsächlich passiert: Cat Stevens, der erfolgreichste Folkbarde der 60er und 70er Jahre, macht in Malibu im sonnigen Kalifornien Urlaub - where the mountains meet the sea.
Man kann fest davon ausgehen, dass Herr Stevens dort in vollen Zügen die Früchte seiner 40 Millionen verkauften LPs, sowie eine ganz und gar unislamische Strandszenerie genoss, die dem serienkundigen Lustmolch aus Baywatch bekannt sein dürfte. Später wird er kommentieren, dass es dieser Lebensstil aus Reichtum und Kommerzialismus war, der ihn von seinem spirituellen Weg abgebracht hatte. Er hatte es nicht leicht, der Cat Stevens…
Augerechnet dort in Mitten von Mai Tais und knappen Bikinis passiert das Unglaubliche: Beim Baden im pazifischen Ozean wird er von einer Welle erfasst und weggespült. Reiner Zufall war dafür verantwortlich zu machen, dass wiederum eine andere Welle ihn zurück ans Land schwemmte und sein Leben rettete. Mundartlich könnte man sagen, es war Gottes Fügung, dass die lebensrettende Welle vorbeischwamm, aber doch nur mundartlich. Muss man das so ernst nehmen? Cat Stevens zumindest nahm es sehr ernst, nannte sich fortan Yussuf Islam, studierte den Koran und verließ das Musikbusinnes kurz nach der Veröffentlichung seines vorläufig letzten Albums, was er recht treffend „Back to Earth“ betitelte.
Lange nach „Wild World“, „Moon Shadow“ und „Morning has broken“ ist Stevens zu Islam und prompt zu einem recht nervigen Zeitgenossen geworden. Im Taumel der Wiedergeburt gründete er Islamschulen in England, half hungernden Kindern in Äthiopien, Minenopfern und so weiter und avancierte so zu einer islamischen Version eines stinkreichen Weltverbesserers vom Schlage eines Paul McCartney oder Bono, als wären die nicht schon nervig genug.
Das Problem mit den selbsterklärten Menschenfreunden ist ihr Hang zur Selektion. Meistens sind es die Juden, die nicht mitmachen dürfen, wenn sich Philanthropen von Terroristen bis Treehugger in den Armen halten. Es gibt aber genügend Ersatzopfer für die millitant-mahnenden Gutmenschen. Sieben Jahre bevor der „clash of civilizations“ überhaupt prognostiziert wurde, hat Salman Rushdie am eigenen Leib erfahren dürfen, wohin die Reise geht. Rushdies Kritik an Stevens Religion veranlasste den zehn Jahre alten Moslem zu Mordfantasien, in denen der britisch-indische Schriftsteller von Stevens und seinen Kollegen auf einer Demonstration lebendig verbrannt wird. “Küssen in der Öffentlichkeit, Schinkensandwiches, offener Streit, scharfe Klamotten, Kino, Musik, Gedankenfreiheit, Schönheit, Liebe“, also all die Dinge die, laut Salman Rushdie, die westliche Welt so verteidigungswert machen, scheinen bei Stevens nicht auf Wohlwollen zu stoßen. Als die Radios dann aufhörten seine Lieder zu spielen, weil ihnen der Wandel von einem bärtigen Barden zum mörderischen Moslem etwas befremdlich erschien, wählte Stevens in seiner Stellungnahme eine etwas wissenschaftlichere Ausdrucksweise: „Salman Rushdie or indeed any writer who abuses the prophet, or indeed any prophet, under Islamic law, the sentence for that is actually death. It’s got to be seen as a deterrent, so that other people should not commit the same mistake again”. Nachher beschwerte er sich, dass er missverstanden worden wäre und schrieb auf seinem jüngst erschienenen Album “An other cup” sogar einen Song darüber. Man fragt sich, was an der Aussage „Statt zu einer Demonstration zu gehen und das Abbild Salman Rushdies zu verbrennen, hatte ich gehofft, dass es the real thing gewesen wäre.“ falsch zu verstehen ist. Es klingt nach vielem aber nicht nach „peace and humanity“, die laut eigener Aussage Schlüsselelemente seiner Liedtexte sind.
Diese fehlende Genauigkeit, setzt er dafür in anderen, im Gegensatz zu öffentlicher Verbrennung von Ungläubigen fast trivial anmutenden Dingen an: Er hörte auf Gitarre zu spielen, weil diese ein westliches Instrument sei und somit dem Koran unvereinbar. Er fing erst wieder an zu spielen, als er erfuhr, dass die Mauren es waren, die die Gitarre nach Europa gebracht hatten. Diese Feinsinnigkeit ist es, die ihn, und mit ihm viele andere auch, zum Meister der messerscharfen Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus macht. Die Bluttat des 11. Septembers verurteilte er mit den Worten: “While it is still not clear who carried out the attack, it must be stated that no right thinking follower of Islam could possibly condone such an action: The Qur’an equates the murder of one innocent person with the murder of the whole of humanity.” Wers glaubt wird selig.
Bad Blog » Speak with the hand, Yusuf aint listening wrote:
[...] Ach so, ist das. Schade nur, dass er noch mit Männern redet. In jedem Fall ist es interessant, dass diese bösartige Einstellung gegenüber Frauen, die im Islam bekanntlich nicht unpopulär ist, trotzdem nichts an der Verleihung eines Toleranz-Titels ändern konnte. Die Lektüre folgender drei Artikel hätte den Juroren des Preises über den totalitären Wolf im toleranten Schafspelz Aufschluss geben können: 1,2,3. [...]
Posted on 28-Mar-07 at 6:19 pm | Permalink
Bad Blog » Kiss my Ass, Bono! wrote:
[...] Der Klerikalpazifist und Anti-Künstler Bono aka Paul David Hewson kennt wirklich keinerlei Halten, wenn es darum geht, die eigene Visage der gesamten Weltbevölkerung so oft wie möglich im Fernsehen zu präsentieren. Im Vorfeld des kommenden G8-Gipfels in Heiligendamm bemüht sich der Ir(r)e, gemeinsam mit dem ebenso in die Jahre gekommenen Bob Geldof, beinahe täglich mit seiner debilen Naivität zu glänzen. Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, steht dabei im Zentrum ihrer Anstregungen. Heute war den Pressetickern zu entnehmen, dass Bono sie als eine “tödlich(e) Waffe” im Kampf gegen den Hunger bezeichnet hat. [...]
Posted on 16-May-07 at 5:42 pm | Permalink