Regenbogenkoalition als Projektion.
Mkay, der gute Peter Nowak scheint da etwas durcheinander gebracht zu haben. In der Dezemberausgabe des Monatsmagazins Konkret verkündet er nämlich der Welt, eine sogenannte Querfront zwischen ‘Islamgegnern’ unterschiedlichster Couleur einschließlich der Neonazis aufgedeckt zu haben, ohne auch nur einen einzigen Beweis dafür zu liefern…
Allgemein bezeichnet das Wort Querfront eine Verbindung zwischen zunächst konträren politischen Lagern. Hauptsächlich werden damit Allianzen zwischen linken und rechten Protagonisten charakterisiert. Historisch wird immer wieder gerne der BVG-Streik von 1932 als in die Praxis umgesetzte Querfront aus dem Hut gezaubert. Zu recht, damals streikten Nationalsozialisten und Kommunisten gemeinsam gegen die beabsichtige Senkung des Stundenlohns um 2 Pfennig, und auf Massenkundgebung traten der kommunistische Reichstagsabgeordnete Walter Ulbricht und der Gauleiter der NSDAP von Berlin, Joseph Goebbels, nebeneinander auf der Rednertribüne auf.
Nowak behauptet in seinem Artikelchen ganz dreist, dass es eine “Regenbogenkoalition der Islamgegner” gebe, und dass diese auch mit dem ein oder anderen Rechtsaußen Bündnisse eingingen. Als Beweis dafür muss ein ziemlich unbekannter Junge-Freiheit-Autor herhalten, der vor 20 Jahren mal bei den Grünen im Bundesvorstand saß, und der belgische Vlaams Block (der mittlerweile eigentlich Vlaams Belang heißt). Rolf Stolz, der ehemalige Grüne der heute in der Jungen Freiheit schon mal vor den „Mullahs am Rhein“ warnt, soll früher irgendwann einmal als Initiator der Gruppe ‚Linke Deutschland-Diskussionen’ aufgefallen sein. Und heute ist er eben Mitarbeiter der rechten Wochenzeitung Jungen Freiheit: Donnerlittchen, da scheint sich aber eine ganz große Verschwörung anzukündigen! Dabei ist die stetig stattfindende Krötenwanderung von links nach rechts, und andersherum, eigentlich nichts Neues, aber die Tatsache, dass so mancher rechtskonservative Islamgegner auch mal einen Artikel von Matthias Küntzel verlinkt, hat also nun die Alarmglocken bei Peter Nowak läuten lassen…
Im Antiislamismus eine neue Querfront zwischen Linken und Rechten zu wittern ist das Handwerk derjenigen, die im guten Islam ihren natürlichen Bündnispartner im Kampf gegen den bösen Imperialismus sehen. Es ist das Handwerk von Nowak und seinen internationalen KommunistInnen. Darüber hinaus aber auch noch zu behaupten, dass wenn in Belgien flämische Nationalisten zu Beginn der zweiten Intifada den jüdischen Gemeinden anbieten, sie vor den Ausschreitungen, die mehrheitlich Einwandererjugendliche initiierten, aber an denen sich auch linke Antiimperialisten beteiligten, zu schützen, dies eine Querfront sei, lässt sich nur noch damit erklären, dass da mal wieder der Wunsch der Vater des “Gedankens” war.
Wo ist da die Querfront? Die flämischen Nationalisten wollten ja nicht mit den linken Antisemiten anbändeln, sondern boten den belgischen Jüdischen Gemeinden ihre Hilfe an. Und die sind bekanntlich weder links, noch linksradikal…
Geschickt unterlässt es Nowak, seine Lesern über die genauen Hintergründe zu dem Angebot der belgischen Rechtsextremisten zu unterrichten. Diese bekommen nur folgenden Satz vorgesetzt: „Das hat schließlich der Vlaams Block in Belgien schon vorgemacht, als er sich den jüdischen Gemeinden als Bollwerk gegen die Arabisierung der Vorstädte anbot.“ Eine feiste Lüge, aber für Nowak nur eine politische Notlüge um endlich die ‘Israel-Lobby’, die sich auch in und um der Konkret-Redaktion herum eingenistet haben soll, endgültig den Schneid abzukaufen.
Mit dem ein oder anderen Indiz, aber keinem Beweis, mit einem stolzen Rolf, der in der Jungen Freiheit publiziert, und dem unbedingtem Willen, seinem Erzfeind ein Ente um die Ohren zu hauen, hat der Nowak mal wieder seine altbekannten Ressentiments zusammengeflickt und es den linken Redaktionen im Lande angeboten. Jetzt fragt man sich eigentlich nur noch, warum der alte Hermann L. Gremliza diesem drittklassigen Tintenstrolch ein Podium in seiner Zeitschrift gibt…
Peter Nowak wrote:
Lieber Autor des Textes:
Gerne reiche ich Ihnen die Quelle nach:
REGENBOGENKOALITION gegen Islamismus & Gewalt
http://buergerbewegungen.blogspot.com/
Mir ist schon schleierhaft, warum sie bei den Islamkritikern rechte Tendenzen entschuldigen, einen Ralf Stolz zur unwichtigen Personal erklären, obwohl der es bei den organisierten Gegnern des Moscheebaus nicht ist und warum bei ihm seine ständige Mitarbeit für die Junge Freiheit eine lässliche Sünde ist, die es bei einem Antisemiten und da sind wir uns sicher einig, nicht ist.
Mehr Kritik auch in den eigenen Reihen - wäre sicher auch bei Ihnen angebracht.
Mit kollegialen Grüssen
Peter Nowak
Posted on 08-Jan-07 at 6:48 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
Herr Nowak, wenn Sie Kritik nicht vertragen, dann sagen Sie es gleich, anstatt hier so einen sinnlosen Popanz aufzuführen… Die von ihnen - und einige rechten Spinnern im Internet - postulierte Regenbogenkoalition der Islamgegner gibt es in der Realität nicht. Egal wie oft Sie ihren Ralf Stolz und andere Bürgerbewegte dazu noch aus dem Ärmel ziehen.
Nicht wenige - und vor allem weit aus bekanntere als Stolz - linke Kröten sind in den letzten Jahren zur rechten Seite gewechselt, aber die meisten doch nur, um endlich im Bündnis mit den Islamisten den eigenen Antisemitismus in die Welt zu posaunen… Beispiele dafür wären: Horst Mahler, Reinhold Oberlercher, Frank Kerkhoff, Jürgen Elsässer, Günter Grass und viele mehr.
Bei denen schlagen Sie nicht Alarm, aber dafür bei einer Fata Morgana, die Ihnen politisch gerade recht kam: Mit dem Verweis auf mögliche rechte Bündnispartner können Sie nämlich Ihren Hass auf die Islamkritiker liberaler und linker Couleur im Gewande der antifaschistischen Intervention freien Lauf lassen und gleichzeitig noch so tun, als würde Ihnen daran gelegen sein, eine ‘emanzipatorische Position’ in der Auseinandersetzung einzunehmen. Doch das Ding lasse ich Ihnen - im Gegensatz zum alten Gremliza - nicht durchgehen, Kollege, da können Sie noch so nett insistieren…
Posted on 08-Jan-07 at 8:18 pm | Permalink
Peter Nowak wrote:
Hier ein Nachweis, dass es durchaus deutschnationale Islamfeindlichkeit gibt und dass andererseits die GegnerInnen gleichzeitig gegen Antisemitsimus und Detuschtümelei vorgehen können:
http://209.85.135.104/search?q=cache:vDxFEVcu9e4J:jpberlin.de/antifa-pankow/eag-hdorf.pdf+Gruppe+Kommunismus+statt+Heinersdorf&hl=de&gl=de&ct=clnk&cd=6
Posted on 19-Jan-07 at 3:01 am | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
Herr Nowak, bläst Ihnen derzeit derart der Sturm ins Gesicht, dass Sie schon anfangen Nachweise zu erbringen, die niemand angefordert hatte?
Niemand, jedenfalls nicht hier auf dem BAd Blog, hat jemals behauptet, dass es keine Deutschnationale gibt die den Islam hassen, oder, dass es keine Antifaschisten gibt, die nicht die ein oder andere emanzipatorische Parole in ihrem Bauchladen mit sich führen…
Ihre Behauptung, dass eine ‘Regenbogenkoalition der Islamgegner’ existiert, haben Sie mit dem Link ganz bestimmt nicht untermauert. Im Gegenteil, auf den Demonstrationen des Heinersdorfer Mobs war niemals ein so genannter ‘Linker’ oder ein ‘Liberaler’ zu sehen. Obwohl es den ein oder anderen ‘emanzipatorischen’ Moscheegegner bestimmt auch in Berlin-Pankow gibt. So wie es auch den ein oder anderen konservativen Unterstützer der Ahmadiyya-Gemeinde gibt…
Was lernen wir daraus? Die Nowaksche Querfront der Islamgegner existiert nur in den Gehirnen einiger linker Journalisten und ihrer Auftraggeber. Da helfen auch keine Links zur drittklassigen Antifa als ‘Beweis’.
Posted on 19-Jan-07 at 8:28 pm | Permalink