There is no Vietnow!
Die europäischen Medien behaupten gerne und oft die Amerikaner würden im Irak ihr zweites Vietnam erleben. Ginge es nach der pazifistischen Journaille sollten die Amerikaner ruhig mal eins ausgewischt bekommen, damit sie lernen, dass man nicht wahllos andere Länder überfällt.
Die Anspielung auf Vietnam ist natürlich nicht zufällig gewählt und unheimlich wirkungsvoll. Die Auswirkungen des Vietnam-Krieges auf die Moral der amerikanischen Bevölkerung ging nicht umsonst als Vietnam-Syndrom in die amerikanische Geschichte ein und dieses Vietnam-Syndrom ist es auch, was heute in den Köpfen der Amerikanern spukt, wenn sie wegen der Schreckensmeldungen aus dem Irak George W. Bush entmachten, indem sie den Demokraten ihre Stimme geben. Laut einer aufschlussreichen Umfrage von CNN haben 63% der amerikanischen Wähler die Demokraten nur gewählt um George Bush ihre Missbilligung zu demonstrieren; eine waschechte Protestwahl also und nicht das, was in Deutschland damit üblicherweise verschleiert wird. Nur 20% der Wähler in den USA haben die Demokraten, wegen ihres tatsächlichen politischen Programms gewählt.
Hanspeter Born fasst in seinem Artikel in der Weltwoche noch mal alle guten Argumente zusammen, warum 1. die Situation im Irak mit der in Vietnam wenig zu tun hat, 2. warum es eine gute Entscheidung war für den Irak-Krieg zu sein und 3. warum man es immer noch sein sollte.
Den Begriff des Vietnam-Syndroms hat im Übrigen Henry Kissinger geprägt, der in der heutigen Ausgabe der Welt ein interessantes Interview gegeben hat, wie man perspektivisch im Irak agieren sollte.
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