Gute Heimreise!

Gute Heimreise!

Madonna und das Biest

Weltstars Mitte 40 sind wie Großmütter. Je älter sie werden desto kauziger werden sie. Sie machen trotzdem oft noch gute Musik, genauso wie Omas Grünkohl ungeschlagen ist, aber die Musik ist meist nicht mehr der Grund warum alle von ihnen reden. Madonna zum Beispiel macht nicht mit einem neuen Album, sondern mit einer fadenscheinigen Adoption eines afrikanischen Kindes auf sich aufmerksam. Ich persönlich habe dafür großes Verständnis. (Continued)

Kudamm’s Burning

Kudamm's Burning

Weihnachtsimpression vom Kurfürstendamm in Berlin…

“Die Schöne und das Biest…”

So, oder ähnlich könnte die Soap benannt werden, die gerade im Internet ihren Lauf nimmt. Nachdem der Blog Lizas Welt mehrfach (1, 2, 3, 4, 5) darauf hingewiesen hat, dass der deutsch-demokratische ‘Journalist’ bzw. ‘Propagandist der islamischen Sache’ Jürgen Cain Külbel einer jener Zeitgenossen ist, die sich gerne mit kommunistischen Vokabeln schmücken um ihr antihumanistisches Anliegen zu tarnen, hat dieser nun eine Strafanzeige gegen Lizas Welt bei der ‘Klassenjustiz’ eingereicht.

Wie es sich in einer Soap gehört, drängen sich natürlich allerlei gescheiterte Existenzen in den Debattenvordergrund um endlich auch mal ein wenig vom Glamour abzubekommen. Doch nicht nur die potthässlichen Parteisoldaten schiessen scharf, auch ein Dialerkönig mischt im Biz mit…

Fragt sich eigentlich nur, wann endlich unser Big Boss den Befehl gibt, den Weicheier mal so richtig auf bzw. an den Sack zu gehen. Liza, bitte lass uns doch endlich von der Leine, wir können alles außer Karate!

Weapons of modern democracy…

Haben sie sich eigentlich auch schon einmal die Frage gestellt, welche Waffen denn nun genau der modernen Demokratie so tagtäglich zur Verfügung stehen? Ich schon. Und als recht bellizistischer Demokrat kam ich immer wieder zu der Erkenntnis, dass es wohl kaum andere sein können, als zu jenen Zeiten, in denen die Demokratie noch nicht modern war, sondern altbacken: nämlich Zuckerbrot und Peitsche.

Doch wie so oft lag ich mit dieser Prognose falsch. Demokratischer Kapitalismus ist mehr als nur die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Während die Menschen, die den realexistierenden Sozialismus hin zum demokratischen formieren wollten, fast jeden Abend auf den Plätzen der Republik sich die Beine in den Arsch standen und - man möchte sagen - beinahe umsonst die Straße auf und ab demonstrierten, können heutzutage gewiefte Lobbyverbände die Anzahl der gewünschten Demonstranten mieten, um ihre Interessen lautstark auf der Straße feilzubieten.

Nicht schlecht, jetzt kapier ich auch endlich wieso die Gewerkschaften so derbe Pleite sind…

Die frohe Botschaft

Das Warten hat ein Ende. Radikale Linke, Antinationale, Antifas, Antideutsche, Islamkritiker, Liberale, der Verfassungsschutz und meine Wenigkeit freuen sich auf die 51. Ausgabe der Bahamas. Schon deshalb, weil niemandem sonst aufgefallen ist, wie die Verantwortlichen für den Berliner-Lokalteil der taz einen eindeutig antisemitischen Vorfall in Berlin-Kreuzberg umzulügen versuchen…

Wider die lupenreine Demokratie!

Gestern demonstrierte in Moskau die Opposition gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Kopf und Aushängeschild beim “Marsch der Dissidenten” war der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparov. Er, der schon in seiner Paradedisziplin, gegen die Maschine Deep Blue verlor, hofft nun gemeinsam mit den verschiedensten oppositionellen Kräften im Land Putin vom Thron stoßen zu können. Der Mangel an Demokratie und der Überfluss an Polizeistaat, den die Putin-Gegner zum Kern der Kritik machen, manifestierten sich negativ schon im Vorfeld durch die Durchsuchung der Büros von Kaparows Bürgerfront, die Verhaftung zahlreicher Oppositioneller und einem Demonstrationsverbot sowie ein Großaufgebot der Polizei, über der Stadt kreisenden Hubschraubern, Wasserwerfern und zahlreiche Festnahmen. Erinnert wurde auch an die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja. Dass gerade mal einige tausend Menschen - abgesehen der dubiosen Hindernisse - an den Protesten partizipierten, sollte zu denken geben. Dissidenz hat weder in Russland, noch im Iran etwas von der subkulturellen Selbstbeweihräucherung wie sie auch hierzulande praktiziert wird. Dort geht es um was. Wenn auch ganz pragmatisch nur um Pressefreiheit und einen Machtwechsel - und nicht um eine bessere Welt. Korrigieren Sie mich bitte, falls ich mich irren sollte, aber ich kenne heutzutage (!) keinen Weltverbesserer, der über den Kreml sprechen will. Einmal mehr verkehrt sich das berühmte Diktum von Horkheimer ins Gegenteil: Wer vom Faschismus nicht reden will, der soll vom Kapitalismus schweigen.

Bauchgefühl und Kritik

Jedem, der heute mit sogenannten Antideutschen verkehrt, dass heißt mit Leuten, die es nötig haben, sich so zu nennen, und sich dabei auch noch sehr kritisch und auf der Höhe der Zeit vorkommen, steht ein probates Mittel zur Verfügung, sich der Sympathie seiner Gesprächspartner zu versichern.
Während man mit dialektischer Kritik der Moderne, Gegnerschaft zum politischen Islam oder angewidertem Lästern über die Zustände in von Linken besetzten Häusern nicht notwendig einen Treffer landet, sich sogar je nach Provenienz des antideutschen Gegenübers unter Umständen auf Glatteis begibt, wird das Aktivieren eines relativ neuen Reiz-Reaktions-Mechanismus nie den Dienst versagen: Gemeint ist das Bedienen des Ressentiments, dass sich in antideutschen Kreisen gegen Renegaten erhebt, die ihren Weg zum Liberalismus gefunden haben. Ein x-beliebiger Satz, der noch so argumentfrei gegen die „neuen Liberalen“, die Kapitalismus-Affimierer und „Antikommunisten“ zu Felde zieht, garantiert einem einverständiges und anerkennendes Nicken, das mitteilen will: Wir wissen Bescheid, wir sind uns einig, mehr muss nicht gesagt werden… (Continued)

Warum die Antifa wirklich wichtig war…

In der ostdeutschen Tiefmoräne ist bekanntlich nicht nur der untere Bodensatz braun: Der Ruf nach einem starken Staat nebst Führerleitfigur ist in der Zone mehrheitsfähig, das angeblich in diesen Breiten weit geläufige Wissen um solch universalistische Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gleicht einer Schimäre und die Quote der nichtarischen Bewohner dieser Einöde liegt im unteren Promillebereich. Allgemein sind dies keine guten Vorraussetzungen für die Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens…

Wenn dann auch noch hinzukommt, dass Lokalpolitik und -polizei meist verschwägert ist mit jenen Glatzköpfen, die der Volksmund allgemein als ‚unsere Jungs’ bezeichnet, dann wird es mit der Einführung halbwegs demokratischer Gepflogenheiten sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Doch irgendwie gelang es ja nun doch, die ein oder andere zivilisatorische Errungenschaft heimlich über die grüne Grenze ins ehemalige Arbeiter- und Bauernparadies zu schmuggeln und wenigstens unter der Jugend der jetzt arbeitslosen Bauern zu verbreiten. Dass dies hauptsächlich – neben dem internationalen Musikfernsehen - den verbitterten Klassenkämpfer der Antifa zu verdanken ist, soll heute hier ein wenig Thema sein. (Continued)

Auster schmeckt nicht allen

Bei mir auf Arbeit wird viel geredet. Nur nicht viel über Arbeit. Dafür aber ergeben sich immer wieder interessante Konversationen, zum Beispiel, über Literatur. Letztens diskutierten zwei durchaus intelligente Mitarbeiterinnen lakonisch aber radikal über den jüdischen Schriftsteller Paul Auster.

Die Eine: Ich mag den nicht so. Der schreibt mir zu intellektuell.

Die Andere: Echt? Ich finde, der schreibt eher zu blöd.

Gesichtsrevisionismus

Als Journalist sollte man nicht nur können. Manchmal muss man es auch. Man muss sich zum Beispiel dem stillschweigend verpflichtetem Ehrenkodex unterwerfen, Irrtümer einzugestehen und Falschaussagen zu revidieren. Allein um sein Gesicht zu wahren. Vor wenigen Wochen stellte ich die These in den Raum, der Kapitalismus morde den Herbst. Und das belegt durch so triftige Argumente, wie die Suggestivkraft des Kapitals, das den Konsum durch die ökonomische Verlängerung der schönsten aller Freuden berechnend antreibt. Was will man mehr? Abgesehen natürlich vom kostenlosen Glück! Einen schönen Winter vielleicht? Genau daran mangelt es aber wenigstens in der nördlichen Hemisphäre der Republik, auf jeden Fall in Berlin. Wo ist der Winter? Ich für meinen Teil flaniere noch ohne Handschuhe durch die viel zu „warmen“ Straßen. Den aufmerksamen BILD-Lesern unter Ihnen wird sicherlich bekannt sein, dass wir den wärmsten Dezember seit über 1300 Jahren haben. Ich dachte zwar, der war schon letztes Jahr. Kann aber sein, dass wir da den kältesten April hatten und ich das durcheinander bringe. Wie auch immer, all das brachte mich zum Nachdenken und führte schlussendlich zu diesem Nachtrag: Der Kapitalismus mordet nicht den Herbst, er bringt vielmehr den Winter um.

Professor Deutschland in Bernau

eingangAm gestrigen Tage lud das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der Technischen Universität Berlin (TU) in das kleine Dörfchen Waldfrieden bei Bernau im Nordosten Berlins ein. Waldfrieden ist nicht groß und hat sich bei gefühlten 20 Einwohnern seinen Namen eigentlich redlich verdient. Im Grunde besteht es wirklich nur aus Wald, einem verstecktem Gymnasium, einem Freibad und einem geschichtsträchtigen Gelände, das das corpus delicti der Veranstaltung war und einen das Wörtchen Frieden im Namen zumindest anzweifeln lässt.

(Continued)