2x Islam - 1 Jahrhundert
Ein Jahrhundert ist vergangen, seit Winston Churchill jene afghanisch-paktistanische Grenze bereiste, dessen karge Berge jetzt Unterschlupf für die verbliebenen Taliban-Kämpfer bietet. Diese sind zwar nominal verblieben, real jedoch gewinnen sie wieder erheblich an Stärke. Der spätere britische Premier schrieb als Soldat um 1900 viele seiner Beobachtungen des Islams auf. Diese Aufzeichnungen bestechen durch seinen gewohnt pathetischen aber scharfen Stil. Eine kleine Zusammenfassung seiner - teils prophetischen, teils eben 100 Jahre alten - Observationen, gibt Adrian Morgan von Family Security Matters auf Western Resistance.
Ein Jahrhundert später, ist die afghanisch-pakistanische Grenze immernoch karg und von millitanten Mohammedanern bewohnt. Andere jedoch entsagen sich ganz bewusst dieses Lebensstils, der keineswegs auf eine Gruppe Ewiggestriger reduziert werden kann, da ähnliche Verhältnisse sich mitten in Berlin oder London finden lassen, nur dass die Höhlenwand durch Blümchentapete ersetzt wurde. Diese muslimischen Dissidenten, unter ihnen Prominente wie Ayaan Hirsi Ali und Ibn Warraq, haben jetzt eine Erklärung (Video) herausgeben, die auch dem Zentralrat der Ex-Muslime wieder Hoffnung schenken könnte, der um seine kürzliche aufgenommene Sisyphus-Arbeit nicht zu beneiden ist. Phyllis Chesler appelliert daher völlig zu Recht in der London Times:
Jetzt ist die Zeit gekommen für westliche Intellektuelle, die sich Antirassisten und Menschenrechtler nennen, zu diesen Dissidenten zu halten.
Meine deutsche Übersetzung der St. Petersburger Erklärung:
Wir sind säkulare Muslime oder säkulare Mitglieder islamischer Gesellschaften. Wir sind Gläubige, Zweifler und Ungläubige zugleich, die durch einen großen Kampf zusammengeführt wurden. Nicht durch den Kampf zwischen Westen und Islam, sondern durch den zwischen den Freien und den Unfreien.
Wir affirmieren die unverletzliche Freiheit des Individuums. Wir glauben an die Gleichheit aller Menschen.
Wir bestehen auf die Trennung von Kirche und Staat und der Einhaltung universeller Menschenrechte.
Wir erkennen Traditionen der Freiheit, Rationalität und Toleranz in der reichen Geschichte pre-islamischer und islamischer Gesellschaften. Diese Werte gehörten nicht nur dem Westen oder dem Osten; sie sind das gemeinsame Erbe der Menschheit.
Wir sehen keinen Kolonialismus, Rassismus oder sogenannte “Islamophobie” darin, islamische Praktiken, die gegen die Vernunft oder Gesetze verstoßen, der Kritik oder der Verurteilung auszusetzen.
Wir rufen die Regierungen dieser Welt auf:
- die Sharia, Fatwas, religiöse Herrschaft und staatliche Religion in allen ihren Formen abzulehnen und auf der Grundlage des Artikels 18 der Universellen Erklärung der Menschenrechte, alle Strafen für Blasphemie und Abtrünnigkeit abzuschaffen.
- Praktiken, wie die Beschneidung von Frauen, Ehrenmorde, Verschleierung und Zwangsheirat, die der Unterdrückung der Frau Vorschub leisten, zu unterbinden.
- sexuelle Minderheiten vor Verurteilung und Gewalt zu schützen.
- Sektiererische Bildung, die Intoleranz und Bigotterie gegenüber Nicht-Muslimen lehrt, zu reformieren.
- eine Öffentlichkeit zu pflegen, die es zulässt, Angelegenheiten ohne Nötigung und Einschüchterung, zu diskutieren.
Wir verlangen die Befreiung des Islams aus seiner Gefangenschaft totalitärer Absichten machthungriger Männer und rigider, orthodoxer Strukturen.
Wir rufen überall Akademiker und Denker auf, die angstfreie Erforschung der Ursprünge und Quellen des Islams wieder aufzunehmen und das Ideal freier und spiritueller Forschung durch interkulturelle Übersetzung, Veröffentlichung und Massenmedien öffentlich zu machen.
Wir sagen zu muslimische Gläubigen:
Dem Islam blüht eine edele Zukunft als privater Glauben, nicht als politische Doktrin.Wir sagen zu Christen, Juden, Buddhisten, Hindus, Bahais und allen anderen Mitgliedern nicht-muslimischer Glaubensgemeinschaften:
Wir stehen mit euch als freie und gleiche Bürger.Wir sagen zu Nicht-Gläubigen:
Wir verteidigigen eure uneingeschränkte Freiheit zu hinterfragen und zu widersprechen.
Bevor wir Mitglieder der Umma, dem Körper Christis oder des auserwählten Volkes sind, sind wir alle eine Gemeinschaft von Menschen, die sich bewusst sind, dass sie eine Wahl haben, die sie wahrnehmen können.Unterstützt durch:
Ayaan Hirsi Ali
Magdi Allam
Mithal Al-Alusi
Shaker Al-Nabulsi
Nonie Darwish
Afshin Ellian
Tawfik Hamid
Shahriar Kabir
Hasan Mahmud
Wafa Sultan
Amir Taheri
Ibn Warraq
Manda Zand Ervin
Banafsheh Zand-Bonazzi
Übersetzung: Alex DeLarge
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