Nichts hat sich geändert.

Die Spatzen schreien es von den Dächern: der Antisemitismus erlebt eine Rennaissance und zwar - und jetzt kommts! - unter Linksliberalen und autochthonen Muslimen in Europa. Jajaja, wir dachten ja nur Nazis oder sogenannte “Rechte” könnten Antisemiten sein, dabei geht das auch problemlos bei Linksliberalen. Was also unter anderem schon ein kluger Publizist schon 1979 festzustellen vermochte, ist gerad der heiße Scheiß in den großen Tageszeitungen und den Liberalen von Gideon Böss bis kewil vom ‘Naziblog’ Fakten-Fiktionen fällt ein ebenso heißer Stein vom Herzen: Endlich sind die Bürger wachgerüttelt.

Die Ungeduld mag verständlich erscheinen aber gerade bei den Deutschen weiß man doch schon aus Erfahrung, dass alles immer ein bisschen länger dauert es sei denn es wird von oben befohlen. Der Autor des gefeierten Artikels, Jürgen Krönig, haut nämlich vor allem den britischen-islamischen Nägeln ganz schön auf den Kopf, verpasst aber gerne den schwarz-rot-goldenen, der eigentlich einen besondern harten Schlag verdient hat. Klar, Deutschland ist nicht Thema seines Artikels aber wenn er es schon erwähnt…

Weil in Deutschland das Holocaust-Tabu wirkt, halten sich hierzulande solche Stimmungen in Grenzen. Das Gefühl kollektiver Schuld an der Vernichtung der Juden ist noch zu frisch. Dafür scheint es immer erfolgversprechend, an antiamerikanische Reflexe zu appellieren, wie es unlängst SPD-Chef Kurt Beck mit seiner Kritik an den Raketenplänen der USA tat.

Krönigs These von einem Holocaust-Tabu mag vielleicht in Bezug auf Regierungskreise stimmen, die im Schaufenster der Weltdiplomatie stehen, aber schaut man dem Volk aufs Maul gibt es keinen Grund anzunehmen, es gäbe ein solches Tabu in Bezug auf Israel und oder auch “jüdische Machenschaften”. Allerhöchstens Beleidigungen a’la “Scheiß Juden” bleiben als antijüdischer Rassismus auf halbem Wege hängen, darüber hinaus fallen die abstrusen Theorien des ganz normalen Judenhasses durchs Raster. Mit dem zweiten Teil benennt Krönig trotz allem eine interessante Entwicklung: Der Antiamerikanismus spielt, vor allem in der Politik, als politisch korrekter Antisemitismus eine wichtige Rolle und wird im Gegensatz zum Antisemitismusskandal in der Regel mit Wählerstimmen belohnt. Oder mit Quoten, wie die Stürmer-Comedy von Hagen Rether und Mathias Richling beweist…

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