Antiamerikanische Marionetten

Nach der Lektüre der Berliner Zeitung vom Freitag fiel es mir mal wieder nicht gerade schwer die hochgeschätzte Chronistin zeitgenössischer Zustände, Katja Tichomirowa, vor meinem geistigen Auge in der mir eigenen Mördergrube zu ertränken. Warum? Gemeinsam mit ihrer Kollegin Wiebke Hollersen liefert sie sich derzeit eine verdammt enges Wettrennen darum, wer zuerst von mir den Nachwuchspreis für wahrlich unterirdischen Journalismus, den grauen Maulwurf, in diesem Jahr verliehen bekommt. Zur Zeit steht es noch Unentschieden, da beide am Freitag ihre Füße nicht stillhalten konnten… (Continued)

Londonistan beckoning…

LondonistanFür die Anglophilen unter unseren Lesern, bin ich im internationalen Netz auf zwei besondere - die Berliner mögen mir den Ausdruck verzeihen - Schmanckerl gestossen. Der schwierige aber umso interessantere Christopher Hitchens stellt in der Vanity Fair die undankbare Frage: “How did a nation move from cricket and fish-and-chips to burkas and shoe-bombers in a single generation?”. Selbiger Autor diskutiert auf einer Konferenz im Jahre 2006 mit dem großartigen Stephen Fry (1,2,3), der nach Aussage der englischen Interviewlegende Michael Parkinson ein Gehirn der Größe Kents hat, über weltbewegende Themen wie “freedom of speech, religious tolerance, multiculturalism and orthodoxy”. Der Podcast dazu kann hier heruntergeladen werden. Trotz der eher mäßigen Klangqualität möchte man sagen: Enjoy!

Kiss my Ass, Bono!

Der Klerikalpazifist und Anti-Künstler Bono aka Paul David Hewson kennt wirklich keinerlei Halten, wenn es darum geht, die eigene Visage der gesamten Weltbevölkerung so oft wie möglich im Fernsehen zu präsentieren. Im Vorfeld des kommenden G8-Gipfels in Heiligendamm bemüht sich der Ir(r)e, gemeinsam mit dem ebenso in die Jahre gekommenen Bob Geldof, beinahe täglich mit seiner debilen Naivität zu glänzen. Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, steht dabei im Zentrum ihrer Anstregungen. Heute war den Pressetickern zu entnehmen, dass Bono sie als eine “tödlich(e) Waffe” im Kampf gegen den Hunger bezeichnet hat. (Continued)

Super Size Lies

Michael Moore just won't listen... Wer, meinen Sie, konstituiert die Leserschaft des BildBlogs - des meistgelesenen Blogs in Deutschland? Meine Vermutung ist: viele, vor allem, junge Menschen, sich selbst als kritisch, gebildet und politisch mitte links sehend; amerikakritisch aber weltoffen und tolerant. Also genau die Leute, die frohlockt haben als der investigative Fleischberg Michael Moore, die unbequeme Wahrheit über die Bushregierung und ihre dienstbereiten Amerikaner herausfand und auf Zelluloid bannte. Moores Anspruch war, so schien es, die Hintertüren und Kniffe, die Schattengeschäfte und Wahrheitsoptimierungen der Administration Bush und den offenen Wahnsinn Amerikas zu denunzieren. Diesen hat er mit dem BildBlog gemein, dessen Konzept darin besteht, all die flüchtigen Fehler, kleinen Übertreibungen oder großen Lügen aufzudecken, die die BILD-Zeitung (vom entsprechenden Milieu gerne “Blöd”-Zeitung genannt) täglich zweifelsohne produziert. Investigativen Journalismus, die Wahrheit aufdecken, vorzugsweise in Amerika - das mögen die selbsterklärten kritischen Geister Deutschlands. (Continued)

The Sweet Escape

Als Freund der Lust elektronischer Tanzmusik sowie der Utopie einer freien Assoziaton blutet mein Herz, seitdem eine neue Gruppe mit dem Namen Hedonistische Internationale einmal mehr für die Beschränktheit von Vielfalt Zeugnis ablegt. Was klingt, wie ein weiterer Versuch irgendeiner trotzig-trotzkistischen Sekte Teenies für die Parteikartei zu agitieren, ist es im Grunde auch. Nur weiß man von einigen Protagonisten dieser Farce zu viel, um zu verschweigen, dass ihnen Koksen doch etwas wichtiger als Kommunismus ist. Und auch dass sie Adorno und Horkheimer gelesen haben, muss ihnen zunächst zugute gehalten werden. Warum also lassen sich bürgerliche Subjekte auf ein revolutionäres und schon gerade deshalb zu Scheitern und Schaden verurteiltes Projekt ein, obgleich sie es eigentlich besser wissen müssten? Zu viel Koks, zu wenig Kritische Theorie? (Continued)

Chinas Most Wanted…

Chinas Most WantedNun ist es raus: Unser kleines kosmopolitisches Blog wurde anscheinend als großer chinesischer Staatsfeind enttarnt: Nach gut recherchierten Angaben blockiert The Great Firewall of China unsere URL! Eigentlich ziemlich lächerlich. Aber es kann nur eins bedeuten: Die chinesischen Zensoren sind der deutschen Sprache mächtigt und wissen genau wie gefährlich zersetzende Elemente wie wir für das schwächliche chinesische Gemeinwesen sind. Diese Füchse…

Die linke Lebenslüge

Zur Aufrechterhaltung des altbewährtem Freund-Feind-Schema sind sich linke Szeneaktivisten keiner Lüge zu schade. Derzeit liegt den antirassistischen Gutmeinenden vor allem der Wahlsieg von Nicolas Pál Stéphane Nagy-Bócsay Sárközy schwer im Magen. Hauptsächlich in den unzähligen Internetforen (1,2,3) dieser Welt und auf den Blogs, die ihnen die Straße ersetzen, toben sie nun ihre Wut aus.
Gift und Galle spucken sie, nur um ihrem Publikum die Lüge ans Knie zu nageln, dass Sárközy ein Rassist sei, und die gute Ségolène Royal das glatte Gegenteil. Ein Ausflug in die Sumpflandschaften des linken Mainstreams… (Continued)

Alle Jahre wieder…

Fuck me, I`m antisemitic... Es ist immer das Gleiche: “Die Szene scheint sich in einer Zeitschleife zu bewegen. So werden in den autonomen Wohnküchen, Hinterzimmern oder an Kneipentischen nicht nur im Zweijahrestakt die immergleichen Militanz-. Organisations- und Vergewaltigungdebatten geführt. Auch in den Vorbereitungskreisen für den 1. Mai spielen sich seit den 80er Jahren nahezu identische Szenen ab” schreibt Jan Gerber in der aktuellen Bahamas in seinem Artikel “Aufstand der Arschlöcher”. Und da der erste Mai nun endlich vorbei ist, widmen sich die nicht-inhaftierten Szenegrößen um den neuen Debattenstoff: das Palästinensertuch. Für Menschen die aufgrund ihres Alters, sich noch an die ein oder andere Debatte um das populärste Erkennungszeichen jener Antisemiten, die es sich nicht ganz trauen ihrer wahren Gesinnung öffentlich Ausdruck zu verleihen, erinnern können, wird es jetzt langweilig. Es sei denn, sie stehen immer noch auf die interne Schmutzwäsche aus ihrer traurigen Vergangenheit. Für den kläglichen Rest könnte es jetzt spannend werden… (Continued)

Deutschrapmessias

http://farm1.static.flickr.com/27/51461059_4191b0d1e7_m_d.jpgJan Delay ist der Deutschrapmessias. Ein musikalischer Missionar ohne Grenzen - und das meine ich genauso negativ wie es klingt. Die einzige Grenze, die er sich unaufhörlich selber setzt, ist die Zur-Schau-stellung seiner gallopierenden Unwissenheit. An keiner Stelle macht er den Eindruck als hätte er auch nur einmal irgendwo nachgelesen um seine Position vielleicht mit einer flotten Statistik abzusichern oder mit einem Zitat aus irgendeinem muffigen Standardwerk zu untermalen. Untermalen tut er zudem was er sagt, mit einem unbedarften Derbe-Scheiße-Hiphop-Lingo, der zumindest schriftlich ungefähr so cool klingt wie die jugendlichen Warnschilder in der Berliner S-Bahn - Ey scheiße, auch beim Kratzen erwischt. Voll uncool. Die Kohle für den Player ist auch Flöten und so weiter.

Dumm für ihn, dass was er redet sich von dem Wie nicht großartig unterscheidet. Trotz seines Geredes von Style, Aversion gegen steife, graue Deutsche und musikalischer Rebellion, apelliert er: “Jeder muss zum Bono werden.” Gibt es etwas Unerträglicheres als Bono…außer Cat Stevens? Ich glaube nicht… und so redet und redet er einen unerträglichen Fluss von gefühlsgeleiteten deutschlinken Müll ohne dabei irgendetwas auszusparen: RAF-Abfeierei, Ökologismus, Palästinenserromantik.

Aber keine Bange: Neben den ganz großen Themen der Weltpolitik hat Delay auch noch Zeit für obskur anmutende, identitäre Grabenkämpfe. Und wie immer beim Hip-Hop geht es irgendwie um Realness:

Weil jetzt auch 14-jährige Poppermädchen auf Wochenendbesuch vom Internat an der Alster rumlaufen und Palituch tragen. In dem Moment frage ich mich: Wo sind denn eure Steine?

Aber lesen sie selbst…