The Sweet Escape
Als Freund der Lust elektronischer Tanzmusik sowie der Utopie einer freien Assoziaton blutet mein Herz, seitdem eine neue Gruppe mit dem Namen Hedonistische Internationale einmal mehr für die Beschränktheit von Vielfalt Zeugnis ablegt. Was klingt, wie ein weiterer Versuch irgendeiner trotzig-trotzkistischen Sekte Teenies für die Parteikartei zu agitieren, ist es im Grunde auch. Nur weiß man von einigen Protagonisten dieser Farce zu viel, um zu verschweigen, dass ihnen Koksen doch etwas wichtiger als Kommunismus ist. Und auch dass sie Adorno und Horkheimer gelesen haben, muss ihnen zunächst zugute gehalten werden. Warum also lassen sich bürgerliche Subjekte auf ein revolutionäres und schon gerade deshalb zu Scheitern und Schaden verurteiltes Projekt ein, obgleich sie es eigentlich besser wissen müssten? Zu viel Koks, zu wenig Kritische Theorie? Derzeit mobilisieren die Denker und Lenker der Hedonistischen Internationalen (HI) zu den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm. Dort wollen sie getreu ihrem Aufruf mit ihrer „Musik und Lebensfreude tanzend bunt und laut die Großdemo bereichern, danach einen Rave veranstalten, der sich gewaschen hat, vielleicht ein paar Workshops anbieten und dann, wenn der Gipfel beginnt, (sich) mit kreativen, spontanen, unvorhergesehenen, medienwirksamen, lustigen, lauten Aktionen beteiligen.“ Sie haben sich also einiges vorgenommen, die Jungs und Mädchen von der HI. „G8 wegtanzen, wegbassen, die Show stehlen“ lautet dann auch der kämpferisch-lässige Dreiklang, der dem Auruf in verbalradikaler Gewohnheit den Abschluss gönnt. Den Unwissenden klärt die HI wie ein Logo-Redakteur im Kinderkanal auf, worum es dort, worum es ihnen geht:
Das wird ein großes PR-Spektakel der Industrienationen, ein Symbol für all die Scheisse, die auf der Welt abläuft. Und weil wir die besseren Ideen, die schöneren Träume haben als diese Veranstaltung, wäre es doch wunderbar diesem Spektakel ein anderes entgegen zu setzen.
Abgesehen von der infantilen Anmaßung der Gleichstellung beider „Spektakel“, ist vordergründig die dualistische Scheidung in Herrschaft und Beherrschte kritisch, wohlgemerkt, im Sinne einer Kritik wert. Obgleich er als „Symbol“ abstrahiert ist, wird der G8-Gipfel schlechthin zum Bösen stilisiert. Angesichts der knappen wie hohlen Zeilen und theoretischen Askese, die den gesamten Onlineauftritt zeichnen, differenziert sich der Inhalt kaum von dem einer x-beliebigen linksradikalen Kleinstgruppe. Die strukturell antisemitische Personalisierung von Herrschaft wird hier zwar selber nicht betrieben, ihr wird jedoch derart in die Hände gespielt. Eine kommunistische Kritik kennt schließlich keinen Ort oder jeden. Sie ist entweder wahr oder falsch. Zu glauben, in Heiligendamm wäre sie richtiger, verrät die Wahrheit und verschleiert die Deformationen des eigenen Bewusstseins. Denn eigentlich geht es wohl um Wirksamkeit, um die kleinen Massen, die den gekränkten Narzissmus streicheln, um die Verbreitung einer Idee, auf die es doch nicht ankommt. Die eigenen Leute werden in der selbsternannten Avantgarde der linksdeutschen Globalisierungsgegner darum auch nur einer Kuschelkritik unterzogen, um sich seines Avantgardismus zu versichern:
Weil der G8-Gipfel für alles steht, was schiefläuft, kommen auch alle möglichen Leute, die wollen, dass es anders läuft. Da kommen Anti-Walfang-Ökos und auch stramme Politfreaks, die das Lachen schon lange verlernt haben. Es kommen aber auch jede Menge nette Leute aus vielen Ländern dieser Welt, mit denen wir die paar Tage im Juni zu einem Festival des Protests machen können.
Wer an den No Globals besonders „Anti-Walfangökos“und „Politfreaks“ gefressen hat, aber mit keinem Wort auf die gipfelstürmenden Antisemiten von Linksruck über Hamas bis zur NPD eingeht, steht eigentlich unter aller Kritik. Er darf sich glücklich schätzen, im naiven Glauben an eine lediglich temporäre Unzurechnungsfähigkeit eine kritische Betrachtung verdient zu haben. Man muss der HI einfach unterstellen, um den antisemitischen Konsens der Demonstranten sehr wohl zu wissen. Die Verdrängungsleistung befremdet und gibt Rätsel auf, die keine Oma dieser Welt restlos zu lösen imstande wäre. Denkbar wäre folgendes: Man will dort unbedingt hin und erliegt dem Zwang zu protestieren, man möchte mal wieder auf die Straße gehen und glaubt borniert, dem Protest seinen eigenen Stempel aufdrücken zu können. Der HI schien klar zu sein, ihr eigenes Handeln rationalisieren zu müssen. Der erstaunlich scharfsinnige Verweis darauf, dass „was schiefläuft“ und das gleichzeitig selbtsgefällig-verlogene Insisitieren auf „jede Menge nette Leute“ stehen wie eine Mauer zwischen der fälligen Erkenntnis, dass die Linke längst verloren ist. Diese Pille aber ist selbst für Hedonisten zu bitter. Ihr Problem an dem Protest ist nicht der Antisemitismus und Antiamerikanismus, sondern dessen Absenz an Kreativität und Lustgewinn. Anstatt wenigstens aus diesen Unzulänglichkeiten zu schlussfolgern, dass die zur Praxis drängende Kritik nicht besser als ihr Gegenstand sein kann, wird munter in den Kanon der Internationalen eingestimmt:
Wir haben alle Ideen, die etwas anderes wollen als das Bestehende. Unsere Ideen liegen irgendwo zwischen fröhlichem Miteinander, Anarchie, Epikurismus, bunter Wunderwelt, Freundschaft, Sinnlichkeit, Ausschweifung, Ferienkommunismus, Toleranz, Freiheit, sexueller Freizügigkeit, Freude, Frieden, Kunst, kosmopolitischen Dasein, einer Welt ohne Grenzen und Diskriminierung und vielen anderen schönen Dingen - die heute nicht und erst recht nicht für alle Menschen verwirklicht sind.
Das klingt ja teilweise ganz nett, doch nett ist bekanntlich auch nur der kleine Bruder von blöd. Und sonderlich originell ist das Ganze nun wirklich nicht. Vielmehr deutet der angeschlagene Marktschreierton auf den allumfassenden Warencharakter der bürgerlichen Gesellschaft hin, der eben auch der HI die anvisierte Distinktion versagt und ihr Engagement zur bloßen Reproduktion des falschen Ganzen verkommen lässt. Würde kommunistische Kritik ihren Prämissen folgen und sich darum konsequent auch als Selbstkritik artikulieren, käme so etwas garantiert nicht bei rum. Der Rave der Revolutionäre subsumiert sich also nicht nur unter eine wahnsinnige Linke, sondern auch unter die Gesetze der politischen Ökonomie. Wider die Wahrheit steht dagegen der „ungeglaubte Glauben“ (Adorno), nicht nur ein besserer Linker, sondern auch ein besserer Mensch zu sein. Zur leeren Phrase degeneriert, ist darum auch der Satz in ihrem Manifest, „bei all diesen Auseinandersetzungen auf die lächelnde Selbstreflektion“ zu hoffen, weil „sie (davor) schützt sich selbst zu wichtig zu nehmen.“ Deutlich tritt hier der Allgemeinplatz zutage, dass es leichter fällt, seinen eigenen Lügen Glauben zu schenken, denn an der objektiven Wahrheit festzuhalten - selbst wenn man sie zu formulieren imstande ist. Ganz vorne mit dabei sind auch die Betreiber des Weblogs Crisco-Connection. Offenbar kirre geworden von den Ambivalenzen ihrer oberflächlich begrabenen Antifa-Vergangenheit, tun sich diese nun damit hervor, jungen Antifas den coolen Daddy zu geben, den wohl weder sie selbst noch ihre „Kinder“ jemals hatten. Im Wissen um die stets aktuelle Attraktivität des Antifaschismus, waren sie sich vergangenes Jahr auch nicht zu schade den Rattenfänger von Friedrichshain zu spielen, um ihren Kiez nazifrei und somit sauber zu halten. Im Mantel der Initiative für hedonistische Stadtentwicklung und kosmopolitische Kompetenz, von den Klängen und Bässen elektronischer Musik stimuliert und den dazugehörigen Substanzen für Mund und Nase kurzzeitig um seine Ängste erleichert, wollte man in seiner konformistischen Revolte zumindest sexy sein. Den verlängerten Arm der Antifa-AG der Berliner Republik euphorisch in die Luft gerissen, ging es wie gewohnt im Marschschritt gegen die braunen Anachronisten - nur eben lässiger unter dem Label der Techno-Antifa. Vor der Jahrtausendwende wurde dieser Versuch schon einmal unternommen, nur nannte sich das Konzept damals Pop-Antifa. Um aber ja nicht in den Verdacht zu geraten, alten Wein in neuen Schläuchen auszuschenken, wurde die Antifademonstration einfach zu einem Bunt-gegen-Böse-Rave generiert. Gleichwohl schafften sie nach getaner Arbeit die Illusion, in Friedrichshain sei die Welt noch in Ordnung. Als wären die veganische Vokü in der Rigaer, die Rastamuchten in der Samariterstraße oder die Plenas im Schreinercafé ihrem auserkorenen Feindbild auch nur eine Idee voraus. Das in diesem Kontext geflügelte Wort der Verpeilermilitanz gibt vor, wenigstens mit den Mackern und Asketen in der Linken gebrochen zu haben. Es rationalisiert jedoch vielmehr, sich selber nicht mehr die Hände schmutzig machen zu wollen, aus der berechtigten Angst vor der körperlichen Auseinandersetzung oder der Sorge um die eigene Karriere. Politik soll Spaß machen, so das Credo dieser und anderer Hedonisten. Also: Weitermachen wie bisher, nur nichts riskieren und vor allem nicht soviel darüber nachdenken.
Sinnbildlich für die beschränkte Verschränkung von Politik und Spaß, die wenn auch weniger ausschweifend ebenso unter Hitler und Stalin die Jugend bei der Stange halten sollte, steht die folgende Anekdote über einen der Militanzverpeiler, der auch unter dem Pseudonym zovjet bloggt. Nachdem er die Nacht hindurch kräftig feierte und wohlverdient bestimmt viel Spaß hatte, sollte er am nächsten Tag im Lautsprecherwagen einer antideutschen Demonstration Platz nehmen, um den lächerlichen Aufzug mit Redebeiträgen und Durchsagen zu langweilen. Zu Beginn der Manifestation verließ ihn wohl die Kraft und er seinen angestammten Platz. Ein Jahr später erklärte er in seinem Abschied von der Politik den Abturn zum Erweckungserlebnis, dass ihm die späte, aber richtige Einsicht besorgte, in einem Kindergarten wie der Antifa nicht glücklich als Kind und genauso wenig erfolgreich als Erzieher zu werden Doch schon in der Erklärung schwing mit, was den Desperado heute zur HI getrieben hat, nämlich der selbstzufriedene Ton eines, der sich anders dünkt als die Anderen, eines Richtigen im Falschen, eines Individuums in einer gesellschaftlichen Totalität. Der Pinocchio hat seine lange Nase lange genug versteckt. Dem Kardinalskonflikt jedes Weltverbesserers, sich ob der Einsicht in das falsche Ganze in einem besseren Licht zu wähnen, muss auch er sich stellen. Er ist einer der interessantesten Aspekte philosophischer und psychologischer Reflektionen und markiert den Scheideweg in den Eskapismus. Dorthin führt der Hedonismus, weil er sich der Vernunft entsagt und das symphatische Streben nach Lustgewinn, Spaß und Vergnügen zur politischen Praxis erhebt.
Nach Sigmund Freud ist diese Forderung ohnehin nur die Beschreibung der menschlichen Seele, die eben nach Lust strebt und Unlust vermeiden will. Freud bezeichnet den inneren Apparat der Triebe und Bedürfnisse als das ES, dem ein gesellschaftlich geprägtes ÜBER-ICH korrigierend und kontrollierend zur Seite steht. Ein starkes ICH vermag dazwischen zu vermitteln, den Lustgewinn aufzugeben oder zu verschieben und dem eigenen Gewissen nach zu agieren. Die in modernen Zeiten infolge von Vereinzelung und technischen Fortschritt zunehmende Fragmentierung der Gesellschaft, bleibt selbstverständlich nicht ohne Konsequenzen für das Individuum. Der von den Produktionsmitteln isolierte Einzelne flüchtet begierig in das Reich der Konsumtion. Nur dort wird ihm noch Freiheit und Autonomie, mithin Stärke, versprochen. Dass ihn dorthin vielmehr die eigene Schwäche getrieben hat, muss verdrängt werden. Der Stoiker Epiktet polemisierte von daher nicht ganz zu Unrecht gegen Epikur, den Vater des Hedonismus: „Lebe wie ein Wurm einzig in den Geschäften, deren du dich würdig befunden hast: iß, trink, begatte dich, entlade den Wanst und schnarche.“ Die „Schweinchen aus der Herde Epikurs“, so der römische Dichter Horaz, grunzen auch in der HI. Auch die philosohische Neuzeit kennt mit den Utilitaristen Jeremy Bentham und Stuart Mill dezidierte Vertreter des Hedonismus. Bentham, zum Beispiel, spricht von einem „hedonistischen Kalkül“ des Menschen und damit sinngemäß die selbe Sprache wie Freud.
Da die HI den Hedonismus großzügig zur Auslegungssache aufweicht und ihren Namen weiß Gott nicht grundlos gewählt hat, ist die Kritik am Hedonismus auch die Kritik der HI. Obgleich ihr Manifest „Hedonismus nicht als Motor einer dumpfen, materialistischen Spaßgesellschaft, sondern als Chance zur Überwindung des Bestehenden“ bestimmt, blickt die HI politisch nicht konsequent ex negativo auf die Gesellschaft. Ihre Ideen sind trotz der Revolutionsromantik nicht ausschließlich tanszendent, denn ihrem Manifest nach, „schafft (sie) temporäre hedonistische Zonen und Situationen um auf ihre Ideen und Ziele vorzugreifen“. Doch wie sollen die aussehen? Etwa so wie beim Euromayday am 1. Mai in Berlin Kreuzberg? Dort hatten sie einen eigenen Wagen, von dem durchaus netter Techno einen verstrahlten Haufen von gerade mal 50 unglaublich lässigen Wannabe-Glücksrittern zum Tanz antrieb, umringt von Scharen linksdeutscher Wir-sind-Wir-Kreuzbergern, obligatorisch angereisten Krawalltouristen und passiv-voyeuristischen, etwas besser situierten Coffeeshopglotzern. Oder meint die HI mit hedonistischen Situationen den nicht weniger peinlichen Auftritt in einer sogenannten Friedrichshainer Nazikneipe, die sie nackt wie beknackt, im Antifa-Jargon gesprochen, überfallen haben? Wie auch immer, Adorno hätte diese Praxis als „Pseudo-Aktivität“ verurteilt und damit fast alles gesagt. Man könnte es sogar dabei belassen, würden sie sich dieser Einsicht nicht versperren oder einfach dazu stehen.
Das Café Critique in persona von Alex Gruber und Tobias Ofenbauer setzte den Hedonismus bereits vorzüglich auseinander. Ihr Text Fun and Function, der als Ankündigung für ein Referat veröffentlicht wurde, ist als Einstieg in die Materie unbedingt zu empfehlen. Eine etwas längere, wesentliche Aspekte zusammenfassende Passage soll hier nun zitiert werden:
Der Hedonismus unterstellt die unmittelbar vorhandene Freiheit der Individuen. Er reflektiert nicht auf die gesellschaftliche Verfaßtheit dieser Individuen und der Dinge, die sie konsumieren sollen. Erstere sollen in ihrer gegebenen Gestalt letztere unmittelbar zum Gegenstand des Genusses machen. Bereits Marcuse wandte gegen die Hypostasierung des unmittelbaren Genusses ein, daß dieser den vorgegebenen Strukturen der Gesellschaft folge und so niemals aus dieser herausführen könne: “In dieser Form der Gesellschaft kann die Welt, wie sie ist, zum Gegenstand des Genusses nur werden, wenn alles in ihr, Menschen und Dinge, so hingenommen werden, wie sie erscheinen, ohne daß ihr Wesen (…) dem Genießenden gegenwärtig werden.” (in: Zur Kritik des Hedonismus, T.M.) Unbegriffen bleibt dem Hedonismus das Formprinzip der Ware sowie die gesellschaftliche Bestimmung des bürgerlichen Subjekts, dessen Freiheit der abstrakte Individualimus der Konkurrenz ist. Die Existenz dieser Freiheit ist keine unbedingte, sondern dient der Selbstverwertung des Individuums unter den Prämissen des freien und gleichen Tausches. Die Affirmation der Charaktermaske der warenförmigen Vergesellschaftung, durch Affirmation ihrer Bedürfnisse, führt zur Verewigung der elenden Realität, die jene hervorbringt. Derart auf die real existierende Subjektivität fixiert, kann der Hedonismus seine eigenen Bedingungnen und Beschränkungen nicht reflektieren und so das objektive Moment des Glücks nicht fassen.
Paradoxerweise und darum so normal wie ein Sonnenuntergang ist ihr Subjektivismus also selbstvergessen. Einerseits verortet die HI nämlich Glück in den Sphären eines gesellschaftlichen Systems, in dem es sich überall und nicht nur im Casino verdinglicht und warenförmig darstellt. Andererseits knüpft die HI gerade an ihre eigene Ware ein emanzipatorisches Potential, dass sich nur zu eigen gemacht werden muss. Sie begreift dies nicht als Affirmation. Oft projizieren Hedonisten diese statt dessem auf ihre Kritiker, die sie als lustfeindlich und bürgerlich abtun, ohne sich selbst zu hinterfragen. Dagegen bringen sie in Stellung: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. So schlagen sie die zwei schon oben genannten Fliegen mit einer Hedonismusklappe: Besserer Linker und besserer Mensch. Eine süße Flucht.
Anmerkung: In Kürze werde ich auf diesem Blog einen themenverwandten Text zum Zusammenhang von Politik und Techno veröffentlichen. Darum wurde dieser Komplex hier auch ausgespart.
nike wrote:
Stehen sie entspannt, Gefreiter Dingsbums.
Posted on 10-May-07 at 9:53 pm | Permalink
buntsalat wrote:
Ma nennt K… auch Tony Montana!
Posted on 11-May-07 at 12:51 am | Permalink
feiersau z wrote:
nee leute, sorry, wer auch immer euch das erzählt hat: das stimmt halt einfach nich. aber scheissegal.
Posted on 11-May-07 at 4:44 pm | Permalink
Alex DeLarge wrote:
Sorry aber, was genau?
Posted on 11-May-07 at 5:56 pm | Permalink
emmapeel wrote:
naja. also: verstehe da nicht so ganz wie die grenzen zwischen kritik und denunziation aussehen sollen.
“Offenbar kirre geworden von den Ambivalenzen ihrer oberflächlich begrabenen Antifa-Vergangenheit, tun sich diese nun damit hervor, jungen Antifas den coolen Daddy zu geben, den wohl weder sie selbst noch ihre „Kinder“ jemals hatten.”
das nenn ich mal glatt kommunistische kritik. voll so mit jedem standpunkt oder keinem. arschloch.
“Es rationalisiert jedoch vielmehr, sich selber nicht mehr die Hände schmutzig machen zu wollen, aus der berechtigten Angst vor der körperlichen Auseinandersetzung oder der Sorge um die eigene Karriere.”
na das mit der karriere ist ja so richtig originell. liebe bad-blogs, oder tony, oder egal wer: bei allem fandom - der hauptstadtszene-inzest könnte aussenstehende amüsieren. tut es aber nicht. kommt mit muttis-liebling-attitude daher, wäscht aber nur szeneinterne dreckige klamotten. macht auf schlau, ist sich aber nicht zu blöd den armen freud mit vulgär-laber zu blamieren. wirft “karriere-ticke” vor und bertreibt eine bewerbungsplattform für jobs in der kulturindustrie - nich schlimm, nur doof mit schweinen zu werfen, wenn man im schlachthaus sitzt. so ist das sogar als fingerübung für die nächsten seminärchen scheisse. also:
such dir gegner - oder mach sport. soll vor abarbeitungstendenzen schützen.
schwach ausreichend private montana!
setzen!
Posted on 11-May-07 at 10:57 pm | Permalink
Helen Bruteforce wrote:
Hui, da hat sich ja wirklich jemand Mühe gegeben irgendwelche persönlichen Animositäten mit Kritik am Hedonismus zu vermengen. Immer wieder erstaunlich, dass es Leute gibt, die sich fünfseitig mit den Nebenschauplätzen der Politik befassen. Oder ist die Hedonistische Internationale tatsächlich von einer epikuräischen Schweineherde von Zovjets unterwandert?
Auch interessant, der Hinweis am Schluss auf weitere Texte, die folgen sollen: das wird eine ganze Reihe über die Hedonistische Internationale, über Techno und Politik etc. Das kann ja richtig spannend werden.
Posted on 12-May-07 at 10:24 am | Permalink
Tony Montana wrote:
Nike, buntsalat, feiersau z und Helen Bruteforce dürfen sich jetzt wieder den Geschäften der Hedonistischen Internationale widmen. Sicherlich ist die Kritik nicht samt und seidig, etwas mehr hatte ich aber schon erwartet…andererseits seid ihr ohnehin einfach zu lässig für das Bad Blog.
An die Restvernunft von emmapeel: Ihr ungemein originelles Totschlagargument mit den Schweinchen und dem Schlachthaus ist hohl. Haben sie darüber jemals nachgedacht? Muss man gut sein, um anderen vorzuwerfen böse zu sein? Kann man das überhaupt? Ich denke nicht und nach dem nun folgenden Beispiel werden sie vielleicht auch anders darüber denken und zukünftig auf reflexhaftes Schreiben verzichten.
Sie werfen mir vor, Kritik und Denunziation zu vermengen, belegen dies an einem Beispiel, werden dann polemisch und schließlich einfach beleidigend. Die grenzen von Kritik und Denunziation, verschwommen. Ein Schwein im Schlachthaus? Nein, diesen Vorwurf werden sie von mir nicht hören, weil er rein formaler Natur und im Grunde nichts anderes als eine Binse ist. Wirklich clever wäre es gewesen, meine Kritik als die vorgeblich bessere Ware zu kritisieren. Doch selbst dann wäre man wieder an der entscheidenden Stelle der Beziehung zwischen sich selbst und der Welt. Darüber z. B. würde ich gerne diskutieren, doch das nur am Rand.
Zum traurigen Rest ihres Beitrags: Sich anzumaßen, die Wahrnehmung anderer zu bestimmen, grenzt an das böse F-Wort. Das wissen sie sicherlich selbst. Daneben! Szeneinterne Wäsche könnte ich darüber hinaus nur waschen, wenn ich die selben Klamotten tragen würde. Tue ich aber nicht, die Anekdote nämlich - und da haben sie recht - interessiert nur die, denen Klatsch und Tratsch schon immer wichtiger waren. Also schon wieder daneben. Dann möchte ich sie noch um den kleinen Gefallen bitten, die von mir geschändete Ehre Freuds wiederherzustellen oder zumindest ihr “Argument” zu belegen. Das selbe gilt für den Vorwurf des Bewerbungsschreibens, dessen Sinn mir noch verborgen liegt. Und der Rest, zum Rest werde ich ihnen wohl nichts mehr sagen müssen…
Ach ja, Helen Brutforce, eines noch: Die Ankündigung bedeutet auf keinen Fall, dass hier “eine ganze Reihe über die Hedonistische Internationale” zu erwarten sein wird. Auch jenseits von ihr kann die Auseinandersetzung um Techno und Politik sehr spannend sein. Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums und überdies dreht sie sich auch, mkay?
Posted on 12-May-07 at 2:34 pm | Permalink
Tony Montana wrote:
@all: Zum Ende des Textes hin, im letzten Abschnitt, habe ich noch einen Link gesetzt. Und zwar zu dem sehr erkenntnisreichen Beitrag von Clemens Nachtmann auf der letzten Antideutschen Konferenz in Berlin.
@ADL: Ich glaube feiersau z will auf die Anekdote hinaus, mit der ich die Verschränkung von Politik und Spaß und noch vielmehr die vom Aufhören und Weitermachen aufzeigen wollte.
Posted on 12-May-07 at 4:03 pm | Permalink
emmapeel wrote:
werter herr montana,
ich werde fürs erste beim du bleiben (das mit der bürgerlichen höflichkeit kennst du ja). formal solltest du einen zorngeladen hingerotzten zehn-zeiler nicht mit dem vorangehenden essay vergleichen, but nevermind. kurz inhaltlich (bald sehr gerne näher darauf eingehend…): ja schatz, das mit der besseren ware hast du ganz richtig verstanden, und den cleverness-punkt schenke ich dir sogar. und um nicht die selbst-und-welt-loops loszutreten nur kurz. da wo es meiner/unserer (mini-disko-runde weit weg vom mutterschiff…) einfache beleidigungen getan hätten, fährst du geschütze auf, die wonders hinzielen sollten. (das f-wort schenke ich dir, park es bei missverständnis). du bemühst dich die hedonisten-fans (denen man auch mit ironie begegnen könnte) mit akademischen bierernst zu erlegen, packst die ad-säulenheiligen aufs tischchen (keine schlechten waffen…) kastrierst sie aber durch banal- um nicht zu sagen vulgärallgemeinplätze. ichvermittlung. hui. das sitzt. vaterlosigkeit. eine schande das. aber natürlich würde man böse vorwürfe von dir nicht hören/lesen. quatsch. nö. lässt ganz elegant die ich-schwäche in richtung langsam-therapie-reif ausklingen. grosses tennis. und so garnicht beleidigend, mehr so kritisch, höflich, fast schon bürgerlich und so…
vielleicht geschmacksfrage - also religionsabteilung (ne form-und-inhalt-disko wenn du magst später…). da welt hier ich, und ich: ironie oder aber auch beleidigungen wären angebrachter gewesen. so bleibt das gschmäckle von autorität, niveau, und habitus. schwäche, zulassen, ohne stärke, und den restlichen kram kennse ja. daher ist das “argument” bewerbungsschreiben ganz klarverständlich: streber!
eine klatsche von dieser seite der barrikade. hui.
Posted on 12-May-07 at 4:30 pm | Permalink
Tony Montana wrote:
Ich werd dann auch mal duzen: Von mir an dieser Stelle nur einige wenige Worte an dich. Erstmal Danke für deine Ausführungen, die mir tausendmal lieber als dümmliches Gedisse oder verlogenes Schulterklopfen sind. Den Strebervorwurf fand ich wirklich bemerkenswert. Nur was du alles aus diesem Text herausziehst, Emma, meine Fresse. Du bist die Königin der Metareflektion. Doch wie schon gesagt, dazu später mehr.
Posted on 12-May-07 at 5:59 pm | Permalink
emmapeel wrote:
haaallooo…
ich warte!
oder soll ich die vorlage bringen?
Posted on 15-May-07 at 8:54 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
Fundstück vom Bückstück:
“Während der Protest-Nachwuchs sich jetzt erst recht gegen G8 engagiert, scheinen die Razzien ältere Aktivisten eingeschüchtert zu haben. Der Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe (Grüne) kommt aus dem Umfeld der Kirchen. “Es gibt dort viele, die würden gern gegen den Gipfel demonstrieren, haben aber jetzt ein bisschen Angst.” Hoppe lädt am 24. Mai zu einer G8-Diskussion im Paul-Löbe-Haus (Anmeldung: Tel. 22771869) und fährt dann nach Rostock. Er hat keine Angst vor den Demonstrationen. Die werden zu “99 Prozent friedlich” ablaufen. Den Leuten die Angst vorm Protest nehmen - das ist auch ein Ziel einer in Berlin gegründeten Gruppe namens Hedonistische Internationale. “Wir kommen aus dem Nachtleben. Wir wollen mit unseren Aktionen ein Lächeln hervorrufen“, sagt ein Sprecher, der sich Monty Cantsin nennt. Die Hedonisten werden mit DJs nach Rostock fahren und bei Heiligendamm raven. “Als wir in Berlin mit Techno gegen Nazis demonstriert haben, haben auch Rentnerinnen mitgetanzt.“”
Posted on 19-May-07 at 4:01 pm | Permalink
Tony Montana wrote:
Sorry emmapeel. Die Internetaskese solltest du aber nicht als programatisch fehldeuten. So als Gegenbewegung zum Hedonismus oder so ähnlich. Und mehr Geringschätzung als von deiner Seite, hast von mir sicherlich nicht zu erwarten. Dir ist ja auch schon aufgefallen, wie höflich ich bin.
Was mich interessiert: was denkst du denn eigentlich über den Hedonismus. Wenn du magst, kannst du ja mal ein Exempel in ironisch-beleidigender Kritik natürlich ganz ohne Habitus, Niveau und Autorität statuieren…
Posted on 20-May-07 at 3:01 pm | Permalink
emmapeel wrote:
na gut. das nenne ich doch mal eine vorlage…
Posted on 20-May-07 at 8:04 pm | Permalink
Bad Blog » Eine Romanze im 4/4-Takt wrote:
[...] Gerade in den 90er Jahren dominierten nämlich noch biedere Vorurteile, die das geschlossene Weltbild der Linken exemplarisch unter Beweis stellten. Techno galt als Soudtrack der verhassten Spaßgesellschaft und wurde mit dem Stichwort Hedonismus denunziert. Sexy tanzen war ein auszumerzender Nebenwiderspruch. Heute ist in der Poplinken wie in den mittelständischen Milieus der radikalen Linken und der Antifa der 4/4-Takt auf Konzerten und so genannten Solipartys selbstverständlich. Die Hedonistische Internationale mobilisierte sogar zum G8-Gipfel nach Heiligendamm zum politisch korrekten Rave. „If I can`t dance, it`s not my revolution”, wird die Anarchistin Emma Goldmann gerne auf den entsprechenden Flyern zitiert. Ellen Allien ist sich berechtigterweise für solche sektiererischen Veranstaltungen zu schade. Als Berlinerin legt sie aber oft in den stadtbekannten Clubs, dem Watergate, im Berghain oder in der Maria am Ostbahnhof auf. Ihre eingängigen und zugleich verspielten Tracks samt und sonders ihrer selber eingesungenen Lyrics sind aber auch in der explizit linken Subkultur beliebt. [...]
Posted on 21-Jul-07 at 2:58 pm | Permalink
grml wrote:
Ich wollt ich wär ein Huhn
Posted on 24-Jul-07 at 9:22 pm | Permalink