Friday, July 27, 2007
Die Welt ist schon ganz schön kompliziert. Marcel Wojnarowicz aka MC Wojna aus Duisburg ist sie sogar zu Kopfe gestiegen. Nachdem ein antiamerikanisches Rapvideo seinerseits in die Kritik geriet, hat er sich via Stellungnahme auf Youtube noch weiter in die Scheiße geritten…
Deshalb, hier und jetzt eine Frage an das geneigte Publikum: Wann wird es endlich die erste Anzeige wegen Volksverhetzung geben? Bei G-Hot ging es ja ziemlich fix. Ich frage mich wieso bei Bözemann und Wojna bisher noch nicht…
Wednesday, July 25, 2007

Laut einem deutschen Sprichwort sollen böse Menschen nicht in der Lage sein irgendwelches Liedgut zum Besten zu geben. Der Wahrheitsgehalt dieses Sprichwortes wurde spätestens in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts völlig desavouiert. Damals versammelte sich der nationalsozialistische Anhang ebenso zu Musik und Gesang wie seine Gegner auf der anderen Seite des politischen Spektrums. Und heute ist es kaum anders. Aktuell bestätigt dies der Stuttgarter Rapper Bözemann. (Continued)
Saturday, July 21, 2007
Man ist geneigt anzunehmen, dass Techno und Politik so unverträglich sind wie Alkohol und Schmerztabletten. Trotzdem scheint nicht nur letztere Kombination für einige vornehmlich kapitalismuskritische Künstler durchaus ansprechend zu sein. Der Einwand gegen den ungenießbaren Cocktail aus elektronischer Tanzmusik und politischer message ist nicht ästhetischer Natur. Er folgt vielmehr der gesellschaftskritischen Absicht, Musik als potentiellen Freiraum von den üblichen Zwängen und Zurichtungen auch gegen die Instrumentalisierung eines romantischen Antikapitalismus zu verteidigen. Diesem wird zurecht vorgeworfen, einerseits mit falschen Begriffen ein falsches Bild der Gesellschaft zu zeichnen und andererseits sein subkulturelles Zuhause nicht der notwendigen Selbstkritik zu unterwerfen. (Continued)
Friday, July 20, 2007
Was halten Sie für schlimmer: autoritäre Forumsmoderatoren (1,2,3) denen es nur um die eigenen Befindlichkeiten geht oder Diskussionsteilnehmer die ihre menschenverachtende Sicht der Dinge zum alleinigen Maßstab (1,2,3,4,5) erheben? Ich kann mich leider heute nicht ganz entscheiden, weshalb ich Sie, geneigtes Publikum zu Rate ziehen möchte… (Continued)
Monday, July 16, 2007
Neulich schenkte mir ein guter Freund die Briefwechsel von Thomas Mann und Hermann Hesse. Das 1984 im Fischer Taschenbuch Verlag publizierte Buch dokumentiert in einer ungekürzten Ausgabe den schriftlichen Gedankenaustausch. Über 130 Briefe der beiden Dichter im Zeitraum von 1910 bis 1955 veranschaulichen eine tiefe Freundschaft und einen bedeutsamen Meinungsaustausch. Insgesamt soll Thomas Mann Zeit seines Lebens über 25.000 Briefe geschrieben haben, Hermann Hesse sogar mehr als 35.000. Theodore Ziolkowski bereichert das Buch überdies mit einem erhellenden Einblick in die Biographien, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der humanistischen Literaten. Mehr noch als ihre differenzierten Worte aber sprechen die Briefe für sich selbst. Die Interpretation und Bewertung überlasse ich gerne dem Leser, dessen Urteil wohl seines faktischen und mithin auch emotionalen Hintergrundes entsprechen wird. Interessieren sollen uns die Jahre 1945 bis 1947, in denen ihre Auseinandersetzung über die „deutschen Dinge” den Fokus auf die deutschen Verbrechen und die alliierte Befreiung richtete. Ohne große Anmerkungen und in chronologischer Abfolge werden jeweils Ausschnitte aus bestimmten, in Zusammenhang stehenden Briefen zitiert. Erwähnt werden müsste, dass sie in allen Briefen neben den Reflexionen über Politik und Zeitgeschichte auch über ihren, sich stetig verschlechternden Gesundheitszustand, ihre Familien und natürlich über ihre Werke in einem Kampf der Komplimente korrespondierten. (Continued)
Sunday, July 15, 2007
Warum deutsche Künstler die Finger von Hitler lassen sollten, legt Georg Diez in der aktuellen Ausgabe der Zeit dar. Jonathan Meese, Frank Castorf, Christian Kracht, Stefan Bachmann und Ingo Niermann, eine durchaus illustre Runde deutscher Kulturschaffender also, werden dort auf`s Korn genommen. Lesenswert!
Friday, July 13, 2007
Es gibt zwei gesellschaftliche Gruppen deren Schwulenhass so gut wie keine Grenzen kennt: da wären zum einen die Fussballfans und zum anderen - natürlich - die Fans von HipHop. Aktuell hat der ehemals bei Aggro Berlin unter Vertrag stehende Rapper G-Hot bewiesen, was so alles an Hass gegenüber Homosexuellen so in ihm steckt. Mit dem Track ‘Keine Toleranz’ textete sich der Milchbubi in die Herzen all der Männer die es nicht ertragen können, dass ihr Bild der Männlichkeit tagtäglich von Millionen von Menschen konterkarriert wird…
Ein Textauszug aus dem Lied:
“Was ist bloß passiert, sie werden akzeptiert,
es gab Zeiten da wurden sie mit der Axt halbiert.
Heute stellen die Medien Gays als normal dar,
du kannst ihnen heute sogar dein Kreuz geben am Wahltag.”
Das Video zum Song gibt es noch ab und zu auf Youtube zu sehen und in der ein oder anderen Tauschbörse als Download. Ebenso befindet sich im Netz noch eine recht einfältige Stellungnahme bzw. Entschuldigung von G-Hot. Wer aus Recherchezwecken das Video unbedingt braucht, kann sich gerne an uns wenden. Eine Sicherheitskopie liegt für Interessenten in unserem geheimen Tresor…
Thursday, July 12, 2007
“Während alle über Integration und Kulturkampf zetern, macht Günter Wallraff einfach einen Vorschlag: Er will Salman Rushdies “Satanische Verse” vorlesen - in der Moschee. Ein neues Kapitel im leidvollen Islamismus-Drama? Auf jeden Fall eine mutige Idee zur rechten Zeit!” schreibt der von mir hoch geschätzte Reinhard Mohr aktuell auf Spiegel Online. Und um unseren geneigten Lesern nicht den Artikel der Woche vorzuenthalten, hier einfach mal der Link…
Nachtrag: Einen Tag nachdem die Idee von Günter Wallraff publik wurde, gibt es schon die ersten Kommentare dazu. Die von Martin Walser und Feridun Zaimoglu sind mal wieder besonders gelungen:
Der in der Türkei geborene Journalist und Schriftsteller Feridun Zaimoglu würde nicht an Wallraffs Seite aus Salman Rushdies Werk zitieren wollen: “Ich liebe Günter Wallraff heiß und innig, aber ich würde nicht an der Lesung teilnehmen. Ich würde ja auch nicht den Film Pasolinis ‘Die 120 Tage von Sodom’ in einer katholischen Kirche zeigen. Ich halte nicht viel von der Erregung öffentlicher religiöser Ärgernisse - in keine Richtung. Wallraff halte ich trotzdem für einen ganz Großen.”
Der Schriftsteller Martin Walser spricht sich mit deutlichen Worten gegen eine solche Lesung aus. Das Vorhaben sei “anmaßend“, meint er: “Es gibt genug Muslime, die das Buch kennen. Ich finde nicht, dass die deutschen Autoren als Vorleser auftreten müssen. Warum braucht es dazu einen Nicht-Muslim? Wir Autoren sind doch nicht die Dolmetscher zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Das erscheint mir als kolonialistische Anmaßung. Das ist ein Missionarstrieb, den ich nicht teilen kann. Wir sind doch nicht die Lehrer!”
Quelle: SPON
Tuesday, July 10, 2007
“Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht.” Doch möglicherweise war dies nur eine Aufwärmübung, eine kleine Fingerübung für das was noch alles kommen wird…
Wir leben in einer Zeit, in der die Kommunisten den islamischen Opiumdealer zur Seite springen, wenn diese mal wieder eine ihrer religiösen Drogenhöllen bauen wollen, wo eigentlich vernunftbegabte Naturwesen nach einer einmonatigen Dürreperiode an die Heimsuchung von bösen Klimagöttern glauben und in der berechtigte individuelle Ängste zur völlig unberechtigten kollektiven Phobie ausarten. In allen drei Fällen hat die Vernunft das Nachsehen gehabt, in allen drei Fällen waren daran Menschen beteiligt die es eigentlich besser wissen müssten…
Aktuell lässt mich die antirassistisch motivierte Teufelsaustreibung in Berlin-Heinersdorf zu dem Schluß kommen, dass die Fülle postmoderner Irrungen und Wirrungen womöglich der allergrößter Trick des Beelzebub war. Vor der Postmoderne war es möglich mittels der Wissenschaften den Religionen Angst und Schrecken einzujagen, heute ist es genau anders herum…
Monday, July 9, 2007
Kritik an Live Earth, also den am Wochenende auf dem gesamten Globus stattfindenden Konzerten zur Rettung der Menschheit, wurde reichlich geübt. Einige hatten offensichtlich ihr Mütchen zu kühlen. Ressentimentfrei hingegen fasste die Welt schon in der letzten Woche die Ambivalenzen der Klimakritiker zusammen: Wenn der Schein die Mittel heiligt. Sehr zu empfehlen!
Monday, July 9, 2007
“Der amerikanische Schriftsteller Walter Winchell hat einmal gesagt: „Ein Freund ist jemand, der zu dir kommt, wenn andere gehen“ Und damit hat er Recht. Manchmal haben sie halt Recht, die Amerikaner. Manchmal.“
Diese unglaublich scharfsinnigen Worte stammen aus dem Editorial der Juliausgabe des Blond Magazin, genauer von Chefredakteur Sven Bergmann. Sie belegen einmal mehr, dass Antiamerikanismus als kleinster gemeinsamer Nenner einer sich avantgardistisch gebenden Popelite beliebt und bewährt zugleich ist. Was im Zusammenhang mit dem Thema Freundschaft völlig überflüssig erscheint, kittet die Leser zusammen, wo der dürftige Inhalt als Bindemittel nicht zu taugen vermag. In einem Magazin, dass den Amerikanern sonst aber fast ausnahmslos Recht gibt, indem zum Beispiel ihre Prominenz und Produkte beworben werden, wirken solche Worte geradezu lächerlich ambivalent. Hat man nach dem Editorial noch nicht genug und langweilt sich nun durch den Rest des Revolverblattes, fällt auf, dass es nicht nur diese Worte sind. Blond ist neunmalklug aber antiintellektuell, nüchtern aber wortwitzig, alternativ aber konsumorientiert. Von allem ein wenig eben, nur nicht zu viel, denn weniger ist heute schließlich mehr. Eine kleine Portion Antiamerikanismus darf da einfach nicht fehlen.