Frieden mit den Mullahs?
Für alle aus Berlin und Umgebung, ein Veranstaltungshinweis:
Europas Kollaboration mit dem iranischen Regime
Podiumsdiskussion mit u.a.:
Henryk M. Broder, Richard Herzinger und Thomas von der Osten-SackenDas islamistische Regime in Teheran: Unterdrückung demokratischer Bestrebungen nach innen und aggressivmilitaristische Dynamisierung nach außen. Die Paten des Terrors destabilisieren den Nahen und Mittleren Osten und drohen Israel mit dessen Vernichtung. Gleichzeitig laufen die Geschäfte der Europäer mit dem Iran bestens: Die Bundesregierung beispielsweise steht den deutschen Unternehmen mit Investitionsschutzabkommen und Hermesbürgschaften zur Seite. Und das für Ende 2007 anvisierte 22-Milliarden-Euro-Geschäft der österreichischen OMV AG mit dem Iranwürde Europa auf lange Sicht zum strategischen Partner jener politischen Kräfte machen, die in neuen religiösen und politischen Formen an den Vernichtungswahn des NS-Staats anzuknüpfen drohen. Doch sind es allein ökonomische Beweggründe, die hinter der europäischen Außenpolitik stehen?
Appeasement und Kollaboration mit dem iranischen Regime drohen die europäischen Gesellschaften zusehends zu formieren und zu deformieren. In diesem Zusammenhang soll diskutiert werden, wie weit die »Lust am Einknicken« der Europäer, mithin der Deutschen, die zivilisatorischen und säkular-liberalen Errungenschaften der Aufklärung in Frage stellt. Gibt es im antiwestlichen Hass, gibt es gar im Antisemitismus eine unerklärte Allianz zwischen den Mullahs und Europa? Welche Möglichkeiten bestehen, der Gegenaufklärung in Europa zu begegnen?
MIDEAST FREEDOM FORUM BERLIN
Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Fasanenstraße 79/80, 10623 Berlin
3. September 2oo7, 19:oo Uhr Einlass bereits ab 18:00 Uhr.
Wegen der Sicherheitskontrollen bitte hinreichend Zeit einplanen.__________________PODIUMSDISKUSSION__________________
Nasrin Amirsedghi
Publizistin, exil-iranische OppositionKambiz Rousta
Politologe, exil-iranische OppositionHenryk M. Broder
Journalist und Autor, u.a. »Hurra, wir kapitulieren!«Richard Herzinger
Journalist (Die Welt, Welt am Sonntag)Thomas von der Osten-Sacken
Geschäftsführer der im Nahen Osten tätigen
Hilfsorganisation Wadi e.V.
Moderation:
Alex Feuerherdt
freier Journalist und Autor________________________
MidEast Freedom Forum Berlin mit Unterstützung von:
+ Green Party of Iran + Zionistische Organisation Berlin + Pacific Palisades Institute +
+ B´nai B´rith - Raoul Wallenberg Loge Berlin und Hans Rosenthal Loge Berlin +________________________
Offizielle Veranstaltungsankündigung:
http://www.wadinet.de/termine/files/Frieden_mit_den_Mullahs.pdf
AQU wrote:
In diesem Zusammenhang sollte man auch die Kollaboration der USA mit dem islamnistischen Regime in Saudi_Arabien und mit der Terroristenhochburg Pakistan hinweisen. Aber danach kräht kein Hahn.
Posted on 03-Sep-07 at 10:56 am | Permalink
Alex DeLarge wrote:
Gähn…das unterscheidet wahrscheinlich Weltpolitik von Sandkastenspielchen.
Posted on 04-Sep-07 at 9:01 am | Permalink
Mignon wrote:
Die Ziele der Veranstaltung können als achtenswert bewertet bin. Jeder freiheitsliebende Mensch sollte schon Partei ergreifen. Die Wortergreifung von Broder war natürlich der reinste Genuss. Seine zugespitzte und anschauliche Polemik bleibt für jeden Freund des Zynismus und der politischen Satire ein gelungenes Erlebnis. Das Nennen von Ahmadinedschad, Castro, Kim Il-Yong, Lukaschenko und Gregor Gysi in einem geistigen Atemzug kann als unzulänglich bewertet werden. Fehlende Differenzierung und somit Ideologiebefangenheit sollte kritisiert werden, vor allem, wenn man sich als als nicht gegenaufklärerisch begreift. Die Wortschöpfung “Postkriegssituation” wirkt gehirngewichst - ehedem sagte man Nachkriegszeit. Die Beiträge von Herzinger waren rhetorisch furchtbar. Sie erwiesen sich als Zumutung für den Zuhörer. Konkrete Lösungsansätze waren etwas lasch. Zu viel Zeit wurde auch dafür verbracht, um Begriffe wie Totalitarismus zu sezieren. Dass es keine konkreten Definitionen, sondern nur Umschreibungen gibt, sei dahin gestellt.
Posted on 04-Sep-07 at 2:26 pm | Permalink
Alex DeLarge wrote:
Wer zu solchen Veranstaltungen geht um konkrete Lösungsansätze zu hören, hat den Veranstaltungshinweis nicht richtig gelesen (”Gibt es im antiwestlichen Hass, gibt es gar im Antisemitismus eine unerklärte Allianz zwischen den Mullahs und Europa? Welche Möglichkeiten bestehen, der Gegenaufklärung in Europa zu begegnen?” war der Vorsatz der Veranstaltung).
Ansonsten war das Problem tatsächlich, dass ein sehr versierter aber sichtlich mürrischer Herzinger gegen Publikumgsliebing Broder antreten musste, der selber zugab, dass er nicht studiert hat und ein Anekdotentyp ist, so gut er das auch macht. Außerdem ist Herzinger ja nicht angetreten um wie Broder alle von seiner Eloquenz zu überzeugen.
Sichtlich enttäuscht waren alle von Frau Amirsedghi, die man nur inkompetent nennen kann und die es nicht einmal geschafft hat kleine Einblicke in den täglichen Terror der Mullahs zu gewähren. Das Einzige, was sie fertiggebracht hat, war ständig zu betonen, dass der Iran noch viel schlimmer sei als Hitler, Stalin und Tomás de Torquemada in Einem, was etwas bemüht wirkte. Die Forderung nach begrifflicher Schärfe fand ich in diesem Zusammenhang sehr lobenswert.
Posted on 04-Sep-07 at 2:46 pm | Permalink
Mignon wrote:
Werter Alex DeLarge,
gerade eine Formulierung wie “Welche Möglichkeiten bestehen, der Gegenaufklärung in Europa zu begegnen?” beinhaltet doch, konkrete Lösungsansätze zu bieten, anstatt auf abstrakten Allgemeinplätzen zu verharren. Jeder klardenkende Mensch sollte begreifen, dass das iranische Regime furchtbar ist.
Gut, studierende und studierte Menschen haben die Angewohnheit, theoretisierend an konkrete Probleme heranzugehen. Ob das Mullah-Regime nun das Etikett “totalitär” verdient, spielt für die verschleierte Frau oder den kritischen Journalisten keine Rolle. Und für den Gehängten - lobenswertes Beispiel Broders! - ist ein struktureller Vergleich der Mullah-Theokratie mit anderen üblen kollektivistischen Regierungsformen ebenso irrelevant.
Da eben wo Begriffe fehlen, stellt eine Anekdote zur rechten Zeit sich schon ein. Rhetorische Wirksamkeit kann mehr bewirken als eine begriffsfetische Analyse.
mfg.
Mignon
Posted on 04-Sep-07 at 3:42 pm | Permalink
classless wrote:
Der Festsaal des Jüdischen Gemeindehauses war mit etwa 200 bis 300 Besuchenden nur reichlich zur Hälfte gefüllt, was die Veranstaltenden teilweise darauf zurückführten, daß die Presse die Podiumsdiskussion “Frieden mit den Mullahs?” trotz prominenter Besetzung nicht so gern angekündigt haben wollte…
http://www.classless.org/2007/09/04/broder-erpressen-sie-ihren-abgeordneten/
Posted on 04-Sep-07 at 3:45 pm | Permalink
nichtidentisches wrote:
Schade, dass so was immer nur im deutschen Dorf Berlin läuft und nie in ner richtigen Stadt wie Frankfurt oder so. “gehirngewichst” ist ein Begriff, an dem Grigat einmal eine recht gute Kritik übte.
Posted on 04-Sep-07 at 8:45 pm | Permalink
Mignon wrote:
Kritisieren kann man alles, nichtidentisches. Ob die Bewertung dann auch umgesetzt wird, zeigt sich. Ich werde erst diesen Begriff ablegen, wenn es stichhaltige Argumente dafür gibt, die mich überzeugen.
Posted on 05-Sep-07 at 3:51 pm | Permalink
milesdavis wrote:
deutsches dorf finde ich wirklich gut. endlich bringst mal jemand auf den punkt. danke nichtidentisches.
Posted on 05-Sep-07 at 8:28 pm | Permalink
Alex DeLarge wrote:
Ohne den Kollegen Grigat gelesen zu haben, würde ich ganz unwissenschaftlich bemängeln, dass in entsprechendem Kontext entsprechend gehirngewichst klingt…
Posted on 05-Sep-07 at 10:26 pm | Permalink
Mignon wrote:
Wenn bitte, dann bestehen wir aus mehreren Doerfern.
Posted on 06-Sep-07 at 4:46 pm | Permalink