Die Waffen-SS des Deutschrap…

… formiert sich auf Myspace. Nachdem die Seite “Offiziell WAFFEN SS” in diesen Tagen von den Myspace-Betreiber abgeschaltet wurde, bleibt den rappenden Freunden des Nationalsozialismus immerhin noch die Seite SS Skanderberg und der Nachfolger der gesperrten Seite namens ‘Waffen’ um sich mit Gleichgesinnten im Internet zu vernetzen. Interessanterweise sind bei den ‘Freunden’ der SS-Fetischisten unter anderem so alte Bekannte wie Bözemann, Fler, der German Dream Chef Eko Fresh, Baba Saad, Kralle und die Ersguterjunge-Rapper D-Bo und Bizzy Montana zu finden. Ist das der Anfang einer rappenden Waffen-SS?

Als der Pädagoge und Ex-Rapper Hannes Loh vor einiger Zeit das Thema Nazirap auf die Titelseiten der Feuilletons brachten, waren es einerseits Textzeilen wie “Ich schlachte Kinder wie Hitler.” vom Italotürken Bass Sultan Hengzt oder “Affen wie Afrob fliehen aus dem Zoo und halten sich für MCs” von Ronald Mack Donald (bürgerlich: Cemil Yurderi) die als erste Anzeichen von einer Art NS-Sprechgesang angesehen wurden, andererseits konnte man im rechtsextremen Magazin Rocknord schon deren heimliche Hoffnung nachlesen, dass “HipHop schneller weiß (wird), als man denkt.” Nun hat sich in den letzten Jahren so einiges bewegt: das Rock Nord Magazin wurde eingestellt und die Tatsache das gerade aus dem Milieu der Migrantenrapper immer häufiger nationalsozialistische Töne angeschlagen werden, hat dazu geführt, dass brave Antirassisten wie Loh lieber Autogramme vom Hassrapper Bushido für seine Schüler anfragen statt sich wirklich ernsthaft mit dem selbst analysierten Problem auseinanderzusetzen. Bushido (1,2,3), der gerne in seinen Liedern behauptet der “Leader wie A” zu sein, kann sich auf die Dummheit seiner antirassistischen Gegner verlassen, die sein Märchen bei eben jenem “Leader wie A” handelt es sich nicht um Adolf Hitler glauben wollen bzw. müssen, weil sie sonst mit ihrer Multi-Kulti-Theorie langfristig ziemlich in Bredoullie kommen…

Kritiker vom Schlage eines Hannes Loh behaupten gerne der deutsche HipHop habe damals - durch die oben genannten Rapparts von Bass Sultan Hengzt, Ronald Mack Donald und anderer - seine Unschuld verloren, doch in Wirklichkeit kann keine Subkultur in diesem Lande soetwas wie ‘Unschuld’ für sich in Anspruch nehmen, nicht einmal jene, die eigentlich aus Amerika importiert wurden. Deutschrap hat sich von Anbeginn gegen die Werte des amerikanischen Way of Life gestellt und stattdessen die idealistische Posse ihrer Eltern und Sozialkundelehrer musikalisch umgesetzt und somit weitergeführt. Schon die Absoluten Beginner formulierten auf ihrer ersten Veröffentlichung recht eindeutig: “Dies ist nicht Amerika“. Der Hass auf Amerika, Antisemitismus und der positive Bezug auf den NS sind in den letzten Jahren zur Normalität im deutschen Untergrundrap geworden, teilweise auch schon im Mainstreamrap, und trotzdem wird in der breiten Öffentlichkeit nur die Homophobie und Frauenfeindlichkeit der rappenden Männerbanden thematisiert.

Als vor zwei Monaten auf diesem Blog der offene Antisemitismus des Stuttgarter Rappers Bözemann thematisiert wurde, hat dies kaum jemanden interessiert. Jetzt wo aber Krawalla auf ihrem Blog sich empört, dass Bözemann offen zugibt, dass sein Opa Mitglied der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ wird es vermutlich einen Aufschrei in der linken Blogosspähre geben. Das der Stuttgarter sich schon offen zu seinem Antisemitismus bekannt hat, er auf der nun gesperrten Seite der “Offiziell WAFFEN SS” sich mit den mit den Worten “WIR SIND DIE AUSERWÄHLTEN!!! KEINER FICKT MIT ALBOZZ!!! SIEG HEIL!!!” im Gästebuch verewigt hat und bei weitem keine Ausnahme im Deutschrap ist, wird für die linken Gutmenschen kaum noch von Belang sein. Ein Schuldiger ist gefunden, zu dem noch ein sexistischer Kosovoalbaner, den Freunde der serbischen Sache leidenschaftlich für seine UCK-Mitgliedschaft verteufeln können. Doch das Problem liegt bei weitem tiefer…

So wurden als Myspace-Freunde auf der Seite der offiziellen Waffen-SS u.a. auch der Berliner Rapper Kralle und Bushidos Labelkollegen D-Bo, Eko Fresh und Bizzy Montana geführt. Während D-Bo und Co. sich in der Öffentlichkeit bisher nicht als Nationalsozialist geoutet hat, konnte Kralle gemeinsam mit seinem Homie G-Hot in diesem Jahr schon einen mittleren Skandal auslösen. Mit dem Track ‘Keine Toleranz’ katapultierten sich die beiden Rapper sogar bis in die bundesweite Boulevardpresse. Ihre im Track überkrass zur Schau gestellte Homophobie brachte nämlich mal wieder alle empörten Gutmenschen auf die Palme. Mal sehen, ob die Tatsache, dass Kralle gerne mit bekennenden Nationalsozialisten gut Freund ist, ebensolche Schlagzeilen wert ist…

Dann können Hannes Loh und Murat Güngör wieder in der Presse jammern: “Was bleibt, ist eine Szene, die anfängt, über ihren Sprachgebrauch ein Klima zu schaffen, in dem Nazi-Rap überhaupt erst möglich wird.” obwohl den beiden längst klar sein könnte, dass dies schon längst der Fall ist, und wir es bisher nur den Majorlabels zu verdanken haben das im Mainstream nicht nur Nazirap zu hören ist…

Comments (14) to “Die Waffen-SS des Deutschrap…”

  1. Was für ein schlechter Artikel.

    1) Du gibst dem Dreck von Bözeman, Fler etc. erst das Label “Multi-Kulti”/”Migrantenrapper”, wenn es dir gerade passt ist es ein paar Zeilen später aber doch wieder “Deutschrap”/”deutscher Untergrundrap”. Wenn genau diese Eigenschaft (deutsch / multi-kulti) den zentralen Charakter des Gegenstands bestimmt, wäre eine genaue Bezeichnung dahingehend schon gut. Geschenkt.
    Aber: Du stellst die deutschen multi-kulti Migrantendeutschrapper ernsthaft in die Tradition der Absoluten Beginner? Führt also Bushido das Erbe von Eißfeldt fort, der wiederum seinem Sozialkundelehrer ein guter Schüler war? Ist ja ok, sich die Tatsachen für seine Argumentation etwas flexibel zu halten (siehe oben), aber das ist dann halt doch einfach nur Schwachsinn.

    2) Gut auch der folgende beleidigte Aufschrei: “Als vor zwei Monaten auf diesem Blog der offene Antisemitismus des Stuttgarter Rappers Bözemann thematisiert wurde, hat dies kaum jemanden interessiert. Jetzt wo aber Krawalla auf ihrem Blog sich empört, [...] wird es vermutlich einen Aufschrei in der linken Blogosspähre [sic!] geben.” Die Welt kann so gemein sein, oder? Warum schreit bei deinem angestrengtem Geschreibsel bloß niemand auf?

    3) Zu dem Absatz noch eine kurze Frage: Was ist eine “idealitische Posse”? Eine “ideologitische Posse” hätte ja Sinn gemacht, aber was ist an dem Weltbild der ‘68er aus der Perspektive deines Weltbildes denn ideali(s)tisch?

    4) Im ersten Absatz wird aufgezählt, wer alles auf der Friends-Liste der gesperrten Myspace-Seite stand: “Interessanterweise sind bei den ‘Freunden’ der SS-Fetischisten unter anderem so alte Bekannte wie [...] zu finden.” Es wird dann die Frage aufgeworfen: “Ist das der Anfang einer rappenden Waffen-SS?” So weit, so Bild Zeitung.
    Nach tiefgehender Analyse lässt du die Bombe dann platzen und gehst dem Problem richtig an den Kragen: “Doch das Problem liegt bei weitem tiefer…
    So wurden als Myspace-Freunde auf der Seite der offiziellen Waffen-SS u.a. auch [...] geführt.” Ja leck’ mich fett, waren wir nicht schon am Anfang so weit? Mal ehrlich, hättest du bei diesem Erkenntnisgewinn nicht auch den Mittelteil weglassen können?

    5) Abschließend noch eine Verständnisfrage an dich, du Hip Hop-Experte: In Deutschland kann ja bekanntlich keine Subkultur “soetwas wie ‘Unschuld’ für sich in Anspruch nehmen, nicht einmal jene, die eigentlich aus Amerika importiert wurden.” Nicht einmal die aus dem Mutterland der Unschuld Amerika also. Wenn deine Argumentation Sinn machen soll (kann sein, dass dir das nicht so wichtig ist), dann müsste Hip Hop in Amerika also eine unschuldige Subkultur sein? Warum sonst der Hinweis, dass nicht einmal(!) der amerikanische Hip Hop in Deutschland unschuldig ist?

  2. naja, du darfst mich da aber auch nicht so überbewerten. ich glaube kaum, daß mein unausgegorener meckeranfall, zu “einen Aufschrei in der linken Blogosspähre” führen wird… und das ich den bözen mann erst jetzt “bemerkt” habe ist ja eher ein zeichen dafür, was ich für ne lahme schnecke im deutschrap bin
    ^-^

  3. [...] doch darin auch die dahinterstehende Ideologie des Sprechers klar auf. Der Bad Blog berichtet hier über aktuelle Nationalsozialismus Bezüge im deutschen Rap und hat vor einiger Zeit sich auch [...]

  4. nicht an Krawalla, an die andere (Person):
    Was regst Du dich denn darüber auf, dass irgendwer einen schlechten Artikel über Nazi-Rap schreibt, um der Person ein “keine Ahnung davon” zu unterstellen. Wenn
    Du eine Ahnung davon hast, solltest Du schon mal soweit sein, mit dem netzkacken aufzuhören um noch Rap gegen Nazis sprechen zu können, Du HH-Experte!

  5. Wenn die “die Ahnung haben” sich hier und da mal der Regression in “ihrem” Genre widmen würden, müssten es nicht die tun, die “kein Ahnung haben”.

  6. Pjot-R:
    Meine Kritik bezieht sich eher auf Aspekte, die nichts mit Hip Hop-Expertentum zu tun haben. Das Hip Hop-spezifische Wissen, das man braucht, um allen Punkten zu entsprechen, ist 1) dass Bushido nicht in der Tradition der Absoluten Beginner steht und 2) dass Hip Hop auch in den USA nicht unschuldig ist. Das zu wissen traue ich auch Edward E. Nigma zu.
    Und meine relativ differenzierte Kritik als “netzkacken” zu bezeichnen, während du offensichtlich keine fünf Zeilen geradeaus schreiben kannst, finde ich auch knuffig.

    Alex DeLarge:
    Der Hinweis an Pjot-R gilt auch für dich. Es ging bei meiner Kritik nicht um Hip Hop-Wissen.
    Und Leute, die Ahnung von Hip Hop haben, haben sich bereits geäußert bzw. sogar “das Thema Nazirap auf die Titelseiten der Feuilletons” gebracht, können aber anscheinend nicht die ideologische Verblendung derer zufrieden stellen, die keine Ahnung haben.

  7. 1. Mir scheint es nicht so, dass die Bezeichnungen ‘Deutschrap’ und ‘Migrantenrap’ derart inkompatibel sind, so dass man gleich das Wort Schwachsinn im Munde führen könnte. Definiert sich ‘Deutschrap’ nicht beinahe ausschließlich über die Sprache? Und kann man nicht sagen, dass die von mir erwähnten Migrantenrapper nun einmal auf deutsch radebrechend rappen? Ich denke schon…

    Ebenso ist es doch erwiesen, dass der ehemalige Gymnasiast Bushido im Sozialkundeunterricht ein ebenso guter Schüler war, wie Jan Delay oder Torch. Dazu braucht es nur ein wenig Textexegese. Und wenn nicht die Absoluten Beginner die historischen Vorgänger eines Bushidos waren, dann bleiben ja eigentlich nur noch die Fantastischen Vier übrig. Das waren nuneinmal die ersten populären Sprechgesangsinterpreten die auf deutsch gerappt haben…

    Übrigens von Multi-Kulti-Rappern habe ich nicht gesprochen, diese Bezeichnung haben Sie in die Debatte eingeführt!

    2. Es mag ja sein, dass sie mit ihren publizistischen Anstrengungen darauf abzielen ein wenig Aufmerksamkeit zu erregen, aber man sollte nicht von sich auf andere schliessen, dass kann schnell nach hinten losgehen…

    Der zitierte Satz sollte darauf hinweisen, dass das Thema Antisemitismus kaum eine Sau in diesem Land interessiert. Homophobie, Aufrufe zur Gewalt und Frauenfeindlichkeit im Deutschrap werden ständig, ja beinahe wöchentlich in den Medien thematisiert. Der Skandal ist also nicht das mein Artikel keine größere Aufmerksamkeit bekommen hat, sondern das Thema einfach ignoriert wird …

    3. Nun gut, Ersteres ist ein einfacher Flüchtigkeitsfehler, den der Pedant gut aufgespürt hat. Zum Thema Idealismus einfach dem Link folgen

    4. Auf diese Frage kann ich nur mit ‘Nein’ antworten, den sonst hätte ich es ja gemacht…

    5. Tja, warum gibt es wohl in Deutschland keine Subkultur die “soetwas wie ‘Unschuld’ für sich in Anspruch nehmen kann”? Vielleicht wegen Auschwitz?

    Und wieso steht dies im Gegensatz zu den USA? Vielleicht weil die Amerikaner (und andere) während des zweiten Weltkrieges nicht versucht haben so viel wie möglich Juden zu vernichten, sondern stattdessen jene die noch am Leben waren befreit haben?

    Und was ihren Antiamerikanismus betrifft, der bei genauerem Hinsehen ihrer letzten Frage durchschimmert, so kann man doch zufrieden feststellen, dass sie als Fan des Genres Deutschrap doch eigentlich in guten Händen sind…

    PS: Welche ideologische Verblendung machen sie eigentlich bei dem Autor dieser Zeilen aus? Das würde mich dann doch noch interessieren…

  8. Auf Myspace gibt es noch ganz andere Sachen… Zum Beispiel das hier: http://www.myspace.com/noltex

  9. Leo, dass mag ja sein, aber was hat dies jetzt eigentlich mit Deutschrap zu tun?

  10. Ja ist halt so das auch rechte hiphop und rap tol finden ich menie was wollen sie machen sie könen ja nicht immer nur nazirock hören ist ja quatsch da wird man Komplett blöd von und ich denke das man nicht überbewerten soll was das angeht ist halt spass so mit SS und was die sicb ausdenken die provozieren halt und danit werden sie bekannt und ich find e echt das man sich nicht schemen muss deutscher zu Sein es ist ansichtscahe und eine frage des geschmack ob das jetzt rechts ist wenn die SS benutzen

  11. [...] noch vor ein paar Jahren. Im November erst mussten die Bodyguards des kugelsicherern Jugendlichen Fler einen Angriff vermummter Messerstecher abwehren und gestern Abend wurde der Rucksackberliner Massiv [...]

  12. hey..

    ich bin zufällig beim googeln auf diesen text gestoßen. eigentlich wollte ich das nicht kommentieren, aber folgende stelle ist mir aufgefallen:
    Deutschrap hat sich von Anbeginn gegen die Werte des amerikanischen Way of Life gestellt und stattdessen die idealistische Posse ihrer Eltern und Sozialkundelehrer musikalisch umgesetzt und somit weitergeführt. Schon die Absoluten Beginner formulierten auf ihrer ersten Veröffentlichung recht eindeutig: “Dies ist nicht Amerika“. Der Hass auf Amerika, Antisemitismus und der positive Bezug auf den NS sind in den letzten Jahren zur Normalität im deutschen Untergrundrap geworden, teilweise auch schon im Mainstreamrap, und trotzdem wird in der breiten Öffentlichkeit nur die Homophobie und Frauenfeindlichkeit der rappenden Männerbanden thematisiert.

    Dazu würde ich sagen das nicht nur deutschrap sich gegen den american way of life stellt, sondern auch ein großer teil des amerikanischen raps..
    Was mir aber richtig sauer aufgestoßen ist hier die absoluten beginner mit einem haß auf amerika in verbindung zu bringen. Das grenzt ja schon fast an verleumdung so undifferenziert zu schreiben und zeigt das du dich nicht wirklich mit den Beginnern beschäftigt haben kannst. Weil es durchaus einen unterschied zwischen kritik und haß gibt. Ich glaube das wort Haß kann man mit den Beginnern einfach nicht in verbindung bringen.

  13. junge, junge, da geht aber wirklich einiges durcheinander.

    die stossrichtung stimmt ja und es hat bestimmt auch eine neue qualität, dass im underground-rap (sic) aus deutschland nicht mehr nur homophobe und sexistische, sondern auch antisemitische scheisse abgelassen wird. aber daraus ein primär deutsche grundstruktur abzuleiten ist schon vogelwild!

    vielleicht mal ein bischen unter antisemitismus und hiphop googeln und zum problem des antisemismus in der afro-amerikanischen community recherchieren und dass unreflektierte dissen bzw. haten denen überlassen, dies nötig haben.

    oder wie wir früher sagten: peace! (du sauger)

  14. [...] Rap haben wir hier ja ziemlich oft schon unter die Lupe genommen (1,2,3,4), meist entpuppte er sich als inhaltlich kaum zu ertragender Schrott without any Form. Doch [...]

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