Kritik der Kritik

Im Juli 2006 veranstalteten die Freunde der offenen Gesellschaft eine Podiumsdiskussion aka Farce unter dem Titel “Zur Kritik der Kritischen Theorie” bei der Sylke Tempel und Michael Holmes mehr oder weniger unter Beweis gestellt hatten, dass zur kritischen Auseinandersetzung mindestens zwei gehören, aber niemals sie. Außer dem schon längst verstorbenem Theodor W. Adorno war an diesem Tag niemand in der Lage etwas sinnvolles zum Thema beizutragen.

Nun anderthalb Jahre später ist der Text von einem der Referenten, dem Neuhamburger Michael Holmes, im Internet nachlesbar. Bezeichnenderweise nicht bei den Freunden der offenen Gesellschaft, sondern auf dem Blog des aktuellsten Aussteiger aus der bundesweiten liberalen Pressuregroup, Ingo Way. Ohne die Debatte von damals neu heraufzubeschwören, dokumentieren wir hier den gesamten Artikel: (Continued)

Gebt mir ein A(nlaß) …

Wenn der Islam nicht als jenes Opium gebrandmarkt wird, welches der männlichen Teil eines Volkes sich, seinesgleichen und den weiblichen Mitgefangenen literweise einhilft um den Zumutungen der westlichen Welt einigermassen aus dem Wege zu gehen, stattdessen aber behauptet wird, dass “notorische Weblogs” die “die berechtigte Kritik am Islam” pervertieren, kann ein Arne nicht weit entfernt sein:

Klaus Blees kritisiert in seinem Beitrag Über Moslems nur Gutes weniger den Begriff des Islamophobie als dessen Mißbrauch, um damit jede berechtigte Kritik am Islam zu verunglimpfen. Diese Befürchtung ist nachvollziehbar: Schließlich wird Kritik an Israel auch gerne mal als ‘Antisemitismus’ gebrandmarkt.” schreibt sich ein gewisser Arne Hoffmann in einem Leserbrief an das Monatsmagazin Konkret den Frust vom Leibe.

Aufmerksame Leser merken es sofort, der gute Mann aus dem hessischen Springen hat ein autochtones Gespür für Vergleiche. Wie zielsicher er darauf kommt Kritik an einer Weltreligion deren derzeitiger Aggregatzustand angriffslustig bis irrational-explosiv ist, mit Kritik an einem Land zu vergleichen dessen Bewohner bzw. deren Vorfahren sich vor der totale Vernichtung geradeso retten konnten um nun andauernd asymmetrischen Angriffen der religionssüchtigen Pfeifen aus Palästina und Umgebung ausgesetzt zu sein, lässt darauf zurückschliessen, dass er einer derjenigen (Links)Deutschen ist, die seit dem Beginn der zweiten Intifada aus allen erdenklichen (Drecks)Löchern gekrochen sind um nun endlich - den Vorfahren sei es gewidmet - zurück zu schießen. Als Mitbegründer des Watchblog Islamophobie hat der gute Hoffmann ja auch keine so schlechten Karten, nicht als der Antisemit behandelt zu werden, als der er sich in der Novemberausgabe der Konkret geoutet hat.

Es kommt halt immer nur auf den Anlaß an.

Al Gore, what the hell?

Nun ist es also amtlich, Al Gore bekommt den in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Endlich werden seine Fans sagen, “what the hell” kann ich nur darauf antworten. Ein übler Propagandist in eigener Sache, der anderen Ökoautos predigt, und selbst Flugzeug fliegt, bekommt einen Preis, der dazu gedacht ist einen Menschen zu ehren, “der oder die am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt (haben) und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Austragung von Friedenskongressen.” Das soll mir mal einer erklären…

Doch noch viel beschämender für das Friedensnobelpreiskomittee ist die Tatsache, dass gerade vor einigen Tagen dank eines britischen Richters bekannt wurde, mit welchen Falschaussagen der preisgekrönte Al Gore Film “Eine unbequeme Wahrheit” gespickt ist. Weder ist die im Film verbreitete Annahme richtig, dass der Golfstrom in naher Zukunft zu erkalten droht, noch stimmt es, dass das Abschmelzen der Gletscher auf dem Kilimandscharo hauptsächlich auf die globale Erderwärmung zurückzuführen ist. Und dies sind nur zwei der Horrorszenarien die im Film heraufbeschworen werden, aber nicht wirklich zu beweisen sind. Die Behauptung von Gore, der zufolge Eisbären wegen des Klimawandels bei der verzweifelten Suche nach Packeis schon ertrunken seien, hat sich z.B. ebenfalls als ehrenrühriges Ammenmärchen entpuppt. Die einzige wissenschaftliche Studie, die der britische Richter Justice Burton vom Londoner High Court zu diesem Thema habe finden können, hatte lediglich von vier in einem Sturm ertrunkenen Eisbären berichtet. Aufgrund dieser und weitere Fehler wäre der Film beinahe komplett aus den Schulen in Großbritannien verbannt worden. Dies wäre wohl einzig für Eisbärenfreunde tragisch gewesen, die Lügen den Kids in den Schulen aufzutischen um somit ihren Idealismus für eine weltpolitische Schimäre zu mobilisieren wird dagegen noch zu einer ernsthaften Tragödie mit weitreichender Tragweite führen. “Veganismus für den Weltfrieden“, auf solchen Wahnsinn kann man sich getrost als Welterlösungstheorie gefasst machen. Und richtig übel wird es spätestens dann, wenn das Schicksal von irgendwelchen dahergelaufenen Tierarten von der Mehrheit der Menscheit dem von vernunftbegabten Naturwesen vorgezogen wird. Die Nobelpreisjury in Schweden hat mit der Auszeichnung von Al Gore den Menschen dieser Welt einen wahrlich großen Bärendienst erwiesen…

Das Leben ist schön…

Das der Heilige Krieg der Islamofaschisten bisher unzählige Opfer gekostet hat, ist - so denke ich - unbestritten. Das er aber auch nicht wenige Opfer auf der Seite der Heiligen Krieger fordert, hört man selten im deutschen Jihad-TV. Noch seltener hört man die Geschichte eines Mannes der in den Heiligen Krieg auszog um festzustellen, dass es besser gewesen wäre dies zu unterlassen, u.a. weil die Iraker damit gar nichts zu tun haben wollen und die Amerikaner eigentlich ganz netten Typen sind. Dafür geht ein Dank an Spiegel Online

Die hohe Kunst der Duploganda

“Die wahrscheinlich längste Praline der Welt“ wird jeder, der das Fernsehen nicht wie das Weihwasser scheut, mit dem ziemlich unspektakulären Schokoriegel „Duplo“ in Verbindung bringen. Die Propagandaabteilung im Hause Ferrero landete wenigstens mit dem eingänglichen da phallischen Attribut einen Volltreffer - auch wenn es sich bei Duplo vielmehr um einen langen Schokokeks handelt. Die Werbung für Duplo wird, da das Produkt auf eine breite Masse zielt, sehr regelmäßig und zu günstigen Sendezeiten von den privaten Sendeanstalten ausgestrahlt. Der schon einige Zeit aktuelle Werbespot soll uns darum interessieren, weil er paradigmatisch für die Usurpation des Mythos durch die Werbebranche und für “den Reklamecharkater der Kunst” (Max Horkheimer und Theodor Adorno, Dialektik der Aufklärung; alle weiteren, nicht näher gekennzeichenten Zitate ebenda) steht. Doch bleiben wir an der Oberfläche, bevor wir den zugrundeliegenden, historischen Stoff wie eine Süßigkeit auspacken wollen. (Continued)