Viel Rauch. Um nichts?

Wenn ein liberaler Blogautor sich öffentlich damit rühmt, dass er immer noch den Umgang mit “mehr oder weniger” radikalen Linken pflegt, dann kann man selten etwas Gutes erwarten. Und zwar nicht weil es verwerflich wäre mit vernunftbegabten Linksradikalen über Gott und die Welt zu diskutieren, sondern weil dies meist der Anfang eines vulgären Auswurfes ist, der sich - in diesem konkreten Fall - unreflektiert gegen die ehemaligen Mitstreiter richtet, um es sich in der neuen politischen Heimat gemütlich zu machen. Wir kennen dieses Verhalten von veritablen Antisemiten und homophoben Arschlöchern die gerne ihre Hasstiraden gegen “die Juden” oder “die Schwulen” damit garnieren, dass sie ja auch einen kennen, der schwul ist, oder jüdisch, und irgendwie ganz in Ordnung, um dann über den Rest “von der Bande” kübelweise ihre gesammelten Vorurteile auszuschütten….

Um es gleich am Anfang klarzustellen, ich sitze gerne zwischen allen Stühlen, eine politische Heimat habe ich nicht mehr, aber wenn jemand so ausgelutschte Metaphern, wie jene nachdem sich die bösen kommunistischen Wölfe gerne im liberalen Schafspelz zu tarnen wissen, benutzt dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Und zwar schon allein deshalb, weil eine solch naive bzw. populistische Sichtweise der äußerst komplexen politischen Realität niemals als Argument in einer redlichen Debatte durchgehen darf, da nur lang gehegte Ressentiments bedient werden. Andererseits schlagen meine Alarmglocken auch dann zu, wenn liberale Debattenbeiträge einfach mal so im virtuellen Nirvana landen, weil man bei den guten Achsenmächten keine Lust auf “eine Sektendebatte” habe. What? Wie sie merken, waren in den letzten Tagen meine Alarmglocken ziemlich oft in Bewegung, um nicht zu behaupten, sie haben kaum Ruhe gegeben… (Continued)

Wer nervt, darf einkaufen…

Werbung ist dazu da, ein Produkt, oder eine ganze Produktpalette an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Das gerade in Deutschland dabei gerne ins Klo gegriffen wird und die altbekannte braune Scheiße neu aufgewärmt, sollte spätestens seit der grandiosen “Du bist Deutschland” Kampa bekannt sein. Der werte Kollege Nichtidentisches beschäftigt sich in seinem neuesten Beitrag mit der Frage, ob die aktuelle Media Markt Werbung mit dem von mir hoch geschätzten Olli Dittrich nicht die “sexistische Wut, wie sie unselbstständige Männer hegen, die etwa die Autonomie eines ungewickelten Babys besitzen” eine bestimmte Käuferschicht inspirieren soll, “die in den aufs gefährlichste zusammengekniffenen Augen die eigene Mordlust” wiederfindet und zugleich an die Anstrengung erinnert, “die ihre künstliche Wut als Zeichen der Verdrängung sie kostet.” Holla, die Waldfee, könnt man meinen, aber Nichtidentisches hat mal wieder den Nagel uff’m Kopp getroffen. (Continued)

Holmes vs. Realität

Viele ehemalige radikale Linke werden gegen Ende ihres Studiums äußerst nachdenklich wenn sie an ihre Zukunft denken. In der linken Kaderbewegung haben sie zwar etwas Erfolg gehabt, den ein oder anderen Text veröffentlicht, aber der richtige Durchbruch bis ins Herz des linken Establishment lässt bisher immer noch auf sich warten. Zur Auswahl stehen dann meist nur zwei Optionen: Entweder es sich gemütlich zumachen in der zweite Reihe oder zu einer anderen Religion konvertieren, wie zum Beispiel Hadayatullah Hübsch.

Doch das mit dem Konvertieren ist so eine Sache, meist schleppt man trotz gegenteiliger Behauptungen den ideologischen Rucksack, den man sich in jungen Jahren mit Verve selbst umgeschnallt hat, unter anderen Vorzeichen weiter mit sich herum. Aktuell beweist dies niemand so deutlich wie Michael Holmes, der gerade mittels einer mit Absicht allgemein gehaltenen Fatwa gegen Antifa-Aktivisten bzw. demokratischen Anhängern eines Bündnisses mit vernunftbegabten Antifaschisten zu polemisieren versucht. Mittels des an Höhepunkten und Erkenntnissen armen bzw. lahmen Textes stellt sich der selbsternannte Geisterjäger Holmes selbst ein Armutszeugnis aus. Ohne es selbst auch nur ansatzweise zu bemerken, beweist er, dass es eben keine Frage des politischen Standpunktes oder der Moral ist, ob man als politisch zurechnungsfähig zu gelten hat, oder eben nicht… Es ist und bleibt eine Frage des Anstandes und der Redlichkeit.

Angefangen hat alles damit, dass Telegehirn sich zu “Recht darüber aufgeregt hat, wie der von Neonazis ermordete Silvio Meier von sich liberal dünkenden Menschenhassern zum Täter umgedichtet wurde. Daraus entspann sich eine kleinere Blogdiskussion in deren Verlauf sich auch das Philologische Klo, MartinM von den bissigen Liberalen, Daniel Fallenstein und eben Herr Holmes zu Wort meldeten. Insgesamt eigentlich nur ein Sturm im Wasserglas, weil ein dummer Deutscher sich als genau solcher öffentlich geoutet hat. Doch für Holmes war es mal wieder die perfekte Steilvorlage um sein Konvertitendasein als Neuliberaler zu untermauern, und vielleicht die ein oder andere seelische Erbauung durch zustimmende Kommentare zu erhalten. Also haute er, statt einfach einmal ins Fitnessstudio zu gehen, wie ein Wahnsinniger in die Tasten und eben nicht auf den extra dafür erfundenen Sandsack… (Continued)

HuckChuckFacts

Wer sich bis jetzt noch nicht ganz entscheiden konnte, wem er im kommenden amerikanischen Wahlkampf die Daumen drückt, für den habe ich eine kleine Entscheidungshilfe im unendlichen Youtube-Universum gefunden. Chuck “The Unbelievable” Norris himself lässt es sich darin nicht nehmen, den ehemaligen republikanischen Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, in seinem Wahlkampf zu unterstützen. Wie einst Dorothy aus Kansas will Huckabee den Großstadtzauberer Rudolph Giuliani besiegen, die böse Hexe, Hillary Clinton, aus dem Rennen werfen um letztendlich im sagenumwobenen Weißen Haus zu landen. Oder so ähnlich.

Mal sehen ob er dieses Märchen in die Tat umsetzen kann. Die Vogelscheuche hat Huckabee ja schon auf seine Seite gezogen, fehlt nur noch ein feiger Löwe und ein kleiner Hund. Der Blechmann ohne Verstand - das zeigen die anderen Youtubeergüsse von Huckabee - ist im Wahlkampfteam schon seit Anbeginn dabei…

Bitter für die naiven Biofreunde…

… ist eine aktuelle Analyse der Stiftung Warentest. Wer aus Gründen der Gesundheit bisher statt der billigen Discountschokolade lieber zur Biobitterschokolade gegriffen hat, der hat sich einmal mehr von der Biohysterie an der Nase herumführen lassen. Beim Test auf Geschmack, Geruch, Deklaration und Inhaltsstoffe von Bitterschokolade hat die Stiftung Warentest die Bio-Schokolade “Bio Negro” der Marke “Rapunzel” als absoluten Verlierer prämiert. Die Schokolade erhielt das Testurteil “mangelhaft”, weil die Prüfer darin polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) fanden. Diese Stoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen und das Erbgut zuschädigen. PAK fallen normalerweise beim Verbrennen von organischen Materialien an - wie sie in die Schokolade gekommen sind, will der Hersteller nun herausfinden.

Doch damit nicht genug. Alle 25 getesteten Schokoladen hätten das Schwermetall Kadmium enthalten, hieß es weiter im Bericht der Stiftung Warentest. Einen gesetzlichen Grenzwert für Kadmium, das Lunge, Leber und Nieren schädigen kann, in Schokolade gebe es aber bisher nicht. Da haben es die Bewohner Mittelamerikas schon vor 850 Jahren besser gehabt, fanden amerikanische Wissenschaftler vor kurzem heraus, ihre ersten Schoko-Getränke enthielten wahrscheinlich Alkohol. Den Test gewonnen haben übrigens die günstigen Bitterschokoladen der Discounter: Die Moser-Roth-Schokolade von Aldi, die Fairglobe Bitterschokolade von Lidl und die J.D. Gross Ecuador Edelschokolade Extra Bitter ebenfalls von Lidl erreichten alle die Testnote 2,0 (gut).

Das Prekariat - so lässt sich nun vermuten - speist also dank Aldi, Lidl & Co. gesünder als die vom BioBio-Faschismus verseuchte Bourgeoisie. Das gab es noch nicht einmal im untergegangenen Arbeiter- und Bauernparadies namens DDR. Ich glaube der Kommunismus steht wieder vor der Tür. Wolle me ihn reilasse?

Boyz II Terror

New Kidz on the Block with old school hatred

Gut unterrichtete Quellen berichten von einer beginnenden Kulturrevolution im Gazastreifen. Unser Mann aus Ägypten informiert, dass aus den Reihen der Polizeieinheiten die der Hamas untergeordnet sind fünf bärtige Jünglinge auserkoren wurden, um als islamische Retortenband die Sympathie in der Bevölkerung für die antiisraelische Terrorgruppe zu wecken. Alle fünf haben nach Angaben unserers Informanten musikalische Früherfahrungen, was damit aber konkret gemeint ist, lässt sich schwer abschätzen. Für ungeübte Musikliebhaber aus dem Nahen Osten ist ja bekanntlich auch das Bedienen einer Stalinorgel schon eine musikalische Höchstleistung.

In ihren Songs geht es statt um Liebe, Triebe und Heiterkeit eher um das heroische Sterben als Märtyrer, um die einzig wahren islamischen Werte und - wer hätte es gedacht - die bösen, bösen Israelis. “The protectors of the Homeland” wie sie von ihren Produzenten getauft wurden, sind dabei aber immer schick gekleidet: in olivgrüner Tarnfleckuniform. So ist es ihnen möglich, bei Bedarf auch ihre richtigen Waffen sprechen zu lassen…

German Looser…

Ein Drittel der Europäer sieht sich als Gewinner der Globalisierung und empfindet sie als Befreiung aus engen und überholten Grenzen, hat eine Studie der Hamburger “BAT Stiftung für Zukunftsfragen” unter 11.000 Teilnehmern ab 14 Jahren in Europa ergeben. Doch es gibt bemerkenswerte Schwankungen in der Wahrnehmung der Globalisierung. Deren Auswirkungen werden in den europäischen Staaten nämlich sehr unterschiedlich beurteilt: Während sich sich über die Hälfte der Finnen zu den Gewinnern zählt und recht viele Belgier (43 Prozent), Schweizer (43 Prozent) und Briten (39 Prozent) positiv in die Zukunft blicken, glaubt in Deutschland nicht einmal jeder Fünfte an positive Auswirkungen der Globalisierung für sein zukünftiges Leben. Nur jeweils 19 Prozent sehen den Trend optimistisch.

81% der Deutschen hat nach jahrelanger Debatte um die angeblich negativen Auswirkungen der Globalisierung nun endlich die Angst in den Beinen mittels derer man in diesem Land ganz gut Politik machen kann. Ohne groß Hellseher zu sein, kann man deshalb behaupten, dass auch in Zukunft die SPD/DGB/SED-Meute gegen so genannte Heuschrecken polemisieren wird, Schweizer Topmanager wie Josef Ackermann je nach Konjunkturlage zur deutschlandweiten Hassfigur stilisiert werden und deutsche Flopmanager die Schuld an der eigenen Unfähigkeit der allgemein negativen Weltwirtschaftslage in die Schuhe schieben. Aber das macht dieses b**** Land aus, dass man auch als Verlierer immer eine Ausrede parat hat, um am Ende wenigstens als der moralische Gewinner da zustehen…

Blei kommt mir nicht in die Tüte…

Das Drogen schädlich sind, ja sogar zu einem früherem Ableben führen können hat uns damals nicht nur der ewig nörgelnde Klassenlehrer Herr Paul gepredigt. Es war uns - wie vieles anderes - derbstens egal. Das jetzt aber die schönen Drogen auch noch mit hässlichen Stoffen gestreckt werden, dass konnte sich noch nicht einmal ein Miesepeter wie Herr Paul vorstellen, für ihn waren die Drogen ja schon so schlecht genug. Doch zehn Jahre später ist die Welt eine noch beschissenere, nun sind auch die natürlichen Suchtstoffe schon komplett vergiftet. Und als wäre Sand, feiner Glasstaub nicht schon eklig genug, kam nun folgende Meldung aus Leipzig:

User aus Leipzig berichten über äußerlich unauffälliges Gras, das allerdings beim Zerreiben auf weißem Papier schwarze bleistiftartige Striche hinterlässt (was Marihuana normalerweise nicht tut). Dies könnte ein möglicher Hinweis auf kontaminiertes Gras sein! Vom Konsum solcher Rauchware raten wir dringend ab. Das gleiche gilt, wenn glitzernde Partikel zurückbleiben. Hierbei könnte es sich um Glassplitter handeln.Quelle.

Ob solcher Dreck auch jenseits von Leipzig in den Handel gekommen ist, dass ist bisher noch nicht bekannt. Aber wie wir alle wissen, eine bescheuerte Idee die viel Geld einbringt, findet ganz schnell eine Reihe von Nachahmern. Wie der Deutsche Hanfverband (DHV) beobachtet bestimmt jeder Konsument schon seit Sommer letzten Jahres eine dramatische Zunahme von Streckmitteln in Cannabisprodukten. Talkum, Zucker, Sand, Glas und Flüssigplastik sind nur einige der Streckstoffe, von denen der Verband zu berichten weis.

Doch der Hammer ist, dass der Verbandssprecher Georg Wurth davon ausgeht, dass “mittlerweile ein Großteil des Cannabismarktes in Europa verseucht” ist. Somit bleibt eigentlich nur die Schlussfolgerung, dass die Holländer für den eigenen Binnenmarkt - in den Coffeeshops gibt es in der Regel sauberes Gras - ordentlichen Stoff anbauen, während für den Export beinahe nur noch dieser Schrott rausgeben wird. Dies wäre eine ganz schön grobe Nummer.

Andererseits, wenn interessiert schon fremdes Elend?

All Cops are Bastards…

Schon wieder Italien, schon wieder ein Toter, scheiß Fussballhools, stöhnt die betroffenheitsgeile Presse genussvoll auf. Ganz Europa ist in heller Aufregung wegen ein paar brennender Polizeiautos. Der Auslöser: Ein italienischer Polizist erschiesst unter rätselhaften Umständen einen römischen Fussballfan und wird daraufhin nur in den Innendienst versetzt. Die angesetzten Spielpaarungen werden bis auf zwei Ausnahmen eiskalt durchgezogen. Noch Anfang des Jahres wurden ein Spieltag komplett abgesagt, nachdem am Rande des sizilianischen Derbys zwischen Catania Calcio und US Palermo bei Krawallen zwischen beiden Fangruppierungen ein Polizist getötet wurde. (Continued)

Krenzenlose Dummheit…

Als Rentner, vorallem wenn man immer noch den ideologischen Ballast aus der Vergangenheit mit sich herum schleppt, hat man nur noch wenige Chancen in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Selbst der Beinahe-Friedensnobelpreisträger und Einheitskanzler Helmut Kohl, ehemals der dickste Fisch im deutschen Teich, erträgt dieses Schicksal sehr duldsam und freut sich wie ein zugekokster Schneekönig, wenn er wenigstens ab und zu mal seine faltige Hackfresse in eine Kamera halten kann. Und wenn es sich dabei nur um die Videokamera der Enkelkinder handelt.

Bei seinem Alter Ego, Egon Krenz, sieht die Lage noch etwas dramatischer aus. Die Enkelkinder sind alle in den goldenen Westen abgehauen, die Frau schon lange scheintot, also bleibt nur die westdeutsche Systempresse in der er ab und zu seine runzelige Stirn in Falten legen und solch historische Sätze wie “Ihre Ellenbogen, mit denen sie sich gegen die Männerriege in der CDU/CSU durchsetzen muss, setzt sie gekonnt ein.” über die ehemalige FDJ-Funktionärin Angela Merkel in die Welt posaunen kann.

Und weil der alte SED-Sack sich dabei manchmal um den ideologischen Kopf, bzw. Kragen redet, gibt es in alle Regelmässigkeit ein ausführliches Dementi in den realsozialistischen Publikationsorganen. Als nun in dieser Woche durchsickerte, dass der alte Knochen Krenz, der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, sich in mehreren Punkten von seiner DDR-Vergangenheit distanzierte, war klar, dass recht bald ein Widerruf in den immer noch auf Parteilinie getrimmten Zeitungen wie Jungen Welt und Neues Deutschland veröffentlicht wird. Doch irgendetwas muss wohl schief gegangen sein in der Kommunikation zwischen dem ehemaligen Staatsratsvorsitzenden und der gleichgeschalteten Ex-DDR-Presse. Das Dementi landete statt bei der Junge Welt auf dem Schreibtisch der Jungen Freiheit und die Aufregung war dementsprechend groß. Außer der ehemals dem ZK der SED unterstellten Berliner Zeitung war dies niemandem eine Meldung wert…

Edit: Alles nur eine Ente: Die Berliner Zeitung muss in ihrer Wochenendeausgabe der verblüfften Leserschaft berichten, dass es Menschen in der Redaktion gibt, die die Junge Freiheit nicht von der Jungen Welt unterscheiden können. Weshalb auch hier noch einmal darauf hingewiesen werden soll, dass Krenz den alten Gewohnheit treu geblieben ist, und sein Dementi an die Junge Welt geschickt hatte, welche im Trubel um die Einheitsfeierlichkeiten im Koppe eines Redakteures der Berliner Zeitung zur Freiheit mutierte…

Dem Volk aufs Maul geschaut…

Große Wellen können durch kleine Ursachen ausgelöst werden, dies nennt man blümerant den Schmetterlingseffekt. Große Ursachen lösen nicht immer zwanghaft eine Riesenwelle aus. So sieht die graue Theorie aus. Aber wenn die Ursache irgendetwas mit Michel Friedman zu tun hat, kann man davon ausgehen, dass - egal worum es geht - ein mittlerer Tsunami im deutschen Wasserglas auslöst wird. So auch aktuell. Man mag über das Interview von Friedman mit dem Heil-Hitler-Horst Mahler denken, was man will, aber die Reaktionen in deutschen Internetforen ist mal wieder so geschmacklos wie das Eisbein aus der Tiefkühltruhe oder die Tomaten aus Holland. Hier - für unsere werten Leser - ein paar appetitliche Happen aus den Internetdarkrooms dieses Landes: (Continued)

Dem Mahler aufs Maul geschaut…

Horst Mahler, kaum aus dem Knast, schon will er wieder hinein. Es muss so schön in deutschen Knästen sein:

Vanity Fair: “Erkennen Sie denn das Grundgesetz an?

Horst Mahler: “Nein.”

Vanity Fair: “Erkennen Sie irgendwelche Gesetze Deutschlands an?

Horst Mahler: “Na sicher, die deutschen Reichsgesetze. Die sind nur im Augenblick nicht wirksam, weil die Fremdherrschaft sich darübergesetzt hat und die bestimmt.

Vanity Fair: “Wer sind die Fremden?

Horst Mahler: “Na, das sind die Juden halt. Ganz klar. Er ist der Herr im Hintergrund über alle Herren, nicht? Der Jude trachtet danach, sich zum Fürsten seiner Herren zu machen. Trachtet danach, die Weltherrschaft zu erlangen. Das ist moralisch gar nicht zu verurteilen. Das ist eine Feststellung. Und die Frage, wie sich die Völker dazu verhalten, ob sie sich das gefallen lassen oder nicht, ist für mich die entscheidende Frage.

Vanity Fair: “Sie haben nicht das Gefühl, dass Sie einen Verfolgungswahn haben, paranoid sind?

Horst Mahler: “(lacht) Ach, keineswegs. Sehen Sie, ich habe keinen Verfolgungswahn, sondern ich sehe die Dinge, wie sie sind.

Vanity Fair: “Was halten Sie von Juden?

Horst Mahler: “Das sind Menschen anderer Art, und ich lege jetzt immer wieder Wert auf die Feststellung: Wenn man Mensch sagt, muss man auch die Doppelnatur des Menschen sehen, so wie es Churchill gesagt hat. Die Juden haben eine heilsgeschichtliche Aufgabe, die Martin Buber, ein bekannter Jude, sehr klar formuliert hat: “Die Judenheit ist das Nein zum Leben der Völker.” Und deswegen …

Ja genau deswegen, rülpst Deutschlands klügster Neonazi, Horst Mahler, dies auch nicht irgendjemandem ins Gesicht, nein jenes makabere Frage- und Antwortspiel in der aktuellen Vanity Fair funktioniert nur, weil am anderen Ende des Konferenztisches der Alibijude der Redaktion, Michel Friedman, als Fragesteller Platz genommen hat. So kann sich Deutschlands Think-Positive-Magazine schön aus der Äffare ziehen: Schon heute höre ich die Worte des Chefredakteurs wenn er auf den Skandal angesprochen wird: “Klar haben wir einen Neonazis ungekürzt zu Wort kommen lassen, aber die Fragen hat ja ein Jude, ähm, Michel Friedman gestellt. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit, blablabla…”

Für die Leser ist schön zu wissen, dass Friedman Mahler wegen der Leugnung des Holocaust und dem Zeigen des Hitlergruß während des Interviews angezeigt hat. Nur dummer Weise schadet er dem alten Nazigreis damit überhaupt nicht, im Gegenteil, er tut ihm einen großen Gefallen. Als Märtyrer der Bewegung verschimmelt Mahler nämlich freiwillig seine restlichen Tage im Knast. Hauptsache draußen vor den Toren demonstrieren regelmässig ein paar rechte Spinner für seine Freilassung und wenn er wieder raus kommt fragt die eine oder andere auflagenstarke Boulevardzeitung nach einem Interview mit dem Spiritus rector der internationalen Holocaustleugnerallianz und schon hat sich der Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen für den Psychopathen vollends gelohnt.

Für die Vanity Fair ist der PR-Move der lang ersehnte Pfeil mit dem sie sich in die Herzen der Deutschen bohren werden. Mit A-Promis aus den USA wie Paris Hilton, einem jüdischen Autor der als penetranter Störenfried der deutschen Totenruhe sich gänzlich unbeliebt gemacht hat und der tagesaktuellen Berichterstattung aus dem Leben des internationalen Jetsets kann man in diesem Land kein Blumentopf gewinnen. Erstrecht kein Geld verdienen. Aber mit Homestorys über die neuen und alten Nazis kann man dagegen hier zum Medienriesen aufsteigen. Der Spiegel hat es vor Jahrzehnten vorgemacht. Mit dem einzigen Unterschied, dass im Spiegel die Nazis selbst die Feder führen durften…