Kein Ende mit Schrecken…
Eigentlich dachte ich ja die Chose (1,2,3,4,5) ist langsam endlich vorbei. Aber da habe ich mich gründlich getäuscht. Der Blogger Hector Calvelli hat sich nämlich gegenüber Ingo Way als derjenige geoutet, der die guten Achsenmächte dazu brachte den berüchtigten Text von Michael Holmes zur Antifa auf ihrer Seite zu löschen. So weit, so gut, so schlecht. Ingo Way nimmt den denunziatorischen Genossen daraufhin ziemlich in die Mangel, was der Gute sich ja auch redlich verdient hat. Vielleicht wollte er dies sogar provozieren, oder wurde von Lizas Welt dazu gezwungen, da Ingo Way vorher ihn als den ominösen Leserbriefschreiber im Verdacht hatte. Doch dies scheint nun geklärt zu sein. Was wiederum nicht bedeutet, dass alles geklärt ist. Nein, leider macht Michael Holmes einen ähnlichen Fehler wie viele Linke wenn sie bei einer Lüge ertappt werden, er lügt noch dreister weiter…
Während Ingo Way dem Genosse Denunziant völlig zu Recht auch vorhält “antideutsche Mitstreiter zu denunzieren und auszugrenzen“, fällt Holmes nichts besseres ein, als in Kommentarform noch eins drauf zu setzen. Seine bisherigen Beteuerungen, und die seiner Unterstützer, er habe in seinem Text nur einen bestimmten Teil der Antifa gemeint, mal wird dieser jetzt als “Autonome Antifa” bzw. “linksextreme Antifa” bezeichnet, ist schon allein deshalb hanebüchend, weil man ja in seinem Text das komplette Gegenteil nachlesen kann. Dort wird immer nur von “der Antifa” gesprochen, und somit völlig niveaulos verallgemeinert, was eben nicht zu verallgemeinern ist. Doch noch abstruser wird es, wenn Holmes versucht, den selben Vorwurf jetzt an die sogenannten “Antideutschen” zurückzugeben:
“Und tatsächlich schmeißen sie (gemeint sind “die Antideutschen”) auch alle Antifas in einen Topf, so wie ich es eben nicht getan habe (ich habe bewusst von der Organisation gesprochen):
“Hamburg, 31. Januar 2004: Ein paar blau-weiße Fahnen mit dem Davidstern, getragen auf einer Demonstration gegen Rechtsextreme, führen zum angekündigten Eklat. Antisemitisches Gebrüll leitet den Sturm auf Flaggen und Flaggenträger ein, es wird getreten und geprügelt, die Fahnen Israels sollen zu Boden gehen. Die Täter sind keine Neonazis, es sind deutsche Antifaschisten. Die Rufe „Mörder, Mörder!“, „Intifada!“ und auch „Juden raus!“, die man, wie die Gruppe Bad Weather aus Hamburg zu Recht in ihrem „Basisbanalitäten“-Papier anmerkt, zum gleichen Anlaß auch beim Naziaufmarsch hören konnte, blieben von der Mehrheit der antifaschistischen Demonstranten unbeanstandet.””
Wer des Lesens mächtig ist, wird festellen, das in diesem Textabschnitt - der leider ohne Quellenangabe von Holmes publiziert wurde - einmal von “deutschen Antifaschisten” und einmal “von der Mehrheit der antifaschistischen Demonstranten” die Rede ist. Die Erklärung, wieso also hier alle Antifaschisten angeblich in einen Topf geworfen werden, bleibt uns Herr Holmes noch schuldig. Warum Holmes dieses Beispiel genommen hat, leuchtet mir aber ein, leider nicht wie er es versucht zu verdrehen. Damals haben mit Kuba-Fahnen und Palituch bewaffnete Linke und selbsternannte Antifaschisten auf Freunde Israel mit allem was sie zur Hand hatten eingedroschen. Statt hier einmal den antifaschistisch-liberalen Minimalkonsens Realität werden zu lassen, und gegen die kommunistischen Steinzeitantifas aus Hamburg und Umgebung Stellung zu beziehen, greift Holmes jene an, die darüber schreiben. Das verstehe nun wer will, wenn Holmes wirklich nur einen Debattenbeitrag schrieb in dem es darum ging gegen jenen Teil der antifaschistischen Szene, der es sich zur Aufgabe gemacht hat mit Mao und PLO auf dem leuchtenden Pfad gen Weltrevolution zu wandeln, zu polemisieren, dann wäre sein Text viel differenzierter ausgefallen und hätte - um dem jetzt formulierten Anspruch zu genügen - weitaus länger sein müssen, als er letztendlich war.
Doch anstatt mal den Mut an den Tag zu legen, und zuzugeben, dass man mal einen nicht so tighten Text im emotionalen Überschwang geschrieben hat, versucht Homes - und einige seiner Freunde - die Sachlage so zu verbiegen, dass wenigstens für sie am Ende die Welt wieder in Ordnung erscheint. Dieses Verhalten kenne ich zu gut, und zwar aus meiner Zeit in linken Zusammenhängen…
PS: Holmes redet also von “der Organisation“. Nachtigall ick hör dir trapsen, wenn Holmes irgendeine Ahnung von der Antifa hat, dann doch genau jene, dass es gerade bei autonomen Antifaschisten nicht so etwas wie die Organisation gibt, sondern tausend kleine Grüppchen die ihre eigene Identität - in Abgrenzung zu den anderen Gruppen - hegen und pflegen, als wäre sie Gold wert…
PSS: Wer einmal ne wirklich interessante Kritik an der Antifa lesen möchte, dem sein folgender Text ans Herz gelegt: Me an my Monkey.
Die Antifalobby « Telegehirn wrote:
[...] Auch hier ist jemand der haltlosen Verschwörungstheorie aufgesessen und wer behauptet, dass die „radikale Linke“ generell den Pluralismus bekämpft, der hat einfach keine Ahnung und disqualifiziert sich für jede weitere inhaltliche Auseinandersetzung, aber die Debatte ist anscheinend noch lange nicht beendet… [...]
Posted on 04-Dec-07 at 10:27 pm | Permalink