Achtung Altkommunisten!

Als wäre der Wahlkampf in Hessen, bzw. um Hessen und um Hessen drumherum, nicht schon unappetitlich genug, fangen nun auch noch die Spitzenkandidaten der Linkspartei an, um mediale Aufmerksamkeit förmlich zu betteln. Während der Spitzenkandidat der Linkspartei, Willi van Ooyen, auf einem Neujahrsempfang der Partei mit der berechtigten Feststellung Roland Koch sei ein “gesellschaftlicher Spalter und Brandstifter” für Wirbel sorgte, versucht der Direktkandidat der Linken im nordhessischen Lahn-Dill-Kreis, Karl-Klaus Sieloff, seine Wähler zu mobilisieren in dem er einem antikommunistischen Wochenmagazin verriet, dass in der Partei nur noch “Sektierer, die von der untergegangenen DDR träumen” das Sagen haben.

Wir haben in Hessen jetzt eine Kaderorganisation, die jede unliebsame Diskussion abwürgt“, behauptet der 58-jährige kaufmännische Angestellte gegenüber dem Focus. Die Information, dass der Ex-WASGler Sieloff eigentlich schon im November des vergangenen Jahres wegen der “Möchtegern-Kommunisten” von seiner Kandidatur zurücktreten wollte, es aber aus rechtlichen Gründen nicht konnte, lässt der Focus dabei natürlich gerne unter den Tisch fallen. Ebenso Sieloffs Polemiken gegen die Fusion der beiden linken Parteien WASG und PDS.

Wenn es aber der Wahrheit entsprechen würde, dass die bösen Altkommunisten jede unliebsame Diskussion im Kreisverband abwürgen würden, dann bleibt die Frage offen, wie der Ex-WASGler und bekennende Fusionsgegner Sieloff überhaupt zum Spitzenkadidaten des KVs avancieren konnte? In der regionalen Presse kann man etwas von einem Zoff im Kreisvorstand nachlesen, und genau da liegt der Knackpunkt.

Als dann nach längeren Querelen die Kreismitgliederversammlung im Dezember beschloß ein Ausschlussverfahren gegen Sieloff einzuleiten, leitet er seine persönliche Abrechnung ein, die man nun überall in den Medien nachlesen kann. Schon allein die Tatsache, dass es wohl der Focus war der von den unglaublichen Vorgängen in der hessischen Provinz zuerst berichten konnte, lässt einen erahnen, woher der Wind weht. Wenn Herr Sieloff die Partei einfach nur zu links war, hätten wir dies zuerst in der lokalen sozialdemokratischen Presse gelesen…

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