Der Homer-Simpson-Effekt
Je älter und je weniger gebildet, desto dicker: Das geht aus der ersten gesamtdeutschen Verzehrstudie hervor, die Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) heute in Berlin vorgestellt hat. Die Studie ergab, dass zwei Drittel der Männer und 51 Prozent der Frauen zu viele Kilos auf die Waage bringen. Neben dem Geschlecht spielt auch der soziale Status eine gewichtige Rolle ob man zu viel wiegt oder nicht. Je höher der Schulabschluss, desto geringer das Problem. Rund 70 Prozent mit Hauptschulabschluss haben Übergewicht oder Adipositas. Nur gut halb so viele Abiturienten sind davon betroffen. Schweres Übergewicht ist vor allem in niedrigeren sozialen Schichten verbreitet. Die wenigsten Übergewichtigen finden sich unter Menschen mit hohem Nettoeinkommen.
Nicht arm zu sein allein macht bekanntlich aber auch nicht glücklich. Die Beziehungen sind ausschlaggebend: Männer mit Partnerin neigen viel häufiger zu Übergewicht als Singles. Bei Frauen ist das Übergewicht erst deutlich höher, wenn sie verheiratet sind. Okay, das hat man irgendwie alles schon geahnt, außer vielleicht jene Armleuchter die der Fraktion Nur-die-Amis-sind-dick-und-doof angehören. Fakt ist der inoffizielle Berliner Werbeslogan “Arm aber sexy” muss wohl oder übel revidiert werden.
PS: Vor einem Jahr haben in Amerika Wissenschaftler ähnliche Ergebnisse zu Tage gefördert. Übergewichtige Personen hatten in einem Wahrnehmungstest, bei dem sie mehrere Wörter auswendig lernen mussten, schlechter abgeschnitten als Menschen mit geringem Gewicht. Doch in den USA fand man einen wirklich treffenden Namen für dieses Phänomen: den Homer-Simpson-Effekt.
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