Die Mitte liegt links?

Warum die grüne Blase bald platzen wird, wieso Kurt Beck wohl der aussichtsreichste Kanzlerkandidat 2009 ist und warum die CDU in einem Fünf-Parteien-System derzeit in einem Dilemma steckt, dass alles erklärt Wolfgang Münchau in einem FtD-Kommentar

Zuviel Thamtam…

Wenn ein Politiker seinen Wählern gegenüber Kompetenz austrahlen möchte, dann stellt er sich ein mannigfaltiges ‘Kompetenzteam’ zusammen. Damit suggeriert er der interessierten Öffentlichkeit eine gewisse Autorität, die ja bisher noch keinem deutschen Führer, verdammt, Bürgermeister geschadet hat. Doch was genau möchte der Hamburger Bürgermeisterkandidat Michael Naumann (SPD) seinen Wählern mit der Wahl von Carl Tham in sein ‘Kompetenzteam für Hamburg’ suggerieren? Dass er ebenfalls wie der Schwede Tham für den Boykott israelischer Waren aus den “besetzten Gebieten” ist? Dies hatte nämlich der 68-jährige ehemalige Topdiplomat im Januar 2003, als er noch schwedischer Botschafter in Berlin war, in einer Zeitungsanzeige gefordert. Für ihn ist der Kauf bzw. Verkauf israelischer Waren aktive Unterstützung für die “illegale israelische Besatzung“.

Doch wen wundert dies schon, prominentester Unterstützer der “Klimawechsel für Hamburg”-Kampa ist der immer noch nicht von uns gegangene Gliederfüßler Günter Grass

“Gaza muss leben”…

… damit, ja was eigentlich, Israel endlich stirbt? Eine neue Kampagne der orthodoxen Antiimperialisten aus Österreich lässt dies als zu erreichendes Ziel zumindest befürchten. Mittels einer Unterschriftensammlung im Internet wollen die Langthaler dieser Welt mal wieder die Ressentiments gegen Israel für ihre Sektenpolitik fruchtbar machen:

Im Gazastreifen leben eineinhalb Millionen Menschen praktisch in einem Belagerungszustand, hinter Stacheldraht und ohne Möglichkeit dieses Gefangenenlager zu verlassen. Die Lebensbedingungen sind miserabel, es fehlt an Nahrungsmitteln, Medikamenten und sauberem Wasser, die Stromversorgung ist stark eingeschränkt und die hygienischen Bedingungen verschlechtern sich zusehends.

Dreimal dürfen Sie raten, wer an diesem Schlamassel nach Meinung der Organisatoren dieser Kampagne schuld ist.

Trotzdem setzt die israelische Armee die Absperrung des Gazastreifens fort. Fast täglich führt sie zudem Bombardements und andere militärische Aktionen durch. Opfer ist vor allem die Zivilbevölkerung.

Die Kollegen aus Ägypten haben mit den Problemen im Gazastreifen natürlich nichts zu tun. Und auch das Haschemitische Königreich Jordanien war nicht gerade zimperlich als es 1950 die palästinensischen Gebiete offiziell in sein Land eingliederte. Doch der Feind ist nun einmal der Jude, äh verzeihen Sie, der Israeli natürlich, wie sollte es auch anders sein. Wir haben es ja bei den Erstunterzeichnern auch genau mit jener Spezies von linken Opferösterreichern zu tun, die den ‘wahren Feind’ selbst dann noch haarscharf erkennen kann, wenn man ihnen die rote Brille von der Nase geschlagen hat und sie mit der Realität konfrontiert sind. Ob sie nun Werner Pirker, Fritz Edlinger, Dr. Hannes Hofbauer oder Hermann Dworczak heißen, ob sie Alttrotzkisten oder Altstalinisten sind, eines waren und sind sie schon immer: Feinde Israels, und damit auch Feinde jeglichen Fortschrittes…

Adieu Máximo Líder

In der Nacht zum Dienstag erklärte der 81 Jahre alten Revolutionsführer Fidel Castro seinen endgültigen Rückzug aus der cubanische Staatsführung. Die Erklärung wurde heute morgen in der Onlineausgabe der Parteizeitung Granma und von der amtlichen Nachrichtenagentur Prensa Latina veröffentlicht. Seinem Postulat „Revolutionäre gehen nie in Pension.“ bleibt Castro aber trotzdem treu: In dem handschriftlich unterzeichneten Schreiben betonte er, dass er sich nicht komplett zurückziehen wolle. “Ich möchte noch als Soldat der Ideen kämpfen“, kündigte er an. “Ich werde weiter unter dem Titel “Die Reflexionen des Genossen Fidel” schreiben.

Castro hatte seine Ämter krankheitsbedingt am 31. Juli 2006 seinem jüngeren Bruder Raúl übertragen. Seither ist er wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nicht mehr öffentlich aufgetreten. Zum ersten Mal hatte er im Dezember des vergangenen Jahres über die Möglichkeit gesprochen, auf die Leitung des Staates zu verzichten. Damals sagte er, er werde sich nicht an Macht und Ämter klammern, sondern er sei bereit, Jüngeren Platz zu machen.

Der “Jüngere” heisst Raúl Castro Ruz und wurde 1931 in Birán geboren. Mal sehen, ob auch er Homosexuelle und AIDS-Infizierte aka „soziale Abweichler“ weiterhin verfolgen lässt. Aber an solchen Kleinigkeiten haben sich die blinden Freunde der Revolution (bFdR) bisher auch nicht gestört…

Don’t feed the trolls!

Kein lustiger Zeitgenosse.Erinnern Sie sich noch? Vor zwei Jahren brannten nicht nur in islamisch geprägten Ländern neben einigen dänischen Fahnen auch Kirchen sowie europäische Botschaften, weil es eine dänische Zeitung gewagt hatte, den großen Propheten des Islam in Karikaturen dem unvermeidlichen Spott seiner Leser auszusetzen. Damals blieb es nicht nur bei der rituellen Randale gegen westliche Einrichtungen vor Ort, sondern dutzende selbsternannte Islamgelehrte und Terroristen lobten für denjenigen, der die Zeichner der Karikaturen und/oder den Chefredakteur der Provinzzeitung tötet, eine Belohnung aus. Die Jugendorganisation der pakistanischen Islamistenpartei Jamaat-e-Islami setzte ein Kopfgeld von 7000 Euro auf die dänischen Karikaturisten aus. Der Iran machte damals natürlich Israel für dänische Cartoons verantwortlich.

Doch es waren nun einmal zumeist skandinavische Zeichner und einige mutige dänische Kulturredakteure die jene Karikaturen von Mohammed malten bzw. veröffentlichten. Und deshalb müssen Sie jetzt um ihr Leben fürchten. Am gestrigen Tag wurden in Dänemark drei Verdächtige festgenommen, weil sie einen Anschlag auf einen der Zeichner der Mohammed-Karikaturen geplant hatten. Nach Angaben der Zeitung Jyllands-Posten war ihr Karikaturist Kurt Westergaard Ziel des geplanten Attentats. Und heute melden schwedische Zeitungen, dass der Inlandsgeheimdienst Säpo ebenfalls Pläne für einen Anschlag auf den Zeichner Lars Vilks aufgedeckt hat. Vilks hatte ein Bild mit Mohammed als Hund veröffentlicht.

Das Langzeitgedächtnis pseudo- und konterrevolutionärer Bekenntnisbewegungen sollte man einfach nicht unterschätzen. Die Gefahr für die betroffenen Zeichner und Redakteure ist erst dann vorbei, wenn sie eines natürlichen Todes gestorben sind, denn die islamofaschistische Ideologie wird wohl kaum eines solchen Todes sterben. Nicht einmal vernichtendende militärische Niederlagen werden es verhindern, dass der antimodernistische orientalische Flaschengeist immer und immer wieder auftaucht. Die Büchse der Pandora bleibt leider solange geöffnet bis die Menschen mit ihrem Unbehagen in der Kultur versöhnt sind, solange also bis der letzte Versager mit seinen persönlichen Unzulänglichkeiten leben kann, ohne deshalb gleich dem Nachbarn die Schuld dafür zu geben…


PS:
Jene Redakteure der linksliberale Zeitung aus Dänemark die als Reaktion auf die Mohammed-Karikaturen auf die verrückte Idee kamen sechs Karikaturen zum Holocaust aus iranischen Zeichnerzentrum in Teheran zu veröffentlichen, können meines Erachtens ihre religiöse Toleranzfähigkeit einfach mal direkt im Iran auslooten. Am bestem im Gegenzug dafür, dass ein paar Oppositionelle diese Hölle auf Erden verlassen können…

Adressat, Staat. II

Mir war so als hätte Kollege Edwards Beitrag auch inhaltliche Kritik enthalten…, murmelte ich in die Kommentarleiste, als, in Reaktion auf Edward’s Bernau-Beitrag, wieder nur Ausflüchte und pubertäres Trotzverhalten folgten. Aber weit gefehlt…die Kritik an der liaison dangereuse von Antifa und Staat in Bernau hat nicht jeden kalt gelassen und es gab einige, die sich hiermit vornahmen ein Zeichen zu setzen. Die Antifa selber war es selbstverständlich nicht auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass die Schulferien recht kurz waren dieses Jahr und natürlich erst die hungrigen Mäuler der Journalisten von Spiegel bis New York Times gestopft werden müssen. Nein, man mag von ihnen halten was man will aber in Bernau sind es die Anarchisten, auf die Verlass ist, wenn der Adressat eben nicht Staat sein soll und unsere Kritik auf offene Ohren stößt. Die im folgenden dokumentierte Aktion gegen eine sogenannte Arbeitsagentur war also aus anarchistischer Sicht unerlässlich:

Anarchistische Kritik

In diesem Sinne: Bernau bleibt rot!

Schwarze Listen in Italien aufgetaucht

Auf einem anonymen Blog wurden die Namen von 162 Professoren an italienischen Universitäten aufgelistet, da sie angeblich “Propaganda für Israel” machen und “ihre Interessen auf Kosten des italienischen Volkes” verteidigen. Die jüdische Gemeinde Italiens reichte heute Klage gegen die unbekannten Autoren ein. Der italienische Bildungsminister Giuseppe Fioroni erklärte: “Die Tatsache, dass eine Art Ku-Klux-Klan der Moderne solche Listen veröffentlichen kann, mit denen Juden verunglimpft werden, ist sehr beunruhigend.” Innenminister Giuliano Amato ordnete umgehend polizeiliche Ermittlungen an.

Die spinnen, die Engländer…

Eigentlich waren mir die Mädels und Jungs von der Insel bisher immer ziemlich sympathisch, doch so langsam bröckelt mein Weltbild. Wurde im letzten Jahr durch eine Studie der renommierten britischen Historical Association im Auftrag der Regierung Blair bekannt, dass britische Schulen zunehmend kontroverse Themen wie den Holocaust, die Kreuzzüge oder die Sklaverei vom Lehrplan absetzen - aus Angst vor Rassismus und Repressionen vor allem muslimischer Mitschüler und deren Umfeld, so topt der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, aktuell diese Meldung um Längen. Er schlägt vor, dass Muslime bei Ehekrach oder Geldstreitigkeiten die Scharia anwenden können. Diese werde von uns ‘dummen Europäern’ so ziemlich in allen Fragen missverstanden, laut Williams könne sie soziale Spannungen lösen.

Williams meint um das Anwachsen der sozialen Spannungen in Großbritannien zu vermeiden, sollten Muslime beispielsweise bei Ehe- oder Finanzstreitfällen zwischen den Rechtssystemen wählen können. Dass es nur ein (sic!) Rechtssystem für alle gibt, findet er gefährlich. Eine konstruktive Annäherung an das islamische Recht sei nötig. Im vergangenen Monat hatte ein Kollege von Williams, der pakistanischstämmige Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, gesagt, dass es Gegenden in Großbritannien gebe, in denen Nicht-Muslime nur schwer leben und arbeiten könnten. Nazir-Ali sagte, es herrsche “Feindseligkeit” in einigen Landstrichen, und die Multikulti-Politik der Regierung säe Zwietracht. Weltweit sei der islamische Extremismus auf dem Vormarsch, was dazu führe, dass junge Muslime sich von dem Land entfremdeten, in dem sie leben. Nazir-Ali hat nach seinen Äußerungen Todesdrohungen erhalten und steht unter Polizeischutz.

Rowan Williams scheint es egal zu sein, dass er mit seinen Aussagen sich offen von Michael Nazir-Ali distanziert und diesen quasi zum Abschuß freigibt. Sein eigener Amtsvorgänger, Lord Carey, dagegen wirft Williams seine Appeasement-Politik dem Islam gegenüber vor, die er auf Kosten der Juden zu praktizieren pflegt, wie man in der Haaretz nachlesen kann…

Ohne Scheiß!

Blinde Hühner und das Korn, eine unendliche Geschichte großer Missverständnisse. Ich möchte heute hier die Gelegenheit nutzen Euch meine aktuellen Highlights ans Herz zu legen. Anfangen möchte ich mit einem etwas älteren Schmankerl aus der linken Wochenzeitung Jungle World. Da erklärt Tjark Kunstreich den linken Freunden der Scholle, dass ihre Tarnung als “Kosmopoliten” mehr über ihre eigenen Defekte aussagt, als den Revolutionsfanatikern lieb sein kann:

Unter dem Eindruck der deutschen Wiedervereinigung und des Zusammenbruchs des Ostblocks erlebte der Begriff des Kosmopolitismus eine vorläufige Wiederbelebung. Dem Sympathie heischenden Flirt vieler Linker mit dem erstarkenden Nationalismus wurde Kosmopolitismus als Antidot entgegengesetzt, in der Annahme, man müsse selbst auch positive Begriffe prägen. Aber die, die als Kosmopoliten verfolgt wurden, hätten sich zumeist nicht als solche bezeichnet; eine solche Tradition lässt sich beim besten Willen nicht herbeizitieren. Viel­mehr verweist das Bedürfnis nach einer solchen Tradition auf die Unfähigkeit der Linken zum Kosmopolitismus, weil es auf den Wunsch nach einer, und sei es nur historischen, Heimat verweist.

Doch was wahrlich verwundert, auch der Herr Ripplinger trifft in dieser Ausgabe das Körnchen Wahrheit welches er sonst gerne in seinen Schachtelsätzen so mir nichts, dir nichts verschwinden lässt: “Die frisch gebackenen Patrioten steigen aus dem Jet und sagen: »In Timbuktu habe ich mich endlich als ein Deutscher gefühlt. Ich glaube, ich muss einen Hitlerfilm drehen oder eine Konzertreihe zur deutschen Seele dirigieren, ich muss mich definieren.« Wer sich definiert, bleibt in engen Grenzen.

Sein Kollege aus der Jungle-Redaktion, Ivo Bozic, hat dieser Tage in einem Beitrag mal wieder etwas Schleichwerbung für das neueste Propagandaprojekt der radikalen Linken aus Duisburg gemacht. Ganz ehrlich, ohne Scheiß Ivo, aber den Dreck hättest du wirklich in den Untiefen des World Wide Webs links liegen lassen können…

Ne also ehrlich, da können die Falken-Mädels aus Bismarck - die ihren Freunden mal so richtig die Meinung geigen wollten - sogar besser rappen, als dieser Schmock ausm Pott. Ick bin raus…

PS: Das es im HipHop schon lange nicht mehr um das technische und lyrische Können, sondern um Identität geht, zeigt allein die Tatsache das diese amerikanischen Jungs noch keinen Plattenvertrag haben.

Adressat, Staat.

Der 27. Januar ist seit 12 Jahren ein “nationaler Gedenktag” in der Bundesrepublik Deutschland. Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog (CDU) eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt – am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Jedes Jahr - an diesem Tag - begehen überall im Lande lokale, überregionale und nationale Würdenträger rituell den “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus” um damit zu zeigen, dass Deutschland bzw. das deutsche Trauerkollektiv aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Vielerorts demonstrieren zu diesem Zwecke autonome bzw. revolutionäre Antifaschisten Seit an Seit mit der deutschen Zivilgesellschaft und Politikern aller Parteien.

So auch die pseudoradikalen Antifa-Aktivisten in Bernau. Gemeinsam mit dem lokalen Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit gedachten sie den Opfern des Nationalsozialismus und unterstützten somit die landesweiten Bemühungen die neue deutsche Identität auch auf dem flachen Land zu etablieren. Doch einige Provinzmenschen wollen die Pest auf Teufel komm raus nicht gegen eine ihnen unbekannte Cholera tauschen, dazu ist ihnen ihr eliminatorisch-vökisches Schollendenken in den letzten hundert Jahren zu sehr ans Herz gewachsen. Diese Hohlköppe - im Volksmund allgemein auch Nazis genannt - sollen “am Abend des 29. Januar 2008” jene Kränze und Blumen, die die Lokalgruppe der Initiative “Du bist Deutschland”, zwei Tage zuvor fein säuberlich vor dem Denkmal der Opfer des Faschismus am Bahnhofsvorplatz drappiert hatten, zerstört und verwüstet haben.

Für die Antifaschistischen Aktion Bernau ein guter Zeitpunkt eine Presseerklärung zu schreiben. Dies wird die Schandtäter bestimmt in die Schranken weisen. Und wenn nicht, dann hofft man durch einen beispiellosen Appell an die Zivilgesellschaft doch endlich etwas bewegt zu haben: „Es ist aüßerst wichtig, dass die Stadt Bernau und auch Initiativen, wie zum Beispiel das Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit Stellung zu solchen Taten nimmt und sich weiterhin öffentlich mit solchen Problematiken auseinandersetzt!“ (Rechtschreibfehler wie im Original)

Maria Buchheim, die diesen Schwachsinn verbockt hat, kann man übrigens auf dem “antisexistischen Sofaabend” am 11. Februar im Dosto zur Rede stellen. Es wird ein gesellschaftskritischer “Teeniefilm” gezeigt und danach ist “liedermachen mit lupita (gesang) und osla (gitarre)” angesagt. Datt janze steht unter dem jecken Motto: “HINTERFRAGEN - LACHEN - MUSIK MACHEN…“.