Ohne Freiheit keine Meinung.

Nachdem der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders im November vergangenen Jahres angekündigt hatte, einen islamkritischen Film ins Internet zu stellen, spekulierte halb Europa mal wieder ob die Reaktionen des islamofaschistischen Millieus auf dieses Video nicht die eine oder andere undemokratische Aktion rechtfertigen würden… Dabei ging es natürlich nicht darum, einen Hassprediger für seine Aufrufe zur Gewalt zu Rechenschaft zu ziehen. Nein natürlich nicht, es wurde überlegt wie Wilders daran gehindert werden kann, seine Meinung frei zu äußern.

Doch dazu kam es zum Glück nicht. Seit letzten Donnerstag nun war das 15-minütigen Video namens “Fitna” auf einem in Großbritannien ansässigen Videoportal zu sehen, und siehe da, dass Videoportal bekam den gesamten Hass der Gutmenschen und ihrer islamischen Schützlinge zu spüren. Kurz darauf mussten die Betreiber des Videoportals aufgeben:

Die Entfernung des “Fitna” - Ofizielle LiveLeak Erklärung.

Nachdem unser Personal sehr ernsthaft bedroht wurde und nach einigen schlecht informierten Berichten aus gewissen Ecken der britischen Medien, die die Sicherheit unserer Angestellten direkt gefährdeten, hat LiveLeak keine andere Wahl gehabt, als Fitna zu entfernen.

Dies ist ein trauriger Tag für die Meinungsfreiheit im Internet, aber wir müssen die Sicherheit und das Wohlbefinden unseres Personals vor allem beachten. Wir möchten den Tausenden Menschen verschiedenster Herkunft und Religionszugehörigkeit danken, die uns unterstützt haben. Sie haben erkannt, dass LiveLeak.com ein Träger für viele Meinungen ist, nicht nur für die Unterstützung einer einzigen Meinung.

Vielleicht gibt es noch eine Hoffnung, dass diese Lage eine Diskussion generieren kann, von der wir alle profitieren können, wie wir die Kultur der anderen Seite gegenseitig akzeptieren können.

Wir haben uns dafür eingesetzt, woran wir glauben, an die Möglichkeit, Gehör zu verschaffen, aber am Ende war der Preis zu hoch.

LiveLeak.com

Es gibt zu diesem unschönen Ereignis unzählige Kommentare (1,2,3,4) aber die Quintessenz treffen sie alle nicht. Wenn nämlich die Angst unsere halbwegs gewonnene Freiheit aufisst, dann wird auf Dauer die eigenen Meinung ein unbezahlbarer Luxus. Der bisherige Pluralismus führt dann geradewegs in den Faschismus. Denn ohne Freiheit auf die eigene Meinung, gibt es nur noch obrigkeitsgläubige Duckmäuser die mit dem Kopf nicken, wenn es verlangt wird. Das wäre dann genau das richtige Personal für eine gesichtslose Diktatur wie sie gerade in Russland etabliert wird…

Keine Amnestie für die Musikindustrie!

Ja, so schnell kann es gehen: Erst gehasst, dann verdammt und nun vergöttert. 2008 ehrt die Musikindustrie seine bekanntesten Outlaws mit einem Echo für das beste “Live-Video 2007″. Weder die Böhsen Onkelz noch die Guten Onkelz haben damit gerechnet. “Eine rechte Überraschung” titelt laut.de, und trifft damit den Nagel uuffn Kopf.

Galten die Böhsen Onkelz bisher noch ein wenig als Personae non gratae der Branche (siehe Dirk Bachs Reaktion 2001 bei der Echoverleihung), so beweist die Musikindustrie mit der Preisverleihung mal wieder, dass kommerzieller Erfolg jede noch so große Leiche im Keller vergessen lässt. Ob Bushido, Onkelz oder Grönemeyer, völlig egal, musikalische Verbrechen werden einfach damit gerechfertig, dass es genügend Idioten gibt die dafür Geld ausgeben. So einfach ist das im demokratischen Kapitalismus…

Candle in the Zone

Der Reichtum der Welt sind seine Bewohner. Am Dienstag vor einer Woche sind wir alle ein wenig ärmer geworden…

Am Morgen des 18. März 2008 starb - viel zu jung - Michael Welzel “bei einem tragischen Unfall” wie in der Lokalpresse nachzulesen ist. Ein Schacht am Carl-Blechen-Carré war sein Verhängnis.

Micha war für mich einer jener Lichtblicke in Dunkeldeutschland, derentwillen man seinen faulen Arsch in Bewegung setzte um in der Zone mal wieder den Kahlköppen die rote Karte unter die Nase zu reiben. Obwohl er von der Statur her kein Riese war, so überragte er doch das allseits verbreitete ostdeutschen Mittelmaß wie der Koloss den Strand von Rhodos. Er war keiner jener langweilligen Parteisoldaten, kein konsumgeiler Mitläufer in einer Jugendbewegung die beinahe fast nur aus solchen Idioten bestand, er war ein Original, der sein Kopf nicht nur als Zierde umherspazieren trug. Er war einer jener Gerechten, die jeder Gott, als Blasphemiker gescholten hätte, und jene unzähligen Dogmatiker die die Welt bevölkern haben ihn als einen die Konventionen missachtenden Zyniker missverstanden. Doch für mich war er ein Freund, einer von uns, und trotzdem einer wie keiner…

Wenn die Besten jung sterben, dann ist diese Welt einfach nur schlecht. Auch wenn er jetzt in Frieden ruht, die Friedhofsruhe hätte ihm noch einige Jahrzehnte erspart bleiben können. Für ihn, seine Freunde, seine Eltern und Cottbus wäre dies das Beste gewesen.

Edward E. Nigma - 25.03.08

Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche.

Tibets Holocaust Eine eindringliche Sprecherstimme erklärt beinahe 60 Jahre alte schwarz-weiß Aufnahmen: “Völkermord sollte in Shangri-Lah Einzug halten. Ein Holocaust der den Frieden und die Stille einer Welt zerstörten, die kaum den Lärm einer Maschine kannte und schon gar nicht den eines Maschinengewehrs. Ein Land das ungestört in einem zeitlosen Winkel der Geschichte in sich geruht hatte, wurde durch die Gegenwart aufgeschreckt und erwachte in einem furchtbaren Alptraum. 1949 überfällt das riesige China, das vergleichsweise kleine Tibet. Eine mit modernen Waffen ausgestattete Armee fällt kampferprobt über den wehrlosen Nachbarn her. Gebietsansprüche aus längst vergangenen Zeiten werden ins Feld geführt und die Chinesen erobern in kürzester Zeit, das was sie das Schatzhaus des Westens nennen.

Frieden. Stille. Wehrloser Nachbar. Kampferprobte moderne Armee? Holocaust! So einfach lässt sich die Propaganda zusammenfassen, die auf einer Weltbild-DVD namens “Mystica, die DVD. Die großen Rätsel der Menschheit.” zum Thema Tibet verbreitet wird. Propaganda im Namen eines brutalen feudalen Systems, dass es bis ins 20. Jahrhundert hinein schaffte Zustände wie im Mittelalter in seinem Einflußgebiet aufrecht zu erhalten. Propaganda, die gerade auch wieder ständig im Fernsehen heruntergebetet wird, weil der esoterische Klimbim der tibetischen Buddhisten das Unbehagen vieler Deutscher mit der Moderne versöhnt und gleichzeitig ihre altbackenen antikommunistische Reflexe bedient. Und dann noch dieser süße und schnukkelige Drops namens Dalai Lama. Ja, genau, “dieser Papst für Leute, die zu feige sind, wenigstens an was Richtiges zu glauben, wenn sie schon glauben, glauben zu müssen. wie es Wiglaf Droste einmal so schön formulierte…

Über Jahrhunderte hatten tibetische Mönche chinesische Aggressionen mit den spirituellen Kräften des Friedens abgewehrt. Die revolutionäre Inbrunst der neuen kommunistischen Ordnung erklärte alle Religionen zum Gift. Tibet wurde als rückständige und abergläubige Gesellschaft gesehen, die dringend umerzogen werden musste.

Das in Tibet, seitdem die Gelugpa-Mönchsekte vor beinahe 500 Jahren die Macht übernommen haben, die Menschen in einem feudalen System erniedrigt durch Lamas lebten, die großen Klöster den Hauptanteil des Landes besaßen und das Bildungssystem sowie die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten monopolisiert waren, darf hier natürlich nicht erwähnt werden, weil dann die chinesische Besatzung nicht mehr uneingeschränkt als Unrecht angeprangert werden kann. Das neue Opium fürs deutsche Volk würde auch nicht jenen unwiderstehlichen esoterischen Charme wiederspiegeln, wenn öffentlich bekannt wäre, was der nationalsozialistischen Tibetforscher Ernst Schäfer aus der Stadt Phari zu berichten hatte:

So erstickt Phari förmlich im eigenen Auswurf, und nur die Härte des Klimas scheint seine Bewohner notdürftig gegen Pocken, Pest und Cholera zu schützen. In Unrat geschlagene Treppen führen zu den Eingangstüren der stallähnlichen Behausungen hinab, wo sich Menschen und Tiere in trauriger Gemeinschaft gegen die Unbilden der Witterung zu schützen suchen. Ich habe lange genug in Asien gelebt, um gegen Schmutz recht unempfindlich geworden zu sein. In Phari aber kostet es mich doch einige Überwindung, in eine der lichtlosen, entsetzlich riechenden Behausungen hinabzukriechen, die gleichzeitig als Wohnraum, Schlafraum, Küche und Stall dient. Fenster existieren nicht, der Boden besteht aus festgetretenen Kuhfladen, und die Wände glitzern von Ruß und Reif.” (Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001)

Währenddessen schwamm die Mönchselite in Geld- und Sachwerten und brauchte auf keinen Luxus zu verzichten. Schäfer war 1938 auf Befehl des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, in Tibet. Er führte eine Expedition an, die von dem persönlicher Tutor des Dalai Lamas, Jamphel Yeshe Gyaltsen, offiziell im Potala empfangen wurde und über die bisher nur sehr wenig in Erfahrung zu bringen ist. Weder Schäfer, der mehrfach mit dem Regenten sowie hochrangigen Regierungsmitgliedern zusammengetroffen war, noch Jamphel Yeshe Gyaltsen haben in ihren Aufzeichnungen oder in mündlich Überlieferungen über diese Zusammentreffen gesprochen. Stattdessen sprechen andere sehr ausführlich, wie zum Beispiel der Pseudopolitologe Jamyang Norbu auf der Mystica-DVD:

Noch heute ist die Vorstellung über den tibetischen Holocaust sehr ungenau. Eine ähnliche Situation wie bei den Nazis. Die Informationen über das was mit den Juden in den Todeslagern geschah, haben wir erst nach dem zweiten Weltkrieg erhalten als die Archive des Dritten Reiches geöffnet wurden, als alliierte Soldaten die Lager befreiten und die Gräber öffneten. Doch nichts dergleichen ist bisher in Tibet gemacht worden.

Diese Opferolle vorwärts kommt im Land der Opfer natürlich prima an. Sie entspricht nur überhaupt nicht der Realität. In den Verlautbarungen der Freunde Tibets wird immer wieder behauptet, die chinesische Besatzung habe 1,2 Millionen Menschen das Leben gekostet. Nur komisch daran ist, dass erst nachdem die Chinesen zwanzig Jahren lang in Tibet stationiert waren, es überhaupt die erste Volkszählung gegeben hatte. Das Schwarzbuch Tibet: The Facts der Tibetan Young Buddhist Association in Dharamsala gibt sogar zu, es sei durch die “Abwesenheit verläßlicher Bevölkerungsstatistiken die Frage nach der Höhe der gegenwärtigen tibetischen Bevölkerung sowie die Zahl der Getöteten der Jahre 1949 – 1979 verworren es dürfte sehr wahrscheinlich sein, daß es vor 1949 etwa 4 bis 6 Millionen Tibeter gab.” Beim Angriff auf Lhasa im Jahre 1959, behauptet der Dalai Lama, dass siebenundachtzigtausend Menschen während der Gefechte ums Leben kamen. Er suggeriert der Öffentlichkeit dies alles wären tibetische Opfer. Doch laut Report des US Joint Publications Research Service in Washington waren indes drei von vier der insgesamt 65000 Toten Chinesen. Und was die Verharmlosung des Holocaust betrifft, so ist dieser Sport ja nun einmal in Deutschland besonders beliebt. Marcus Hammerschmitt schreibt dazu:

Es ist kein Zufall, daß die Zahl von 1,2 Millionen durch die Chinesen ermordeten Tibetern in Deutschland so unkritisch nachgebetet wird. Berichte über millionenfachen Völkermord, zumal solche, die in irgendeiner Weise „kommunistischen“ Tätern angelastet werden können, finden vor allem in Deutschland begeisterte Aufnahme, weil sie geeignet sind, das über alle Maßen ungeheuerliche des Völkermords an den Juden historisch zu nivellieren. „Die“ waren oder sind also „auch nicht besser“. Die unbewältigte deutsche Schuld sucht verzweifelt nach der Schuld der anderen, und jenseits der ersten Million beginnt immer das große Aufatmen: Wir sind nicht allein so schrecklich gewesen. Dieser tief verankerte sozialpsychologische Reflex sieht sich durch jeden Zweifel an den Millionenzahlen der fremden Völkermorde bis zur Weißglut herausgefordert. Je sachhaltiger diese Zweifel sind, desto wilder müssen ihnen propagandistische Absichten unterstellt werden, desto schamloser wird an den erstunkenen und erlogenen Statistiken der Selbstentlastung festgehalten. So ist es möglich, daß ein Infragestellen der höchst unzuverlässigen und durch keine seriöse historische Forschung belegten Opferzahlen in Tibet mit einer Leugnung des überaus akribisch erforschten, von einer exzellenten Quellenlage begleiteten und durch Geständnisse der teilweise noch lebenden Täter abgesicherten Völkermords an den europäischen Juden gleichgesetzt wird. Als ich auf dem Usenet auch nur zu fragen wagte, wie die Zahl von 1,2 Millionen Opfern chinesischen Terrors in Tibet zustandekommt, wurde mir sofort unterstellt, ich sei eine Art Holocaust-Leugner. Antworten auf die Frage erhielt ich indes keine. Aber auch was die behauptete systematische Folter an Tibetern angeht (oder gar die Existenz von „Folter-KZs“), sind die Belege äußerst dünn.

Und trotzdem wird das Märchen eines Holocaust in Tibet von Generation zu Generation weitergestrickt. Auch unter der fleißigen Mitwirkung liberaler Menschenfreunde, die gerne einmal an Nazideutschland denken, wenn es eigentlich nur darum geht über einen Olympiaboykott zu diskutieren. Obwohl einige unter Ihnen es selbst wissen, dass es wirklich kein “passender Vergleich” ist, kommt statt dem zielsicheren Vergleich mit den Boykottspielen in Moskau, immer wieder das Gespräch auf die “Olympiade ‘36. Dies ist ein deutsches Trauma, welches Neues und Bekanntes, Otto Graf Lambsdorff und ein Herr Karl Schulz in Dormagen miteinander verbindet.

Doch vielleicht macht die Jungs aus Deutschland noch etwas anderes an, vielleicht stehen sie auch darauf, dass die Frauen im Buddhismus einzig und allein nur als Objekte vorkommen. Frauen gelten als nicht erleuchtungsfähig, sie sind Dienerinnen und haben zu gehorchen. “Es ist kein Zufall, daß es in der Macht-Hierarchie des tibetischen Buddhismus nicht eine einzige Frau gibt. Für einen tibetischen Buddhisten wäre beispielsweise die Vorstellung eines weiblichen Dalai Lamas grotesk, und nicht nur deswegen, weil Chenrezig sich niemals in einer Frau reinkarnieren würde, die per se als niedere Daseinsform des Menschen angesehen wird. Die negative Haltung des tibetischen Buddhismus zu Frauen erweist sich besonders in den inneren „Mysterien“ des tantrischen/tibetischen Buddhismus, die allein auf die spirituelle Vervollkommnung des Mannes abzielen, und Frauen dafür nur als Mittel zum Zweck begreifen. Es wird nicht gerne darüber gesprochen, und der Dalai Lama empfiehlt, die Abgründe seiner Religion den Unbefangenen und Uneingeweihten nicht allzu deutlich vor Augen zu führen, aber das spirituelle Endziel des tibetischen Buddhismus – und das unterscheidet ihn von anderen Formen des Buddhismus – bedarf unabdingbar des realen sexuellen Mißbrauchs von Mädchen und jungen Frauen.” schreibt Marcus Hammerschmitt.

Wie das mit der sexualmagisch fundierten Allmacht konkret aussieht, hat ein Lama namens Gedün Chöpel Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts in einem eigens verfassten Buch eindeutig ausgedrückt:

Die als Sexgefährtinnen in Frage kommenden Frauen müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Laut tantrischer Lehre solle die Songyum mit „Anmut und Jugend“ ausgestattet sein und aus gutem Hause stammen. Ihre Haut dürfe nicht zu dunkel und nicht zu hell sein und ihrer Vagina müsse ohne Unterlaß ein Duft wie von verschiedenen Lotusarten oder süßem Lilienholz entströmen. In einem Tantratext werden fünf Arten von Sexgefährtinnen - gerne auch Weisheitsgefährtinnen genannt - unterschieden: Die Achtjährige, die Zwölfjährige, die Sechzehnjährige, daneben die Zwanzig- und die Fünfundzwanzigjährige; jede Altersstufe diene ganz bestimmten Zwecken. Lama Chöpel rät davon ab, „mit Gewalt in ein junges Mädchen einzudringen“, das sich zu sehr wehre; es könne dies die Geschlechtsteile verletzen (was sie womöglich für weitere Praktiken unbrauchbar mache). Ratsam sei es in solchem Falle, sich lediglich zwischen ihren Schenkeln zu reiben. Allemal empfehle es sich, Kinder vor dem Geschlechtsverkehr mit etwas Honig oder Süßigkeiten zu beschenken; ältere Mädchen, so ein Ratschlag an anderer Stelle, ließen sich sehr probat auch mit Wein gefügig machen. Im übrigen sei es durchaus rechtens, ein Mädchen, das die sexuelle Vereinigung verweigere, dazu zu zwingen. Mit Frauen fortgerückten Alters, so die Lehrer des Tantra, solle tunlichst nicht praktiziert werden: ab dreißig gelten Frauen als Manifestationen bösartiger Geister; ab Ende dreißig werden sie nur noch als Hundeschnauze, Saugfresse, Schakalfratze, Tigerdrachen, Eulengesicht und dergleichen bezeichnet.

Wer den Islam als antimoderne Erweckungsbewegung bekämpft, weil er darin eine Bedrohung seines und vieler anderer Leben erkennt, der sollte vor dem tibetischen Buddhismus nicht seine Augen verschliessen. Bisher ist zwar noch kein buddhistisches Selbstmordteam mittels eines Passagierflugzeuges in einen Wolkenkratzer von Shanghai geflogen, aber wie der SPIEGEL ONLINE schreibt wächst die Wut der jungen Tibeter und Gewalt sei kein Tabu mehr. War es ja auch nie. Bis 1958 hatte eine tibetische Untergrundarmee mit Unterstützung der CIA einen brutalen Guerillakrieg geführt. Journalistische Flakhelfer halluzinieren in Tibet ja auch schon mal ein zweites Gaza, logisch, dass in typisch deutscher Manier die Terroristen dabei mal wieder als unschuldige Befreiungskämpfer und die Verteidiger minimaler Freiheiten als die brutalen Terroristen durchgehen werden.

Die Zeit steht einfach still: Krieg ist Frieden. Antiislamisten sind Buddhisten. 2008 ist 1984.


Leseempfehlungen:

Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs, Colin Goldner, 1999, Aschaffenburg

Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001, URL

Der freundliche Skinhead, Lizas Welt, 2007, URL

Instant Karma gegen das Reich der Mitte, Jens Berger, 2008, URL

Tibet und der »Pluralismus« der Medien, Peter Richter, 2008, URL

Die Grenzen des Geschmacks

Nachdem mal wieder ein neues Flugblatt zum Thema Palituch die Gemüter erregt, weil es einigen Menschen zu Recht nicht in den Kram passt, dass ressentimentsgeladene Antizionisten mittels schön formulierter Schriftstücke zum Nachdenken bewegt werden sollen, möchte ich hier eine kleine Anekdote dazu zum Besten geben:

Am 7. März war DSDS-Kandidat Max Buskohl am Rande des F6-Music-Award in eine Schlägerei verwickelt. Der Sänger der Gruppe Empty Trash behauptete damals: “Ein Typ ging auf mich los, schubste mich herum. Da wollte ich mich wehren.” Bei der Prügelei schlug der 19-Jährige seinem Gegenüber ins Gesicht, dabei drang ein Zahn des Mannes in die Hand des jungen Musikers. “Der Zahn steckte bis auf den Knochen in der Hand, zerstörte die Sehne!“, lies Buskohl der Presse ausrichten. Nachdem die Wunde zunächst zugenäht wurde, entzündete sich der komplette Arm.

Jetzt, zehn Tage später, veröffentlicht bild.de die Gegendarstellung des Angegriffenen. Der 18-jährige Gymnasiast schildert seine Erlebnisse so: “Plötzlich kam ein Typ aus der VIP-Lounge und beschimpfte uns als ’scheiß Leipziger’ und sagte wir sollen verschwinden.” Nach der ersten Konfrontation zwischen den beiden trafen sie sich eine halbe Stunde später per Zufall wieder. Der Leipziger Schüler sei dem DSDS-Rebell beim Bierholen erneut begegnet. “Da war ein Zelt, da bin ich rein. Und da stand wieder dieser Buskohl. Er trug ein Palästinensertuch. Ich fragte ihn, ob er wisse, dass das ein Symbol der Rechten ist.

In Reaktion darauf ging der Schläger-Musiker auf den Schüler los. “Es kam sofort ein Faustschlag von ihm. Ich spürte, wie Blut in meinem Mund war, ging zu Boden.” Am Boden sei er noch mehrmals getreten worden. “Wie oft Buskohl zugeschlagen hat, weiß ich nicht. Der Sani sagte, fünf- bis siebenmal.” In der Uni-Klinik Leipzig stellten die Ärzte eine gebrochene Nase und den Verlust zweier Schneidezähne fest. Der Gymnasiast hat Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gestellt.

Fazit: Hoffentlich wird Buskohls Arm bald abfallen wie faules Obst. Und jeder der noch einmal behauptet, dass Palituchträger mit Flugblättern statt mit Fausthieben belästigt werden sollten, nur weil angeblich diese Lumpenscheiße jetzt modisch - und damit unpolitisch ist - der kann sich bei uns im Gym seine Tracht Prügel abholen, die eigentlich dem Träger des schwarz-weißen Feudels gegolten hätte…

Das Steinzeit-Beuteschema der Frauen…

Aus der lauthals proklamierten Frauen-Emanzipation ist nichts geworden. Warum eigentlich? Ganz einfach, die Kriterien nachdem die meisten Frauen sich immer noch ihren Partner auswählen sind über 100.000 Jahre alt. Er soll groß, erfolgreich und in der Lage sein, die Familie zu ernähren. Dieses uralte Beuteschema sorgt aber in einer modernen Gesellschaft, in der über 50 % der Abiturienten weiblich und nicht wenige Männer kleinwüchsig sind, für ein enormes Problem. Aber lesen Sie selbst, was der Münchner Paartherapeuten Stefan Woinoff über steinzeitliche Kriterien bei der Partnersuche und die Frage, warum Akademikerinnen oft keine Kinder kriegen zu sagen hat:

SPIEGEL: Was ist das “archaische Beuteschema”?

Woinoff: Das sind die Kriterien, nach denen man sich einen Partner auswählt. Die sind bereits in der Steinzeit entstanden, prägen uns aber bis heute. Damals fielen die körperliche Größe und der Status des Mannes praktisch zusammen: Ein großer, starker Mann hatte einen hohen Status in der Sippe, und Frauen, die sich einen solchen “überlegenen” Mann angeln konnten, hatten bessere Chancen, ihre Kinder durchzubringen.

SPIEGEL: Und Sie meinen, die paar Jahrzehnte Frauenbewegung haben an diesem Programm nichts geändert?

Woinoff: Das Paarungsverhalten hat sich über Hunderttausende von Jahren genetisch eingebrannt. Auch heute noch wählen Frauen zum Beispiel gern großgewachsene Männer, obwohl das inzwischen ja gar nicht mehr notwendig ist.

SPIEGEL: Studien belegen, dass Männer mit zunehmender Körpergröße mehr verdienen.

Woinoff: Damit sind wir wieder beim archaischen Beuteschema, das heute auf anderen Ebenen fortwirkt. Insbesondere Frauen, die eine Familie gründen wollen, neigen immer noch dazu, einen Versorger zu suchen, sprich: einen Mann, der beruflich erfolgreicher ist und mehr Geld nach Hause bringt als sie.

SPIEGEL: In Ihrem Buch fordern Sie die Frauen auf, sich dieses Beuteschemas bewusst zu werden und es hinter sich zu lassen - es sei nämlich schuld daran, dass immer mehr Frauen keinen Partner finden.

Woinoff: So ist es. Wir haben heute 56 Prozent Abiturientinnen, und auch an der Universität sind die Studentinnen auf dem Vormarsch. Doch viele Frauen haben ein falsches Beuteschema: Wenn für die Hochqualifizierten weiterhin nur Männer in Frage kommen, die beruflich mindestens so erfolgreich sind wie sie, dann wird die Luft immer dünner.

SPIEGEL: Und Kinder immer seltener? Der am häufigsten genannte Grund für Kinderlosigkeit ist, dass der geeignete Partner fehlt. Ist das Thema Partnersuche und Beziehung in der Debatte um den Geburtenrückgang bislang zu kurz gekommen?

Woinoff: Auf jeden Fall. Der Krippenausbau und das Elterngeld sind gut und wichtig, aber zuerst braucht es natürlich den richtigen Partner. Ohne den wollen die wenigsten ein Kind in die Welt setzen. Diesen Mr. Right zu finden wird jedoch immer schwieriger, wenn die Anforderungen steigen. Frauen haben heutzutage viele Ansprüche und suchen trotz eigenen Erfolgs immer noch den statusüberlegenen Mann. Und viele bleiben eben doch lieber allein, als dass sie “nach unten” heiraten.

SPIEGEL: Das liegt natürlich nicht nur an den Frauen. Sie schreiben selbst, dass viele Männer einen Bogen um besser gebildete oder beruflich erfolgreichere Frauen machen. Stattdessen suchen sie mit steigendem Alter eher jüngere Partnerinnen, die zu ihnen aufschauen. Sollten nicht lieber die Männer ihr Beuteschema verändern?

Woinoff: Natürlich müssen auch die Männer lernen, neue Rollen zu akzeptieren, ohne die Angst, dass ihre Männlichkeit darunter leidet. Aber die Sichtweise vieler Frauen schürt ja diese Angst. In Interviews wurde ich auch schon gefragt: Wollen Sie denn, dass starke Frauen jetzt so ein Hausmännchen akzeptieren? Allein das Wort “Hausmännchen”! Daran erkennt man ja schon das archaische Beuteschema: Einen Mann, der zu Hause bleibt und den ich als Frau versorgen muss, den kann ich ja gar nicht achten.

SPIEGEL: Frauen wollen keinen Mann, der Windeln wechselt und von ihrem Haushaltsgeld lebt?

Woinoff: Viele Frauen sind bei diesem Thema zwiegespalten. Einerseits soll der Mann heute zu Hause maßgeblich mitarbeiten, aber er soll gleichzeitig im Beruf sehr erfolgreich sein, weil er ja immer noch als Hauptversorger der Familie gilt. Ich glaube, keine Frau macht Luftsprünge, wenn ihr Mann beim nächsten Karriereschritt der gleichqualifizierten Kollegin den Vortritt lässt. Da klaffen die Vorstellungen von gesellschaftlicher Gleichberechtigung und dem eigenen Leben doch noch ganz schön auseinander.

SPIEGEL: Heißt das, die Emanzipation ist auf halbem Weg steckengeblieben?

Woinoff: Solange Frauen im Privaten eher einen im Status überlegenen Mann suchen, wird sich gesellschaftlich nicht viel ändern. Das persönliche Beuteschema hat ganz starke soziale Auswirkungen, zum Beispiel hinsichtlich der Überbesetzung von Führungsrollen mit Männern, weil die Frauen ihre Partner dort praktisch hineindrängen. Wenn die Frau aber für Mann und Kinder Geld verdienen muss, dann hat sie auch eine ganz andere Motivation, beruflich voranzukommen, als wenn ihr Gehalt nur ein Zubrot ist zum Verdienst des Mannes. Ich versuche, die Emanzipation sinnvoll zu Ende zu denken.

Quelle.

KIZ - Kommunisten in Zivil?

Kommunisten in Zivil?Jestern haben die Rap-Lieblinge des deutschen Feuilleton, KIZ, für Maos Jünger in Berlin ein sogenanntes Solikonzert im KATO gegeben. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Die Veranstalter werden seit Jahren vom Großteil der radikalen Linken boykottiert, da sie bei innerlinken Debatten auch gerne mal gewaltätig werden. Und weil sie bekennende Antisemiten sind:

Seit dem Frühjahr 2004 tritt eine Gruppe überwiegend junger Männer aus Berlin-Kreuzberg und Berlin-Neukölln, die sich selber als antiimperialistisch bezeichnet, wieder unter dem Namen “Antizionistische Aktion” und dem selben, von Kühnen geschaffenen Emblem in Erscheinung. Auf T-Shirts und Transparenten fordern sie die Schaffung eines “Großpalästinas” in den Grenzen des ehemals britischen Mandatsgebietes von 1948 und die Vernichtung des Staates Israel (siehe Geschichte der palästinensischen Autonomiegebiete). Sie gehören der sogenannten “Antiimp”-Fraktion der politischen Linken an und pflegen enge Beziehungen zu einer gewalttätigen maoistischen Partei, die unter den Namen “Revolutionäre Kommunisten” (RK), “Revolutionäre Internationale Kommunisten” (RIM) und “Volkswiderstandsbewegung der Welt” (WPRM World People`s Resistance Movement) auftritt. Ähnlich der neonazistischen Rhetorik Kühnens verkünden sie einen Kampf “der Völker” gegen “Imperialisten” und “Zionisten”, womit die USA und Israel gemeint sind. Für mediale Aufmerksamkeit und längere Auseinandersetzungen innerhalb der deutschen Linken sorgte ein Aufritt der “Antizionistischen Aktion” auf dem Karneval der Kulturen am 30. Mai 2004, bei der sie mit einem eigenen Wagen offiziell unter dem Namen “Aktionsbündnis Mumia Abu-Jamal” teilnahmen. Als zwei Besucher diese “traditionelle” antisemitische Symbolik unter dem Deckmantel des Antizionismus kritisierten, wurden sie aus dem Zug heraus von 15 bis 20 Personen angegriffen. Sie erlitten dabei erhebliche Verletzungen, neben Gehirnerschütterungen, schweren Prellungen und einem Rippenbruch auch einen Messerstich. Dieser Vorfall verschärfte die Auseinandersetzungen zwischen sog. Antiimps und Antideutschen weiter und führte zu Protestkundgebungen und Sympathiebekundungen mit den Opfern des Angriffs.

Quelle.

Some sugar for you, Honey…

Deutschen Rap haben wir hier ja ziemlich oft schon unter die Lupe genommen (1,2,3,4), meist entpuppte er sich als inhaltlich kaum zu ertragender Schrott without any Form. Doch Rap kann auch anders. Okay, dafür muss er aber aus den Staaten kommen und wenigstens etwas Soul haben: Für diejenigen Ossis die das ähnlich sehen wie ich haben Talib Kweli und G-Unit freundlicherweise ihre aktuellen Mixtapes für lau ins Netz gestellt. Also wer zu faul ist in den Plattenladen seines Vertrauens zu gehen, oder keinen Bock hat den Majors via iTunes sein hart erspartes Essensgeld zu opfern, für den haben die Mädels und Jungs von illRoots so einige Schmankerl auf Lager…

Das neue G-Unit Mixtape trägt den launigen Namen „Elephant In The Sand“, aufgrund der kleinen Fehde zwischen der G-Unit und Fat Joe und in Anlehnung an sein neues Album „The Elephant In The Room“. Aktuell der Hammer ist aber das Mixtape von Talib Kweli und Mick Boogie mit Gästeparts von KRS-One, Justin Timberlake, Busta Rhymes & Ne-Yo. Fire it up!

Not just a pretty face…

It is not clear, though, why we should take Khartoum at its word. And the notion that the threat of ICC indictments has somehow exacerbated the problem doesn’t make sense, given the history of the conflict. Khartoum’s claims aside, would we in America ever accept the logic that we shouldn’t prosecute murderers because the threat of prosecution might provoke them to continue killing?

My visit left me even more deeply convinced that we not only have a moral obligation to help displaced Iraqi families, but also a serious, long-term, national security interest in ending this crisis. [...] Today’s humanitarian crisis in Iraq — and the potential consequences for our national security — are great. [...] What we cannot afford, in my view, is to squander the progress that has been made. [...]As for the question of whether the surge is working, I can only state what I witnessed: U.N. staff and those of non-governmental organizations seem to feel they have the right set of circumstances to attempt to scale up their programs. And when I asked the troops if they wanted to go home as soon as possible, they said that they miss home but feel invested in Iraq. They have lost many friends and want to be a part of the humanitarian progress they now feel is possible.

Wer ist die schöne Unbekannte? Die Antwort findet sich hier

Faschismus, aber mit Herz!

Die Konditionierung der Mehrheitsgesellschaft via der Fernsehserie Tatort ist leider in gesellschaftlichen Debatten eher selten ein Thema. Im heute ausgestrahlten Tatort ging es im weitesten Sinne mal wieder um Kindesentführung und sogenannte “Kinderficker”. Denn jene denen man vorwirft sexuelle Kontakte mit Kindern zu haben stehen gesellschaftlich auf der untersten Stufe. Tiefer geht es nicht mehr. Brutale Mörder, egoistische Steuerhinterzieher und eiskalte Mafiosos stossen in der Gesellschaft auf mehr Gegenliebe als jeder Pädophile, und genau deshalb werden sie als Folie für den im Fernsehen wie auch im Knast zelebrierten Faschismus mit Herz herangezogen. Und wir alle kennen das zur Genüge, ohne jemals im Knast gewesen zu sein. Dafür gibt es nämlich den Tatort und andere schlechte Kriminalserien.

Wenn es in solchen Serienformaten um Pädophile geht, dann können sie darauf wetten, dass die Bastion Rechtsstaat im Fernsehen mal wieder geschliffen werden soll. So wie im heutigen Tatort namens “Hart an der Grenze”. Es fing wie immer alles ganz harmlos an, der neue Kommissar zeigt ein wenig Herz im Umgang mit einem Obdachlosen und fährt das Auto der schönen Staatsanwältin zu Schrott. Polizeiarbeit wie sie nicht spannender sein könnte. Doch dann gewinnt der Plot etwas an Würze: Da ein Mädchen tot im Neckar schwimmt, muss ja auch noch irgendwie ermittelt werden. Der Obdachlose den der jüngere Kollege gern mal nen Tag im Knast versenkt hätte, da er von Hause aus nur Menschen ohne Probleme kennt, ist zu symphatisch um als Mörder durchzugehen. Bleiben nur noch skrupellose Schlepperbanden aus Osteuropa übrig. Und siehe da langsam aber sicher wird man auch auf diese Fährte gelockt…

Soweit ressentimentsgeladen kommt dann auch recht schnell die letzte Glied der Verwertungskette ins Bild, doch dummerweise kann sie sich der Verhaftung entziehen. So muss also ein Knacki den entscheidenden Tipp geben: Während dieser Verhörszene droht der Kriminalhauptkommissar Thorsten Lannert dem von im als “Kinderficker” titulierten Strafgefangenen mit Mitteln die nichts mehr mit rechtsstaatlichen Methoden zu tun haben. Für die meisten Bewohner dieses Landes ist dies nur Unterhaltung, doch damit werden Maßstäbe gesetzt. Man könnte es auch als die schleichende Abschaffung des Rechtsstaates mit anderen Mitteln bezeichnen. Am Ende kommt es jedenfalls wie es kommen muss: Ein Showdown an der Grenze zwingt die beiden Hauptkomissare das Hoheitsgebiet der Tschechische Republik zu betreten um das von den osteuropäischen Schleppern zurückgenommene Kind zu retten. Das machen die toughen Jungs natürlich auch, nicht aber ohne eine ästhetische Legitimation vom Regisseur zu bekommen, denn die beiden slawischen Unmenschen wollen das Kind kaltblütig entsorgen. Genau so muss man den Bruch mit den rechtsstaatlichen Prinzipien inszenieren, um eine möglichst breite Zustimmung in der Bevölkerung zu erreichen.

Die Faschisten mit Herz schaffen es natürlich das Kind zu retten. Logisch. Die Zuschauer - die deutschen noch dazu - werden dies in ihrer Mehrheit goutieren. Der Bruch mit dem Rechtsstaat wird so - langsam aber sicher - zur Normalität. Die Ressentiments, dass der Rechtsstaat nichts gegen “Nepper, Schlepper, Kinderfänger” ausrichten kann, führen logischerweise zur Selbstjustiz oder zum Ruf nach einem starken Staat. Und damit kennt sich die NPD immer noch am Besten aus…

Komische Bündnisgenossen…

Vom 31. Mai bis 1. Juni diesen Jahres findet in der Universität zu Köln eine sogenannte “Kritische Islamkonferenz” statt. Unter dem Motto „Aufklären statt Verschleiern“ wollen verschiedene Vereine und Organisationen über den Islam, “als welt- und gesellschaftspolitische Herausforderung” diskutieren. So weit, so gut, und trotzdem irgendwie nicht koscher. Veranstalter des Events sind neben dem Zentralrat der Ex-Muslime, der Aktion 3.Welt Saar, dem Alibri Verlag, der Giordano Bruno Stiftung eben auch die ominöse Wähler-Initiative-Recklinghausen (WIR). Und die gelten zumindest als Freunde, der Freunde von Martin Hohmann. (Continued)

Deutsche demokratische Republik?

Wenn man den ehemaligen Bundespräsidenten Herzog so reden hört, könnte man das Gefühl bekommen, dass der Mann in der DDR aufgewachsen ist. Seine heute in der Süddeutschen Zeitung geäußerte Sehnsucht nach Stabilität und geordneten Verhältnissen riecht meines Erachtens unerträglich nach Stasi, Wahlbetrug und Gerontokratie. Die Tatsache, dass sich wohl oder übel eine fünfte Partei dauerhaft im parlamentarischen Betrieb festsetzt, scheint dem alten Mann den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben…