Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche.
Eine eindringliche Sprecherstimme erklärt beinahe 60 Jahre alte schwarz-weiß Aufnahmen: “Völkermord sollte in Shangri-Lah Einzug halten. Ein Holocaust der den Frieden und die Stille einer Welt zerstörten, die kaum den Lärm einer Maschine kannte und schon gar nicht den eines Maschinengewehrs. Ein Land das ungestört in einem zeitlosen Winkel der Geschichte in sich geruht hatte, wurde durch die Gegenwart aufgeschreckt und erwachte in einem furchtbaren Alptraum. 1949 überfällt das riesige China, das vergleichsweise kleine Tibet. Eine mit modernen Waffen ausgestattete Armee fällt kampferprobt über den wehrlosen Nachbarn her. Gebietsansprüche aus längst vergangenen Zeiten werden ins Feld geführt und die Chinesen erobern in kürzester Zeit, das was sie das Schatzhaus des Westens nennen.”
Frieden. Stille. Wehrloser Nachbar. Kampferprobte moderne Armee? Holocaust! So einfach lässt sich die Propaganda zusammenfassen, die auf einer Weltbild-DVD namens “Mystica, die DVD. Die großen Rätsel der Menschheit.” zum Thema Tibet verbreitet wird. Propaganda im Namen eines brutalen feudalen Systems, dass es bis ins 20. Jahrhundert hinein schaffte Zustände wie im Mittelalter in seinem Einflußgebiet aufrecht zu erhalten. Propaganda, die gerade auch wieder ständig im Fernsehen heruntergebetet wird, weil der esoterische Klimbim der tibetischen Buddhisten das Unbehagen vieler Deutscher mit der Moderne versöhnt und gleichzeitig ihre altbackenen antikommunistische Reflexe bedient. Und dann noch dieser süße und schnukkelige Drops namens Dalai Lama. Ja, genau, “dieser Papst für Leute, die zu feige sind, wenigstens an was Richtiges zu glauben, wenn sie schon glauben, glauben zu müssen.” wie es Wiglaf Droste einmal so schön formulierte…
“Über Jahrhunderte hatten tibetische Mönche chinesische Aggressionen mit den spirituellen Kräften des Friedens abgewehrt. Die revolutionäre Inbrunst der neuen kommunistischen Ordnung erklärte alle Religionen zum Gift. Tibet wurde als rückständige und abergläubige Gesellschaft gesehen, die dringend umerzogen werden musste.”
Das in Tibet, seitdem die Gelugpa-Mönchsekte vor beinahe 500 Jahren die Macht übernommen haben, die Menschen in einem feudalen System erniedrigt durch Lamas lebten, die großen Klöster den Hauptanteil des Landes besaßen und das Bildungssystem sowie die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten monopolisiert waren, darf hier natürlich nicht erwähnt werden, weil dann die chinesische Besatzung nicht mehr uneingeschränkt als Unrecht angeprangert werden kann. Das neue Opium fürs deutsche Volk würde auch nicht jenen unwiderstehlichen esoterischen Charme wiederspiegeln, wenn öffentlich bekannt wäre, was der nationalsozialistischen Tibetforscher Ernst Schäfer aus der Stadt Phari zu berichten hatte:
“So erstickt Phari förmlich im eigenen Auswurf, und nur die Härte des Klimas scheint seine Bewohner notdürftig gegen Pocken, Pest und Cholera zu schützen. In Unrat geschlagene Treppen führen zu den Eingangstüren der stallähnlichen Behausungen hinab, wo sich Menschen und Tiere in trauriger Gemeinschaft gegen die Unbilden der Witterung zu schützen suchen. Ich habe lange genug in Asien gelebt, um gegen Schmutz recht unempfindlich geworden zu sein. In Phari aber kostet es mich doch einige Überwindung, in eine der lichtlosen, entsetzlich riechenden Behausungen hinabzukriechen, die gleichzeitig als Wohnraum, Schlafraum, Küche und Stall dient. Fenster existieren nicht, der Boden besteht aus festgetretenen Kuhfladen, und die Wände glitzern von Ruß und Reif.” (Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001)
Währenddessen schwamm die Mönchselite in Geld- und Sachwerten und brauchte auf keinen Luxus zu verzichten. Schäfer war 1938 auf Befehl des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, in Tibet. Er führte eine Expedition an, die von dem persönlicher Tutor des Dalai Lamas, Jamphel Yeshe Gyaltsen, offiziell im Potala empfangen wurde und über die bisher nur sehr wenig in Erfahrung zu bringen ist. Weder Schäfer, der mehrfach mit dem Regenten sowie hochrangigen Regierungsmitgliedern zusammengetroffen war, noch Jamphel Yeshe Gyaltsen haben in ihren Aufzeichnungen oder in mündlich Überlieferungen über diese Zusammentreffen gesprochen. Stattdessen sprechen andere sehr ausführlich, wie zum Beispiel der Pseudopolitologe Jamyang Norbu auf der Mystica-DVD:
“Noch heute ist die Vorstellung über den tibetischen Holocaust sehr ungenau. Eine ähnliche Situation wie bei den Nazis. Die Informationen über das was mit den Juden in den Todeslagern geschah, haben wir erst nach dem zweiten Weltkrieg erhalten als die Archive des Dritten Reiches geöffnet wurden, als alliierte Soldaten die Lager befreiten und die Gräber öffneten. Doch nichts dergleichen ist bisher in Tibet gemacht worden.”
Diese Opferolle vorwärts kommt im Land der Opfer natürlich prima an. Sie entspricht nur überhaupt nicht der Realität. In den Verlautbarungen der Freunde Tibets wird immer wieder behauptet, die chinesische Besatzung habe 1,2 Millionen Menschen das Leben gekostet. Nur komisch daran ist, dass erst nachdem die Chinesen zwanzig Jahren lang in Tibet stationiert waren, es überhaupt die erste Volkszählung gegeben hatte. Das Schwarzbuch Tibet: The Facts der Tibetan Young Buddhist Association in Dharamsala gibt sogar zu, es sei durch die “Abwesenheit verläßlicher Bevölkerungsstatistiken die Frage nach der Höhe der gegenwärtigen tibetischen Bevölkerung sowie die Zahl der Getöteten der Jahre 1949 – 1979 verworren es dürfte sehr wahrscheinlich sein, daß es vor 1949 etwa 4 bis 6 Millionen Tibeter gab.” Beim Angriff auf Lhasa im Jahre 1959, behauptet der Dalai Lama, dass siebenundachtzigtausend Menschen während der Gefechte ums Leben kamen. Er suggeriert der Öffentlichkeit dies alles wären tibetische Opfer. Doch laut Report des US Joint Publications Research Service in Washington waren indes drei von vier der insgesamt 65000 Toten Chinesen. Und was die Verharmlosung des Holocaust betrifft, so ist dieser Sport ja nun einmal in Deutschland besonders beliebt. Marcus Hammerschmitt schreibt dazu:
“Es ist kein Zufall, daß die Zahl von 1,2 Millionen durch die Chinesen ermordeten Tibetern in Deutschland so unkritisch nachgebetet wird. Berichte über millionenfachen Völkermord, zumal solche, die in irgendeiner Weise „kommunistischen“ Tätern angelastet werden können, finden vor allem in Deutschland begeisterte Aufnahme, weil sie geeignet sind, das über alle Maßen ungeheuerliche des Völkermords an den Juden historisch zu nivellieren. „Die“ waren oder sind also „auch nicht besser“. Die unbewältigte deutsche Schuld sucht verzweifelt nach der Schuld der anderen, und jenseits der ersten Million beginnt immer das große Aufatmen: Wir sind nicht allein so schrecklich gewesen. Dieser tief verankerte sozialpsychologische Reflex sieht sich durch jeden Zweifel an den Millionenzahlen der fremden Völkermorde bis zur Weißglut herausgefordert. Je sachhaltiger diese Zweifel sind, desto wilder müssen ihnen propagandistische Absichten unterstellt werden, desto schamloser wird an den erstunkenen und erlogenen Statistiken der Selbstentlastung festgehalten. So ist es möglich, daß ein Infragestellen der höchst unzuverlässigen und durch keine seriöse historische Forschung belegten Opferzahlen in Tibet mit einer Leugnung des überaus akribisch erforschten, von einer exzellenten Quellenlage begleiteten und durch Geständnisse der teilweise noch lebenden Täter abgesicherten Völkermords an den europäischen Juden gleichgesetzt wird. Als ich auf dem Usenet auch nur zu fragen wagte, wie die Zahl von 1,2 Millionen Opfern chinesischen Terrors in Tibet zustandekommt, wurde mir sofort unterstellt, ich sei eine Art Holocaust-Leugner. Antworten auf die Frage erhielt ich indes keine. Aber auch was die behauptete systematische Folter an Tibetern angeht (oder gar die Existenz von „Folter-KZs“), sind die Belege äußerst dünn.”
Und trotzdem wird das Märchen eines Holocaust in Tibet von Generation zu Generation weitergestrickt. Auch unter der fleißigen Mitwirkung liberaler Menschenfreunde, die gerne einmal an Nazideutschland denken, wenn es eigentlich nur darum geht über einen Olympiaboykott zu diskutieren. Obwohl einige unter Ihnen es selbst wissen, dass es wirklich kein “passender Vergleich” ist, kommt statt dem zielsicheren Vergleich mit den Boykottspielen in Moskau, immer wieder das Gespräch auf die “Olympiade ‘36“. Dies ist ein deutsches Trauma, welches Neues und Bekanntes, Otto Graf Lambsdorff und ein Herr Karl Schulz in Dormagen miteinander verbindet.
Doch vielleicht macht die Jungs aus Deutschland noch etwas anderes an, vielleicht stehen sie auch darauf, dass die Frauen im Buddhismus einzig und allein nur als Objekte vorkommen. Frauen gelten als nicht erleuchtungsfähig, sie sind Dienerinnen und haben zu gehorchen. “Es ist kein Zufall, daß es in der Macht-Hierarchie des tibetischen Buddhismus nicht eine einzige Frau gibt. Für einen tibetischen Buddhisten wäre beispielsweise die Vorstellung eines weiblichen Dalai Lamas grotesk, und nicht nur deswegen, weil Chenrezig sich niemals in einer Frau reinkarnieren würde, die per se als niedere Daseinsform des Menschen angesehen wird. Die negative Haltung des tibetischen Buddhismus zu Frauen erweist sich besonders in den inneren „Mysterien“ des tantrischen/tibetischen Buddhismus, die allein auf die spirituelle Vervollkommnung des Mannes abzielen, und Frauen dafür nur als Mittel zum Zweck begreifen. Es wird nicht gerne darüber gesprochen, und der Dalai Lama empfiehlt, die Abgründe seiner Religion den Unbefangenen und Uneingeweihten nicht allzu deutlich vor Augen zu führen, aber das spirituelle Endziel des tibetischen Buddhismus – und das unterscheidet ihn von anderen Formen des Buddhismus – bedarf unabdingbar des realen sexuellen Mißbrauchs von Mädchen und jungen Frauen.” schreibt Marcus Hammerschmitt.
Wie das mit der sexualmagisch fundierten Allmacht konkret aussieht, hat ein Lama namens Gedün Chöpel Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts in einem eigens verfassten Buch eindeutig ausgedrückt:
“Die als Sexgefährtinnen in Frage kommenden Frauen müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Laut tantrischer Lehre solle die Songyum mit „Anmut und Jugend“ ausgestattet sein und aus gutem Hause stammen. Ihre Haut dürfe nicht zu dunkel und nicht zu hell sein und ihrer Vagina müsse ohne Unterlaß ein Duft wie von verschiedenen Lotusarten oder süßem Lilienholz entströmen. In einem Tantratext werden fünf Arten von Sexgefährtinnen - gerne auch Weisheitsgefährtinnen genannt - unterschieden: Die Achtjährige, die Zwölfjährige, die Sechzehnjährige, daneben die Zwanzig- und die Fünfundzwanzigjährige; jede Altersstufe diene ganz bestimmten Zwecken. Lama Chöpel rät davon ab, „mit Gewalt in ein junges Mädchen einzudringen“, das sich zu sehr wehre; es könne dies die Geschlechtsteile verletzen (was sie womöglich für weitere Praktiken unbrauchbar mache). Ratsam sei es in solchem Falle, sich lediglich zwischen ihren Schenkeln zu reiben. Allemal empfehle es sich, Kinder vor dem Geschlechtsverkehr mit etwas Honig oder Süßigkeiten zu beschenken; ältere Mädchen, so ein Ratschlag an anderer Stelle, ließen sich sehr probat auch mit Wein gefügig machen. Im übrigen sei es durchaus rechtens, ein Mädchen, das die sexuelle Vereinigung verweigere, dazu zu zwingen. Mit Frauen fortgerückten Alters, so die Lehrer des Tantra, solle tunlichst nicht praktiziert werden: ab dreißig gelten Frauen als Manifestationen bösartiger Geister; ab Ende dreißig werden sie nur noch als Hundeschnauze, Saugfresse, Schakalfratze, Tigerdrachen, Eulengesicht und dergleichen bezeichnet.”
Wer den Islam als antimoderne Erweckungsbewegung bekämpft, weil er darin eine Bedrohung seines und vieler anderer Leben erkennt, der sollte vor dem tibetischen Buddhismus nicht seine Augen verschliessen. Bisher ist zwar noch kein buddhistisches Selbstmordteam mittels eines Passagierflugzeuges in einen Wolkenkratzer von Shanghai geflogen, aber wie der SPIEGEL ONLINE schreibt wächst die Wut der jungen Tibeter und Gewalt sei kein Tabu mehr. War es ja auch nie. Bis 1958 hatte eine tibetische Untergrundarmee mit Unterstützung der CIA einen brutalen Guerillakrieg geführt. Journalistische Flakhelfer halluzinieren in Tibet ja auch schon mal ein zweites Gaza, logisch, dass in typisch deutscher Manier die Terroristen dabei mal wieder als unschuldige Befreiungskämpfer und die Verteidiger minimaler Freiheiten als die brutalen Terroristen durchgehen werden.
Die Zeit steht einfach still: Krieg ist Frieden. Antiislamisten sind Buddhisten. 2008 ist 1984.
Leseempfehlungen:
Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs, Colin Goldner, 1999, Aschaffenburg
Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001, URL
Der freundliche Skinhead, Lizas Welt, 2007, URL
Instant Karma gegen das Reich der Mitte, Jens Berger, 2008, URL
Tibet und der »Pluralismus« der Medien, Peter Richter, 2008, URL

NUB wrote:
Bisher ist zwar noch kein buddhistisches Selbstmordteam mittels eines Passagierflugzeuges in einen Wolkenkratzer von Shanghai geflogen, aber wie der SPIEGEL ONLINE schreibt wächst die Wut der jungen Tibeter und Gewalt sei kein Tabu mehr
Schlimm, ich möchte aber lieber wissen, wieviele Chinesen den Tibetern zum Opfer gefallen sind, wieviele Tibeter von der Religionsdiktatur in den Knast geworfen oder ermordet wurden und wie sich das im Verhältnis zu den gut bekannten chinesischen Verhältnissen verhält. Solange Dein Punkt nur eine Haltung und eine Befürwortung religiöser Herrschaft ist, lässt sich das nicht auf die gleiche Ebene stellen wie chin. Gewalttaten und die Inhaftierung Oppositioneller. Ein Fan des Dalai Lama muss ich dafür nicht sein.
Posted on 23-Mar-08 at 10:21 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
“Solange Dein Punkt nur eine Haltung und eine Befürwortung religiöser Herrschaft ist, lässt sich das nicht auf die gleiche Ebene stellen wie chin. Gewalttaten und die Inhaftierung Oppositioneller.”
What? Ich bin kein vergleichender Völkermordforscher, wie deiner einer, ich übe Kritik daran, wie blind man in Dtl. ist, nur um endlich die eigene Vergangenheit, z.B. in diesem Fall den Chinesen um die Ohren zu hauen. Was hier passiert ist die Verharmlosung des Holocaust und des Nationalsozialismus, dass wäre zu beanstanden!
Aber das scheint Ihnen ja so ziemlich am Großhirn vorbeizugehen. Hauptsache man kann mal wieder dumschwätze…
Posted on 23-Mar-08 at 10:43 pm | Permalink
NUB wrote:
Ich wurde ja nicht im Zusammenhang irgendeiner Mystica-DVD genannt, werde aber indirekt in diesen Zusammenhang gestellt, wegen des Olympiade ‘36-Vergleichs. Mit irgendwelchen Holocaust-Unterstellungen hat der Vergleich der Ausrichtung einer Olympiade in einer Diktatur aber nichts zu tun. Und mit der DVD genauso wenig.
Posted on 23-Mar-08 at 10:50 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
Dir fällt ooch jarnüscht uff, wa?
Warum musstest du den die Olympiade in China, unbedingt mit jener damals 1936 vergleichen? Welchen Grund gab es diese und nicht die Boykottspiele in Moskau als Beispiel heranzuziehen? Das erklär mir mal…
Posted on 23-Mar-08 at 10:56 pm | Permalink
NUB wrote:
Mein Argument war, die oberflächliche Weltoffenheit, die ‘36 zur Schau gestellt wurde. Die Boykottspiele sind mir nicht eingefallen und ob sie sich für mein Argument geeignet hätten, weiß ich auch nicht. Also hat nix mit “unbedingt das Dritte Reich einbauen” zu tun.
Posted on 23-Mar-08 at 11:06 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
Die oberflächliche Weltoffenheit wird bei (fast) jeder Olympiade zur Schau gestellt:
“Massaker von Tlatelolco: Bei der Niederschlagung von gegen die Spiele gerichteten Studentenunruhen starben zehn Tage vor der Eröffnung der Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt etwa 500 Studenten. Ein demgegenüber vergleichsweise kleinerer politischer Zwischenfall ereignete sich bei diesen Spielen, als die zwei afroamerikanischen Leichtathleten Tommie Smith und John Carlos während der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs die schwarzbehandschuhte Faust in die Höhe streckten. Dies war damals das Symbol der Bewegung Black Power, die sich gegen die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA richtete. Das IOC stellte das Olympische Komitee der USA (USOC) vor die Wahl, entweder die beiden Athleten nach Hause zu schicken oder die ganze Leichtathletik-Mannschaft zurückzuziehen. Das USOC entschied sich für ersteres.” Quelle.
Und das dir die Boykottspiele nicht eingefallen sind, aber dafür zielsicher jene von 1936, genau das ist mein Problem mit deiner Aussage…
Posted on 23-Mar-08 at 11:11 pm | Permalink
NUB wrote:
Und das dir die Boykottspiele nicht eingefallen sind, aber dafür zielsicher jene von 1936, genau das ist mein Problem mit deiner Aussage…
Schön, aber wer X schreibt, muss deshalb nicht Absicht Y haben, auch wenn das in mancher Leute Denkschablonen so drin steckt. Und dass das Dritte Reich auch allgemein als Diktaturreferenz in Deutschland herhalten kann, ohne damit den Holocaust zu relativieren, kommt Dir wohl anscheinend nicht in den Sinn. Wer das Dritte Reich abhandelt, muss alles von A-Z berücksichtigen. Warum eigentlich?
Posted on 23-Mar-08 at 11:15 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
“Wer das Dritte Reich abhandelt, muss alles von A-Z berücksichtigen. Warum eigentlich?”
Weil man zumindest dies den Opfern schuldig ist? Weil es zu verhindern gilt, dass soetwas wieder geschieht?
Und ansonsten, mal mit Freuds Küchengehilfin gesagt, wer in Land Z, immer wieder versucht ein U zum X zu machen, der hat - mindestens unbewußt - dass Bedürfnis das für immer ins Hirn gebrannte Y endlich aus dem Kopf zubekommen…
Posted on 23-Mar-08 at 11:19 pm | Permalink
NUB wrote:
Es ist ganz normal, dass Deutsche beim Thema Diktatur an “unsere” Erfahrungen denken, das ist am schlimmsten das Dritte Reich und dann auch die DDR, diese beiden Diktaturen haben die Deutschen im 20. Jh. erlebt. Auf irgendwelche fremden Referenzen zuzugreifen wäre im Gegenteil konstruiert. Du hast aber insofern Recht, weil die von Dir unterstellte Absicht dahinterstecken kann, nicht aber muss.
Es gab auch schon diverse Vergleiche, etwa wurde der Kohl mal kritisiert, weil er eine Nähe Gorbatschows zu Goebbels nahelegte, da kannst Du dann ja genauso fragen, warum hat er nicht irgendeinen anderen Propagandisten genommen? Weil der am naheliegendsten und bekanntesten ist? Oder weil Kohl gerade so ein bisschen historische Entlastung gebraucht hat?
Vielleicht sind wir den Opfern ja auch schuldig, gegen andere Massenmorde vorzugehen, die sich auf der Welt ereignen anstatt deren Benennung zu vermeiden, weil wir ja nicht auf andere mit dem Finger zeigen wollen. Übrigens ist die Eigenschaft, auf Israel und die USA mit dem Finger zu zeigen, normalerweise unter Deutschen ungleich ausgeprägter als die, auf China zu zeigen.
Posted on 23-Mar-08 at 11:26 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
Ganz normal, NUB, ist es eben nicht! Zum Begriff der Diktatur gehört, dass sie illegitim ist, also eine legitime Staatsform umgestürzt hat oder in ihrem Ursprung nicht verfassungsgemäß ist. Der Nationalsozialismus - im Gegensatz zur DDR - wurde von einem Großteil der Bevölkerung begrüßt. Der damalige Präsident Hindenburg ernannte als neuen Reichskanzler Adolf Hitler. Ein Umsturz sieht auf jedenfall anders aus…
“Es gab auch schon diverse Vergleiche, etwa wurde der Kohl mal kritisiert, weil er eine Nähe Gorbatschows zu Goebbels nahelegte, da kannst Du dann ja genauso fragen, warum hat er nicht irgendeinen anderen Propagandisten genommen?”
Mache ich auch. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, spätestens als Kohl mit Ronald Reagan gemeinsam Blumen auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg niederlegte, zeigte er seine hässliche deutschnationale Fratze…
“Vielleicht sind wir den Opfern ja auch schuldig, gegen andere Massenmorde vorzugehen, die sich auf der Welt ereignen anstatt deren Benennung zu vermeiden, weil wir ja nicht auf andere mit dem Finger zeigen wollen.”
Mord darf nicht ignoriert werden, Massenmorde dürfen nicht ignoriert werden. Aber man darf deshalb nicht jeden noch so schrecklichen Völkermord mit dem Holocaust vergleichen, dieser Unterschied muss gewahrt bleiben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: So löste vor rund 10 Jahren der SPD-Politiker Freimut Duve über die Formulierung “Rampe von Srebrenica” Erinnerungen an Auschwitz aus, mittels derer dann die deutsche Bundeswehr in den ersten Angriffskrieg seit 1939 manövriert wurde…
Und nun frage ich dich, wie du darauf kommst, dass in Tibet angeblich Massenmorde veranstaltet werden? Das dort die Opposition unterdrückt wird, unterscheidet China nicht vom Iran, oder irgendwelchen Dritte-Welt-Diktaturen über die sich kein mensch hier aufregt. Mit welcher Absicht wird den gerade dieses Thema in den Medien so aufgeblasen? Wie ist das eigentlich in Dafur? Ist dort schon wieder Frieden? Was ist eigentlich derzeit in Burma los? Herrscht dort etwa Frieden? Wenn ja, was für einer?
Die Tatsache, dass aus Deutschland heraus gerne mit dem Finger gen Westen gezeigt wird, bedeutet übringens keineswegs, dass nicht ebenfalls gerne der Finger in die genau entgegengesetzte Richtung zeigt! Das ist doch genau der deutsche Sonderweg, mit den arischen Islamo-Iraner und den totalitären Nationalchauvinisten aus Russland gegen den Rest der Welt!
Posted on 24-Mar-08 at 12:28 am | Permalink
NUB wrote:
Ganz normal, NUB, ist es eben nicht! Zum Begriff der Diktatur gehört, dass sie illegitim ist, also eine legitime Staatsform umgestürzt hat oder in ihrem Ursprung nicht verfassungsgemäß ist.
Bei meinem Diktaturbegriff kann selbige auch aus einer Demokratie hervorgehen, die stückweise demontiert wird. Außerdem bezog sich mein Argument darauf, dass die Deutschen das Dritte Reich besser kennen und eher als großes Übel vor Augen haben als beispielsweise “den arischen Islamo-Iraner und den totalitären Nationalchauvinisten aus Russland”.
Der Nationalsozialismus - im Gegensatz zur DDR - wurde von einem Großteil der Bevölkerung begrüßt.
Richtig, ich würde auch nicht auf die Idee kommen, das mit der DDR gleichzusetzen, die u.a., in ihrer Ausgestaltung nicht nur, Folge des 2. WK ist.
Der damalige Präsident Hindenburg ernannte als neuen Reichskanzler Adolf Hitler. Ein Umsturz sieht auf jedenfall anders aus…
Stimmt auffallend. Nur war mir nicht ganz klar, dass ich das alles beachten muss, wenn ich die Olympischen Spiele ‘36 nenne, dazu noch mit Distanzierung, dass es kein guter Vergleich ist.
Mord darf nicht ignoriert werden, Massenmorde dürfen nicht ignoriert werden. Aber man darf deshalb nicht jeden noch so schrecklichen Völkermord mit dem Holocaust vergleichen, dieser Unterschied muss gewahrt bleiben.
Da bin ich derselben Meinung.
Doch genau das Gegenteil ist der Fall: So löste vor rund 10 Jahren der SPD-Politiker Freimut Duve über die Formulierung “Rampe von Srebrenica” Erinnerungen an Auschwitz aus, mittels derer dann die deutsche Bundeswehr in den ersten Angriffskrieg seit 1939 manövriert wurde…
Kriegspropaganda versucht immer, dementsprechend zu assoziieren, dass es möglichst ein hilfloses Opfer gibt, dem man zur Hilfe eilen muss. Das ist u.a. die Methode, um die entsprechende Zustimmung zu einem Krieg zu erhalten. Beim Krieg zur Befreiung Kuwaits wurde das Bestreben mit so einer Babys-aus-Brutkästen-Nummer unterfüttert. Zudem waren die Amerikaner bei Ex-Jugoslawien aus geostrategischen Gründen (Truppenstützpunkt, Russen zurückdrängen) sehr dafür, das gegen Serbien so durchzuziehen. Das ist ein NATO-Gemeinschaftsprojekt, wenn man so will.
Die Tatsache, dass aus Deutschland heraus gerne mit dem Finger gen Westen gezeigt wird, bedeutet übringens keineswegs, dass nicht ebenfalls gerne der Finger in die genau entgegengesetzte Richtung zeigt! Das ist doch genau der deutsche Sonderweg, mit den arischen Islamo-Iraner und den totalitären Nationalchauvinisten aus Russland gegen den Rest der Welt!
Ich sehe nicht, dass dies bisher irgendwie gegen China gerichtet gewesen wäre. China vollstreckt wie erwähnt sehr viele Todesurteile, inhaftiert Oppositionelle, zensiert das Internet u.a. mehr. Bisher interessiert das recht wenig. Oder “gegen den Rest der Welt”. Solange die Geschäftsbeziehungen stimmen, kann man mit fast jedem. Mit dem Iran gibt es ja seitens D immerhin auch ein Handelsvolumen von mehreren hundert Mio. Euro. Auch mit den Türken und Arabern existieren entsprechende Wirtschaftsverflechtungen, weswegen man mit Kritik eher zurückhaltend ist.
Posted on 24-Mar-08 at 9:44 am | Permalink
NUB wrote:
Bei Kohls Aktivitäten stimme ich durchaus ebenfalls zu, wobei die Politiker Volksvertreter sind, nicht Volkserzieher. Und ob die meisten Deutschen nun gerade Deine Lesart teilen und dementsprechend auf ihre Väter und Großväter anwenden, ist ja doch fraglich. So gesehen vertrat Kohl nur, was viele andere auch vertraten. So eine Normalisierung, praktisch einen Schlussstrich.
Posted on 24-Mar-08 at 9:59 am | Permalink
Laura wrote:
Gibt’s in China auch ein “Blutschutzgesetz” und ähnliche Spässe? - Das wusste ich gar nicht!
Posted on 24-Mar-08 at 10:23 am | Permalink
mrpresident wrote:
Der Artikel könnte aus der People’s Daily stammen. Genauso argumentiert die chinesische Presse. Und das kann nicht gut sein. Ich verstehe nicht, wieso die frühere Existenz eines hierokratischen Systems in Tibet die Tibeter heute in den Augen mancher für Demokratie und Freiheit von Besatzung disqualifiziert. Die chinesische Besatzung ist brutal, das zeigt sich gerade jetzt wieder. Die Chinesen behaupten die Tibeter vom “feudalen Joch” befreit zu haben. Das “feudale Joch” ist jetzt zwar weg, aber mehr als 50 Jahre chinesische Besatzung (inklusive Kulturrevolution) haben ihre Spuren hinterlassen. Die “Befreiung” hat nichts verbessert. Dabei haben sicher viele Tibeter ihr Leben lassen müssen. Die genaue Zahl ist irrelevant und wird von der chinesischen Regierung sicherlich auch nicht bekannt gegeben werden (für Transparenz sind die nicht bekannt). Die Tibeter sind keine Palästinenser und in Tibet gibt es keinen Holocaust. Die Chinesen versuchen nicht die Tibeter umzubringen, sondern sie durch den massiven Zuzug von Han-Chinesen zu assimilieren.
Ich bin nun wirklich kein “liberaler Gutmensch”, aber irgendwie finde ich das nicht gut. Ich kann verstehen, dass viele Leute etwas gegen den Dalai Lama haben. Aber Tibet besteht nicht nur aus dem Dalai Lama, sondern auch aus dem tibetischen Volk. Und das hat ein Recht auf Freiheit. Die Chinesen lassen nicht mit sich verhandeln, das (und vieles anderes) unterscheidet sie von Israel…
Posted on 24-Mar-08 at 12:06 pm | Permalink
NUB wrote:
@mrpresident
Würde man plump an die Sache herangehen, könnte man unterstellen, die Chinesen werden einfach als die fortschrittliche Kraft gesehen, die in dieser Rolle gegen die theokratisch-faschistisch-feudalistischen Kräfte agiert. Und demnach “Feuer frei”. Von “Feuer frei” hat der Gastgeber aber nix geschrieben, sondern, dass ihn Propaganda-Vergleiche mit dem Holocaust ärgern, was ich korrekt finde. In der Gesamtbetrachtung des Geschehens sehe ich aber aktuell die Chinesen als Akteure.
Posted on 24-Mar-08 at 1:38 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
@ NUB
Zuerst können wir mal festhalten, dass wir einen unterschiedlichen Diktaturbegriff haben, was aber nicht weiter tragisch ist. Was das große Übel betrifft, so denke ich, dass in Deutschland bei dieser Formulierung den Menschen eher Israel oder die USA einfallen, statt ihre Großväter, und somit ihr Vaterland.
Was den Auslöser unserer Debatte betrifft, so denke ich immer noch, dass ein Vergleich mit den Boykottspielen in Moskau eindeutig besser gewesen wäre. Schon allein deshalb, weil die Machthaber in Moskau ebenso wie die in Peking sich auf Versatzstücke der kommunistischen Ideologie berufen…
“Kriegspropaganda versucht immer, dementsprechend zu assoziieren, dass es möglichst ein hilfloses Opfer gibt, dem man zur Hilfe eilen muss. Das ist u.a. die Methode, um die entsprechende Zustimmung zu einem Krieg zu erhalten. Beim Krieg zur Befreiung Kuwaits wurde das Bestreben mit so einer Babys-aus-Brutkästen-Nummer unterfüttert. Zudem waren die Amerikaner bei Ex-Jugoslawien aus geostrategischen Gründen (Truppenstützpunkt, Russen zurückdrängen) sehr dafür, das gegen Serbien so durchzuziehen. Das ist ein NATO-Gemeinschaftsprojekt, wenn man so will.”
Du hast Recht was die Projektion hilfloser Opfer betrifft, nur ist es ein Unterschied ob ich behaupte, dass Babys aus den Brutkasten geklaut werden, oder ein Deutscher behauptet, dass sich in einem anderen Land gerade etwas ähnliches passiert wie hier in diesem Land während des Holocausts.
“Solange die Geschäftsbeziehungen stimmen, kann man mit fast jedem.”
Ja, das ist eines der größten Glaubwürdigkeitsprobleme mit der sich die selbsternannten Menschenrechtsfreunde wie MrPresident herumzuschlagen haben. Und da helfen natürlich nur noch völkische Ablenkungsmanöver…
“Und ob die meisten Deutschen nun gerade Deine Lesart teilen und dementsprechend auf ihre Väter und Großväter anwenden, ist ja doch fraglich. So gesehen vertrat Kohl nur, was viele andere auch vertraten. So eine Normalisierung, praktisch einen Schlussstrich.”
Die Schlußstrichdebatte ist doch die ideologische Vorbereitung des Comebacks von Deutschland als Großmacht. Bevor nicht der Makel des Holocauts in irgendeiner Form getilgt wurde, konnte doch Schröder in der Irakkriegsfrage niemals den Dicken gegenüber George W. Bush makieren. Normalisierung bedeutet, dass Deutschland die Front gegen Amerika neu aufbaut, einzig und allein nur um den nächsten Anlauf zu wagen..
@ Laura
What?
@ MrPresident
“Der Artikel könnte aus der People’s Daily stammen. Genauso argumentiert die chinesische Presse.”
Achja, können sie diese haltlose Verleumdung beweisen? Wohl kaum…
“Ich verstehe nicht, wieso die frühere Existenz eines hierokratischen Systems in Tibet die Tibeter heute in den Augen mancher für Demokratie und Freiheit von Besatzung disqualifiziert.”
Da gibt es auch nix zu verstehen, weil dass niemand hier behauptet hat.
“Die chinesische Besatzung ist brutal, das zeigt sich gerade jetzt wieder. Die Chinesen behaupten die Tibeter vom “feudalen Joch” befreit zu haben. Das “feudale Joch” ist jetzt zwar weg, aber mehr als 50 Jahre chinesische Besatzung (inklusive Kulturrevolution) haben ihre Spuren hinterlassen. Die “Befreiung” hat nichts verbessert.”
Woher nimmst du dein Wissen? Befreiung aus dem feudalen Joch ist nicht immer gleich die Freiheit wie du sie dir vorstellst. Diese Freiheit hat übrigens kein einziger Chinese, ob er nun aus Tibet kommt, oder nicht. Und übrigens, die Deutschen wurden auch schon ein paarmal von fremden Mächten besetzt. Und ich würde behaupten, dass weder die Anwesenheit der Römer oder von Napoleon, noch jene der Alliierten schlecht fürs Land gewesen wäre.
Und die Kulturrevolution hat alle in China lebenden Menschen getroffen, bis auf Mao und seine Bande…
“Dabei haben sicher viele Tibeter ihr Leben lassen müssen. Die genaue Zahl ist irrelevant und wird von der chinesischen Regierung sicherlich auch nicht bekannt gegeben werden (für Transparenz sind die nicht bekannt).”
Das ist auch anzuprangern! Doch frage ich mich, wann das letzte Mal wegen der Unterdrückung der sogenannten Uiguren die chinesische Regierung angeprangert wurde? Soetwas nennt man Heuchelei, nur mal so nebenbei…
“Die Tibeter sind keine Palästinenser und in Tibet gibt es keinen Holocaust.”
Genau das wird aber in der Propaganda der Tibetfans behauptet. Sie haben ja auch genau deshalb auf ihrem Blog den SPON-Artikel auseinandergenommen.
“Die Chinesen versuchen nicht die Tibeter umzubringen, sondern sie durch den massiven Zuzug von Han-Chinesen zu assimilieren.”
Und das ist dann auch schon wieder Propaganda. Wiederrum von den Tibetfans: “Je weniger die Lage in Tibet einem behaupteten systematischen Völkermord entspricht, desto mehr greift der Dalai Lama auf das Konstrukt des kulturellen Genozids zurück, das in sich fragwürdig ist, aber von ihm in bewußt manipulierender Weise mißbraucht wird. Laut Dalai Lama hat „kultureller Genozid“ im Zusammenhang mit der chinesischen Präsenz in Tibet folgendes zu bedeuten: Die chinesische Regierung versucht durch systematische Umsiedlungsprogramme die Tibeter zur Minderheit im eigenen Land zu machen. Dazu ist zunächst zu sagen, daß der Dalai Lama etwas anderes mit „Tibet“ meint als der Rest der Welt. Sein Tibet ist nicht dasjenige, das auf den Landkarten zu finden ist (nämlich die Autonome Region Tibet unter chinesischer Verwaltung):
“Wie (…) ausführlich dargestellt, bezieht sich die Argumentation des Dalai Lama stets auf das „ethnographische“ Tibet, das heißt auf den gesamten großtibetischen Siedlungsraum. Er unterschlägt, daß das zwischen 1913 und 1951, dem Zeitraum tibetischer „de-facto-Unabhängigkeit“, von Lhasa kontrollierte „politische“ Tibet im wesentlichen der nur etwa halb so großen heutigen Autonomen Region Tibet entspricht. Die darüber hinausreichenden östlichen Territorien (mithin Amdo und Kham) unterstehen bereits seit 1720 (!) mandschurischer (ab 1912 nationalchinesischer) Kontrolle, sie waren nicht Teil des „politischen“ Tibet, für das 1913 die „Unabhängigkeit“ erklärt wurde.” (S. 195)
Mit der erwähnten Unabhängigkeitserklärung ist ein Edikt des 13. Dalai Lama von 1913 gemeint, das von der exiltibetischen Regierung als Beleg für die vollentwickelte nationale Unabhängigkeit zwischen 1913 und 1951 gewertet wird, die völkerrechtlich die Voraussetzung für die Forderung wäre, Tibet von chinesischer Fremdherrschaft zu befreien. Die Beziehungen zwischen Tibet und China sind allerdings seit Jahrhunderten so eng, und die „Unabhängigkeitserklärung“ von 1913 ist so verwaschen, daß völkerrechtlich erhebliche Zweifel daran bestehen, daß das politische Tibet je ein unabhängiger Staat gewesen ist. Hinzu kommt, daß der jetzige Dalai Lama 1951 eine siebzehn Punkte umfassende Vereinbarung mit der damals neuen chinesischen Regierung nicht nur von seinem bevollmächtigten Verhandlungsführer unterschreiben ließ, sondern auch persönlich und als tibetisches Staatsoberhaupt noch einmal in einem Telegramm an Mao Tse Tung bestätigte, und zwar am 24. 10. 1951. Selbstredend will er das heute nicht mehr wahrhaben. Wie dem auch sei:
“Es kann (…) in der Frage einer „Überflutung“ Tibets durch (Han-) Chinesen nur um die Autonome Region Tibet gehen [denn nur dieser Teil Tibets hat je eine Form der politischen Unabhängigkeit von China bekundet, M.H.]. In den anderen Regionen (Kham = Sichuan / Yunnan, Amdo = Qinghai) leben sozusagen „seit jeher“ Han-Chinesen, zusammen mit zahlreichen anderen ethnischen Gruppen, zu denen eben auch Tibeter zählen.” (S. 195)
Wie steht es nun mit der chinesischen „Überfremdung“ in der Autonomen Region Tibet? Laut Colin Goldner ziemlich schlecht:
“Um es zu wiederholen: der han-chinesische Bevölkerungsanteil in der Autonomen Region Tibet liegt einschließlich militärischen Personals bei maximal 14 %; rechnet man die rund 100.000 chinesischen Siedler allein, liegt er bei unter 5 %. Seit Beginn der 1990er ist die zivile Migrationsbilanz (aller ethnischen Gruppen) in die ART sogar negativ (…). Die Behauptung der tibetischen Exilregierung, es habe sich seit Ende der 1980er >eine Million Chinesen, nicht einbezogen militärisches Personal< in der ART ansässig gemacht, >davon einige hunderttausend Händler und Siedler allein in Lhasa< , ist barer Unsinn." (S. 196)
Was die anderen Themen der „Sinisierung“ angeht, z.B. ein angebliches Verbot des Tibetischen an den Schulen, eine angebliche planmäßige Zerstörung von Klöstern und Baudenkmälern durch die Chinesen etc., sind die Behauptungen der tibetischen Exilregierung genauso unglaubwürdig wie in Bezug auf die Massentötungen bzw. –folterungen, die die Chinesen an Tibetern angeblich bis heute und konstant seit 1951 zu verantworten haben. Fazit: von einer bewußt betriebenen Sinisierung durch planmäßige „Überfremdung“, gar von einem „kulturellen Genozid“ kann in Tibet keine Rede sein.” Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001
“Ich bin nun wirklich kein “liberaler Gutmensch”, aber irgendwie finde ich das nicht gut.”
Irgendwie etwas nicht gut zu finden, hört sich verdammt nach Bauchgefühl an, damit lässt sich nur sehr schwer wirklich vernunftgeleitet denken…
“Ich kann verstehen, dass viele Leute etwas gegen den Dalai Lama haben. Aber Tibet besteht nicht nur aus dem Dalai Lama, sondern auch aus dem tibetischen Volk. Und das hat ein Recht auf Freiheit.”
Halten wir doch erst einmal fest: Alle “Chinesen” haben das Recht auf Freiheit. Das du der Propaganda aufgesessen bist, man könne im Freiheitsdrang nach völkischen Kriterien unterscheiden, ist dein Problem.
“Die Chinesen lassen nicht mit sich verhandeln, das (und vieles anderes) unterscheidet sie von Israel…”
Doch die Chinesen lassen mit sich verhandeln, und zwar wenn es um wirtschafliche Dinge geht. Und das ist Deutschland ganz vorne mit dabei…
@ NUB
“In der Gesamtbetrachtung des Geschehens sehe ich aber aktuell die Chinesen als Akteure.”
Und genau das ist das Ziel der gesamten Kampagne. Seit ihr wirklich so naiv, zu glauben, die Chinesen haben kurz vor Olympia das Bedürfnis das solche Bilder aus Tibet in die Welt gelangen? Wem nützt es? Einzig und allein die tibetischen Freischärler hatten ein Interesse daran, dass kurz vor Olympia die Post abgeht. Einen besseren Zeitpunkt hat es und wird es für sie nicht geben, ihre Propaganda zu verbreiten und dadurch - auf lange Sicht - ihre Macht zurückzuerlangen.
Posted on 24-Mar-08 at 7:11 pm | Permalink
mrpresident wrote:
Um den Vorwurf der “Heuchelei” kurz zu entkräften: Die “harmonische Gesellschaft” in Xinjiang
Hier mal ein Textbeispiel von der chinesischen Propagandapresse: No return to old Tibet
Meine Aussage war natürlich etwas polemisch und ich wollte Sie nicht in eine Ecke mit den Roten stellen, aber inhaltlich gibts da schon Ähnlichkeiten.
“Diese Freiheit hat übrigens kein einziger Chinese, ob er nun aus Tibet kommt, oder nicht. Und übrigens, die Deutschen wurden auch schon ein paarmal von fremden Mächten besetzt. Und ich würde behaupten, dass weder die Anwesenheit der Römer oder von Napoleon, noch jene der Alliierten schlecht fürs Land gewesen wäre.”
Zur Freiheit der Chinesen hab ich schon viel geschrieben, die unterschlage ich mit Sicherheit nicht. Da können Sie mir wohl keine Ignoranz vorwerfen. Wir leben mittlerweile im 21. Jahrhundert und eine liberale Demokratie sollte einer chinesischen Besatzung vorzuziehen sein.
Nicht jeder Unterstützer eines freien Tibets ist gleich ein durchgeknallter Dalai-Lama-Fan. Das hat auch nix mit “völkischen Kriterien” zu tun, zumal ja auch die Han-Chinesen auf Taiwan nicht zur autoritär regierten VR China gehören wollen. Wieso sie die chinesische Besatzung Tibets verteidigen, bleibt mir auch weiterhin unklar.
Posted on 24-Mar-08 at 7:54 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
“Wir leben mittlerweile im 21. Jahrhundert und eine liberale Demokratie sollte einer chinesischen Besatzung vorzuziehen sein.”
Das Problem ist nur das die liberale Demokratie kaum zur Wahl stehen wird. Wieso ist es für vernunftbegabte Menschen ziemlich kar, dass im Gazastreifen niemals eine liberale Demokratie erwachsen wird, selbst wenn die Fatah dort das Ruder wieder übernehmen würde, und warum glauben die selben Menschen, dass in Tibet, wenn die Chinesen sich zurückziehen, nicht das mittelalterliche System der Lamas reaktiviert wird, sondern sich die Menschen direkt aus dem Feudalismus in die Moderne katapultieren werden? Ich verstehe es einfach nicht…
Was Taiwan betrifft: Wie erklärst du dir, dass die Mehrheit der Taiwanesen ganz aktuell per Stimmabgabe für eine weitgehende Annäherung zu China gestimmt und den strikten Abgrenzungskurs des DPP-Politikers Chen Shui Bian abgewählt hat? Dies widerspricht deiner Aussage, dass die dort lebenden Menschen “nicht zur autoritär regierten VR China” gehören wollen…
Posted on 24-Mar-08 at 8:17 pm | Permalink
mrpresident wrote:
“Dies widerspricht deiner Aussage, dass die dort lebenden Menschen “nicht zur autoritär regierten VR China” gehören wollen…”
Nein. Die KMT hat als Voraussetzung für Verhandlingen über eine “Wiedervereinigung” die Demokratisierung des chinesischen Festlandes verlangt. Sie strebt keinen Anschluss an ein kommunistisches China an. Ich kenne jedenfalls keinen Taiwaner, der das wollte. Die Wahlerfolge der KMT beruhen vor allem auf der Unzufriedenhiet der Taiwaner mit der Wirtschaftslage.
“…warum glauben die selben Menschen, dass in Tibet, wenn die Chinesen sich zurückziehen, nicht das mittelalterliche System der Lamas reaktiviert wird, sondern sich die Menschen direkt aus dem Feudalismus in die Moderne katapultieren werden? Ich verstehe es einfach nicht…”
Wieso sollte denn automatisch dasselbe System wie vor über 50 Jahren wieder entstehen? Ich verstehe diesen kulturalistischen Automatismus nicht. So “zurückgeblieben” sind die Tibeter jetzt ja auch nicht. Was sollen sie denn Ihrer Meinung nach machen? Zuschauen wie die Chinesen ihr Land besiedeln und die Wirtschaft übernehmen? Solange Tibet chinesisch besetzt ist besteht ja nicht einmal die Möglichkeit einer Demokratisierung.
“Wieso ist es für vernunftbegabte Menschen ziemlich kar, dass im Gazastreifen niemals eine liberale Demokratie erwachsen wird, selbst wenn die Fatah dort das Ruder wieder übernehmen würde, und warum glauben die selben Menschen, dass in Tibet,…”
Meine Meinung zu diesem Vergleich habe ich ja deutlich gemacht…
Posted on 24-Mar-08 at 8:57 pm | Permalink
dissidenz.olifani.de » ganz viel holocaust wrote:
[…] aber die menschen vom “bad blog” haben in ihrem flickr-kanal jetzt auch screenshots vom tibetanischen holocaust veröffentlicht, leider bislang ohne quellenangabe: edit: jetzt online bei bad blog: “tibets holocaust - ein märchen für deutsche“ […]
Posted on 24-Mar-08 at 9:02 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
“Wieso sollte denn automatisch dasselbe System wie vor über 50 Jahren wieder entstehen?”
Weil die religiösen Eliten davon am meisten profitieren? Und als Gegenfrage: Was macht dich so sicher, dass es nicht so sein wird? In den tibetischen Exilorganisationen haben auf jedenfall die mittelalterlichen Mönche und Lamas weiterhin das Sagen…
“Was sollen sie denn Ihrer Meinung nach machen? Zuschauen wie die Chinesen ihr Land besiedeln und die Wirtschaft übernehmen?”
Tut es Ihnen eigentlich nicht weh, immer wieder die gleichen Märchen zu verbreiten? Zum Thema “Land besiedeln” habe ich Ihnen in meinem vorangegangenen Beitrag ein paar Fakten präsentiert. Solange Sie da keine Argumente zur Hand haben, kann ich Sie in dieser Frage einfach nicht ernst nehmen. Die monotone Wiederholung argumentfreier Behauptungen stärkt keineswegs den Wahrheitsgehalt der Aussage. Und welche Wirtschaft, MrPresident? In Tibet herrschte eine mittelalterliche Subsistenzwirtschaft als die Chinesen dort rein sind!
Und was Taiwan betrifft, so wird die wirtschaftliche Annäherung ganz bestimmt nicht solange auf sich warten lassen, bis der letzte chinesische KP-Chef in Peking den Löffel abgegeben hat. Da sind die Taiwanesen keineswegs anders als ihre kapitalistischen Freunde in Washington, Berlin oder London.
Posted on 24-Mar-08 at 9:15 pm | Permalink
Laura wrote:
mir ist nicht bekannt, dass es in china zB ein heiratsverbot gäbe, das angehörigen verschiedener “völker” das heiraten verunmöglichen würde, mit der begründung, das “wahre chinesische blut” würde damit verunreinigt werden etc.
in d existierte aber derlei und vieles mehr, das “blutschutzG” wurde etwa 1935 verabschiedet.
meine art zu sagen: der vgl mit der olympiade 1936 ist haarsträubend.
Posted on 24-Mar-08 at 9:38 pm | Permalink
Doc Holliday wrote:
In dem Kommentar aus der China Daily wird doch eigentlich ziemlich vernünftig argumentiert! Der Verweis, das diese Argumentation von “den Roten” kommt kann daran auch nichts ändern.
Posted on 25-Mar-08 at 10:56 am | Permalink
HIRAM7 REVIEW wrote:
Ausgezeichnete Recherche. Danke an den Autor.
Posted on 25-Mar-08 at 8:36 pm | Permalink
Aus gegebenem Anlass: Der Dalai Lama - ein Wolf im Schafspelz « wrote:
[…] Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche […]
Posted on 25-Mar-08 at 8:40 pm | Permalink
Philipp wrote:
In all deinen Kommentare sprichst (oder eher “schreibst”) du mir förmlich aus der Seele, Edward E. Nigma. Und das darfst du durchaus positiv auffassen, ausser natürlich, dir ist die Meinung eines anonymen Kommentarverfassers völlig egal. Davon gehe ich jetzt einfach mal nicht aus.
Posted on 25-Mar-08 at 9:53 pm | Permalink
cs wrote:
Möchtest Du damit sagen, dass Kritik an China bezüglich des Vorgehens in Tibet prinzipiell oder nur in der von dir beschriebenen Weise falsch ist?
Posted on 25-Mar-08 at 10:30 pm | Permalink
Alles O.K. in Tibet « Hotel Villa de Art wrote:
[…] und dass es in Tibet ja eh kaum Han-Chinesen gebe. Dieses Argument findet sich auch in der deutschen Blog-Landschaft (Kommentar 16) wieder, obwohl es auf Zahlen aus dem Jahre 2000 (vermutlich vom damaligen offiziellen chinesischen […]
Posted on 27-Mar-08 at 11:48 am | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
“Möchtest Du damit sagen, dass Kritik an China bezüglich des Vorgehens in Tibet prinzipiell oder nur in der von dir beschriebenen Weise falsch ist?”
Was möchte der Kritiker eigentlich sagen? Die Kritik an China muss eingebettet sein in Kritik an der westlichen Welt die gerade still hält, an der Provokation der Tibeter sowie ihrer religiösen Führer, und der Tatsache gedenken, dass natürlich Propaganda von allen Seiten betrieben wird. Sie muss also dialektisch sein.
Doch dies führt ja gleich zu Verwirrung allenthalben. MrPresident macht solch eine Dialetik am meisten zu schaffen. Er sieht schon Millionen Tibeter sterben, obwohl dort angeblich kaum noch Tibeter leben: alle zwangsumgesiedelt! Ergo völlig logisch: Vorallem die Ansiedlung von Menschen die nicht aus Tibet stammen scheint ihm ein großes Problem zu sein. Nun frage ich mich, wie definiert er das Reinheitsgebot des tibetischen Volks? Sind alle in Tibet lebenden Menschen Tibeter? Sind nur diejenigen Tibeter die auch erblich nachweisen können nicht von Han-Chinesen abzustammen? Oder wollen wir die Nummer reaktivieren, die sogenannte Rasseforscher vor 70 Jahren aufgemacht haben? Halbtibeter sind dann noch okay, aber Vierteltibeter sollten schleunigst das Weite suche?
MrPresident, auch wenn es nicht in ihren Kopf will, aber alle Menschen die in China leben haben ein besseres Leben verdient. Egal wo sie derzeit wohnen, woher sie kommen, wohin sie gehen. Allein die Tatsache, dass wenn der Dalai Lama von Tibet spricht, er ein doppelt bis dreifach so großes Gebiet meint, wie es zu den Zeiten der “Unabhängigkeit” vor 80 Jahren war, scheint Ihnen keine Silbe wert zu sein. Daraus kann man schliessen, dass ihr Tibettick etwas mit völkischen Ideologiefragmenten zu tun hat, ihre einseitige Rhetorik gegen China dementsprechend etwas mit Antikommunismus und ihr Nichtbekenntnis zur Moderne ein religiöses Restbekenntnis ist, so dass ich mich derzeit nicht in der Lage sehe dies zu exorzieren. MrPresident, ich bin gespannt auf ihre persönliche Volkszählung in Tibet, vielleicht können Sie ja nebenbei dann auch mal gleich die haltlosen Opferzahlen von “Bad Boy Mao” nachweisen. Selbst nach Rummel und Heinsohns sind es ja “nur” die Hälfte!
PS: Der Fortschritt wie Sie ihn sich vorstellen, ist in Manchester oder Schlesien damals auch sehr brutal und blutig durchgesetzt worden. Aber daran kann sich der feine Herr wohl auch nicht mehr erinnern…
Posted on 27-Mar-08 at 6:55 pm | Permalink
Andrew wrote:
ich leide mit China und habe kein Verständnis für die menschenverachtende Sekte des Dalai Lama.
Hoffentlich nimmt ihn China schnell fest.
Es lebe China und das chinesische Volk
Posted on 28-Mar-08 at 1:37 am | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
@ Andrew
“ich leide mit China…”
Ick hoffe es tut verdammt dolle weh!
@ MrPresident
“Das müssen China und die Tibeter schon unter sich ausmachen.”
Machen sie ja gerade, nur dass es dir nicht passt wie eine der beiden Seiten ihre Ansprüche durchsetzt. Du fällst leider auf die Propagadalügen der Tibeter herein, wie du schon mehrfach hier beweisen hast…
“Alle Chinesen haben das Recht auf Freiheit, genau wie die Tibeter (und die Uighuren, usw.). Deshalb hab ich zu dem Thema auch schon dutzende von Beiträgen geschrieben.”
Das habe ich nicht in Abrede gestellt, als ich in meinem Beitrag fragte wie es mit anderen Minderheiten in China aussieht, haben Sie ja schon deutlich gemacht, dass dieses Thema Ihnen nicht am Arsch vorbeigeht…
Ich würde halt nur die Unterscheidung in Tibeter, Uiguren usw. nicht mittragen, weil sie mir zu völkisch erscheint. Für mich sind alle Menschen in China, Chinesen, allein aus dem Grund, da sie in China leben. Die Unterteilung in die alten Stämme usw. halte ich nicht für fortschrittlich, weil damit wieder eine Kollektivierung der Individualisierung vorgezogen wird…
Damit dürften wir auch ihren letzten Aufreger geklärt haben: “Erst haben Sie mir vorgeworfen, dass ich das Leid der Uighuren ignoriere (wobei das nach Ihrer Rechnung ja auch Chinesen sein müssten), und jetzt das. Der Unterschied zwischen Ihrer Dialektik und mir besteht wohl darin, dass ich Tibetern und Chinesen die Freiheit gleichermaßen gönnen würde, da ich das tibetische Volk nicht nur auf den Dalai Lama (und seine fiese Clique) reduziere. Wieso diese Unterscheidung nicht in Ihren Kopf reingeht, weiß ich nicht. Vielleicht liegts an übetriebener Dialektik.”
“Die Opferzahl von 60 Millionen besteht aus Menschen, die direkt durch Hunger und Verfolgung umgekommen sind, vor allem durch den “Großen Sprung nach Vorne”. Der Rest beruht auf Schätzungen von Demographen, die die enstandene “Beule” in der natürlichen Bevölkerungsentwicklung Chinas untersucht haben. Die Zahl beeinhaltet also auch Menschen, die aufgrund von Hunger und Krankheit bei der Geburt starben oder gar nicht erst “geboren werden” konnten (30 Millionen direkte und 30 Millionen “ungeborene Opfer”).”
Mit dieser Aussage haben Sie sich in meinen Augen schon wieder als hässlicher Demagoge entpuppt. Ungeborene Opfer, was ist das für eine Kategorie? Wieviele ungeborene Opfer gab es eigentlich im zweiten Weltkrieg haben das deine Forscher auch mal ausgerechnet? So arbeitet kein ernstzunehmender Wissenschaftler…
Und erkläre mir mal, wie eine Hungerkatastrophe, die vom schlechten Wetter verursacht wurde, den Maoisten in die Schuhe zu schieben sei? Wo doch der tolle Westen seine Hungerhilfe verweigert hat, oder dafür soviel Geld verlangt hat, dass es für die Chinesen zu teuer war. Das du mir so eine haltlose und dumme Frechheit andrehst, zeigt deutlich deine Verzweiflung…
“Wer verhungert, der bekommt keine Kinder. Die Zahl ist in der westlichen Sinologie eigentlich nicht umstritten.”
Ja, warum wohl. Die Hälfte der westlichen Wissenschaftler ist froh endlich das große asiatische Verbrechen gefunden zu haben, die andere Hälfte hat endlich die Holocaustverharmlosung pseudowissenschaftlich auf die Spitze getrieben.
“Leider haben die Chinesen nicht so akribisch Buch geführt wie die Nazis. Prozentual ist es natürlich nicht besonders viel…”
Und trotzdem haben wir Zahlen, und die überragen sogar jenen Opferzahlen des NS, was für ein Wunder. Welch schöner Tag fürs deutsche Wohlbefinden…
“Nein, ich bin tatsächlich kein Freund des Kommunismus. Das hat ausreichend historische Gründe…”
Sie sind ein Feind des Kommunismus und werden genau deshalb bei diesem Thema völlig irrational. Das zeigen ihre verrückten Zahlenspielereien recht deutlich…
“Nein, daran kann ich mich nicht erinnern. Der feine Herr war damals noch nicht auf der Welt. Aber die Ansicht, dass für den Fortschritt des Landes eben auch mal ein paar Milliönchen an Leuten draufgehen müssen ist bei Radikalen aller Couleur weit verbreitet.”
Es geht nicht um die Ansicht, dass es so sein muss, sondern um die Tatsache, dass im Manchester oder Schlesien vor 150 Jahren so war. Kleine Kinder mussten unter den gleichen Bedingungen arbeiten wie heute in China. Ein Menschenleben war damals beinahe ebenso wenig wert. Und darauf baut dein und mein Wohlstand auf. Übrigens auch auf die Arisierungsgewinne der Nazis…
“Wir leben aber nicht mehr im Schlesien oder Manchester des 19. Jahrhunderts. Also ich jedenfalls nicht.”
Das hast du den armen Schluckern zu verdanken die aus der Subsistenzwirtschaft vor 200 Jahren in Deutschland per Industrialisierung in die Moderne geschleudert wurden. Wieviele Menschen dabei an Hunger, Krankheit oder Überarbeitung starben kannste den einschlägigen Publikation entnehmen. Deutsche sind ja glücklicherweise gründlich…
“Außerdem hat China sich zur Zeit des Großen Sprungs mit all seinen Fortschrittstoten nur in eine Richtung entwickelt: Nach hinten.”
Das mag sein, aber irgendwann muss den Chinesen das dann mit dem Kapitalismus einer erklärt haben, sonst wären sie derzeit wirtschaftlich nicht dort, wo sie sind…
Posted on 28-Mar-08 at 7:12 pm | Permalink
Tibet-Experten unter sich « Brodaganda wrote:
[…] “Edward E. Nigma”, Bad Blog, Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche. […]
Posted on 03-Apr-08 at 1:12 pm | Permalink
Doc Holliday wrote:
Die Linkspartei steht in diesem Fall natürlich auch vor einem ideologischen Dilemma: Antiimperialistische Solidarität mit rückständigen Bergvölkchen oder Parteinahme für die so wunderbar an früher erinnernde KPCh?
In Hamburg vergleicht jetzt eine Abgeordnete der Linken den Dalai Lama mit Khomeini und meint das erfreulicherweise pejorativ. Die CDU erklärt sie daraufhin zur “Kaderkommunistin”, die Grünen entdecken einen empörenden Fall von Moraldiebstahl in Tateinheit mit Opferbetrug und alle zusammen geloben “uneingeschränkte Solidarität” mit Tibet.
Es fällt auf, das der Fraktionsvorsitzende der CDU diese Äußerung nicht der Linkspartei als politischem Gegner zurechnet um diese dadurch zu diskreditieren, sondern die Linkspartei stattdessen zur “Selbstreinigung” auffordert. Wichtiger als die zwischenparteiliche Konkurrenz ist eben, das der parteiübergreifende Konsens nicht durch ketzerische Äußerungen bedroht wird.
Oder wie ein noch größerer Vorsitzender als Herr Schira von der CDU gesagt hätte: “Wir sehen uns zwei Arten von gesellschaftlichen Widersprüchen gegenüber: Widersprüchen zwischen uns und dem Feind sowie Widersprüchen im Volke.[…]bei ersteren kommt es darauf an, einen klaren Trennungsstrich zwischen uns und dem Feind zu ziehen, während es bei letzteren darum geht, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden.” (Mao: Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volke)
Ich gebe daher in meiner Eigenschaft als ideeller Gesamtideologe folgende Auskunft zum Stand der Widersprüche im allgemeinen und besonderen:
1. Die Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit sind Widersprüche im Volke. Sie werden durch demokratische Diskussionen gelöst.
“In unserem Land gehört der Widerspruch zwischen der Arbeiterklasse und der nationalen Bourgeoisie zu den Widersprüchen im Volk.[…]Unter gewöhnlichen Umständen sind Widersprüche im Volk nicht antagonistisch. Aber wenn man sie nicht richtig behandelt oder wenn man die Wachsamkeit verliert, sorglos und nachlässig wird, kann ein Antagonismus entstehen. […]Die Reaktionäre […] nutzen im Bunde mit den Imperialisten die Widersprüche im Volke aus, um Zwietracht zu sähen, Verwirrung zu stiften und ihre tückischen Pläne zu verwirklichen.” (Mao, a.a.O.)
2. Die Widersprüche zwischen den Fraktionen der Hamburger Bürgerschaft sind Widerspüche innerhalb der Partei. Sie werden durch Kritik und Selbstkritik gelöst.
3. Die Widersprüche zwischen
rückständigenunterdrückten Bergvölkchen und imperialistischen Mächten sind Widersprüche zwischen uns und dem Feind. Hier kommt es nicht auf richtig oder falsch an, sondern in erster Linie auf einen klaren Trennungsstrich zwischen uns und dem Feind.Im besonderen bedeutet das:
1. Alle Fraktionen bis auf die Fraktion der Linken haben den Widerspruch zwischen dem tibetanischen Volke und den imperialistischen Aggressoren richtig behandelt, indem sie ihn als antagonistischen Widerspruch erkannt und einen klaren Trennungsstrich gezogen haben.
2. Die Linkspartei muß Selbstkritik leisten, da sie diesen Widerspruch nicht klar erkannt hat.
3. Wenn die Fraktion der Linken die
ReaktionäreKaderkommunisten aus ihren Reihen nicht konsequent ausschließt, handelt sie objektiv als Agent der ausländischen Imperialisten.4. Es ist an der Linkspartei, zu beweisen, das sie aus ihren Fehlern gelernt hat und auf unserer Seite und nicht auf der Seite des Feindes steht. Wenn sie auf unserer Seite steht, muß sie Selbstkritik leisten. Wenn sie nicht auf unserer Seite steht, müssen wir einen klaren Trennungsstrich zwischen uns und der Linkspartei ziehen.
Posted on 03-Apr-08 at 8:51 pm | Permalink
HIRAM7 REVIEW wrote:
Die Süddeutsche Zeitung bricht das Schweigen über die “Wir Sind Dalai-Lama”-Hysterie…
Posted on 05-Apr-08 at 2:56 pm | Permalink
Was zusammengehört « By the Way, Ingo said … wrote:
[…] linke Flanke unserer gemütlichen kleinen “prowestlichen” Blogokugelzone - namentlich Bad Blog und Lizas Welt - findet es gar nicht gut, daß die reaktionären Tibeter sich gegen das […]
Posted on 05-Apr-08 at 4:36 pm | Permalink
Doc Holliday wrote:
Der Dalai Lama sieht sich gezwungen von einem kulturellen Völkermord in Tibet zu reden, weil in Tibet nun mal kein Völkermord stattfindet, das Ticket Völkermord aber seit den 90er Jahren die Begründung für internationale Interventionen geworden ist. Er muß also ums verrecken einen Wie-auch-immer-Völkermord an den Tibetern konstruieren, um UNO und insbesondere die westlichen Industriestaaten auf seine Seite ziehen.
Diese PR-Strategie fällt natürlich bei ohnehin in Bhudda und Bergvölkchen vernarrten Deutschen auf fruchtbaren Boden und die Rede vom “kulturelle Völkermord” wird ganz schnell wieder in die Rede von einem wirklichen Völkermord zurückverwandelt.
Bad Blog kritisiert daraufhin die darin zum Ausdruck kommende Ideologie, was wiederum Ingo Way zum Anlaß nimmt, die von ihm wenig geschätzte “linke Flanke unserer gemütlichen kleinen “prowestlichen” Blogokugelzone” zu Befürwortern von Völkermord im Sinne des Weltgeistes zu erklären.
Irgendwo in dieser Kette medialer Ereignisse muß wohl untergegangen sein, daß in Tibet selbstverständlich kein Völkermord und nichts, was auch nur am entferntesten daran erinnert stattfindet. Deshalb hier nochmal zum Mitschreiben: Die KPCh ist daran interessiert, das bei ihrem Projekt der nachholenden Entwicklung ihr Machtmonopol erhalten bleibt und auch ansonsten keine wie auch immer geartete “Störungen” im Produktionsprozeß auftreten.
Ihr Handeln läßt sich als skrupellose, instrumentell rationale Machtpolitik beschreiben.
Völkische Kriterien legen hingegen diejenigen Aufständischen in Tibet - seinen sie politisch oder kriminell motiviert - ihrem Handeln zugrunde, die Angehörige der han-chinesischen Minderheit in Tibet aufgrund ihrer Rasse verfolgen.
Das skurrile an der Situation ist, das die Rede vom “kulturellen Völkermord” nicht einmal Sinn macht, wenn man von den widerlichen Implikationen abstrahiert und sich stattdessen etwa “Zerstörung der tibetischen Kultur” denkt:
Die KPCh läßt den ethnischen Minderheiten in China gerne ihre eigentümlichen Bräuche und gewährt ihnen auch Sonderrechte, solange sie keine Gefahr für ihr Machtmonopol ausmacht.
Die tibetische Unabhängigkeitsbewegung bekämpft sie daher aus folgenden Gründen:
- Bekämpfung sezessionistischer Bestrebungen
- Sicherstellung des politischen Machtmonopols der KPCh
- Allgemeine Sicherung der Ordnung
Unter diesen Bedingungen dürften sicherlich auch tibetische Mönche ihre Riten praktizieren.
Die tibetische “Kultur” dürfte sehr viel mehr durch die ökonomischen Transformationen in China als durch die konkrete chinesische Kulturpolitik bedroht werden. Aber wer Religion, traditionelle Gebräuche, ethnische Herkunft und politisch-ökonomische Verfasstheit nicht als mit gutem Grund eigenständige Phänomene wahrnehmen kann, muß hier natürlich eine Verschwörung zur Ausrottung der Tibeter herbeifantasieren.
Denjenigen die für einen Realitätsabgleich noch zugänglich sind empfehle ich, sich vor Ort von dem Unterschied zwischen Wahn und Wahrheit zu überzeugen. Ab Mai soll es wohl wieder möglich sein.
Posted on 05-Apr-08 at 8:23 pm | Permalink
Doc Holliday wrote:
Übrigens distanziert sich die Linkspartei natürlich pflichtschuldig von ihrer starrsinnigen Genossin. Man weiß eben das die Frage: “Dazugehören oder nicht” lautet.
Für diejenigen, die das noch nicht begriffen haben, betitelt übrigens das Hamburger Abendblatt einen Kommentar zum Thema mit “Die Linke: Bedingt menschenrechtsbereit”
Das spielt auf den SPIEGEL-Titel zur Bundeswehr “Bedingt Abwehrbereit” aus den Zeiten der Blockkonfrontation an und bedeutet: Die Linkspartei ist ein unsicherer Kantonist, auf den Deutschland in seinen Lebensfragen nicht unbedingt zählen kann.
Da die Mehrheit der Linkspartei natürlich aus leidenschaftlichen Konformisten besteht, muß sie auf solche Drohungen mit der Maßregelung ihrer “tolpatschigen” Genossin reagieren.
Diese hat eben einen breiteren Konsens als den im Hamburger Abgeordnetenhaus gestört. Vielleicht hätte sie es eher wie ihr professioneller Kollege Norman Paech machen und den Hass auf die Freiheit mit ihren Äußerungen bedienen sollen. Das passt eher ins Spektrum der diskutablen Meinungen.
Zu Norman Paech siehe: Linkspolitiker rechtfertigt Dalai-Lama-Vergleich
Posted on 05-Apr-08 at 9:01 pm | Permalink
Andrew wrote:
Bin zwar liberal-konservativ, aber ich finde es gut, dass die Linke das Thema Iran indirekt anspricht. Die andere Parteien sind jetzt in Bedrängnis. Auf der eine Seite den reaktionären Dalai Lama den Arsch kriechen, auf der anderen Seite schweigen über das totalitäre Regime Iran, wo täglich Frauen geschlagen werden.
Posted on 06-Apr-08 at 2:42 pm | Permalink
Marina wrote:
Ist von Euch Arschgeigen noch keine auf die Idee gekommen, daß hinter der tibetischen Aufstandsbewegung westliche Geheimdienste am Werke sind? Wer hat denn ein Interesse daran, den Aufstieg Chinas zur führenden Wirtschaftsmacht zu hintertreiben, wenn nicht der Westen und speziell die USA? Andrew, Du Schwachkopf - solange sich vom Iran nichts Schlimmeres sagen läßt, als daß dort “Frauen geschlagen werden”, besteht kein Grund, unruhig zu werden. Welches Land auf der Erde könnte schließlich von sich behaupten, daß dergleichen auf seinem Territorium nicht Tag für Tag tausendfach geschähe? Wie schon im Falle Ex-Jugoslawiens und Tschetscheniens, habt ihr, so scheint es, die offizielle westliche Parteilinie nicht begriffen. Seit Jahrzehnten wird der Dalai Lama von sämtlichen westlichen Ländern hofiert, und es müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht auch diesmal die gesamte westliche öffentliche Meinung auf seiner Seite hätte.
Der Inhaber dieses Blogs ist nicht einmal seiner Muttersprache mächtig - wie sollte er da in der Lage sein, die Auslandspresse zu lesen? Dabei würde ein Blick in die Kommentarspalten führender ausländischer Tageszeitungen genügen, ihn darüber zu belehren, daß das sog. “Märchen für Deutsche” in Wahrheit ein Evergreen der westlichen veröffentlichen Meinung ist. Für jemanden, der keinen Satz schreiben kann, in dem nicht mindestens einmal das Wort “Shoah” vorkommt, ist das vermutlich einfach nicht sexy genug. Zugegeben, in puncto “sex appeal” können es die Leichenberge des Genossen Mao nicht mit der “Shoah” aufnehmen.
Posted on 07-Apr-08 at 2:55 pm | Permalink
Lame Lama Lamenting « Freunde der offenen Gesellschaft wrote:
[…] Dass ein freies Tibet keine Lamakratie sein darf, ist eine derartige Selbstverständlichkeit, dass sie in der Debatte unter westlich orientierten Bloggern nichts zu suchen haben sollte. Gegenüber anderen Bloggern ständig die Schandflecke des Lamaismus hervorzuheben, wo zuvorderst das Ende des chinesischen Kommunismus von Interesse ist, hat etwas zutiefst denunziatorisches. Diese Methode scheut es zwar offen auszusprechen, deutet aber immer wieder an, dass Free Tibet klinge wie Deutschland erwache – egal aus wessen Mund (dieses Guilt-by-association-Spiel gibt es auch mit dem Holzhammer). […]
Posted on 07-Apr-08 at 7:16 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
@ DF
“Dass ein freies Tibet keine Lamakratie sein darf, ist eine derartige Selbstverständlichkeit, dass sie in der Debatte unter westlich orientierten Bloggern nichts zu suchen haben sollte.”
Es sollte so sein.
“Gegenüber anderen Bloggern ständig die Schandflecke des Lamaismus hervorzuheben, wo zuvorderst das Ende des chinesischen Kommunismus von Interesse ist, hat etwas zutiefst denunziatorisches.”
Das mag Ihnen so vorkommen, aber leider Gottes wäre die Rückkehr der tibetischen Lamas an die Macht derzeit das realistischste Szenario. Und außerdem ging es hier in dem Beitrag zu allererst um die Kritik an der deutsch-esoterischen Wahrnehmung von Tibet und ganz speziell um die Holocaustrelativierung auf der Weltbild-DVD.
“Diese Methode scheut es zwar offen auszusprechen, deutet aber immer wieder an, dass Free Tibet klinge wie Deutschland erwache – egal aus wessen Mund (dieses Guilt-by-association-Spiel gibt es auch mit dem Holzhammer).”
Die “Deutschland erwache” Bewegung ist nun einmal auch Anhänger der “Freiheit nach Tibet”-Bewegung. Dies können Sie nicht so leicht auf die Schulter nehmen…
“Wenn unsereiner so tief im braunen Sumpf steckt, dass der ständige Hinweise auf die schlechte Gesellschaft nötig sein sollte, nennt uns doch bitte gleich Neoconazis.”
Nu übertreiben Sie es mal nicht mit der Selbstgeiselung, aber ansonsten keine gar so schlechte Idee…
@ Marina
“Ist von Euch Arschgeigen noch keine auf die Idee gekommen, daß hinter der tibetischen Aufstandsbewegung westliche Geheimdienste am Werke sind?”
Das dürfen wir nicht verraten, aber dafür haben wir den westlichen Geheimdiensten jetzt Ihre IP verraten.
“Wer hat denn ein Interesse daran, den Aufstieg Chinas zur führenden Wirtschaftsmacht zu hintertreiben, wenn nicht der Westen und speziell die USA?”
Stimmt den Amerikaner gefriert das Blut in den Ader beim Gedanken, dass China endlich komplett den Staatssozialimus in eine Art Staatskapitalimus ohne Meinungsfreiheit transformiert.
“Andrew, Du Schwachkopf - solange sich vom Iran nichts Schlimmeres sagen läßt, als daß dort “Frauen geschlagen werden”, besteht kein Grund, unruhig zu werden.”
Marina, Sie müssen am kommenden Mittwoch Punkt 12 Uhr auf dem Alexanderplatz zu Berlin erscheinen, da zu diesem Zeitpunkt ihre Auspeitschung wegen ungebührlichen Verhaltens gegenüber Männern ansteht. Leisten Sie dieser Aufforderung nicht folge, so werden Sie sofort an dem Ort wo man Sie findet exekutiert, sowie ihre gesamte Familie.
“Wie schon im Falle Ex-Jugoslawiens und Tschetscheniens, habt ihr, so scheint es, die offizielle westliche Parteilinie nicht begriffen. Seit Jahrzehnten wird der Dalai Lama von sämtlichen westlichen Ländern hofiert, und es müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht auch diesmal die gesamte westliche öffentliche Meinung auf seiner Seite hätte.”
Und, was kann die “westliche öffentliche Meinung” in China ausrichten? Vielleicht mal schnell die Meinungsfreiheit einführen, etwa?
“Der Inhaber dieses Blogs ist nicht einmal seiner Muttersprache mächtig - wie sollte er da in der Lage sein, die Auslandspresse zu lesen?”
Come on, Google übersetzt es für mich…
“Dabei würde ein Blick in die Kommentarspalten führender ausländischer Tageszeitungen genügen, ihn darüber zu belehren, daß das sog. “Märchen für Deutsche” in Wahrheit ein Evergreen der westlichen veröffentlichen Meinung ist.”
NS- und Holocaust-Relativierung ist ein zutiefst deutscher Sport, die von mir kritisierte Weltbild-DVD wird in Deutschland vertrieben, was hat also ihr Konstrukt westliche “Meinung” damit zu tun?
“Für jemanden, der keinen Satz schreiben kann, in dem nicht mindestens einmal das Wort “Shoah” vorkommt, ist das vermutlich einfach nicht sexy genug.”
Respekt, Ihre vorzüglichen Deutschkenntnisse reichen dazu aus, das Wörtchen “sexy” mit der Shoah in einen Satz zu pressen. Oh welch eine Überraschung, Sie schaffen es sogar beinahe gleich zweimal hintereinander:
“Zugegeben, in puncto “sex appeal” können es die Leichenberge des Genossen Mao nicht mit der “Shoah” aufnehmen.”
Ich empfehle Ihnen Ihre neurotische Störung im Bezug auf Sex und den Holocaust vielleicht bei einer Runde israelischer Pornos abzureagieren…
Posted on 07-Apr-08 at 9:00 pm | Permalink
Doc Holliday wrote:
Au weia, Marina. Falls du Leute suchst, die ein ähnliches Weltbild wie du es an den Tag legst vertreten, guck dich mal in der Tibet-Solidarität um. Einfach mit suchen&ersetzen über die ganzen Verschwörungstheorien drüber, schon hast du einen Haufen neue Freunde. Wär das nichts?
Posted on 07-Apr-08 at 10:12 pm | Permalink
Andrew wrote:
@Marina
ich habe mit meiner Aussage über Iran untertrieben, Iran macht noch schlimmeres, erkündigen Sie sich darüber, bevor Sie mit Handgranate und Rambo-Ausrüstung durch die Gegend argumentieren, oder gibt es für Sie gute und schlechte Opfer?
Posted on 08-Apr-08 at 2:34 am | Permalink
Shining City » Skandal! Alan Posener relativierte Hitler! wrote:
[…] die VR kein Paradies der Freiheit und Demokratie. Aber: Man will doch wohl nicht ernsthaft die Verbrechen Tibets mit der Schreckensbilanz der VR vergleichen. Oder gar damit die Unterdrückung in Tibet und den […]
Posted on 08-Apr-08 at 1:20 pm | Permalink
nolama wrote:
“Die “Befreiung” hat nichts verbessert.”
Wie krank ist das denn? Ist die Abschaffung der Sklaverei religiöser Diktatur, die Einführung von Elektrizität, fließendem Wasser, Toiletten, Schulbildung, medizinischer Versorgung & Krankenhäusern, Supermärkten etc. etwa “nichts”?
Posted on 08-Apr-08 at 8:49 pm | Permalink
nolama wrote:
“Wieso sollte denn automatisch dasselbe System wie vor über 50 Jahren wieder entstehen?”
Weil leider alle westlichen Regierungen den Dalai Lama hoffieren und die “Exilregierung” als legitime Stimme Tibets ansehen. Dementsprechend wird bei einem Rückzug Chinas eben wieder eine klerikalfaschistische Diktatur errichtet, nur dass die dort stationierten Truppen dann eben westliche sind und die Raketen nach Peking zeigen.
Posted on 08-Apr-08 at 8:54 pm | Permalink
Nichtidentisches wrote:
Mit dem Tenor gehe ich d’accord, siehe hier:
Am Artikel missfällt mir etwas die reflexionslose Zitierung von Nazi-Forschern. Zudem, ein Urteil wie:
“der Boden besteht aus festgetretenen Kuhfladen” ist ziemlich dumm. Festgetretene und/oder getrocknete Kuhfladen mögen zwar technologisch weitaus weniger aufwändig sein, als Carrara-Fließen. Sie erfüllen allerdings ziemlich sicher den Zweck der Wärmedämmung und Verarbeitbarkeit besser als ein billiger Estrich, wie man ihn in deutschen Wohnhäusern als Gipfel der Zivilisation verkauft.
Posted on 09-Apr-08 at 5:27 pm | Permalink
Edward E. Nigma wrote:
@ Nichtidentisches
Oh mein Gott, ich habe die ideologischen Prämissen des Herrn Schäfer nicht verheimlicht, weshalb mir Ihr reflexionsloses Missfallen so ziemlich - na Sie wissen schon - vorbeigeht…
Was die Kuhfladen betrifft, so sagt mir mein hygienisches Empfinden, dass Estrich, ob billig oder nicht, dann doch Fortschritt ist. Aber darüber können sich die Freaks im Baumarkt auseinandersetzen…
Posted on 10-Apr-08 at 5:03 pm | Permalink
HIRAM7 REVIEW wrote:
Jacques Chirac Wishes For Chinese New Year
Posted on 12-Apr-08 at 12:10 am | Permalink
Tibet-Fahnen werden knapp | Hot Action News wrote:
[…] der Blogosphäre gibt es kritische Stimmen: Das Bad Blog beschäftigt sich mit dem imaginierten „Holocaust an Tibetern“, Chefarztfrau berichtet (nicht nur) vom TV-Phänomen Tibet und der Realität hinter dem Mythos […]
Posted on 18-Apr-08 at 4:29 pm | Permalink