Candle in the Zone
Der Reichtum der Welt sind seine Bewohner. Am Dienstag vor einer Woche sind wir alle ein wenig ärmer geworden…
Am Morgen des 18. März 2008 starb - viel zu jung - Michael Welzel “bei einem tragischen Unfall” wie in der Lokalpresse nachzulesen ist. Ein Schacht am Carl-Blechen-Carré war sein Verhängnis.
Micha war für mich einer jener Lichtblicke in Dunkeldeutschland, derentwillen man seinen faulen Arsch in Bewegung setzte um in der Zone mal wieder den Kahlköppen die rote Karte unter die Nase zu reiben. Obwohl er von der Statur her kein Riese war, so überragte er doch das allseits verbreitete ostdeutschen Mittelmaß wie der Koloss den Strand von Rhodos. Er war keiner jener langweilligen Parteisoldaten, kein konsumgeiler Mitläufer in einer Jugendbewegung die beinahe fast nur aus solchen Idioten bestand, er war ein Original, der sein Kopf nicht nur als Zierde umherspazieren trug. Er war einer jener Gerechten, die jeder Gott, als Blasphemiker gescholten hätte, und jene unzähligen Dogmatiker die die Welt bevölkern haben ihn als einen die Konventionen missachtenden Zyniker missverstanden. Doch für mich war er ein Freund, einer von uns, und trotzdem einer wie keiner…
Wenn die Besten jung sterben, dann ist diese Welt einfach nur schlecht. Auch wenn er jetzt in Frieden ruht, die Friedhofsruhe hätte ihm noch einige Jahrzehnte erspart bleiben können. Für ihn, seine Freunde, seine Eltern und Cottbus wäre dies das Beste gewesen.
Edward E. Nigma - 25.03.08
unwichtig wrote:
ein Interview mit Micha vom Mai 2007
http://www.weltsicht.info/Mai_07__JuS.pdf
Posted on 26-Mar-08 at 8:02 pm | Permalink