Zu Gast bei Feinden

Halle an der Saale, eine Stadt deren Existenzberechtigung schon lange abgelaufen ist und die trotzdem rüstig bis zum letzen Plattenbau rockt hat mal wieder einen Skandal: Der Fussballanhang des örtlichen Oberligisten Hallescher FC nutzte die Begegnung mit der zweiten Mannschaft von Carl Zeiss Jena um mal wieder seine neonazistische Gesinnung in die Öffentlichkeit zu posaunen. Auf Tonaufnahmen die Spiegel Online vorliegen ist eindeutig zu hören, wie der Anhang des HFC mehrfach “Juden Jena” in Richtung der Gästefans grölt. Wie üblich ist den Schiedsrichtern sowie den Verantwortlichen des HFC während des Spieles natürlich nix aufgefallen…

In Berlin zeigte ein 44-Jähriger am vergangenen Samstag den sogenannten „Hitlergruß“ nach einem Fußballspiel in Adlershof. Eigentlich nichts ungewöhnliches im Amateurbereich, doch diesmal war ein aufmerksamer Polizeibeamter vor Ort. Es handelte sich nämlich um eine Verbandsligabegegnung zwischen dem Ostberliner Verein Adlershofer BC und dem Berliner TuS Makkabi. Die Berliner Polizei vermeldet Stolz:

“Als das Spiel der Verbandsliga auf einem Sportplatz im Lohnauer Steig zwischen dem gegen 15 Uhr 45 beendet war, bemerkte ein dort eingesetzter Polizeibeamter, wie der Täter den rechten gestreckten Arm erhob und den Verantwortlichen der Gastmannschaft laut Naziparolen zurief. Außerdem soll ein 38-Jähriger ersten Ermittlungen zufolge eine 58-jährige Betreuerin des TuS Makkabi rechtsradikal beleidigt haben.”

Für die Verantwortlichen von Makkabi waren diese Reaktionen anscheinend so normal, dass sie auf ihrer Internetpräsenz kein Sterbenswörtchen über den Vorfall verlieren. Wieso auch, wer sollte sich schon mit den Berliner Schlappekickern solidarisieren? Die lokal interessierte Fansszene sitzt sich lieber den Arsch bei Tennis Borussia oder den Babelsberger Stalinisten ab, anstatt endlich mal eine Konsequenz aus dem eigenen Ansprüchen zu ziehen um endlich zu TuS Makkabi umzuziehen…

PS: Die Verantwortlichen von Makkabi haben sich gegenüber dem Tagesspiegel geäußert: „Fast kein Spieltag vergeht mehr, an dem unsere Spieler nicht antisemitisch beleidigt werden.“ sagte der Vorsitzende des vereins, Tuvia Schlesinger, der Zeitung. Bei einem Spiel gegen „einen Nordberliner Verein mit vielen Spielern, die einen Migrationshintergrund haben“, habe einer der gegnerischen Spieler aus Wut über eine Rote Karte „Ich ficke diesen Judenverein“ gebrüllt.

Comments (19) to “Zu Gast bei Feinden”

  1. Die lokal interessierte Fansszene sitzt sich lieber den Arsch bei Tennis Borussia oder den Babelsberger Stalinisten ab, anstatt endlich mal eine Konsequenz aus dem eigenen Ansprüchen zu ziehen um endlich zu TuS Makkabi umzuziehen…

    Mal davon abgesehen, dass ich den Stalinisten aus Babelsberg andere Ansprüche unterstellen würde als den Anhängern von Tebe, würde mich dann doch mal interessieren, wie diese deiner Meinung nach aussehen sollen…

    Freunde Israels kenne ich bei Babelsberg zumindest keine, die sind dann doch eher zu Tebe umgezogen…

    Und ob eine Unterstützung Makkabis mit einer Absage an Tebe einhergehen muss, halte ich dann doch für fraglich. Dass die Tebeler eine deutlich solidarerische Haltung (mit den nötigen schlagkräftigen Akzenten) mit Makkabi einnehmen könnten ist sicherlich richtig. Warum sollte das eine Absage an den Lieblingsverein bedeuten?

  2. Naja, die Stalinisten behaupten ja immer noch sie seien Antifaschisten. Wenn diese Behauptung stimmt, dann wären die Probleme von Makkabi auch die ihren…

    TeBe fällt derzeit untern Tisch weil sie die Qualifikation fürs die vierte Liga gerade planmässig vergeigen und gleichzeittig planen ein Stadion für mehrere Millionen irgendwo zwischen Frauenknast und Kulturfabrik in den Sand zu setzen. Ansonsten gilt natürlich TeBe ole…

  3. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat gegen den Oberligisten Hallescher FC ein Verfahren vor dem Sportgericht wegen des Verdachts antisemitischer Rufe im Ligaspiel gegen Carl Zeiss Jena II eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wird indes kein Verfahren gegen den Verein einleiten. Außerdem hat der HFC bekannt gegeben, dass die Zusammenarbeit mit den Medien ausgesetzt wird.Quelle.

  4. Tebe, “der Klub der Millionäre” (Ankündigung vom BFC für das Spiel gegen TEBE - “Die Elite der Arbeiterklasse gegen den Klub der Millionäre”)

    Die spannende Frage ist ja eigentlich mit welcher Seite die Vorstadt-Stalinisten sich eher identifizieren können…

  5. im Lila-kanal.de dazu

  6. Die Projektionen des Zonenpöbels sind die eine Sache, dass jahrelange Desinteresse für Makkabi von sich antifaschistisch dünkenden Fussballfans die andere. Und ganz ehrlich auf die Bauern aus Potsdam kann ich eigentlich gut und gerne verzichten…

  7. so ein dämlicher artikel… jetzt soll ich auch noch aus rein politischen gründen meinen verein verlassen? *kopfschüttel*

  8. ist doch schwachsinn. tebe’ler sind recht regelmäßig bei makkabi. zumindest ein teil von denen. im lila kanal gab es auch mal ein schriftliches dankeschön von makkabi an die tebe fans zu lesen.

  9. Pusztapunk, aus sportlichen Gründen haste ja den Absprung von Tebe nun schon längst verpennt, dass muss ja so vor zehn Jahren das letzte Mal möglich gewesen sein…

    Und wichtig, wenn TeBe-Fans ab und zu Makkabispiele besuchen, dann trifft das nicht meinen Punkt…

  10. Werden gleich die Transparente mitgeliefert?
    War glaub ich im Osten bei verordneter Solidarität so üblich…

    Makkabi ist doch noch eine Liga schlechter als wir.

  11. babelsberger als “stalinisten” zu bezeichnen,zeugt doch von eher wenig sachverstand,respektive einer menge wut, welches sich immer negativ auf das eigene geschreibsel auswirkt……

  12. Wer von “verordneter Solidarität” spricht, wenn er aufgefordert wird einen Verein zu unterstützen der beinahe monatlich Opfer antisemitischer Attacken wird, der ist wohl am Besten beim BFC Dynamo oder bei Germania Schöneiche aufgehoben.

    Makkabi ist doch noch eine Liga schlechter als wir.

    Im nächsten Jahr werden beide Mannschaften wohl in der gleichen Liga spielen. Makkabi steigt auf, und ihr ab…

    babelsberger als “stalinisten” zu bezeichnen,zeugt doch von eher wenig sachverstand,respektive einer menge wut, welches sich immer negativ auf das eigene geschreibsel auswirkt……

    Was den Fansupport angeht und die Ausrichtung eines Großteiles der Fansszene so dürfte ich schon den Nagel auf den Kopf getroffen haben, egal ob ich wütend war oder nich…

  13. so ein schwachsinn….wann genau lassen wir stalin hochleben? wir haben soviele ddr-dissidenten in unseren reihen, für die dein blödsinn hier ne wahre beleidigung ist.

  14. Der Autor hat seine kleine Welt wohl mit einem Bretterzaun eingegrenzt.
    Früher war das glaub ich beim Kommunistischen Bund Westdeutschlands gern gesehen.
    Wenn man gut und böse schnell und problemlos zuordnen möchte, hilft das ungemein…

  15. @ Berliner Vorwahl

    DDR-Dissidenten sind also deine Garantie für einen gepflegten Antistalinismus? Lächerlich, nur weil jemand vor 20 Jahren etwas gegen die DDR hatte, bedeutet dies noch lange nicht das er heute kein Stalinist ist…

    @ peeka

    Da scheinst du ja aus Erfahrung zu sprechen, den außer ein paar blöder Sprüche und der Gewissheit, dass meiner einer falsch liegt, hast du auch noch kein Argument an den Start gebracht…

  16. [...] dagegen wünsche ich einem Unterfangen, dass von hier aus ein wenig angeschoben wurde, und zwar per Publikumsbeschimpfung. Nach einigen Querlereien haben sich nämlich die Fans von Tennis Borussia und Babelsberg 030 [...]

  17. [...] Sonntagsreden (1,2) derzeit im linkspolitischen Lager Konjunktur haben, waren am Sonntag bei dem großangekündigten Solidaritätsbesuch einiger antifaschistischer Fussballfans beim Spiel TuS Makkabi Berlin gegen den BFC Viktoria 1889 [...]

  18. Du bist ein absoluter Depp. Wenn du hier ne Fanszene pauschal als Stalinistisch verurteilst bist du nicht besser als die BZ oder Bild-Zeitung. Ich persönlich habe noch keinen Stalinisten in der Babelsberger Nordkurve Kids anwerben sehen um mit ihm zusammen die Mauer wieder aufzubauen. Und dein pauschaler Pro-Israelismus ist einfach nur unüberlegt und dumm. Schwenk aber deine Fahne weiter im Wind und lass eines der totalitärsen Regimes hochleben. Und wer hier der Bauer ist….

  19. … hast du ja gerade eindrucksvoll unter Beweis gestellt!

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