Once Again, Spielabbruch!

Während light-antideutsche Sonntagsreden (1,2) derzeit im linkspolitischen Lager Konjunktur haben, waren am Sonntag bei dem großangekündigten Solidaritätsbesuch einiger antifaschistischer Fussballfans beim Spiel TuS Makkabi Berlin gegen den BFC Viktoria 1889 gerademal 15 Hansel anwesend. Die stalinistischen Babelsberger Schaumschläger haben sich gar nicht erst blicken lassen und nach rund vierzig Minuten waren es dann auch nur noch 13 Tennis Borussia Fans die den Verbandsligisten TuS Makkabi unterstützten.

Während eines Zweikampfes zwischen der Nummer Zwei von Viktoria und einem farbigen Spieler von Makkabi fielen die Worte “Scheiß Neger”. Wegen des darauffolgenden Gerangel verteilte der völlig überforderte Schiedsrichter einige gelbe Karte. Interessanterweise gingen alle an Makkabispieler, während der Rassist von Viktoria straffrei ausblieb. Daraufhin betraten zwei TeBe-Fans die Tartanbahn und beschwerten sich lautstark. “Daraufhin ließ der Schiedsrichter den fälligen Freistoß für Makkabi nicht mehr ausführen und pfiff frühzeitig zur Halbzeit. Er erklärte gegenüber Viktoria dann, dass er nur wieder anpfeifen würde, wenn zwei der Störer (von uns) des Platzes verwiesen würden.” (1) Ein Schiedsrichterassistent eskalierte die Situation zusätzlich als er völlig unaufgefordert den aufgebrachten Fans zurief: “Ruhe jetzt ihr Chaoten!

Makkabi wechselte zur Halbzeit den farbigen Spieler, der beleidigt wurde, aus, weil dieser völlig fertig war und wohl mental nur schwer in der Lage gewesen wäre, das Spiel zu Ende zu führen. Der Trainer brauchte zwanzig Minuten um seine Spieler zu motivieren wieder auf den Platz zu gehen. Der Viktoria-Spieler mit der Nummer 2 spielte natürlich bis zum Schluß weiter. Zu guter letzt verweigerte der Schiedsrichter die Aufnahme der Beleidigung in den Spielbericht und ein Zuschauer echauffierte sich gut hörbar über den sogenannten “Rosenthal-Bonus”.

Der Vorsitzende des TuS Makkabi, Tuvia Schlesinger, ist über die Zunahme der Beschimpfungen auf den Fußball-Plätzen der Hauptstadt besorgt: “Wir von Makkabi haben schon den Eindruck, dass die Vorfälle zunehmen. Mittlerweile haben wir alle zwei, drei Wochen so eine Geschichte” so Schlesinger. Die Sorgen einiger TeBe-Fans ein möglicher Spielabbruch wäre den “bösen Linksradikalen” in die Schuhe geschoben worden, halte ich für eine Schimäre. Der TuS Makkabi braucht die Öffentlichkeit um wenigstens einigermassen gerecht behandelt zu werden. Wenn die Makkabi-Spieler den rassistischen und antisemitischen Anfeindungen der gegnerischen Spieler und Fans mehr oder minder allein ausgesetzt sind, ihnen niemand den Rücken stärkt, dann ist irgendwann die “Flasche leer”.

Ohne die Öffentlichkeit und das Schiedgericht sind die Verantwortlichen sowie die Spieler den Widrigkeiten der deutschen Verbandsliga beinahe schutzlos ausgesetzt. Die zahlosen Anfeindungen durch die Gegner und die Ungerechtigkeiten bei den Schiedsrichterentscheidungen können nur durch Druck von außen zurückgedrängt werden. Lieber tausende Spielabbrüche, als eine rassistische oder antisemitische Beleidigung auch nur ein einziges Mal unwidersprochen hinzunehmen…

Anmerkungen:

(1) User Pedro im Lila Kanal Forum

Comments (9) to “Once Again, Spielabbruch!”

  1. [...] von Fussballfans als eine irgendwie verniedlichenswerte Ausnahmeerscheinung dargestellt wurde, ist dieser aktuelle Beitrag vielleicht lesenswert. Nur so am [...]

  2. so ne frechheit >:(

  3. [...] lieber weghören, als harte Konsequenzen zu ziehen. Die Situation von TuS Makkabi beschreibt der BadBlogger nachdrücklich und erschreckend. Ohne die Öffentlichkeit und das Schiedgericht sind die [...]

  4. Sorry, aber ich empfinde BadBlog als ziemlich arrogant (höflich und zurückhaltend formuliert).

    Es wurde bei uns im Forum ein Aufruf gestartet, Makkabi zu unterstützen. Da wir im Gegensatz zu diversen anderen Berliner Fußballfans nicht gleichgeschaltet sind, war es jedem freigestellt, ob er an diesem Treffen teilnehmen möchte oder anderes vorzieht. So zum Beispiel den Support der Mannschaft, deren Fan man nun mal ist. Die Babelsberger waren zumindest überwiegend Auswärts und wir Borussen haben ja auch noch eine zweite Mannschaft.

    Liegt es eigentlich nur an meiner Unkenntnis der Identität des Autors, dass ich ihn nicht auf dem Platz warnahm, oder bist Du vielleicht so ein „Schaumschläger“, der anderes höher präorisierte?

  5. Wenn man sich für seine angeblich so ehrenvollen Empfindungen gleich am Anfang entschuldigt, dann steckt meist der Teufel im Detail…

    Schon allein dein deplatzierter Identifizierungsversuch zum Schluß deines Kommentars macht deutlich welch ein Trauerspiel du hier veranstaltest. Anstatt deine “Fan”kollegen mal ein wenig zu motivieren, ihren Bauchantifaschismus nicht nur als ideologische Identitätsstütze zu missbrauchen, musst du natürlich gegen jene wettern die es gewagt haben, mal den Finger in die Wunde zu legen. Aber gut, wenigstens verstehe ich dadurch, warum du von “wir” sprichst obwohl du “ich” meintest:

    Es wurde bei uns im Forum ein Aufruf gestartet, Makkabi zu unterstützen. Da wir im Gegensatz zu diversen anderen Berliner Fußballfans nicht gleichgeschaltet sind, war es jedem freigestellt, ob er an diesem Treffen teilnehmen möchte oder anderes vorzieht. So zum Beispiel den Support der Mannschaft, deren Fan man nun mal ist. Die Babelsberger waren zumindest überwiegend Auswärts und wir Borussen haben ja auch noch eine zweite Mannschaft.

    Soll dies eine Entschuldigung sein? Wenn ja, wofür? Für den Termin? Dafür, dass man nicht selbst auf die Idee gekommen ist, bei Makkabi mal nach den Rechten zu sehen? Oder möchtest du nur die Babelsberger in Schutz nehmen, weil diese lieber in Hamburg verweilten, anstatt aus Solidarität in der Makkabi-Kurve zu stehen? Auf deine Antwort bin ich ja mal gespannt…

    PS:
    Wenn es jedem freigestellt war an einem Tag im Frühling einmal zu Makkabi statt zu “der Mannschaft, deren Fan man nun mal ist” zu gehen, und dann nur 15 Hansel auftauchen, kann man doch sagen, das rund 150 TeBe-Fans das Thema am Arsch vorbeigeht. Aufgrund solcher Tatsachen könnte man ja fast Anhänger des verordneten Antifaschismus werden…

  6. Lass uns die Diskussion hiermit beenden. Deine Nase küsst den Himmel.

  7. Du verwechselst da was: Der Himmel küsst meine Nase…

  8. VON DER NASE IN DEN HIMMEL* von Luigi Pirandello

  9. [...] Das Fußball, meine proletarische Leidenschaft fürs Wochenende, entgegen aller Beteuerungen auch etwas mit Politik zu tun hat, sollte hier keine neue Erkenntnis sein. Aber so manch andere Binse scheint den ehemals [...]

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