Oldschool, Baby…

Das der utopische Optimismus vom Zweckpessimismus abgelöst wurde, liegt hauptsächlich daran, dass in der Vergangenheit die Zukunft in den seltensten Fällen positiv ausfiel. Es dauerte nie lange, kaum hatte die Hoffnung ein wenig zum Höhenflug angesetzt, wusste man schon, dass die nächste Bruchlandung bereits zu 100% feststand. Das übliche Problem halt, einerseits begrenzter Lebens-Akku und andererseits die unbegrenzte Dummheit der humanoiden Wasserstoffeinheiten. Das richtige Dahinvegetieren im falschen Einheitsbrei ist nun einmal ein Ding der Unmöglichkeit, für diese Erkenntnis musste man bekanntlich in seiner Jugend nicht lang und breit die einschlägige Literatur wälzen, sondern nur ab und zu den linksdrehend garnierten Parolensalat artig aufessen. So wie damals mit dem multikulturellem Quark im Antira-Kindergarten, Hauptsache man schluckt es…

Aber damals gab es wenigstens noch etwas Hoffnung. Ganz im Gegensatz zu heute. Die vor zehn Jahren panisch herbei geschriebene Spaßgesellschaft aka the Celebration Generation ist in den unendlichen Terror- und Klimaschutzdebatten mit kostenlos eingebauter Weltuntergangsstimmung komplett ab gesoffen. Angst, Paranoia, Panik und Entsetzen ist unsere neue Leitkultur geworden. Das Evil Empire hat ein für alle Mal die letzte Schlacht gewonnen, da können antiimperialistische Neo68er noch so oft in Hinterzimmern erhitzt debattieren. Die letzte Reste der open Society of Love (oSoL) können am Wochenende allerhöchsten noch in der Berliner Tekkno-Szene bestaunt werden. Als tanzende Touristenattraktion sorgen die libertären Überreste der so genannten Spaßgesellschaft dafür, dass sich wenigstens ein paar Menschen aus Spanien, Lateinamerika und anderen Kontinenten noch nach Spreeathen verirren. Aber da die Hoffnung “One World, One Love, One Future” als Masterplan für die Zukunft zu setzen, schon im letzten Jahrhundert grandios gescheitert ist, haben wir es derzeit mit einem gar scheußlichen Megatrend zu tun…

Es geht nur noch abwärts, automatisch generiert und vorprogrammiert wie im Computerstaat, geht es wirklich nur noch abwärts: In einer Welt, in der es noch nicht einmal eines Führerscheins bedarf um auf der Datenautobahn Blödsinn anzustellen, breitet sich nämlich der von Menschenhand gemachte Wahnsinn völlig ungestört in der ganzen Welt aus. Der neueste Trend aus dem weltweiten Kotzkübelkosmos hat etwas mit Neonazis, Israel und Pipi in der Hose zu tun. Während es unsereiner schon vor Jahren befürchtete, dass die ideenlosen Nachzügler von Wehrmachtsopa und BDM-Oma irgendwann einmal bei ihrem postmodernen Wir-benutzen-den-Linken-ihre-Codes-Spiel auch auf den Trichter kommen mit der Israelfahne in der Hand um ein wenig Aufmerksamkeit bzw. Liebe zu betteln, so konnte die Bloggerin nada bei der Entdeckung dieses Maleurs kaum noch ihren bis dato fein säuberlich angesammelten Verdauungsunrat bei sich behalten…

Nach der Lektüre ihres anspruchsvollen Vierzeilers ist man geneigt nicht nur den eigenen Gesichtserker hermetisch abzudichten, sondern auch jenen Teil der Vergangenheit, den man zwar in guter, aber nicht in allerbester Erinnerung hat, nochmals zu durchleuchten, immer begleitet von der Hoffnung, dass man in seiner “Kampfzeit” popkulturell und intellektuell keineswegs selbst das unglaublich tiefe Nada-Niveau ausgelotet hatte. Dummerweise ist die Hoffnung ziemlich unberechtigt, nicht nur popkulturell. I`m Oldschool, Baby… und ich kann es leider nicht rückgängig machen.

In diesem Sinne: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, 1883–1885

Comments (6) to “Oldschool, Baby…”

  1. mit verlaub mein freund, sie nehmen da etwas voller als es ist…

  2. Inwiefern?

  3. da das maleur leider keins ist. weder wäre die überraschung - falls die kameraden vom black block die israelsolidarität für sich entdecken würden - groß genug, noch der bemühte fake ausreichend amüsant um den gesammelten verdauungsunrat genüsslich von sich zu geben.

  4. Das liegt im Auge des Betrachters…

  5. hauptsache alle beteiligten haben ihren spass…

  6. Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst.Gerhard Uhlenbruck

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