Rizzle in Isrizzle, Snoop!

Hebräischer und arabischer Rap haben nichts gemein, weil es keine Parallelen zwischen den Problemem gibt die Juden und Araber hier haben.” erzählt ein israelischer Araber den wissbegierigen Mitarbeitern des von der Bundeszentrale für politische Bildung finanzierten Jugendmagazins fluter in die Kamera. “Rap in den USA handelt heute nur noch von Geld, oder von Frauen, Huren und solchem Quatsch. Der hebräische Rap ist davon beeinflußt…” arabischer Rap dagegen ist anders. Aber zum Glück bekommen die drei Jungs am Ende noch die Kurve und erklären der verduzten deutschen Meute, dass “wir” irgendwie dann doch alle Menschen sind, egal welcher Religion man privat anhängt. Die palästinensische Gruppe, Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI), sieht das ein wenig anders, und fordert den amerikanischen Rapper Snoop Dogg auf, einen Auftritt am 18. September in Ramat Gan abzusagen. Die Begründung liefern sie auch gleich mit:

Wir sind überrascht, dass Sie in Israel auftreten wollen. Wir fordern Sie dringend auf, ihre Pläne abzusagen, so lange Israel palästinensische und arabische Territorien besetzt hält und international verbriefte Rechte der Palästinenser missachtet.

Nur zu doof, dass nicht wenige amerikanische Rapper überhaupt kein Problem damit haben in Israel aufzutreten. Seit Jahren treten Rapstars aus den USA in Israel auf und berichten immer wieder begeistert von der geilen Atmossphäre bei den Konzerten. Der Wu-Tang Rapper Cappadonna erklärt im Vorfeld seiner Israel-Tour gegenüber der Presse: “Als Amerikaner und Hip Hop-Künstler wollen wir uns mit dem israelischen Volk solidarisch zeigen. Keiner denkt, dass ein hebräisch sprechendes Land etwas mit Hip Hop zu tun hätte, aber die Kultur lebt in Israel, und wir werden die Kommunikation der nächsten Generation fördern.” Tight, alta!

Auch die einheimische Rapszene ist auf dem Vormarsch. “Wurden vor wenigen Jahren noch zwei, drei HipHop-Platten im Jahr produziert, so erscheinen in diesem Jahr 20 Mal so viele. Gruppen schießen wie Pilze aus dem Boden.” schreibt Claudia Frenzel in der Jungle World schon vor vier Jahren. Heute geht noch einiges mehr, wer sich davon selbst überzeugen will, sollte einfach mal bei Youtube ein wenig die Augen offen halten.

Also, Snoop, rizzle in Isrizzle! Die Stock-im-Arsch-Fraktion (1,2) sollte ständig daran erinnert werden, dass Geld, Frauen und ditt dazugehörige Lotterleben die bessere Alternative zu Wüste, Waffen und langer Weile ist.

Auf die Ohren, statt auf die Nase, Biatch:

Remedy performs at birthright israel Mega Mini

Remedy Performing “Never Again” at OSU Hillel

Remedy “Never Again”

Matisyahu - King without a crown

50 Shekel At The Heeb Magazine Party

“Ask The Rabbi” - Chutzpah - Jewish Rap

Crank That Kosha Boy

Hip-Hop Hassidim

Der Propaganda, nicht der Wahrheit, verpflichtet…

Als ich vor einigen Tagen feststellte, dass im Rahmen des Auftauchens von Radovan Karadzic ein deutscher Journalist sich um Kopf und Kragen schrieb, kamen aus allen erdenklichen Löchern die anonymen Bedenkenträger um mir ihren ressentimentsgeladenen Senf unter die Nase zu reiben. Dumm nur, dass Sie nicht ein einziges Argument zur Hand hatten und genau deshalb während des Streitgespräches recht früh abschmierten. Wer glaubt, dass in Deutschland eine faire Berichterstattung erwartet werden kann, wenn es um die nachträgliche Legitimierung des ersten deutschen Auslandseinsatzes nach 1945 geht, der sollte einmal alle seine Tassen im Schrank nachprüfen. In so einem vaterländischen (Not)Fall wird vor keiner noch so dümmlichen Superlative zurückgeschreckt, wie Andrea Mühlberger vom ARD-Studio Südosteuropa aktuell brav unter Beweis stellt:

Es ist eine seltsame Melange aus allzeit gewaltbereiten Fußballrowdies, Kriegsveteranen im Rollstuhl, Halbwüchsigen in Camouflage-Kleidung, strammen, ultrarechten Parteisoldaten und serbischen Flüchtlingsfamilien. Sie skandieren die Namen von Männern, die für Völkermord und die schlimmsten Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg stehen. Doch für diese an die tausend Demonstranten werden sie immer Helden bleiben.Quelle.

Mladić, Karadzic und Blagojevic sind schlimmer als Pol Pot? ‘Die Serben’ haben mehr Menschen auf dem Gewissen als ‘die Hutus’? Und als die Janjaweed-Reitermilizen ihre ethnischen Säuberungen in Dafur zelebrierten, handelte es sich wohl um eine - mir unbekannte - aber ansonsten friedliche Form um vorliegende Meinungsverschiedenheiten auszutragen? Okay, immerhin ist Frau Mühlberger ja ARD-Journalistin, die muß es ja eigentlich wissen, und verliert sich genau deshalb in wilden Spekulationen:

Wird die Lage bei der Auslieferung von Radovan Karadzic wieder eskalieren? Ist der Spuk der Milosevic-Jahre endgültig vorbei – oder geht er weiter, bis die letzten flüchtigen Kriegsverbrecher ausgeliefert sind? Dann kann man nur hoffen, dass es tatsächlich bald geschieht.

Gehört es nicht zum Kodex von Journalisten bei Konflikten die Positionen beider Seiten objektiv darzustellen? Ein Journalist darf sich schon allein aus Prinzip keine Sache zu eigen machen, nicht einmal eine gute, doch von Frau Mühlberger ein Mindestmaß an kritischer Distanz zum Thema und der eigenen Rolle einzufordern ist vergebliche Liebesmüh. Dazu bräuchte die Frau nämlich etwas mehr als nur ihren reichlich ausgebildeten Untertanengeist. Und dann wäre da noch zu Bedenken, was eine Berichterstattung ohne deutschen Sermon für Auswirkungen hätte….

Wenn die deutsche Publizistik auf einmal der Wahrheit, anstatt der Propaganda, verpflichtet wäre, würde womöglich nur unnötig Chaos in den teutonischen Hohlbirnen angerichtet werden.

Edit: Michael J. Totten berichtet über die islamofaschistischen Tendenzen auf dem Balkan (1,2). via FdoG

Musikopfer machen auf primaKlima…

Eine Katastrophe bahnt sich an, die deutsche antimusikalische Aktion hat zum Gutmenschen-Blues aufgerufen. Unter dem Motto “Wähl den Klimaklickersong” dürfen sechs Bands bzw. als Bands getarnte Umweltschutzgruppen ihre Meinung bzw. die vorherrschende Klima-Panik ungefragt in die Welt posaunen. Textlich wie musikalisch wird sozusagen das letzte Aufgebot präsentiert, da es - wie wir seit Knut spätestens wissen - ums Ganze geht: “Der Klima-Song mit den meisten Stimmen wird der offizielle Song der Klimaschutzkampagne.” kotz!

Auch wenn einer der Songs “Panikmache” heißt, liebe Freunde, kann ich vor dem Machwerk nur warnen. Wer Textzeile wie “Ein New Yorker in Kioto, stirbt am Hitzetod” verbricht, um im Refrain “Rette sich wer kann…” zu grölen, der hat es zulange in diesem Sommer ohne Sonne ausgehalten. “Malaria in Hamburg, Katrina in Berlin, Sonne über London, alles geht dahin, Wüste in Venedig, … Land unter in Tibet” klingt ein bisschen nach Katastrophenphobie ist in Wirklichkeit aber nur ein billiger PR-Gag um auch endlich mal im Radio zu laufen…

Schlagworte wie Tibet oder Klima in seichten Melodien zu vergraben, kann das Sprungbrett in die große weite Popwelt sein. Nix hören verblödete 08-15 Popperfratzen lieber als Gutmenschengesülze ohne Sinn und Verstand. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man als Musiker in Deutschland nur erfolgreich sein kann, wenn man den hierzulande vorherrschenden Idealismus vertont… Deshalb ist die Parole des Tages: Bleibt Underground!

Ulrike & Olaf, deutscht mich nicht voll…

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama besucht heute Israel, eigentlich ein relativ normales Ereignis im amerikanischen Vorwahlkampf. Doch für Ulrike Putz aus Deutschland steckt mehr dahinter. Frau Putz kennt sich nämlich in der Welt aus, sonst würde sie wohl kaum für den Spiegel schreiben. Deshalb weiß sie auch, wie der Barack besser beraten wäre:

Vielleicht wäre Obama besser beraten gewesen, sich für das Heilige Land etwas mehr Zeit zu nehmen. … Mit Argusaugen werden die jüdischen Wähler daheim verfolgen, wie israelfreundlich oder -kritisch sich der Demokratenkandidat im Nahen Osten gibt. Obwohl nur vier Prozent der Wahlberechtigten in den USA jüdischen Glaubens sind, hat ihr Votum überproportionales Gewicht: weil jüdische Amerikaner überproportional viel für den Wahlkampf spenden und weil proisraelische Lobbygruppen sehr einflussreich sind in Washington.

Obwohl nur vier Prozent der Gesamtbevölkerung, dann doch so mächtig. Verschwörungstheorie ick hör dir trapsen. Es wäre nur zu schön, wenn dumme, deutsche Frauen wegen solcher Formulierungen nicht nur ihre Reputation bei mir, sondern auch ihren Job beim Spiegel verlieren würden. Doch dazu leben wir in einer verkehrt eingerichteten Welt bzw. Land. Denn hier muß man so drauf sein wie die Putz, um überhaupt Journalist werden zu können…

Olaf Ihlau tritt auf dem selben bürgerlichen Kotzkübel in die gleiche Kerbe, nur eben mit einer anderen Projektionsfläche:

Eine Rache, die Karadzic im Zusammenspiel mit General Ratko Mladic mit unerbittlicher Konsequenz dirigierte. Beim Kriegsverbrechertribunal in Den Haag werden die Ankläger unter anderem einen von Karadzic im März 1995 unterzeichneten Befehl an die bosnisch-serbischen Streitkräfte präsentieren, den Muslimen in Srebrenica müsse das Leben “unerträglich” gemacht werden. Vier Monate danach kam es zum Massaker, wurden bei Srebrenica rund 8000 muslimische Zivilisten von serbischen Soldaten und Milizionären ermordet.

Um es kurz zu machen, es reicht völlig aus, vier Monate vor einem Massaker, einen Befehl zu erlassen, in dem völlig unkonkret davon gesprochen wird, einer gewissen Menschengruppe das Leben “unerträglich” zu machen, um vor dem internationalen Kriegsverbrechertribunal zu landen. Ne klar, gleichzeitig laufen alte Nazischergen frei auf der EM-Fanmeile herum und bleiben aufgrund ihrer angeblichen Altersgebrechen von der Strafverfolgung verschont…

Naja, Hauptsache Rudolf Scharping und Freimut Duve bleiben straffrei, obwohl sie in bewußt geschichtrevisionistischer Absicht von der „Rampe in Srebrenica“ faselten, als sie den ersten deutschen Angriffskrieg nach 1939 moralisch zu legitimieren versuchten. Heribert Schiedel schrieb einmal dazu recht passend: “Stirbt die Erinnerung, stirbt die Hoffnung. Und umgekehrt.” Nach der Lektüre der beiden Artikel ist in mir mal wieder ein kleines Stück Hoffnung gestorben, bei den Autoren war diese nie vorhanden, ebenso wie die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten…

3 Tage naß!

Es war schön, es war naß, und es war zu kurz. Kurz gesagt es war MELT! und dick und doof waren auch vor Ort. Der Fortschritt aus Südschweden war mit der janzen Technik anwesend, urbane Undergroundlegenden warfen ihre Bässe vor die parkenden Säue und der schnukkelige Türsteher vom Berghain war ooch da…

Zwischen Adam Green, Torsun und dem unbedeutenem Rest waren Gummistiefel der Renner in diesem Jahr. Weshalb auch die lang geplante Sneakerparade für den frühen Sonnabendmorgen verschoben wurde, nach Dortmund uff die ausgelatschte Love Parade. Am späten Morgen trafen sich Deutschlands Edelfedern zum gepflegten Schwoofen nämlich nicht auf irgendeiner deutschen Autobahn, sondern aufm Sleepless Floor. Einzig und allein das Wetter und Schlageraffe Alexander Marcus waren ein kompletter Reinfall, aber egal. Jetzt zum krönenden Abschluß des Ausfluges in die anhaltinische Pampa erstmal ein heißes Bad, zwei oder drei Tabletten gegen böse Viren und leger 180 BPM aufs Ohr… Schlafen können wa ja morgen noch!

Edit:
Wir habe Euch was mitgebracht, Bass, Bass, Bass!

Es fehlen die Gefangenen…

Der heutige Gefangenenaustausch zwischen der israelischen Regierung und der Terrororganisation Hizbullah ist ein weiteres Puzzlestück beim freiwilligen Rückzug der Israelis aus dem Nahen Osten. Wer ab heute noch daran glaubt, das es im Bereich des Unmöglichen liegt, die “Juden ins Meer zu treiben”, der ist mehr als nur naiv. Okay, die PLO wird es womöglich nicht sein, der es letztendlich überlassen wird, die letzten Puzzlestücke zusammenzusetzen, diesen Platz an der Sonne wird wohl oder übel die Hizbullah für sich reservieren.

Der Begriff der Verteidigung ist das Abwehren. In diesem Abwehren liegt das Abwarten, und dieses Abwarten ist das Hauptmerkmal der Verteidigung und zugleich ihr Hauptvorteil.” Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

Doch leider hat sich die Regierung unter Olmert - emotional verständlich - von Teilen der eigenen Bevölkerung erpressen lassen. Das Ehud Goldwasser und Eldad Regev schon lange nicht mehr gelebt haben, war allen bekannt, auch den Eltern und ihren engsten Verwandten. Trotzdem drängten sie darauf die beiden schleunigst aus den Händen der Islamofaschisten zu befreien, was das nach dem erfolglosen militärischen Versuch vor zwei Jahren bedeutet, war ebenso allen - zumindest in Israel - bekannt. Es mussten Terroristen derer man schon habhaft werden konnte, gegen die Leichen zweier Soldaten ausgetauscht werden. In der militärischen Logik wurde wehrfähige Männer dem Feind wieder zugeführt, während im eigenen Lager einzig und allein die Verzweiflung wächst.

Okay, jetzt werden wieder ganz Schlaue einwenden, dass die internationale Öffentlichkeit auch eine gewisse Rolle bei der letztendlichen Entscheidung gespielt hat, das mag schon sein. Aber bisher hat sich noch keine israelische Regierung dermaßen darum geschert, was der Rest der Welt von ihr denkt, dass sie langfristig die Sicherheit ihrer eigenen Bevölkerung dafür aufs Spiel gesetzt hätte. Und das wurde mit dem Gefangenenaustausch getan. In israelischen Gefängnissen sitzen noch einige tausend Islamofaschisten ein, wenn der offizielle Tauschkurs derzeit bei 1:5 steht, dann werden in Zukunft minimal noch 200 israelische Soldaten ihr Leben lassen… Minimum.

Maximum kostet es Israel das Leben. Doch vielleicht gibt es ja noch Hoffnung. Im Gazastreifen ist es den Israelis zum Beispiel gelungen, den Teufel zum Austreiben der Beelzebuben zu überzeugen. Die Entwicklung, dass die Hamas für die Sicherheit der israelischen Südgrenze gerade zu stehen hat, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn damit wird den Geldgebern im Iran aufgezeigt, dass es noch das eine oder andere Gegenmittel gegen ihre Strategie der Umkreisung Israels gibt. Wenn es den stimmt, was der Spiegel aus Gaza zu berichten weiß…

Der Iran hat uns eingekesselt mit Terrorismus und weiß, dass uns keine Atomwaffe helfen wird im Kampf gegen diesen Terror. Teheran möchte uns bedrohen und nerven, weil es genau dieser Hass auf Israel ist, der jene Länder, die Teheran eigentlich erobern will, antreibt.Yoram Kaniuk

Doch was kompliziert klingt, ist meisten noch komplizierter: Der Stand des Waffenstillstands (1,2) ist zumindest brüchig. Alles in allem, war es ein verheerender Deal die Hizbullah-Möder freizulassen, denn in den israelischen Gefängnissen fehlen jetzt die Gefangenen, die schon ab morgen wieder frisch an ihr Werk gehen können, Israel von der Landkarte zu streichen…

Edit: Am Sonntag, den 20. Juli, findet am Mahnmal der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (Fasanenstr. 79, 10623 Berlin) eine Gedenkzeremonie für die verschleppten und ermordeten israelischen Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev statt. Die Veranstaltung beginnt um 15.00 Uhr. Bereits am Samstag, den 19. Juli, findet in der Synagoge von Chabad (Münstersche Str. 6, 10709 Berlin) um 11.00 Uhr ein besonderes Gebet für Goldwasser und Regev statt.

Laut, bunt…und?

Laut, bunt... In Bernau war der Bad Blog öfter schon zu Besuch…ob virtuell oder real, geärgert hat man sich auf jeden Fall. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Streetparade am Wochenende anders wird, ist gelinde gesagt niedrig, deshalb geht auch keiner aus der Redaktion überhaupt erst hin. Muss man auch nicht: wenn die Bernauer Linke irgendetwas politisches organisiert, das hat sie mit den meisten Linken in Deutschland gemein, ist auch das Klischee nicht weit.

Die angebotenen Veranstaltungen (vulgo Aktionsformen) sind meist sehr überschaubar. Aber selbst in diesem begrenzten Radius ist das Angebot in Bernau zwergenhaft: nicht einmal für einen Bericht oder Vortrag über lokale Nazistrukturen hat es gereicht, obwohl sie ja nach der Darstellung offensichtlich bei der nächsten Kommunalwahl den Bürgermeister stellen. Der sogenannte Aufruf ist erst über diverse Links zu erreichen, passt auf einen Bierdeckel und ist ungefähr so Neunziger wie Lucilectric und Inline-Skates. Nachdem also der Inhalt komplett aus dem Repertoire gekürzt ist, wenn man also gewissermassen keinen ernstzunehmenden Service an der Öffentlichkeit leisten kann, dann bleibt einem tatsächlich nur noch die Streetparade. Demonstration nennt man es nicht, weil das ist zu dröge, da kommen höchstens die Organisatoren, stattdessen schlüpfen die Bernauer durch dasselbe Nadelöhr, wie die Loveparade einst und läd noch politisch auf, was doch nur in einer öffentlichen Verdeutlichung der Notwendigkeit von Suchtberatung endet. Insoweit kann ich 2/3 des Mottos bereits vorab bestätigen: ‘bunt’ und ‘laut’ wird es, nur bei ‘antifaschistisch’ habe ich noch meine Zweifel. Aber vielleicht ist das ja auch tatsächlich worum es bei Antifa im 21. Jahrhundert geht…

Und obwohl man mit solch phantasielosen und denkfaulen Veranstaltungen keinen Blumentopf gewinnen können sollte, fließt die öffentliche Unterstützung: Die Stadt kann sich darstellen kann, als wär alles bunt wie ein Lollipop und voll mit, zwar leicht delinquenten, aber engagierten und harmlosen Jugendlichen und weil keiner irgendetwas sagt, was nicht sowieso irgendwie rot-grüner common sense wäre. Die Domestizierung der Linken, soviel Zeit muss sein das nochmal zu sagen, ging maßgeblich von der Beamtenantifa um das Netzwerk für Weltoffenheit und Toleranz aus, die dafür gesorgt hat, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus und seine Bernauer cronies an die aktuellen Maßstäbe der Political Correctness der Berliner Republik angepasst wird. Das ist gut für die Stadt aber schlecht für die Antifa, die jetzt nachdem sie mit der Lichterkette im Anschlag in die Ecke gezwungen wurde, kapituliert hat und nur noch politischen Minimalismus fröhnt. So, bleibt zumindest der Jugendclub immer schön weiß verputzt und das Geld für kuschelige Informationsveranstaltung bei denen Konservenwissen an Leute vermittelt wird, die es ohnehin schon haben, fließt. Wahrscheinlich taucht auch die Führerin des Gutmenschen-Netzwerks Eva Rebs wieder unverhofft auf der Parade auf, stellt sich mit dem Megaphon auf ihre Erich-Fried-Gesamtausgabe und drängt allen eine offizielle Ansprache auf, die so moralisch ist, das sich selbst vorbeifliegende Vögel zur deutschen Schuld bekennen.

Adolf, am Arsch!

Dresden ist anders, Berlin dafür krasser. Und Hamburg, Hamburg ist am Arsch! Seit 60 Jahren steht im Hamburger Panoptikum der ultimative Führer, Adolf Hitler, als Wachsfigur herum, ohne das er auch nur einen Kratzer abbekommen hätte. Der Chef des ältesten Wachsfigurenkabinetts Deutschlands, Hayo Faerber, weiß zu berichten, dass “die meisten Besucher keine Probleme” mit dem GröfaZ haben. Wieso auch, die Russen sind ja auf der richtigen Seite der Elbe zum Stehen gekommen und Juden gibt es ja auch kaum noch in der Hansestadt…

Berlin dagegen, Berlin fickt alles. Sogar Adolf Hitler. Der zweite Besucher der heute neu eröffneten Berliner Filiale von Madame Tussauds hat mal so mir nix dir nix, nicht einmal zwei Security-Leute konnten ihn dabei aufhalten, dem Adolf um einen Wachskopf kürzer gemacht. “Endlich hat ein Hitler-Attentat geklappt“, begrüßte Henryk M. Broder das energische Eingreifen des 41-jährigen Berliners. Selbst der Berliner SPD- Abgeordnete Frank Zimmermann konnte seine klamheimliche Freude kaum verbergen: “Es ist schon eher eine Kunst, Hitler den Kopf abzureißen, und weniger eine Kunst, Hitler überhaupt aufzustellen“. So sieht es aus…

Ob Zimmermann uns dabei hilft, eine Kampagne für die Straffreiheit des Aktionskünstlers auf die Beine zu stellen? Da das Attentat um Jahrzehnte zu spät kommt, kann man doch zu Recht auf Straffreiheit wegen Verjährung appelieren…

Eine Einzelfallprüfung…

Während sich im Prenzlauer Berg gerade die versammelte schwäbische Designerschaar gegen den Yuppie-Vorwurf mittels einer Plakataktion unter der Überschrift “Protokolle der Weisen von Stuttgart” (1) wehrt, verwechselt Spiegel Online die Auflösungserscheinungen der FARC im kolumbianischen Dschungel mit einer israelischen Kommandoaktion. Um in dem Dickicht aus Lügen, Verdrehungen und eiskalten Verschwörungen den geheiligten Himmel noch zu entdecken, braucht es kluge Köpfe mit noch klügerern Gedanken inside, einer davon ist Jenz Steiner, der selbsternannte King vom Prenzlauer Berg:

Zum besseren Verständnis für Aussenstehende: In Berlin hat sich das Wort “Schwabe” als Synonym für einen gewissen Schlag Menschen eingebürgert, der für Bohemian Bourgeois, für Schnösel, Yuppies, Agenturfutzies und hippe Neureiche gleichermaßen benutzt wird. Das ist nicht auf meinem Mist gwachsen. Der Begriff ist inzwischen vollkommen losgelöst von Menschen mit Wurzeln im Schwabenland. Bemerkenswert ist aber, dass jeder vernünftige Berliner beim Hören des Wortes “Schwabe” im übertragenen Sinn stets ein klares Bild eines Menschen im Kopf hat, der nicht gleich zwingend die schwäbische Mundart beherrscht. Mittlerweile geht es mir sogar selbst auf die Nerven, wenn ich das Wort höre.

Nicht das Jenz Steiner einfach nur als Kind etwas zu heiß gebadet wurde, nein er rappt auch noch gar widerlich. (Continued)