Vorsicht, merkwürdige Einigkeit!

Ja sicher, der Universalist sollte die Qualität eines Arguments unabhängig davon betrachten, wer es ausgeprochen hat. Aber nichts desto trotz gibt es für mich so etwas wie einen verdächtigen Konsens, also eine Konstellation von Positionen, bei der ich mit äußerster Skepsis sage: Wenn die Typen da sich mit den Typen dort einig sind, kann das nicht für die Sache sprechen, auf die sie sich einigen. Oft stimmt das: Ein antiliberaler Etatismus bei Konservativen und Sozialdemokraten wäre ein Beispiel, die Globalisierungskritik von links und rechts ein weiteres. Eine die Ausnahme bestätigende Regel ist vielleicht der Fall „Knut“, da ich über den gehypten Eisbärenanwärter nichts anderes zu sagen weiß, als dass er herzzerreißend drollig ist, ganz egal, ob der doofe Rest das auch findet.

Eine grenzeneinreißende Einheit der neueren Art stellen die Verwünschungen gegen der Film 300 dar… (Continued)

Black and White at it’s best

Der Marsch durch die Institutionen lebt: Nachdem die Zottelmenschen Peek und Cloppenburg dazu drängen konnten, Pelzkleidung aus dem Programm zu nehmen, geht die schleichende Unterwanderung der zivilisierten Welt durch ihre schärfsten Kritiker weiter:

P&C Palituch

(Continued)

5 Mark in die Chauvi-Kasse

Vorbehaltlos unterstütze ich - im Sinne eines von den Grünen in den Bundestag eingebrachten Antrags - die UN Resolution 1325, die in ihrem Titel zivilisatorische Minimalforderungen ausspricht:

Frauen, Frieden und Sicherheit

Für alle!… und zwar umsonst!

Realität ist, was Du daraus machst

Mit dem Satz „Das habe ich nicht gesagt!“ blamierte Jörg Haider im Frühjahr 2ooo sehr erfolgreich die vielfachen Versuche, ihn als antisemitischen, revisionistischen und NS-relativierenden Populisten zu entlarven. Ein sichtlich geknickter Erich Böhme gestand später das Scheitern der positivistischen und liberalen Entlarvungstaktik ein: „Dem bin ich auf den Leim gegangen. Ich hätte nicht gedacht, dass er Fakten abstreitet und dreist behauptet: ‘Hab i net gesagt.’” Einem anderen antisemitischen, revisionistischen und NS-relativierenden Populisten würde ein solches glaubhaftes und durchschaubares Dementi der eigenen Aussagen nie gelingen: Mahmud Ahmadinejad ist zu sehr Ideologe, um zum Beispiel seine eigentlich anachronistische Leugnung des Holocaust zu gegebener Zeit zu bestreiten. Die Relativierung des Gesagten und erst recht des Gemeinten müssen daher andere für ihn übernehmen. (Continued)

Gefangenensoli

Sprechen Sie arabisch? Dann unterstützen Sie doch lesenderweise diesen Blog. Dessen ägyptischer Autor wurde gerade wegen Beleidigung des Islam zu vier Jahren Haft verurteilt. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Lysis als anonymer Zeuge der Anklage aufgetreten sein.

Provinz bizarr reloaded: Eine abschließende Betrachtung

Vor einiger Zeit fiel mir ein Büchlein in die Hände, in dem ein gewisser Klaus Dede dem Antisemitismus in der nord-niedersächsischen Provinz nachspürt. Er war fündig geworden, und nicht ganz zu Unrecht verdächtigte er sich auch selbst, gewisse Ressentiments zu haben.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, könnte man meinen, Klaus Dede ist der lebende Gegenbeweis.
(Continued)

Es qualmt der Kopf

Das leidige Thema “Nikotinsucht” wurde im Bad Blog dem Redaktionsfrieden zu Liebe nicht ausdiskutiert. Auf dem Blog „Nichtidentisches“ erschien jedoch ein lesenswerter Artikel dazu, wobei ich aus dem oben genannten Grund meine ausdrückliche Zustimmung zum dort Geschriebenen mal für mich behalte.
Als Antwort auf diesen Text übte sich jemand in Sprachkritik, die darauf zielte, das Argument vom Jargon zu scheiden, und die somit einer Intention folgte, die auch mir sehr am Herzen liegt.

Dass diese Kritik jedoch misslingt, zeigt „Nichtidentisches“ in seiner Antwort.

PS. Den Verweis auf einen überflüssigen und orthographiefeindlichen (”Kürzlich hat sich Weltkritik einem Beitrag [...] angenommen”) weiteren Erguss zum Thema, der inhaltliche Dürftigkeit durch Verbalinjurien wett machen möchte, kann man sich eigentlich sparen.

Provinz bizarr

Ein Mensch namens Klaus Dede weiß über sich, dass er Juden und dem Judentum „nicht mit unbefangener Neugier begegnen kann“ und will sich dieses „Ressentiments stets bewusst“ bleiben. Über Dede weiß ich nicht viel, ausser dass er irgendwann zwischen 1984 und der Umstellung der Postleitzahlen in den Neunzigern ein Büchlein mit dem Titel „Antisemitismus in Oldenburg“ geschrieben hat. Dieses Buch sei ein verschriftlichter Vortrag, den er nach eigenem Bekunden ursprünglich vor sechs (sic!) Studentinnen an der Oldenburger Uni gehalten hat. Es ist ein deutsches Psychogramm, dass in Erstaunen versetzt… (Continued)

Bauchgefühl und Kritik

Jedem, der heute mit sogenannten Antideutschen verkehrt, dass heißt mit Leuten, die es nötig haben, sich so zu nennen, und sich dabei auch noch sehr kritisch und auf der Höhe der Zeit vorkommen, steht ein probates Mittel zur Verfügung, sich der Sympathie seiner Gesprächspartner zu versichern.
Während man mit dialektischer Kritik der Moderne, Gegnerschaft zum politischen Islam oder angewidertem Lästern über die Zustände in von Linken besetzten Häusern nicht notwendig einen Treffer landet, sich sogar je nach Provenienz des antideutschen Gegenübers unter Umständen auf Glatteis begibt, wird das Aktivieren eines relativ neuen Reiz-Reaktions-Mechanismus nie den Dienst versagen: Gemeint ist das Bedienen des Ressentiments, dass sich in antideutschen Kreisen gegen Renegaten erhebt, die ihren Weg zum Liberalismus gefunden haben. Ein x-beliebiger Satz, der noch so argumentfrei gegen die „neuen Liberalen“, die Kapitalismus-Affimierer und „Antikommunisten“ zu Felde zieht, garantiert einem einverständiges und anerkennendes Nicken, das mitteilen will: Wir wissen Bescheid, wir sind uns einig, mehr muss nicht gesagt werden… (Continued)