Eine Einzelfallprüfung…

Während sich im Prenzlauer Berg gerade die versammelte schwäbische Designerschaar gegen den Yuppie-Vorwurf mittels einer Plakataktion unter der Überschrift “Protokolle der Weisen von Stuttgart” (1) wehrt, verwechselt Spiegel Online die Auflösungserscheinungen der FARC im kolumbianischen Dschungel mit einer israelischen Kommandoaktion. Um in dem Dickicht aus Lügen, Verdrehungen und eiskalten Verschwörungen den geheiligten Himmel noch zu entdecken, braucht es kluge Köpfe mit noch klügerern Gedanken inside, einer davon ist Jenz Steiner, der selbsernannte King vom Prenzlauer Berg:

Zum besseren Verständnis für Aussenstehende: In Berlin hat sich das Wort “Schwabe” als Synonym für einen gewissen Schlag Menschen eingebürgert, der für Bohemian Bourgeois, für Schnösel, Yuppies, Agenturfutzies und hippe Neureiche gleichermaßen benutzt wird. Das ist nicht auf meinem Mist gwachsen. Der Begriff ist inzwischen vollkommen losgelöst von Menschen mit Wurzeln im Schwabenland. Bemerkenswert ist aber, dass jeder vernünftige Berliner beim Hören des Wortes “Schwabe” im übertragenen Sinn stets ein klares Bild eines Menschen im Kopf hat, der nicht gleich zwingend die schwäbische Mundart beherrscht. Mittlerweile geht es mir sogar selbst auf die Nerven, wenn ich das Wort höre.

Nicht das Jenz Steiner einfach nur als Kind etwas zu heiß gebadet wurde, nein er rappt auch noch gar widerlich. (Continued)

Die Auschwitzkeule wechselt die Seiten…

Wenn du die Meinungs- und Redefreiheit verteidigst, antworte ich mit Auschwitz, so ungefähr kann man ein Streitgespräch zwischen Matthias Matussek und Michel Friedman zusammenfassen, welches derzeit bei Spiegel Online auf der Startseite einen prominenten Platz gefunden hat. Am Anfang dreht sich das Gespräch noch um das Hickhack, was die Absetzung von “Idomeneo” durch die Intendantin der Deutschen Oper Berlin, ausgelöst hat, doch recht schnell wird das Gespräch allgemein. Der deutsche Moralist Matussek würgt dabei recht früh eines von Friedmans Argumenten mit einem neuen rhetorischen Kniff ab, der in Deutschland wohl bald die Runde machen wird:

Frage: Im Ernst: Lassen wir uns nicht durch Fundamentalisten unsere freiheitlichen Werte kaputtmachen?

Matussek:
Das sagt ja Friedman: Wir dürfen nicht zurückweichen. Ich will Ihnen jetzt was sehr Ernstes sagen: Religion ist das Innigste, was der Mensch hat. Mit ihr entscheidet der Mensch sein Verhältnis zur Welt, zum Leben. Religion ist ein sehr, sehr sensibler Raum – der zu schützen ist. Jeder sollte es sich zweimal überlegen, ob er das Sensitivste des Menschen beleidigt.

Friedman: Schön, aber: nur eines gläubigen Menschen. Denn, wie Sie das sagen, könnte man meinen, wir lebten noch im Mittelalter, wo alle bedingungs- und gedankenlos lebten. Das ist aber nicht mehr so. Es gibt für gläubige Menschen tatsächlich einen Respektraum. Der darf aber nicht dazu führen, dass Menschen, die nicht glauben, nicht mehr kritisch mit Religion umgehen können.

Frage: Noch mal zurück zum spezifischen Fall: Ist es, Herr Friedman, nicht das geringere Übel, eine Karikatur nicht abzudrucken – auch wenn ich dabei vielleicht unsere freiheitlichen Werte untergrabe –, wenn auf der anderen Seite das Risiko steht, dass Menschen ihr Leben verlieren?

Friedman: Man muss es sehr genau und verantwortungsbewusst abwägen. Aber: Das sind ja nun Präzedenzfälle, die nicht nur religiös bedingt sind. Wenn jemand etwas ausdrücken will, es aber nicht kann oder darf, weil es eine Gewaltreaktion der Gruppe gibt, die es betrifft, dann können wir aufhören, zu reden, was wir denken. Zwar muss es für bestimmte Bereiche auch Konsequenzen geben dürfen, aber grundsätzlich gilt: Wenn jemand etwas sagen will, muss er es sagen dürfen.

Matussek: Wie ist das, wenn ich sagen würde: Auschwitz hat es nicht gegeben.

Friedman: Dann müssen Sie das sagen dürfen, wissen aber um die gesetzlichen Konsequenzen, die das für Sie haben wird.

Matussek: Sie würden also das Strafgesetzbuch bemühen, um mir die Klappe zu verbieten …

Friedman: … nein, nein …

Matussek: (wird laut) Aber sicher! Ich würde dafür in den Knast gehen. Also: Redefreiheit hat ihre Grenzen. Ich finde, es gibt Dinge, die darf man nicht sagen.

Friedman: Und ich finde, bevor jemand etwas im kleinen Kreis verbreitet, soll er es lieber in der Öffentlichkeit sagen. Die Gesellschaft muss es hören können!

Nochmal langsam, ein christlicher Fundamentalist verteidigt den Wahn islamistischer Terroristen gegenüber einem jüdischen Journalisten mit dem Verweis darauf, dass man in Deutschland für die Leugnung des industriellen Massenmordes an den Juden vor Gericht gestellt wird, dies ist ein Präzidenzfall. Und zwar einer, der deutlich macht, dass die intellektuellen Deutschen ihre (Nazi-)Geschichte nun gegen jene richten, die als Nachfahren der Opfer sich dem neuen deutschen (Appeasement-)Wahn widersetzen, nur um vermeintlich die eigene Haut zu retten. Aber dass soll ja noch nicht alles sein:

Matussek: Sie sagen, Meinungsfreiheit sei grenzenlos.

Friedman: Nein, das habe ich nicht gesagt. Meinungsfreiheit ist ein Wert an sich, der in Konflikt mit anderen Werten steht. Jeder muss für sich selbst entscheiden können, welchen Wert er persönlich höher stellt – soweit er auch zur gesellschaftlichen Konfrontation bereit ist. Übrigens: Vor hundert oder 200 Jahren hätten Dinge, für die Sie heute auf die Barrikaden gehen würden, nie gesagt werden dürfen. So verändert sich das Tabu in der Gesellschaft. Wer also enttabuisiert, setzt Gedankenprozesse in Gang. Auch wenn diese weh tun, das muss möglich sein.

Matussek: Ach, das ist mir alles zu kompliziert …

Friedman: … tja, das habe ich vom SPIEGEL gelernt, kompliziert zu argumentieren! (lacht)

Matussek: … auf der einen Seite sagen Sie: Alles muss gemacht werden dürfen, auf der anderen reden Sie von gesetzlichen Konsequenzen. Das ist der Widerspruch, den Sie nie auflösen werden können. Ich darf nämlich zum Beispiel nicht sagen: Man soll die Juden ermorden.

Friedman: Doch! Sie dürfen es sagen. Sie müssen nur die Konsequenzen daraus ziehen.

Matussek:
Moment, also – erstens werde ich es nicht sagen, und zweitens: Wenn die Sanktion des Strafgesetzbuchs existiert, wenn ich dafür bestraft werden kann, ist doch meine Freiheit nichts wert.

Mit dem Verweis darauf, dass er nicht ungestraft Auschwitz leugnen und zum Massenmord an Juden aufrufen kann, verteidigt Matussek die Einschränkung der Redefreiheit im Falle der Oper “Idomeneo”. Er würde die Oper absetzen, da er sich gar nicht ausmalen möchte, was dann in der Westbank passiert. Komischerweise sind die religiösen Eliten bzw. Stätten der Islamos eigentlich nicht in der Westbank angesiedelt. Dort lebt nur jener Teil der religiös-politischen Fanatiker, vor denen Matussek zumindest Angst, womöglich aber auch Respekt hat, da sie ja den Massenmord an den Juden zumindest versuchen in die Tat umzusetzen…

Das Friedman sich in dem Interview eher lasch aus der Affäre zieht, ist auch ein Teil des Problems. Man braucht nicht wirklich tief in die Trickkiste zu greifen um auch dem cholerischen Kulturdeppen Matussek verständlich zu machen, dass aufgrund der Einmaligkeit der Shoa es sich nicht anbietet die Leugnung dieser ungläubligen Bluttat als Akt der Redefreiheit zu verbrämen. Doch dazu war weder Friedman, noch Raphael Geiger, der das Interview führte, in der Lage, und genau deshalb wird die Auschwitzkeule in Zukunft wohl verstärkt aus einer ganz anderen Richtung kommen…

Zirkumflexs Märchenstunde…

Die Vergesslichkeit der Menschen gegenüber Menschenrechtsverletzungen anzuprangern ist ein Schwert welches gerne in der Hand geführt wird, wenn es darum geht etwas moralisch zu evozieren, was man mittels einer logischen Argumentation nicht wirklich erreichen kann. Diese Tour versucht gerade der Blogger Zirkumflex indem er in einem anti-chinesischen Artikel behauptet, dass niemand auf der Welt sich um die unterdrückten Uiguren kümmert, wobei jene doch genauso schlimm unterdrückt werden wie die z.B. die Tibeter.

Die Angst der chinesischen Offiziellen vor islamischen Terroranschlägen dichtet der Autor um, in eine Strategie die gesamte Bevölkerung wahllos zu malträtieren, da bekanntlich Kommunisten so gerne Menschen unterdrücken. Nun mal gänzlich davon abgesehen, dass in der Volksrepublik China kein Kommunismus herrscht, negiert Zirkumflex komplett die Gefahr islamischer Anschläge. Um dies dem Leser plausibel zu machen, betreibt er selbst eine Strategie die er kurz zuvor angeprangert hatte: Er baut auf die Vergesslichkeit seiner Leser indem er behauptet, dass die Verbindung zwischen Al Qaida zu den uigurischen Islamisten nur auf Vermutungen basiert:

“Immer wieder war es in der Provinz zu Anschlägen gekommen, man vermutet bei den uigurischen Aktivisten eine Nähe zu Al-Qaida. Daher verhaftet(e) man in der Provinz willkürlich jeden Verdächtigwirkenden; erst im März war ein uigurischer Geschäftsmann in der Haft “verstorben”. Des Weiteren verbot man das Tragen des Schleiers.”

Woher Zirkumflex die Information hat, dass willkürlich jeder der nur den leisesten Verdacht erweckt verhaftet wird und arme Geschäftsmänner in der Haft versterben, verrät er uns nicht. Ebenfalls wird dem Leser suggeriert das Geschäftsmänner natürlich niemals Terroristen sein können, wobei der Chef des Jihads persönlich, Osama Bin Laden, als Geschäftsmann den international vernetzten Terror überhaupt erst ermöglichte. Doch die Krönung ist das Insistieren darauf, dass das Tragen des Schleiers, im Namen der universalen Menschenrechte, in China doch bitte ermöglicht werden sollte…

Geht`s noch? Da freut man sich, als Universalist, dass das Verbot des Schleiers in der Türkei halbwegs wieder hergestellt wurde, um dann kurz darauf zu lesen, dass irgendein angeblich ach so Liberaler den chinesischen Offiziellen vorwirft, dass diese die Freiheit ihrer Bürger beschränken, wenn sie ihnen verbietet mit dem Stoffetzen im Gesicht herumzumarschieren? Ich glaube es hackt!

Da lob ich mir den Tagesspiegel, der es schafft, trotz liberaler Brille eines, dann doch festzuhalten:

Militante Islamisten mit Bezügen zu Al Qaida und Taliban sind seit Jahren in China aktiv. Betroffen ist vor allem das riesige „Autonome Gebiet“ Sinkiang im Nordwesten, in dem mehr als acht Millionen muslimische Uiguren leben.

Berndt Georg Thamm, Publizist und Referent für Weiterbildung zum Thema Dschihad-Terrorismus für Polizei und Bundeswehr, hat in einem Interview mit Ramon Schack diese Angaben bestätigt:

SZ: Hat man denn im Westen den Dschihad noch nicht als ein globales Problem erkannt?

Thamm: Noch nicht im erforderlichen Ausmaß. Den 11. September sah man im Westen als eine Kriegserklärung, die nur dem Westen galt. Dabei hatte der Dschihad schon viel früher begonnen. Die Hauptschauplätze liegen in Asien und in islamischen Ländern. Russland und China sind potentiell bedroht.

SZ:
Inwiefern?

Thamm: Indem sich Dschihadisten in Asien der Strategie der Islamisierung ethnischer Konflikte bedienen. In China nutzen Islamisten den Konflikt sunnitischer Uiguren und anderer muslimischer Turkvölker mit Peking aus, in Russland den Konflikt sunnitischer Tschetschenen und anderer muslimischer Völker des Nordkaukasus mit Moskau. Der Westen leistet leider diversen Vertretern dieser Gruppierungen Schützenhilfe und unterstützt damit indirekt die Dschihadisten.

SZ: Allerdings nutzen ja auch China und Russland den Kampf gegen den Terror, um Menschenrechtsverletzungen in den betreffenden Regionen zu begehen und zu kaschieren.

Thamm:
Bei dem Buch handelt es sich aber um eine Schilderung des Kampfes gegen den Dschihad aus der Perspektive der erwähnten Staaten. Außerdem ist die westliche Menschenrechtsrhetorik oftmals heuchlerisch. Mit Guantanamo hat der Westen sich selbst nicht gerade ein menschenrechtliches Markenzeichen ausgestellt.

SZ: Warum spielt Zentralasien eine Schlüsselrolle beim Kampf gegen den Dschihad?

Thamm: In den Staaten Zentralasiens sind zahlreiche dschihadistische Aktivitäten zu beobachten. Sowohl aus dem Nahen Osten als auch aus dem Kaukasus und Afghanistan erhalten diese Kreise Zulauf und Unterstützung. Darüber hinaus sind mittlerweile Dschihadisten der turkistanischen Islamischen Dschihad Union in der Region vertreten, die mit Hilfe der al-Qaida ihren Einflussbereich durch Islamisten aus Europa, auch aus Deutschland, erweitern. Inzwischen hat diese Islamische Dschihad Union ihren Einflussbereich massiv ausgebaut. Wir erinnern uns, erst im September war Deutschland nur knapp Anschlägen eines Ablegers, eben jener ursprünglich aus dem pakistanischen Waziristan stammenden Dschihad-Union aus dem Sauerland entgangen.

SZ: Ist man sich in Deutschland der Gefahr bewusst?

Thamm: Israelische Experten staunen immer wieder, wie gelassen, gemessen an dem realen Bedrohungspotential, die deutsche Öffentlichkeit dieser Herausforderung begegnet. Die Israelis arbeiten übrigens aktiv mit den chinesischen und russischen Experten zusammen.

Bleibt noch die Frage, wann endlich auch prowestliche Liberale ihren penetranten Hang zur Einseitigkeit in der Bewertung von Konflikten in und um China herum aufgeben…

Edit: In einem Update treibt es Zirkumflex nun noch bunter: Er beklagt, dass die Muezzine keine Lautsprecher benutzen dürfen um zum Gebet zu rufen und Jugendliche unter 18 nicht in die Moschee dürfen. Dies ist wirklich ein Armutszeugnis…

Es geht um Israel…

Es kam, wie es kommen musste, nachdem einige naive Zeitgenossen die Illusion verbreiteten, dass man um einer fruchtbringenden Debatte willen den “institutionellen Rahmen” der Linkspartei bzw. deren Parteijugend nutzen sollte, um im Herzen der kaltblütigen Bestie vielleicht doch noch ein wenig Empathie für den Befreiungskampf der Israelis gegen den eliminatorischen Islamismus zu entdecken bzw. zu wecken, ist nun das Basiscamp für diese wahnwitzige Mission zum Schweigen gebracht worden. Und zwar von der eigentlich zu bekehrenden Parteijugend mittels eines lapidaren Tagesbefehls… (Continued)

Spaß ist, was wir draus machen…

Assi go home! Langeweile kann manchmal den Verstand kosten. Am vergangenen Sonntag torkelten rund 300 Idealisten durch den Prenzlauer Berg um ihr Unverständnis über die strukturellen Veränderung in dem ehemaligen Arbeiterviertel kund zu tun, damit ihnen dabei nicht langweilig wird, war die Polizei ebenfalls vor Ort. Ihre zentrale Parole “Fuck Yuppies” kramten die jugendlichen Berufsdemonstranten ebenso wie ihre Kleidung aus dem schon mehrfach geplünderten Fundus der Altautonomen. Und ganz wie ihre Vorbilder aus den 70er Jahren ist trotz einiger Transformationen der antisemitische Gehalt der Parole erhalten geblieben:

Bubis wird in den Frankfurter Häuserkampf verwickelt: Er gehört zu den Investoren, die für Immobilienprojekte im Frankfurter Westend die Genehmigung der Stadt erwirken, die ursprüngliche Bebauung abzureißen. Bis zu ihrem Abriss vermieten Bubis und seine Partner die Häuser kurzfristig an Studenten. Diese erklären die Häuser für besetzt und weigern sich, sie zum Abriss freizugeben, unterstützt durch Bürgerinitiativen und Politiker. Bubis gerät ins Schussfeld der öffentlichen Kritik und der Medien, er wird als “skrupelloser Spekulant” dargestellt. Er selbst charakterisiert die Kampagne, die sich vornehmlich gegen jüdische Unternehmer richtet, als “Antisemitismus aus der Richtung der politischen Linken”. Erst im Februar 1974 werden die Gebäude schließlich geräumt, Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Polizei folgen. Bubis verliert durch die Ereignisse fast sein gesamtes Vermögen und muss das Projekt im Westend verkaufen. Während des Konfliktes legt Bubis seine Ämter in der jüdischen Gemeinde nieder.Quelle.

Zwar ist nicht mehr hauptsächlich der einzelne Spekulant das Objekt der linken Begierde, stattdessen rücken nun die Bewohner der Immobilienprojekte ins Visier der selbsternannten Kiezmiliz. Arthur Schopenhauer meinte einmal dazu, dass “in Deutschland die höchste Form der Anerkennung der Neid” ist, doch auf die Anerkennung meines Werdeganges via eines abgebrannten Autos kann nicht nur ich verzichten. Was schon vor zehn Jahren galt, nur weil man einen BMW oder Mercedes fährt - selbst in Kreuzberg - ist man noch lange kein Bonze, verstehen die Pseudo-Radikalinskis von heute einfach nicht. Ihre geistige Armut aka ihr Neid lässt sie derart dumm aus der Wäsche schaun, das sie sich genötigt sehen, mittels gezielter Brandstiftung, langweiliger Latschdemos und hässlicher Graffitis ihr Selbstwertgefühl wenigstens etwas wieder aufzurichten. Manchmal geht das dann zum Teil soweit, dass auf frisch sanierte DDR-Plattenbauten im Prenzlauer Berg die Anti-Yuppies-Graffitis auftauchen, obwohl nur Menschen mit WBS (Wohnberechtigungsschein) in jenen ostzonalen Arbeiterschließfächern wohnen dürfen….

Das Berlin ohne die unzähligen Zugereisten längst im eigenen Mief abgesoffen wäre, dass vor zehn Jahren niemand außerhalb von der Hauptstadt eine Straße namens Kastanienallee kannte und dementsprechend auch keine internationalen Spezialitäten in Unmengen dem geneigten Publikum feil geboten wurden (war ja niemand da der so etwas überhaupt essen würde), können die linken Kindergarten-Cops wohl einfach aus gewissen Altersgründen nicht wissen. Ebenfalls scheint die Tatsache, dass es in Ostberlin einmal so aussah, wie noch heute in jenen ostdeutschen Kleinstädten aus denen die tapferen Anti-Yuppie-Fighter geflohen sind, komplett an ihnen vorbeigegangen zu sein. Hauptsache der Feind ist definiert, dann kann auch sofort die Direkte Aktion zur Stabilisierung des eigenen Über-Ich starten. Ob das nun gesellschaftlich Sinn macht ist dabei völlig egal. So wie es auch egal ist, dass der Wohnungsmangel schon längst Geschichte ist…

Das Berlin, gerade Ostberlin in den letzten 18 Jahren eine Metamorphose vom hochsubventionierten Mauerblümchen hin zur geilsten Ische im janzen Land gemacht hat, ist beinahe ausschließlich den Neuberlinern zu verdanken. Ob nun Hate-Mag, Reclaim the Sparkasse, auch für Menschen betretbare Fußballkneipen oder kulinarische Genüsse aus aller Welt für kleines Geld, beinahe jede Berliner Sehenswürdigkeit ist ein Importprodukt. Selbst der Fernsehturm ist kein waschechter Berliner. Deshalb hier mein gutgemeinter Rat an all die Demonstranten vom letzten Wochenende: Wer Berlin nicht mag, der sollte Berlin verlassen! Und zwar schleunigst…

PS: Auch wenn es gemeinhin auf schwarz-weiß Aufkleber behauptet wird, gibt es keinen, ich betone, wirklich keinen Zusammenhang zwischen Bar25, der hässlichen Maria mit ihrem Überschuß an Brandenburgern oder dem verranzten Köpikomplex…

Tempelhof-Entscheid: Pflügers Bruchlandung

Eigentlich sollte es der Anfang vom Ende der rot-roten Koalition in Berlin werden, doch der Volksentscheid über die Weiternutzung des Flughafens Tempelhof ist nach Auszählung von 93,5 Prozent der Stimmen gescheitert. Und somit auch Friedbert Pflügler als nächster CDU-Bürgermeisterkandidat. Wer gemeinsam mit der FDP, der Unterstützung einiger Wirtschaftsverbände und große Teile der Berliner Presselandschaft gerade einmal 20,7 Prozent der Wählerstimmen einfährt, der kann einpacken. Noch einmal Millionen in einem Wahlkampf zu versenken, der von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, dass macht nicht einmal die extrem geschwächte Hauptstadt-CDU mit. Stattdessen wird dann womöglich der mausgraue Ingo Schmitt in die Schlacht geworfen. Begründung: Er ist wenigstens ein Berliner…

Doch auch so wird es die Frontstadt-CDU nicht schaffen. Gegen eine urbane Wählerklientel die sich zumeist aus den konservativen ländlichen Regionen (Schwaben, Bayern, Thüringen, Sachsen, Hessen) rekrutiert, weil sie wenigsten halbwegs aus dem Mief ausbrechen will, kann man mit der alten Mauerrhetorik einfach nicht mehr gewinnen. Zumal eben jene Frontstadt-Berliner die die CDU wählen würden, wenn Sie können in den Brandenburger Speckgürtel wegziehen und somit ebenfalls langfristig wegfallen. Eine moderne Großstadt-CDU - wenigstens in Ansätzen - gibt es derzeit nur in Hamburg, der Stadt die wenigstens ein Tor zur Welt hat. In der Berliner CDU ist dieses Tor immer noch durch eine Mauer vernagelt. Da kann der Pflügler noch soviele rappende Jugendliche via Youtube in die Spur schicken, es nützt nix, der alten Dame CDU reicht ein ideologisches Facelifting schon lange nicht mehr…

Vielleicht ist die Tempelhof-Kampagne ja aber auch das Gesellenstück von Friedbert Pflügler, und wenn alles gut läuft wird er - nach dem er von seinen Ämter zurückgetreten ist - neben dem Chef der Interessengemeinschaft Berlin Tempelhof (ICAT e. V.) ebenfalls bald Geschäftsführer bei einer privaten Fluglinie. Gerüchteweise soll man da ja auch mehr verdienen als der Regierende Bürgermeister…

Schwarz-Weiß in Farbe

When things cast no shadow, müssen sie den Naturgesetzen entäußert sein. Wer daran schuld ist, wird derzeit auf der 5. Berliner Biennale für zeitgenössische Kunst ausgemacht. Eine schwarz-weiße Antwort in Farbe wurde schon gegeben, weitere werden sich wohl kaum unterscheiden. Der Schuldige ist das Objekt des strukturellen Antisemitismus, der sich auch auf dieser Ausstellung mit der Kritik der politischen Ökonomie verwechselt: Angeblich haben die Kapitalisten den Dingen ihren Schatten genommen. (Continued)

Speed, Fussball und Islam

Manchmal klappt noch etwas, so wie das Kommando “Tito von Hardenberg” den “boulevard-medialen Komplex” mit ein, zwei Kniffen ins Schleudern gebracht hat, so ähnlich brachte wohl die Veranstalter einer sogenannten “kritischen Islamkonferenz” die vor über einem Monat hier geäußerte Kritik in die Bredouille. Zwar wurde zähneknirschend die bisher im Netz einzusehende Seite geändert, und per privater Kanäle ersucht, wer den der Autor der geharnischten Kritik war, aber letztendlich wird nur ein wenig Kosmetik aufgelegt und so getan, als wäre man an der Pleite nicht beteiligt, bzw. als hätte es sie nie gegeben.

Nirgends ist auf der Seite noch ein Hinweis darauf zu finden, dass bekennende Antisemiten zum Organisationskreis gehören, ebenfalls fehlt eine Auflistung der Veranstaltungen sowie der angefragten Redner, es scheint so als ob es noch viele kleine Scherben gäbe, die man wieder zu einem großen Ganzen zusammenfügen muss. Ich hoffe irgendwie, dass dies nicht so ohne weiteres gelingt…

Viel Glück dagegen wünsche ich einem Unterfangen, dass von hier aus ein wenig angeschoben wurde, und zwar per Publikumsbeschimpfung. Nach einigen Querlereien haben sich nämlich die Fans von Tennis Borussia und Babelsberg 030 “spontan” dazu entschieden, mal wieder ein Spiel des TuS Makkabi in größerer Formation zu besuchen, aus Solidarität. Obwohl meine Kritik wohl nicht nur den Salamipunkern “zu blöd” war und ein roter Möchtegernstar der sich im Stile der stalinistischen Gerüchteküche zu parteipolitischen Fragen äußert, die gar nicht zur Debatte standen, haben sich die Fans darauf verständig am 20 April gemeinsam zum Spiel TuS Makkabi zu pilgern… Gut so!

Ohne Freiheit keine Meinung.

Nachdem der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders im November vergangenen Jahres angekündigt hatte, einen islamkritischen Film ins Internet zu stellen, spekulierte halb Europa mal wieder ob die Reaktionen des islamofaschistischen Millieus auf dieses Video nicht die eine oder andere undemokratische Aktion rechtfertigen würden… Dabei ging es natürlich nicht darum, einen Hassprediger für seine Aufrufe zur Gewalt zu Rechenschaft zu ziehen. Nein natürlich nicht, es wurde überlegt wie Wilders daran gehindert werden kann, seine Meinung frei zu äußern.

Doch dazu kam es zum Glück nicht. Seit letzten Donnerstag nun war das 15-minütigen Video namens “Fitna” auf einem in Großbritannien ansässigen Videoportal zu sehen, und siehe da, dass Videoportal bekam den gesamten Hass der Gutmenschen und ihrer islamischen Schützlinge zu spüren. Kurz darauf mussten die Betreiber des Videoportals aufgeben:

Die Entfernung des “Fitna” - Ofizielle LiveLeak Erklärung.

Nachdem unser Personal sehr ernsthaft bedroht wurde und nach einigen schlecht informierten Berichten aus gewissen Ecken der britischen Medien, die die Sicherheit unserer Angestellten direkt gefährdeten, hat LiveLeak keine andere Wahl gehabt, als Fitna zu entfernen.

Dies ist ein trauriger Tag für die Meinungsfreiheit im Internet, aber wir müssen die Sicherheit und das Wohlbefinden unseres Personals vor allem beachten. Wir möchten den Tausenden Menschen verschiedenster Herkunft und Religionszugehörigkeit danken, die uns unterstützt haben. Sie haben erkannt, dass LiveLeak.com ein Träger für viele Meinungen ist, nicht nur für die Unterstützung einer einzigen Meinung.

Vielleicht gibt es noch eine Hoffnung, dass diese Lage eine Diskussion generieren kann, von der wir alle profitieren können, wie wir die Kultur der anderen Seite gegenseitig akzeptieren können.

Wir haben uns dafür eingesetzt, woran wir glauben, an die Möglichkeit, Gehör zu verschaffen, aber am Ende war der Preis zu hoch.

LiveLeak.com

Es gibt zu diesem unschönen Ereignis unzählige Kommentare (1,2,3,4) aber die Quintessenz treffen sie alle nicht. Wenn nämlich die Angst unsere halbwegs gewonnene Freiheit aufisst, dann wird auf Dauer die eigenen Meinung ein unbezahlbarer Luxus. Der bisherige Pluralismus führt dann geradewegs in den Faschismus. Denn ohne Freiheit auf die eigene Meinung, gibt es nur noch obrigkeitsgläubige Duckmäuser die mit dem Kopf nicken, wenn es verlangt wird. Das wäre dann genau das richtige Personal für eine gesichtslose Diktatur wie sie gerade in Russland etabliert wird…

Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche.

Tibets Holocaust Eine eindringliche Sprecherstimme erklärt beinahe 60 Jahre alte schwarz-weiß Aufnahmen: “Völkermord sollte in Shangri-Lah Einzug halten. Ein Holocaust der den Frieden und die Stille einer Welt zerstörten, die kaum den Lärm einer Maschine kannte und schon gar nicht den eines Maschinengewehrs. Ein Land das ungestört in einem zeitlosen Winkel der Geschichte in sich geruht hatte, wurde durch die Gegenwart aufgeschreckt und erwachte in einem furchtbaren Alptraum. 1949 überfällt das riesige China, das vergleichsweise kleine Tibet. Eine mit modernen Waffen ausgestattete Armee fällt kampferprobt über den wehrlosen Nachbarn her. Gebietsansprüche aus längst vergangenen Zeiten werden ins Feld geführt und die Chinesen erobern in kürzester Zeit, das was sie das Schatzhaus des Westens nennen.

Frieden. Stille. Wehrloser Nachbar. Kampferprobte moderne Armee? Holocaust! So einfach lässt sich die Propaganda zusammenfassen, die auf einer Weltbild-DVD namens “Mystica, die DVD. Die großen Rätsel der Menschheit.” zum Thema Tibet verbreitet wird. Propaganda im Namen eines brutalen feudalen Systems, dass es bis ins 20. Jahrhundert hinein schaffte Zustände wie im Mittelalter in seinem Einflußgebiet aufrecht zu erhalten. Propaganda, die gerade auch wieder ständig im Fernsehen heruntergebetet wird, weil der esoterische Klimbim der tibetischen Buddhisten das Unbehagen vieler Deutscher mit der Moderne versöhnt und gleichzeitig ihre altbackenen antikommunistische Reflexe bedient. Und dann noch dieser süße und schnukkelige Drops namens Dalai Lama. Ja, genau, “dieser Papst für Leute, die zu feige sind, wenigstens an was Richtiges zu glauben, wenn sie schon glauben, glauben zu müssen. wie es Wiglaf Droste einmal so schön formulierte…

Über Jahrhunderte hatten tibetische Mönche chinesische Aggressionen mit den spirituellen Kräften des Friedens abgewehrt. Die revolutionäre Inbrunst der neuen kommunistischen Ordnung erklärte alle Religionen zum Gift. Tibet wurde als rückständige und abergläubige Gesellschaft gesehen, die dringend umerzogen werden musste.

Das in Tibet, seitdem die Gelugpa-Mönchsekte vor beinahe 500 Jahren die Macht übernommen haben, die Menschen in einem feudalen System erniedrigt durch Lamas lebten, die großen Klöster den Hauptanteil des Landes besaßen und das Bildungssystem sowie die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten monopolisiert waren, darf hier natürlich nicht erwähnt werden, weil dann die chinesische Besatzung nicht mehr uneingeschränkt als Unrecht angeprangert werden kann. Das neue Opium fürs deutsche Volk würde auch nicht jenen unwiderstehlichen esoterischen Charme wiederspiegeln, wenn öffentlich bekannt wäre, was der nationalsozialistischen Tibetforscher Ernst Schäfer aus der Stadt Phari zu berichten hatte:

So erstickt Phari förmlich im eigenen Auswurf, und nur die Härte des Klimas scheint seine Bewohner notdürftig gegen Pocken, Pest und Cholera zu schützen. In Unrat geschlagene Treppen führen zu den Eingangstüren der stallähnlichen Behausungen hinab, wo sich Menschen und Tiere in trauriger Gemeinschaft gegen die Unbilden der Witterung zu schützen suchen. Ich habe lange genug in Asien gelebt, um gegen Schmutz recht unempfindlich geworden zu sein. In Phari aber kostet es mich doch einige Überwindung, in eine der lichtlosen, entsetzlich riechenden Behausungen hinabzukriechen, die gleichzeitig als Wohnraum, Schlafraum, Küche und Stall dient. Fenster existieren nicht, der Boden besteht aus festgetretenen Kuhfladen, und die Wände glitzern von Ruß und Reif.” (Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001)

Währenddessen schwamm die Mönchselite in Geld- und Sachwerten und brauchte auf keinen Luxus zu verzichten. Schäfer war 1938 auf Befehl des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, in Tibet. Er führte eine Expedition an, die von dem persönlicher Tutor des Dalai Lamas, Jamphel Yeshe Gyaltsen, offiziell im Potala empfangen wurde und über die bisher nur sehr wenig in Erfahrung zu bringen ist. Weder Schäfer, der mehrfach mit dem Regenten sowie hochrangigen Regierungsmitgliedern zusammengetroffen war, noch Jamphel Yeshe Gyaltsen haben in ihren Aufzeichnungen oder in mündlich Überlieferungen über diese Zusammentreffen gesprochen. Stattdessen sprechen andere sehr ausführlich, wie zum Beispiel der Pseudopolitologe Jamyang Norbu auf der Mystica-DVD:

Noch heute ist die Vorstellung über den tibetischen Holocaust sehr ungenau. Eine ähnliche Situation wie bei den Nazis. Die Informationen über das was mit den Juden in den Todeslagern geschah, haben wir erst nach dem zweiten Weltkrieg erhalten als die Archive des Dritten Reiches geöffnet wurden, als alliierte Soldaten die Lager befreiten und die Gräber öffneten. Doch nichts dergleichen ist bisher in Tibet gemacht worden.

Diese Opferolle vorwärts kommt im Land der Opfer natürlich prima an. Sie entspricht nur überhaupt nicht der Realität. In den Verlautbarungen der Freunde Tibets wird immer wieder behauptet, die chinesische Besatzung habe 1,2 Millionen Menschen das Leben gekostet. Nur komisch daran ist, dass erst nachdem die Chinesen zwanzig Jahren lang in Tibet stationiert waren, es überhaupt die erste Volkszählung gegeben hatte. Das Schwarzbuch Tibet: The Facts der Tibetan Young Buddhist Association in Dharamsala gibt sogar zu, es sei durch die “Abwesenheit verläßlicher Bevölkerungsstatistiken die Frage nach der Höhe der gegenwärtigen tibetischen Bevölkerung sowie die Zahl der Getöteten der Jahre 1949 – 1979 verworren es dürfte sehr wahrscheinlich sein, daß es vor 1949 etwa 4 bis 6 Millionen Tibeter gab.” Beim Angriff auf Lhasa im Jahre 1959, behauptet der Dalai Lama, dass siebenundachtzigtausend Menschen während der Gefechte ums Leben kamen. Er suggeriert der Öffentlichkeit dies alles wären tibetische Opfer. Doch laut Report des US Joint Publications Research Service in Washington waren indes drei von vier der insgesamt 65000 Toten Chinesen. Und was die Verharmlosung des Holocaust betrifft, so ist dieser Sport ja nun einmal in Deutschland besonders beliebt. Marcus Hammerschmitt schreibt dazu:

Es ist kein Zufall, daß die Zahl von 1,2 Millionen durch die Chinesen ermordeten Tibetern in Deutschland so unkritisch nachgebetet wird. Berichte über millionenfachen Völkermord, zumal solche, die in irgendeiner Weise „kommunistischen“ Tätern angelastet werden können, finden vor allem in Deutschland begeisterte Aufnahme, weil sie geeignet sind, das über alle Maßen ungeheuerliche des Völkermords an den Juden historisch zu nivellieren. „Die“ waren oder sind also „auch nicht besser“. Die unbewältigte deutsche Schuld sucht verzweifelt nach der Schuld der anderen, und jenseits der ersten Million beginnt immer das große Aufatmen: Wir sind nicht allein so schrecklich gewesen. Dieser tief verankerte sozialpsychologische Reflex sieht sich durch jeden Zweifel an den Millionenzahlen der fremden Völkermorde bis zur Weißglut herausgefordert. Je sachhaltiger diese Zweifel sind, desto wilder müssen ihnen propagandistische Absichten unterstellt werden, desto schamloser wird an den erstunkenen und erlogenen Statistiken der Selbstentlastung festgehalten. So ist es möglich, daß ein Infragestellen der höchst unzuverlässigen und durch keine seriöse historische Forschung belegten Opferzahlen in Tibet mit einer Leugnung des überaus akribisch erforschten, von einer exzellenten Quellenlage begleiteten und durch Geständnisse der teilweise noch lebenden Täter abgesicherten Völkermords an den europäischen Juden gleichgesetzt wird. Als ich auf dem Usenet auch nur zu fragen wagte, wie die Zahl von 1,2 Millionen Opfern chinesischen Terrors in Tibet zustandekommt, wurde mir sofort unterstellt, ich sei eine Art Holocaust-Leugner. Antworten auf die Frage erhielt ich indes keine. Aber auch was die behauptete systematische Folter an Tibetern angeht (oder gar die Existenz von „Folter-KZs“), sind die Belege äußerst dünn.

Und trotzdem wird das Märchen eines Holocaust in Tibet von Generation zu Generation weitergestrickt. Auch unter der fleißigen Mitwirkung liberaler Menschenfreunde, die gerne einmal an Nazideutschland denken, wenn es eigentlich nur darum geht über einen Olympiaboykott zu diskutieren. Obwohl einige unter Ihnen es selbst wissen, dass es wirklich kein “passender Vergleich” ist, kommt statt dem zielsicheren Vergleich mit den Boykottspielen in Moskau, immer wieder das Gespräch auf die “Olympiade ‘36. Dies ist ein deutsches Trauma, welches Neues und Bekanntes, Otto Graf Lambsdorff und ein Herr Karl Schulz in Dormagen miteinander verbindet.

Doch vielleicht macht die Jungs aus Deutschland noch etwas anderes an, vielleicht stehen sie auch darauf, dass die Frauen im Buddhismus einzig und allein nur als Objekte vorkommen. Frauen gelten als nicht erleuchtungsfähig, sie sind Dienerinnen und haben zu gehorchen. “Es ist kein Zufall, daß es in der Macht-Hierarchie des tibetischen Buddhismus nicht eine einzige Frau gibt. Für einen tibetischen Buddhisten wäre beispielsweise die Vorstellung eines weiblichen Dalai Lamas grotesk, und nicht nur deswegen, weil Chenrezig sich niemals in einer Frau reinkarnieren würde, die per se als niedere Daseinsform des Menschen angesehen wird. Die negative Haltung des tibetischen Buddhismus zu Frauen erweist sich besonders in den inneren „Mysterien“ des tantrischen/tibetischen Buddhismus, die allein auf die spirituelle Vervollkommnung des Mannes abzielen, und Frauen dafür nur als Mittel zum Zweck begreifen. Es wird nicht gerne darüber gesprochen, und der Dalai Lama empfiehlt, die Abgründe seiner Religion den Unbefangenen und Uneingeweihten nicht allzu deutlich vor Augen zu führen, aber das spirituelle Endziel des tibetischen Buddhismus – und das unterscheidet ihn von anderen Formen des Buddhismus – bedarf unabdingbar des realen sexuellen Mißbrauchs von Mädchen und jungen Frauen.” schreibt Marcus Hammerschmitt.

Wie das mit der sexualmagisch fundierten Allmacht konkret aussieht, hat ein Lama namens Gedün Chöpel Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts in einem eigens verfassten Buch eindeutig ausgedrückt:

Die als Sexgefährtinnen in Frage kommenden Frauen müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Laut tantrischer Lehre solle die Songyum mit „Anmut und Jugend“ ausgestattet sein und aus gutem Hause stammen. Ihre Haut dürfe nicht zu dunkel und nicht zu hell sein und ihrer Vagina müsse ohne Unterlaß ein Duft wie von verschiedenen Lotusarten oder süßem Lilienholz entströmen. In einem Tantratext werden fünf Arten von Sexgefährtinnen - gerne auch Weisheitsgefährtinnen genannt - unterschieden: Die Achtjährige, die Zwölfjährige, die Sechzehnjährige, daneben die Zwanzig- und die Fünfundzwanzigjährige; jede Altersstufe diene ganz bestimmten Zwecken. Lama Chöpel rät davon ab, „mit Gewalt in ein junges Mädchen einzudringen“, das sich zu sehr wehre; es könne dies die Geschlechtsteile verletzen (was sie womöglich für weitere Praktiken unbrauchbar mache). Ratsam sei es in solchem Falle, sich lediglich zwischen ihren Schenkeln zu reiben. Allemal empfehle es sich, Kinder vor dem Geschlechtsverkehr mit etwas Honig oder Süßigkeiten zu beschenken; ältere Mädchen, so ein Ratschlag an anderer Stelle, ließen sich sehr probat auch mit Wein gefügig machen. Im übrigen sei es durchaus rechtens, ein Mädchen, das die sexuelle Vereinigung verweigere, dazu zu zwingen. Mit Frauen fortgerückten Alters, so die Lehrer des Tantra, solle tunlichst nicht praktiziert werden: ab dreißig gelten Frauen als Manifestationen bösartiger Geister; ab Ende dreißig werden sie nur noch als Hundeschnauze, Saugfresse, Schakalfratze, Tigerdrachen, Eulengesicht und dergleichen bezeichnet.

Wer den Islam als antimoderne Erweckungsbewegung bekämpft, weil er darin eine Bedrohung seines und vieler anderer Leben erkennt, der sollte vor dem tibetischen Buddhismus nicht seine Augen verschliessen. Bisher ist zwar noch kein buddhistisches Selbstmordteam mittels eines Passagierflugzeuges in einen Wolkenkratzer von Shanghai geflogen, aber wie der SPIEGEL ONLINE schreibt wächst die Wut der jungen Tibeter und Gewalt sei kein Tabu mehr. War es ja auch nie. Bis 1958 hatte eine tibetische Untergrundarmee mit Unterstützung der CIA einen brutalen Guerillakrieg geführt. Journalistische Flakhelfer halluzinieren in Tibet ja auch schon mal ein zweites Gaza, logisch, dass in typisch deutscher Manier die Terroristen dabei mal wieder als unschuldige Befreiungskämpfer und die Verteidiger minimaler Freiheiten als die brutalen Terroristen durchgehen werden.

Die Zeit steht einfach still: Krieg ist Frieden. Antiislamisten sind Buddhisten. 2008 ist 1984.


Leseempfehlungen:

Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs, Colin Goldner, 1999, Aschaffenburg

Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001, URL

Der freundliche Skinhead, Lizas Welt, 2007, URL

Instant Karma gegen das Reich der Mitte, Jens Berger, 2008, URL

Tibet und der »Pluralismus« der Medien, Peter Richter, 2008, URL

Das Steinzeit-Beuteschema der Frauen…

Aus der lauthals proklamierten Frauen-Emanzipation ist nichts geworden. Warum eigentlich? Ganz einfach, die Kriterien nachdem die meisten Frauen sich immer noch ihren Partner auswählen sind über 100.000 Jahre alt. Er soll groß, erfolgreich und in der Lage sein, die Familie zu ernähren. Dieses uralte Beuteschema sorgt aber in einer modernen Gesellschaft, in der über 50 % der Abiturienten weiblich und nicht wenige Männer kleinwüchsig sind, für ein enormes Problem. Aber lesen Sie selbst, was der Münchner Paartherapeuten Stefan Woinoff über steinzeitliche Kriterien bei der Partnersuche und die Frage, warum Akademikerinnen oft keine Kinder kriegen zu sagen hat:

SPIEGEL: Was ist das “archaische Beuteschema”?

Woinoff: Das sind die Kriterien, nach denen man sich einen Partner auswählt. Die sind bereits in der Steinzeit entstanden, prägen uns aber bis heute. Damals fielen die körperliche Größe und der Status des Mannes praktisch zusammen: Ein großer, starker Mann hatte einen hohen Status in der Sippe, und Frauen, die sich einen solchen “überlegenen” Mann angeln konnten, hatten bessere Chancen, ihre Kinder durchzubringen.

SPIEGEL: Und Sie meinen, die paar Jahrzehnte Frauenbewegung haben an diesem Programm nichts geändert?

Woinoff: Das Paarungsverhalten hat sich über Hunderttausende von Jahren genetisch eingebrannt. Auch heute noch wählen Frauen zum Beispiel gern großgewachsene Männer, obwohl das inzwischen ja gar nicht mehr notwendig ist.

SPIEGEL: Studien belegen, dass Männer mit zunehmender Körpergröße mehr verdienen.

Woinoff: Damit sind wir wieder beim archaischen Beuteschema, das heute auf anderen Ebenen fortwirkt. Insbesondere Frauen, die eine Familie gründen wollen, neigen immer noch dazu, einen Versorger zu suchen, sprich: einen Mann, der beruflich erfolgreicher ist und mehr Geld nach Hause bringt als sie.

SPIEGEL: In Ihrem Buch fordern Sie die Frauen auf, sich dieses Beuteschemas bewusst zu werden und es hinter sich zu lassen - es sei nämlich schuld daran, dass immer mehr Frauen keinen Partner finden.

Woinoff: So ist es. Wir haben heute 56 Prozent Abiturientinnen, und auch an der Universität sind die Studentinnen auf dem Vormarsch. Doch viele Frauen haben ein falsches Beuteschema: Wenn für die Hochqualifizierten weiterhin nur Männer in Frage kommen, die beruflich mindestens so erfolgreich sind wie sie, dann wird die Luft immer dünner.

SPIEGEL: Und Kinder immer seltener? Der am häufigsten genannte Grund für Kinderlosigkeit ist, dass der geeignete Partner fehlt. Ist das Thema Partnersuche und Beziehung in der Debatte um den Geburtenrückgang bislang zu kurz gekommen?

Woinoff: Auf jeden Fall. Der Krippenausbau und das Elterngeld sind gut und wichtig, aber zuerst braucht es natürlich den richtigen Partner. Ohne den wollen die wenigsten ein Kind in die Welt setzen. Diesen Mr. Right zu finden wird jedoch immer schwieriger, wenn die Anforderungen steigen. Frauen haben heutzutage viele Ansprüche und suchen trotz eigenen Erfolgs immer noch den statusüberlegenen Mann. Und viele bleiben eben doch lieber allein, als dass sie “nach unten” heiraten.

SPIEGEL: Das liegt natürlich nicht nur an den Frauen. Sie schreiben selbst, dass viele Männer einen Bogen um besser gebildete oder beruflich erfolgreichere Frauen machen. Stattdessen suchen sie mit steigendem Alter eher jüngere Partnerinnen, die zu ihnen aufschauen. Sollten nicht lieber die Männer ihr Beuteschema verändern?

Woinoff: Natürlich müssen auch die Männer lernen, neue Rollen zu akzeptieren, ohne die Angst, dass ihre Männlichkeit darunter leidet. Aber die Sichtweise vieler Frauen schürt ja diese Angst. In Interviews wurde ich auch schon gefragt: Wollen Sie denn, dass starke Frauen jetzt so ein Hausmännchen akzeptieren? Allein das Wort “Hausmännchen”! Daran erkennt man ja schon das archaische Beuteschema: Einen Mann, der zu Hause bleibt und den ich als Frau versorgen muss, den kann ich ja gar nicht achten.

SPIEGEL: Frauen wollen keinen Mann, der Windeln wechselt und von ihrem Haushaltsgeld lebt?

Woinoff: Viele Frauen sind bei diesem Thema zwiegespalten. Einerseits soll der Mann heute zu Hause maßgeblich mitarbeiten, aber er soll gleichzeitig im Beruf sehr erfolgreich sein, weil er ja immer noch als Hauptversorger der Familie gilt. Ich glaube, keine Frau macht Luftsprünge, wenn ihr Mann beim nächsten Karriereschritt der gleichqualifizierten Kollegin den Vortritt lässt. Da klaffen die Vorstellungen von gesellschaftlicher Gleichberechtigung und dem eigenen Leben doch noch ganz schön auseinander.

SPIEGEL: Heißt das, die Emanzipation ist auf halbem Weg steckengeblieben?

Woinoff: Solange Frauen im Privaten eher einen im Status überlegenen Mann suchen, wird sich gesellschaftlich nicht viel ändern. Das persönliche Beuteschema hat ganz starke soziale Auswirkungen, zum Beispiel hinsichtlich der Überbesetzung von Führungsrollen mit Männern, weil die Frauen ihre Partner dort praktisch hineindrängen. Wenn die Frau aber für Mann und Kinder Geld verdienen muss, dann hat sie auch eine ganz andere Motivation, beruflich voranzukommen, als wenn ihr Gehalt nur ein Zubrot ist zum Verdienst des Mannes. Ich versuche, die Emanzipation sinnvoll zu Ende zu denken.

Quelle.

Komische Bündnisgenossen…

Vom 31. Mai bis 1. Juni diesen Jahres findet in der Universität zu Köln eine sogenannte “Kritische Islamkonferenz” statt. Unter dem Motto „Aufklären statt Verschleiern“ wollen verschiedene Vereine und Organisationen über den Islam, “als welt- und gesellschaftspolitische Herausforderung” diskutieren. So weit, so gut, und trotzdem irgendwie nicht koscher. Veranstalter des Events sind neben dem Zentralrat der Ex-Muslime, der Aktion 3.Welt Saar, dem Alibri Verlag, der Giordano Bruno Stiftung eben auch die ominöse Wähler-Initiative-Recklinghausen (WIR). Und die gelten zumindest als Freunde, der Freunde von Martin Hohmann. (Continued)