The Vice Guide to…Antiimperialism?

Hip, Hipper, Hipster! Das VICE Magazine ist international die Bibel für den urbanen Bohème mit hedonistischem Hang zu Drogen, öffentlichem Sex, bunten Formen und Farben und stylischer Inhaltslosigkeit. Pro Seite ein visueller Overkill, ein Paar Pimmel von Terry Richardson, ein großer Haufen intersexueller Anzüglichkeit und wenn überhaupt ein 10-zeiliger Gonzo-Artikel. Was solls…der Hipster ist zufrieden und immer informiert über Sonderangebote bei American Apparel. Dachte man zumindest nach Büchern, wie dem Vice Guide To Eating Pussy oder demselben Guide to Sex, Drugs and Rock’n'Roll, die zwar auf dem Küchentisch bei Muttern Stirnrunzeln auslösen würden aber sonst nicht zu schockierend sind und gerne mal kurz vor Witzig bei Lächerlich links abbiegen. Politisch ist das Magazin nicht…bei soviel Selbstbewusstsein und DIY-Ethos schimmert natürlich hier und da ein bisschen Keller-Romantik durch aber mehr nicht.
Wenn’s aber soweit ist, gibt es keine Überraschungen: deutsch bleibt deutsch, da helfen keine Pillen.

Schwarzbrot für Schwarzafrika!

Als Bösewicht auf diesem Blog hat es man in der ausgesuchten, aber auch unfreiwilligen Recherche mit den Guten dieser Welt zu tun. Weil diese Guten in ihrer Parteinahme für die Unterdrückten und Ausgebeuteten und ihrem Hass auf die Unterdrücker und Ausbeuter die gesellschaftskritischen Grundlagen ihrer Granden verraten und die an Gesellschaftskritik nicht einmal denkenden, wirklich Bösen protegieren. Eigenartig: Obwohl das Leben nicht weniger falsch und das Ganze nicht weniger unwahr ist, scheinen die Guten sogar in der Mehrheit zu sein. Wer macht sich nicht alles Gedanken über den Kampf der Kulturen und den Krieg der Geschlechter? Wer kauft nicht alles Bioprodukte und Energiesparlampen gegen den Klimawandel?

Und schließlich - wer wird nicht alles von Knut findet-alles-gut Elstermann zum Kinomagazin von Radio Eins eingeladen? Jeden Samstag zwischen 12 und 14 Uhr ist der fanatische Fahnder des jungen, deutschen Kinos die erste Adresse für eine Hörerschaft aus junggebliebenen Alt-68ern, Rot-Grün wählenden Gutmenschen-Yuppies und postchristlichen Dekadence-Moralisten sowie für in erster Linie deutsche Filmemacher und Schauspieler mit genau dieser Zielgruppe und genau demselben deutschen Denken.

Heute war der erst zu den Guten konvertierte Christof Wackernagel geladen, seinen neuen Film “Der Weiße mit dem Schwarzbrot” vorzustellen, den die Zitty als “…herrlich politisch unkorrekt, kurzweilig, leicht, humorvoll und subjektiv im besten Sinne” adelte. Dass Wackernagel RAF-Mitglied war und darum 10 Jahre im Gefängnis saß, dürfte schon deshalb bekannt sein, weil er selbst keinen Hehl daraus macht. (Continued)

Ein Herz für Deutschland…

Wenn es um China und Tibet geht, platzt den Tibetfans recht schnell die Hutschnur. Schon ein klein wenig Kritik an dem Gebaren der tibetischen Lamas und ehe man sich versieht wird man als Anhänger einer postkommunistischen Diktatur denunziert. Die von Tibetkritikern hevorgebrachten Argumente werden als haltlos bezeichnet, da ja die chinesische Regierung ebenso argumentiert. Alles in allem eine recht komfortable Position, doch, was wenn die halbwegs seriöse Presse aus Deutschland ebenfalls solch unappetitlichen Fakten ausgräbt? Was dann?

Den Oberkörper zur traditionellen Begrüßung gebeugt, in den Händen einen buddhistischen Gebetsschal - und auf dem Kopf einen Tropenhelm mit SS-Runen: So posierten deutsche Rasseforscher 1938 bei einer NS-Expedition ins bis dahin weitgehend unerforschte Tibet. Auf dem Dach der Welt sollte die Truppe aus Nazi-Deutschland Beweise für die Herkunft der arischen Rasse finden. Der “Reichsführer-SS” Heinrich Himmler war überzeugt, dass sich im Himalaja überlebende “Arier” einer untergegangenen, prä-antiken Zivilisation aus Atlantis über die Jahrtausende gerettet hätten. Als ein krudes Indiz für diese wirre Theorie musste das Hakenkreuz herhalten, im tibetischen Kulturkreis seit Jahrhunderten ein Glückssymbol.SPON

Klingt beinahe so als würde die prochinesische Fraktion gerade die Redaktion von Spiegel Online besetzt halten. Ist aber nicht so. Zwei Journalisten haben einfach einmal die Archive durchforstet:

Bleibendes Zeugnis der Tibet-Expedition ist der Dokumentarfilm “Geheimnis Tibet”, den die SS-Expedition auf dem Dach der Welt drehte. Die Uraufführung fand im Januar 1943 im Münchner Ufa-Palast statt. Nicht nur der berühmte schwedische Asien-Forscher und Nazi-Sympathisant Sven Hedin war begeistert - die Exotik des Himalaja faszinierte das vom Krieg langsam zermürbte Publikum und machte den Streifen an den deutschen Kinokassen zu einem echten Schlager, ja verursachte im Reich einen regelrechten Tibet-Rausch.

Tibet-Rausch? Den kenne ich irgendwoher. Medizinisch lässt er sich so zwischen Wahn und Halluzination verorten. Politisch zwischen linksradikal und rechtsextrem angesiedelt hat der Rausch in Deutschland seine endgültige Breitenwirkung erreicht. Doch wie bei jeder Droge wird der Kater recht bald einsetzen…

Der Film selbst projizierte alle NS-Klischees auf die Tibeter - die friedliebende Seite des Lamaismus blieb außen vor, stattdessen startete der Film mit einem tibetischen Kriegstanz. “Ihrem Kriegsgott beweisen sie die höchste Kraft, Härte und Zucht”, so der O-Ton. Auch Totenrituale, bei denen die Leichen der Verstorbenen von Geiern verzehrt werden, und vor allem das buddhistische Glückssymbol in der Form des Hakenkreuzes, das auch “das höchste und heiligste Symbol der Deutschen” sei, hatten es den Filmemachern besonders angetan. Das Propagandaministerium verlieh dem Tibet-Film denn auch alle Prädikate, die Nazi-Deutschland zu vergeben hatte: “Staatspolitisch wertvoll”, “künstlerisch wertvoll” und “Kulturell wertvoll”.

Tibet-Solidarität ist sogar heute noch “staatspolitisch wertvoll”. Stefan Wirner, der ehemalige Hausdrachen der linkspluralistischen Jungle World stellt dies - nach seinem übereilten Abgang aus der Redaktion - deutlich unter Beweis. Seine Parodie einer ehemals antinationalen Parole dient eigentlich nur dem Zwecke am Ende, ganz am Ende seiner politischen Irrfahrt, sein Herz für Deutschland wieder zu entdecken. Denn selbst solch erfahrene Geisterfahrer wie Wirner brauchen ein wenig Halt…

Faschismus, aber mit Herz!

Die Konditionierung der Mehrheitsgesellschaft via der Fernsehserie Tatort ist leider in gesellschaftlichen Debatten eher selten ein Thema. Im heute ausgestrahlten Tatort ging es im weitesten Sinne mal wieder um Kindesentführung und sogenannte “Kinderficker”. Denn jene denen man vorwirft sexuelle Kontakte mit Kindern zu haben stehen gesellschaftlich auf der untersten Stufe. Tiefer geht es nicht mehr. Brutale Mörder, egoistische Steuerhinterzieher und eiskalte Mafiosos stossen in der Gesellschaft auf mehr Gegenliebe als jeder Pädophile, und genau deshalb werden sie als Folie für den im Fernsehen wie auch im Knast zelebrierten Faschismus mit Herz herangezogen. Und wir alle kennen das zur Genüge, ohne jemals im Knast gewesen zu sein. Dafür gibt es nämlich den Tatort und andere schlechte Kriminalserien.

Wenn es in solchen Serienformaten um Pädophile geht, dann können sie darauf wetten, dass die Bastion Rechtsstaat im Fernsehen mal wieder geschliffen werden soll. So wie im heutigen Tatort namens “Hart an der Grenze”. Es fing wie immer alles ganz harmlos an, der neue Kommissar zeigt ein wenig Herz im Umgang mit einem Obdachlosen und fährt das Auto der schönen Staatsanwältin zu Schrott. Polizeiarbeit wie sie nicht spannender sein könnte. Doch dann gewinnt der Plot etwas an Würze: Da ein Mädchen tot im Neckar schwimmt, muss ja auch noch irgendwie ermittelt werden. Der Obdachlose den der jüngere Kollege gern mal nen Tag im Knast versenkt hätte, da er von Hause aus nur Menschen ohne Probleme kennt, ist zu symphatisch um als Mörder durchzugehen. Bleiben nur noch skrupellose Schlepperbanden aus Osteuropa übrig. Und siehe da langsam aber sicher wird man auch auf diese Fährte gelockt…

Soweit ressentimentsgeladen kommt dann auch recht schnell die letzte Glied der Verwertungskette ins Bild, doch dummerweise kann sie sich der Verhaftung entziehen. So muss also ein Knacki den entscheidenden Tipp geben: Während dieser Verhörszene droht der Kriminalhauptkommissar Thorsten Lannert dem von im als “Kinderficker” titulierten Strafgefangenen mit Mitteln die nichts mehr mit rechtsstaatlichen Methoden zu tun haben. Für die meisten Bewohner dieses Landes ist dies nur Unterhaltung, doch damit werden Maßstäbe gesetzt. Man könnte es auch als die schleichende Abschaffung des Rechtsstaates mit anderen Mitteln bezeichnen. Am Ende kommt es jedenfalls wie es kommen muss: Ein Showdown an der Grenze zwingt die beiden Hauptkomissare das Hoheitsgebiet der Tschechische Republik zu betreten um das von den osteuropäischen Schleppern zurückgenommene Kind zu retten. Das machen die toughen Jungs natürlich auch, nicht aber ohne eine ästhetische Legitimation vom Regisseur zu bekommen, denn die beiden slawischen Unmenschen wollen das Kind kaltblütig entsorgen. Genau so muss man den Bruch mit den rechtsstaatlichen Prinzipien inszenieren, um eine möglichst breite Zustimmung in der Bevölkerung zu erreichen.

Die Faschisten mit Herz schaffen es natürlich das Kind zu retten. Logisch. Die Zuschauer - die deutschen noch dazu - werden dies in ihrer Mehrheit goutieren. Der Bruch mit dem Rechtsstaat wird so - langsam aber sicher - zur Normalität. Die Ressentiments, dass der Rechtsstaat nichts gegen “Nepper, Schlepper, Kinderfänger” ausrichten kann, führen logischerweise zur Selbstjustiz oder zum Ruf nach einem starken Staat. Und damit kennt sich die NPD immer noch am Besten aus…

Ohne Scheiß!

Blinde Hühner und das Korn, eine unendliche Geschichte großer Missverständnisse. Ich möchte heute hier die Gelegenheit nutzen Euch meine aktuellen Highlights ans Herz zu legen. Anfangen möchte ich mit einem etwas älteren Schmankerl aus der linken Wochenzeitung Jungle World. Da erklärt Tjark Kunstreich den linken Freunden der Scholle, dass ihre Tarnung als “Kosmopoliten” mehr über ihre eigenen Defekte aussagt, als den Revolutionsfanatikern lieb sein kann:

Unter dem Eindruck der deutschen Wiedervereinigung und des Zusammenbruchs des Ostblocks erlebte der Begriff des Kosmopolitismus eine vorläufige Wiederbelebung. Dem Sympathie heischenden Flirt vieler Linker mit dem erstarkenden Nationalismus wurde Kosmopolitismus als Antidot entgegengesetzt, in der Annahme, man müsse selbst auch positive Begriffe prägen. Aber die, die als Kosmopoliten verfolgt wurden, hätten sich zumeist nicht als solche bezeichnet; eine solche Tradition lässt sich beim besten Willen nicht herbeizitieren. Viel­mehr verweist das Bedürfnis nach einer solchen Tradition auf die Unfähigkeit der Linken zum Kosmopolitismus, weil es auf den Wunsch nach einer, und sei es nur historischen, Heimat verweist.

Doch was wahrlich verwundert, auch der Herr Ripplinger trifft in dieser Ausgabe das Körnchen Wahrheit welches er sonst gerne in seinen Schachtelsätzen so mir nichts, dir nichts verschwinden lässt: “Die frisch gebackenen Patrioten steigen aus dem Jet und sagen: »In Timbuktu habe ich mich endlich als ein Deutscher gefühlt. Ich glaube, ich muss einen Hitlerfilm drehen oder eine Konzertreihe zur deutschen Seele dirigieren, ich muss mich definieren.« Wer sich definiert, bleibt in engen Grenzen.

Sein Kollege aus der Jungle-Redaktion, Ivo Bozic, hat dieser Tage in einem Beitrag mal wieder etwas Schleichwerbung für das neueste Propagandaprojekt der radikalen Linken aus Duisburg gemacht. Ganz ehrlich, ohne Scheiß Ivo, aber den Dreck hättest du wirklich in den Untiefen des World Wide Webs links liegen lassen können…

Ne also ehrlich, da können die Falken-Mädels aus Bismarck - die ihren Freunden mal so richtig die Meinung geigen wollten - sogar besser rappen, als dieser Schmock ausm Pott. Ick bin raus…

PS: Das es im HipHop schon lange nicht mehr um das technische und lyrische Können, sondern um Identität geht, zeigt allein die Tatsache das diese amerikanischen Jungs noch keinen Plattenvertrag haben.

Krenzenlose Dummheit…

Als Rentner, vorallem wenn man immer noch den ideologischen Ballast aus der Vergangenheit mit sich herum schleppt, hat man nur noch wenige Chancen in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Selbst der Beinahe-Friedensnobelpreisträger und Einheitskanzler Helmut Kohl, ehemals der dickste Fisch im deutschen Teich, erträgt dieses Schicksal sehr duldsam und freut sich wie ein zugekokster Schneekönig, wenn er wenigstens ab und zu mal seine faltige Hackfresse in eine Kamera halten kann. Und wenn es sich dabei nur um die Videokamera der Enkelkinder handelt.

Bei seinem Alter Ego, Egon Krenz, sieht die Lage noch etwas dramatischer aus. Die Enkelkinder sind alle in den goldenen Westen abgehauen, die Frau schon lange scheintot, also bleibt nur die westdeutsche Systempresse in der er ab und zu seine runzelige Stirn in Falten legen und solch historische Sätze wie “Ihre Ellenbogen, mit denen sie sich gegen die Männerriege in der CDU/CSU durchsetzen muss, setzt sie gekonnt ein.” über die ehemalige FDJ-Funktionärin Angela Merkel in die Welt posaunen kann.

Und weil der alte SED-Sack sich dabei manchmal um den ideologischen Kopf, bzw. Kragen redet, gibt es in alle Regelmässigkeit ein ausführliches Dementi in den realsozialistischen Publikationsorganen. Als nun in dieser Woche durchsickerte, dass der alte Knochen Krenz, der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, sich in mehreren Punkten von seiner DDR-Vergangenheit distanzierte, war klar, dass recht bald ein Widerruf in den immer noch auf Parteilinie getrimmten Zeitungen wie Jungen Welt und Neues Deutschland veröffentlicht wird. Doch irgendetwas muss wohl schief gegangen sein in der Kommunikation zwischen dem ehemaligen Staatsratsvorsitzenden und der gleichgeschalteten Ex-DDR-Presse. Das Dementi landete statt bei der Junge Welt auf dem Schreibtisch der Jungen Freiheit und die Aufregung war dementsprechend groß. Außer der ehemals dem ZK der SED unterstellten Berliner Zeitung war dies niemandem eine Meldung wert…

Edit: Alles nur eine Ente: Die Berliner Zeitung muss in ihrer Wochenendeausgabe der verblüfften Leserschaft berichten, dass es Menschen in der Redaktion gibt, die die Junge Freiheit nicht von der Jungen Welt unterscheiden können. Weshalb auch hier noch einmal darauf hingewiesen werden soll, dass Krenz den alten Gewohnheit treu geblieben ist, und sein Dementi an die Junge Welt geschickt hatte, welche im Trubel um die Einheitsfeierlichkeiten im Koppe eines Redakteures der Berliner Zeitung zur Freiheit mutierte…

Dem Mahler aufs Maul geschaut…

Horst Mahler, kaum aus dem Knast, schon will er wieder hinein. Es muss so schön in deutschen Knästen sein:

Vanity Fair: “Erkennen Sie denn das Grundgesetz an?

Horst Mahler: “Nein.”

Vanity Fair: “Erkennen Sie irgendwelche Gesetze Deutschlands an?

Horst Mahler: “Na sicher, die deutschen Reichsgesetze. Die sind nur im Augenblick nicht wirksam, weil die Fremdherrschaft sich darübergesetzt hat und die bestimmt.

Vanity Fair: “Wer sind die Fremden?

Horst Mahler: “Na, das sind die Juden halt. Ganz klar. Er ist der Herr im Hintergrund über alle Herren, nicht? Der Jude trachtet danach, sich zum Fürsten seiner Herren zu machen. Trachtet danach, die Weltherrschaft zu erlangen. Das ist moralisch gar nicht zu verurteilen. Das ist eine Feststellung. Und die Frage, wie sich die Völker dazu verhalten, ob sie sich das gefallen lassen oder nicht, ist für mich die entscheidende Frage.

Vanity Fair: “Sie haben nicht das Gefühl, dass Sie einen Verfolgungswahn haben, paranoid sind?

Horst Mahler: “(lacht) Ach, keineswegs. Sehen Sie, ich habe keinen Verfolgungswahn, sondern ich sehe die Dinge, wie sie sind.

Vanity Fair: “Was halten Sie von Juden?

Horst Mahler: “Das sind Menschen anderer Art, und ich lege jetzt immer wieder Wert auf die Feststellung: Wenn man Mensch sagt, muss man auch die Doppelnatur des Menschen sehen, so wie es Churchill gesagt hat. Die Juden haben eine heilsgeschichtliche Aufgabe, die Martin Buber, ein bekannter Jude, sehr klar formuliert hat: “Die Judenheit ist das Nein zum Leben der Völker.” Und deswegen …

Ja genau deswegen, rülpst Deutschlands klügster Neonazi, Horst Mahler, dies auch nicht irgendjemandem ins Gesicht, nein jenes makabere Frage- und Antwortspiel in der aktuellen Vanity Fair funktioniert nur, weil am anderen Ende des Konferenztisches der Alibijude der Redaktion, Michel Friedman, als Fragesteller Platz genommen hat. So kann sich Deutschlands Think-Positive-Magazine schön aus der Äffare ziehen: Schon heute höre ich die Worte des Chefredakteurs wenn er auf den Skandal angesprochen wird: “Klar haben wir einen Neonazis ungekürzt zu Wort kommen lassen, aber die Fragen hat ja ein Jude, ähm, Michel Friedman gestellt. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit, blablabla…”

Für die Leser ist schön zu wissen, dass Friedman Mahler wegen der Leugnung des Holocaust und dem Zeigen des Hitlergruß während des Interviews angezeigt hat. Nur dummer Weise schadet er dem alten Nazigreis damit überhaupt nicht, im Gegenteil, er tut ihm einen großen Gefallen. Als Märtyrer der Bewegung verschimmelt Mahler nämlich freiwillig seine restlichen Tage im Knast. Hauptsache draußen vor den Toren demonstrieren regelmässig ein paar rechte Spinner für seine Freilassung und wenn er wieder raus kommt fragt die eine oder andere auflagenstarke Boulevardzeitung nach einem Interview mit dem Spiritus rector der internationalen Holocaustleugnerallianz und schon hat sich der Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen für den Psychopathen vollends gelohnt.

Für die Vanity Fair ist der PR-Move der lang ersehnte Pfeil mit dem sie sich in die Herzen der Deutschen bohren werden. Mit A-Promis aus den USA wie Paris Hilton, einem jüdischen Autor der als penetranter Störenfried der deutschen Totenruhe sich gänzlich unbeliebt gemacht hat und der tagesaktuellen Berichterstattung aus dem Leben des internationalen Jetsets kann man in diesem Land kein Blumentopf gewinnen. Erstrecht kein Geld verdienen. Aber mit Homestorys über die neuen und alten Nazis kann man dagegen hier zum Medienriesen aufsteigen. Der Spiegel hat es vor Jahrzehnten vorgemacht. Mit dem einzigen Unterschied, dass im Spiegel die Nazis selbst die Feder führen durften…

Gebt mir ein A(nlaß) …

Wenn der Islam nicht als jenes Opium gebrandmarkt wird, welches der männlichen Teil eines Volkes sich, seinesgleichen und den weiblichen Mitgefangenen literweise einhilft um den Zumutungen der westlichen Welt einigermassen aus dem Wege zu gehen, stattdessen aber behauptet wird, dass “notorische Weblogs” die “die berechtigte Kritik am Islam” pervertieren, kann ein Arne nicht weit entfernt sein:

Klaus Blees kritisiert in seinem Beitrag Über Moslems nur Gutes weniger den Begriff des Islamophobie als dessen Mißbrauch, um damit jede berechtigte Kritik am Islam zu verunglimpfen. Diese Befürchtung ist nachvollziehbar: Schließlich wird Kritik an Israel auch gerne mal als ‘Antisemitismus’ gebrandmarkt.” schreibt sich ein gewisser Arne Hoffmann in einem Leserbrief an das Monatsmagazin Konkret den Frust vom Leibe.

Aufmerksame Leser merken es sofort, der gute Mann aus dem hessischen Springen hat ein autochtones Gespür für Vergleiche. Wie zielsicher er darauf kommt Kritik an einer Weltreligion deren derzeitiger Aggregatzustand angriffslustig bis irrational-explosiv ist, mit Kritik an einem Land zu vergleichen dessen Bewohner bzw. deren Vorfahren sich vor der totale Vernichtung geradeso retten konnten um nun andauernd asymmetrischen Angriffen der religionssüchtigen Pfeifen aus Palästina und Umgebung ausgesetzt zu sein, lässt darauf zurückschliessen, dass er einer derjenigen (Links)Deutschen ist, die seit dem Beginn der zweiten Intifada aus allen erdenklichen (Drecks)Löchern gekrochen sind um nun endlich - den Vorfahren sei es gewidmet - zurück zu schießen. Als Mitbegründer des Watchblog Islamophobie hat der gute Hoffmann ja auch keine so schlechten Karten, nicht als der Antisemit behandelt zu werden, als der er sich in der Novemberausgabe der Konkret geoutet hat.

Es kommt halt immer nur auf den Anlaß an.

Antisemitenpack!

by: http://www.flickr.com/photos/duncan/Da! Ich habs gesagt und die taz wird kann sich wieder bockig in die Ecke stellen, den Blick resignierend auf den Boden senken und sagen: “Haben wir es doch gesagt. Es ist immer das gleiche. Da geht man schon sanft mit den Juden ins Gericht und es wird einem nicht gedacht.” Entgegen der Propaganda der Neoimperialisten ist die taz nämlich unheimlich besorgt um Israel. Vorbei der Mief alter linker Zeiten, vorbei die einseitige Parteinahme für die “palästinensiche Sache”. Die Sorge um das Wohl der Israelis ist was die taz heutzutage zu so manch kritischer Bemerkung treibt.

Wer im Moment die Existenz des jüdischen Staates bedroht, ist nach Erscheinen des Buches “Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird” klarer noch als Kloßbrühe: es sind die Amerikaner und ihre unsägliche Außenpolitik. Aber die Amerikaner tuen das nicht aus Herzensliebe und auch nicht aus Interesse an einem sicheren, starken Bündnispartner im Nahen Osten, sondern weil die Israellobby sie dazu bringt. Weil die Israellobby, die aus proisraelischen, jüdischen Organisationen, Neocons etc. besteht, die USA anstacheln die Sicherheit Israels militärisch zu gewährleisten, was beispielsweise zum Irakkrieg führte. Der Antisemit ist ein wahrer Verwandlungskünstler, ob mütterlich oder mörderisch, alles ist recht, selbst die wildesten Verdrehungen von im Grunde recht einfachen Sachverhalten. (Continued)

Ein Hitlerjunge in New York…

Das Günter Grass vor Jahren, statt dem Eisernen Ritterkreuz, den Literaturnobelpreis hinterher geworfen bekam, ist eine dieser Tragödien, die es einem vernunftbegabten Erdenbewohner so schwer macht, noch an den - wenn auch weit entfernten - Sieg der Gerechtigkeit überhaupt nur zu glauben. Dieser Tage wandelt Deutschland zweitberühmtester Hitlerjunge - der andere hat es sich im Vatikan gemütlich gemacht - auf den Straßen New Yorks umher um seinen autobigrafischen Landserroman “Beim Häuten der Zwiebel” unters amerikanische Volk zu bringen. Was dabei alles vom Munde des Dichters direkt in die Mülltonne der Geschichte entsorgt gehörte, kam zwar in der deutschen Presse zwischen den Zeilen vor, wurde aber in einem Licht dargestellt, das der große deutsche Literat sich nicht besser hätte aussuchen können. Er, der arme kleine SS-Fan, schaffte es bei seinem ersten Auftritt in New York mal wieder die eigene nationalsozialistische Verstrickung gegen diejenigen zu wenden, die ihm wenigsten Fragen danach stellen… (Continued)

Honeckers willige Helfer Teil 1

Antisemitismus scheint dem Konkret-Autor Kurt Pätzold eine Herzensangelegenheit zu sein, jedenfalls dann, wenn es um den in der DDR geht. Sogar so wichtig, dass er extra die Freie Deutsche Jugend (FDJ) dafür rekrutiert, ein Flugblatt mit einem Bibelzitat als Überschrift unter die Leute zu bringen.

In der Flugschrift, räumt Pätzold zwar öffentlich ein, dass es “in der Frühphase der DDR” zeitweilig eine “politisch sektiererische, verständnislose und dumme Politik gegenüber den jüdischen Gemeinden mit verheerenden, nicht wieder zu behebenden Folgen” gegeben habe, die zu “Flucht und Weggang von Juden in den Westen führte“, aber nichtsdestotrotz ist der ausgebildete Historiker der Meinung, dass die DDR ein rund um perfektes antifaschistisches Staatswesen war. Die Ausstellung “Das hat’s bei uns nicht gegeben - Antisemitismus in der DDR.” wird deshalb von ihm heftig kritisiert. Unterstützung bekommt er dabei von der Lichtenberger Linkspartei und sämtlichen linksdeutschen Presseorganen… (Continued)

Antiamerikanische Marionetten

Nach der Lektüre der Berliner Zeitung vom Freitag fiel es mir mal wieder nicht gerade schwer die hochgeschätzte Chronistin zeitgenössischer Zustände, Katja Tichomirowa, vor meinem geistigen Auge in der mir eigenen Mördergrube zu ertränken. Warum? Gemeinsam mit ihrer Kollegin Wiebke Hollersen liefert sie sich derzeit eine verdammt enges Wettrennen darum, wer zuerst von mir den Nachwuchspreis für wahrlich unterirdischen Journalismus, den grauen Maulwurf, in diesem Jahr verliehen bekommt. Zur Zeit steht es noch Unentschieden, da beide am Freitag ihre Füße nicht stillhalten konnten… (Continued)