Adolf, am Arsch!

Dresden ist anders, Berlin dafür krasser. Und Hamburg, Hamburg ist am Arsch! Seit 60 Jahren steht im Hamburger Panoptikum der ultimative Führer, Adolf Hitler, als Wachsfigur herum, ohne das er auch nur einen Kratzer abbekommen hätte. Der Chef des ältesten Wachsfigurenkabinetts Deutschlands, Hayo Faerber, weiß zu berichten, dass “die meisten Besucher keine Probleme” mit dem GröfaZ haben. Wieso auch, die Russen sind ja auf der richtigen Seite der Elbe zum Stehen gekommen und Juden gibt es ja auch kaum noch in der Hansestadt…

Berlin dagegen, Berlin fickt alles. Sogar Adolf Hitler. Der zweite Besucher der heute neu eröffneten Berliner Filiale von Madame Tussauds hat mal so mir nix dir nix, nicht einmal zwei Security-Leute konnten ihn dabei aufhalten, dem Adolf um einen Wachskopf kürzer gemacht. “Endlich hat ein Hitler-Attentat geklappt“, begrüßte Henryk M. Broder das energische Eingreifen des 41-jährigen Berliners. Selbst der Berliner SPD- Abgeordnete Frank Zimmermann konnte seine klamheimliche Freude kaum verbergen: “Es ist schon eher eine Kunst, Hitler den Kopf abzureißen, und weniger eine Kunst, Hitler überhaupt aufzustellen“. So sieht es aus…

Ob Zimmermann uns dabei hilft, eine Kampagne für die Straffreiheit des Aktionskünstlers auf die Beine zu stellen? Da das Attentat um Jahrzehnte zu spät kommt, kann man doch zu Recht auf Straffreiheit wegen Verjährung appelieren…

Schwarzbrot für Schwarzafrika!

Als Bösewicht auf diesem Blog hat es man in der ausgesuchten, aber auch unfreiwilligen Recherche mit den Guten dieser Welt zu tun. Weil diese Guten in ihrer Parteinahme für die Unterdrückten und Ausgebeuteten und ihrem Hass auf die Unterdrücker und Ausbeuter die gesellschaftskritischen Grundlagen ihrer Granden verraten und die an Gesellschaftskritik nicht einmal denkenden, wirklich Bösen protegieren. Eigenartig: Obwohl das Leben nicht weniger falsch und das Ganze nicht weniger unwahr ist, scheinen die Guten sogar in der Mehrheit zu sein. Wer macht sich nicht alles Gedanken über den Kampf der Kulturen und den Krieg der Geschlechter? Wer kauft nicht alles Bioprodukte und Energiesparlampen gegen den Klimawandel?

Und schließlich - wer wird nicht alles von Knut findet-alles-gut Elstermann zum Kinomagazin von Radio Eins eingeladen? Jeden Samstag zwischen 12 und 14 Uhr ist der fanatische Fahnder des jungen, deutschen Kinos die erste Adresse für eine Hörerschaft aus junggebliebenen Alt-68ern, Rot-Grün wählenden Gutmenschen-Yuppies und postchristlichen Dekadence-Moralisten sowie für in erster Linie deutsche Filmemacher und Schauspieler mit genau dieser Zielgruppe und genau demselben deutschen Denken.

Heute war der erst zu den Guten konvertierte Christof Wackernagel geladen, seinen neuen Film “Der Weiße mit dem Schwarzbrot” vorzustellen, den die Zitty als “…herrlich politisch unkorrekt, kurzweilig, leicht, humorvoll und subjektiv im besten Sinne” adelte. Dass Wackernagel RAF-Mitglied war und darum 10 Jahre im Gefängnis saß, dürfte schon deshalb bekannt sein, weil er selbst keinen Hehl daraus macht. (Continued)

Alles Nazis, außer Paul…

Achse der GutenSich von einem Gegenstand wirklich einen Begriff zu machen, gelingt vielen Erdenbewohner immer seltener. Ideologischen Prämissen, egal welcher Art, sorgen für eine rosa Brille durch die man den zu verhandelnden Gegenstand betrachtet. So verrät zum Beispiel die Wahl des Wortes “Zionazi”, dass es sich bei dem Benutzer um einen veritablen Antisemiten handelt, da er die Gleichsetzung von Nationalsozialisten und Zionisten in einem Wort für satifaktionsfähig hält. So sehen ich das zumindest. Doch damit stehe ich wohl recht allein da: (Continued)

Once Again, Spielabbruch!

Während light-antideutsche Sonntagsreden (1,2) derzeit im linkspolitischen Lager Konjunktur haben, waren am Sonntag bei dem großangekündigten Solidaritätsbesuch einiger antifaschistischer Fussballfans beim Spiel TuS Makkabi Berlin gegen den BFC Viktoria 1889 gerademal 15 Hansel anwesend. Die stalinistischen Babelsberger Schaumschläger haben sich gar nicht erst blicken lassen und nach rund vierzig Minuten waren es dann auch nur noch 13 Tennis Borussia Fans die den Verbandsligisten TuS Makkabi unterstützten.

Während eines Zweikampfes zwischen der Nummer Zwei von Viktoria und einem farbigen Spieler von Makkabi fielen die Worte “Scheiß Neger”. Wegen des darauffolgenden Gerangel verteilte der völlig überforderte Schiedsrichter einige gelbe Karte. Interessanterweise gingen alle an Makkabispieler, während der Rassist von Viktoria straffrei ausblieb. Daraufhin betraten zwei TeBe-Fans die Tartanbahn und beschwerten sich lautstark. “Daraufhin ließ der Schiedsrichter den fälligen Freistoß für Makkabi nicht mehr ausführen und pfiff frühzeitig zur Halbzeit. Er erklärte gegenüber Viktoria dann, dass er nur wieder anpfeifen würde, wenn zwei der Störer (von uns) des Platzes verwiesen würden.” (1) Ein Schiedsrichterassistent eskalierte die Situation zusätzlich als er völlig unaufgefordert den aufgebrachten Fans zurief: “Ruhe jetzt ihr Chaoten!

Makkabi wechselte zur Halbzeit den farbigen Spieler, der beleidigt wurde, aus, weil dieser völlig fertig war und wohl mental nur schwer in der Lage gewesen wäre, das Spiel zu Ende zu führen. Der Trainer brauchte zwanzig Minuten um seine Spieler zu motivieren wieder auf den Platz zu gehen. Der Viktoria-Spieler mit der Nummer 2 spielte natürlich bis zum Schluß weiter. Zu guter letzt verweigerte der Schiedsrichter die Aufnahme der Beleidigung in den Spielbericht und ein Zuschauer echauffierte sich gut hörbar über den sogenannten “Rosenthal-Bonus”.

Der Vorsitzende des TuS Makkabi, Tuvia Schlesinger, ist über die Zunahme der Beschimpfungen auf den Fußball-Plätzen der Hauptstadt besorgt: “Wir von Makkabi haben schon den Eindruck, dass die Vorfälle zunehmen. Mittlerweile haben wir alle zwei, drei Wochen so eine Geschichte” so Schlesinger. Die Sorgen einiger TeBe-Fans ein möglicher Spielabbruch wäre den “bösen Linksradikalen” in die Schuhe geschoben worden, halte ich für eine Schimäre. Der TuS Makkabi braucht die Öffentlichkeit um wenigstens einigermassen gerecht behandelt zu werden. Wenn die Makkabi-Spieler den rassistischen und antisemitischen Anfeindungen der gegnerischen Spieler und Fans mehr oder minder allein ausgesetzt sind, ihnen niemand den Rücken stärkt, dann ist irgendwann die “Flasche leer”.

Ohne die Öffentlichkeit und das Schiedgericht sind die Verantwortlichen sowie die Spieler den Widrigkeiten der deutschen Verbandsliga beinahe schutzlos ausgesetzt. Die zahlosen Anfeindungen durch die Gegner und die Ungerechtigkeiten bei den Schiedsrichterentscheidungen können nur durch Druck von außen zurückgedrängt werden. Lieber tausende Spielabbrüche, als eine rassistische oder antisemitische Beleidigung auch nur ein einziges Mal unwidersprochen hinzunehmen…

Anmerkungen:

(1) User Pedro im Lila Kanal Forum

Zu Gast bei Feinden

Halle an der Saale, eine Stadt deren Existenzberechtigung schon lange abgelaufen ist und die trotzdem rüstig bis zum letzen Plattenbau rockt hat mal wieder einen Skandal: Der Fussballanhang des örtlichen Oberligisten Hallescher FC nutzte die Begegnung mit der zweiten Mannschaft von Carl Zeiss Jena um mal wieder seine neonazistische Gesinnung in die Öffentlichkeit zu posaunen. Auf Tonaufnahmen die Spiegel Online vorliegen ist eindeutig zu hören, wie der Anhang des HFC mehrfach “Juden Jena” in Richtung der Gästefans grölt. Wie üblich ist den Schiedsrichtern sowie den Verantwortlichen des HFC während des Spieles natürlich nix aufgefallen…

In Berlin zeigte ein 44-Jähriger am vergangenen Samstag den sogenannten „Hitlergruß“ nach einem Fußballspiel in Adlershof. Eigentlich nichts ungewöhnliches im Amateurbereich, doch diesmal war ein aufmerksamer Polizeibeamter vor Ort. Es handelte sich nämlich um eine Verbandsligabegegnung zwischen dem Ostberliner Verein Adlershofer BC und dem Berliner TuS Makkabi. Die Berliner Polizei vermeldet Stolz:

“Als das Spiel der Verbandsliga auf einem Sportplatz im Lohnauer Steig zwischen dem gegen 15 Uhr 45 beendet war, bemerkte ein dort eingesetzter Polizeibeamter, wie der Täter den rechten gestreckten Arm erhob und den Verantwortlichen der Gastmannschaft laut Naziparolen zurief. Außerdem soll ein 38-Jähriger ersten Ermittlungen zufolge eine 58-jährige Betreuerin des TuS Makkabi rechtsradikal beleidigt haben.”

Für die Verantwortlichen von Makkabi waren diese Reaktionen anscheinend so normal, dass sie auf ihrer Internetpräsenz kein Sterbenswörtchen über den Vorfall verlieren. Wieso auch, wer sollte sich schon mit den Berliner Schlappekickern solidarisieren? Die lokal interessierte Fansszene sitzt sich lieber den Arsch bei Tennis Borussia oder den Babelsberger Stalinisten ab, anstatt endlich mal eine Konsequenz aus dem eigenen Ansprüchen zu ziehen um endlich zu TuS Makkabi umzuziehen…

PS: Die Verantwortlichen von Makkabi haben sich gegenüber dem Tagesspiegel geäußert: „Fast kein Spieltag vergeht mehr, an dem unsere Spieler nicht antisemitisch beleidigt werden.“ sagte der Vorsitzende des vereins, Tuvia Schlesinger, der Zeitung. Bei einem Spiel gegen „einen Nordberliner Verein mit vielen Spielern, die einen Migrationshintergrund haben“, habe einer der gegnerischen Spieler aus Wut über eine Rote Karte „Ich ficke diesen Judenverein“ gebrüllt.

Faschismus, aber mit Herz!

Die Konditionierung der Mehrheitsgesellschaft via der Fernsehserie Tatort ist leider in gesellschaftlichen Debatten eher selten ein Thema. Im heute ausgestrahlten Tatort ging es im weitesten Sinne mal wieder um Kindesentführung und sogenannte “Kinderficker”. Denn jene denen man vorwirft sexuelle Kontakte mit Kindern zu haben stehen gesellschaftlich auf der untersten Stufe. Tiefer geht es nicht mehr. Brutale Mörder, egoistische Steuerhinterzieher und eiskalte Mafiosos stossen in der Gesellschaft auf mehr Gegenliebe als jeder Pädophile, und genau deshalb werden sie als Folie für den im Fernsehen wie auch im Knast zelebrierten Faschismus mit Herz herangezogen. Und wir alle kennen das zur Genüge, ohne jemals im Knast gewesen zu sein. Dafür gibt es nämlich den Tatort und andere schlechte Kriminalserien.

Wenn es in solchen Serienformaten um Pädophile geht, dann können sie darauf wetten, dass die Bastion Rechtsstaat im Fernsehen mal wieder geschliffen werden soll. So wie im heutigen Tatort namens “Hart an der Grenze”. Es fing wie immer alles ganz harmlos an, der neue Kommissar zeigt ein wenig Herz im Umgang mit einem Obdachlosen und fährt das Auto der schönen Staatsanwältin zu Schrott. Polizeiarbeit wie sie nicht spannender sein könnte. Doch dann gewinnt der Plot etwas an Würze: Da ein Mädchen tot im Neckar schwimmt, muss ja auch noch irgendwie ermittelt werden. Der Obdachlose den der jüngere Kollege gern mal nen Tag im Knast versenkt hätte, da er von Hause aus nur Menschen ohne Probleme kennt, ist zu symphatisch um als Mörder durchzugehen. Bleiben nur noch skrupellose Schlepperbanden aus Osteuropa übrig. Und siehe da langsam aber sicher wird man auch auf diese Fährte gelockt…

Soweit ressentimentsgeladen kommt dann auch recht schnell die letzte Glied der Verwertungskette ins Bild, doch dummerweise kann sie sich der Verhaftung entziehen. So muss also ein Knacki den entscheidenden Tipp geben: Während dieser Verhörszene droht der Kriminalhauptkommissar Thorsten Lannert dem von im als “Kinderficker” titulierten Strafgefangenen mit Mitteln die nichts mehr mit rechtsstaatlichen Methoden zu tun haben. Für die meisten Bewohner dieses Landes ist dies nur Unterhaltung, doch damit werden Maßstäbe gesetzt. Man könnte es auch als die schleichende Abschaffung des Rechtsstaates mit anderen Mitteln bezeichnen. Am Ende kommt es jedenfalls wie es kommen muss: Ein Showdown an der Grenze zwingt die beiden Hauptkomissare das Hoheitsgebiet der Tschechische Republik zu betreten um das von den osteuropäischen Schleppern zurückgenommene Kind zu retten. Das machen die toughen Jungs natürlich auch, nicht aber ohne eine ästhetische Legitimation vom Regisseur zu bekommen, denn die beiden slawischen Unmenschen wollen das Kind kaltblütig entsorgen. Genau so muss man den Bruch mit den rechtsstaatlichen Prinzipien inszenieren, um eine möglichst breite Zustimmung in der Bevölkerung zu erreichen.

Die Faschisten mit Herz schaffen es natürlich das Kind zu retten. Logisch. Die Zuschauer - die deutschen noch dazu - werden dies in ihrer Mehrheit goutieren. Der Bruch mit dem Rechtsstaat wird so - langsam aber sicher - zur Normalität. Die Ressentiments, dass der Rechtsstaat nichts gegen “Nepper, Schlepper, Kinderfänger” ausrichten kann, führen logischerweise zur Selbstjustiz oder zum Ruf nach einem starken Staat. Und damit kennt sich die NPD immer noch am Besten aus…

Komische Bündnisgenossen…

Vom 31. Mai bis 1. Juni diesen Jahres findet in der Universität zu Köln eine sogenannte “Kritische Islamkonferenz” statt. Unter dem Motto „Aufklären statt Verschleiern“ wollen verschiedene Vereine und Organisationen über den Islam, “als welt- und gesellschaftspolitische Herausforderung” diskutieren. So weit, so gut, und trotzdem irgendwie nicht koscher. Veranstalter des Events sind neben dem Zentralrat der Ex-Muslime, der Aktion 3.Welt Saar, dem Alibri Verlag, der Giordano Bruno Stiftung eben auch die ominöse Wähler-Initiative-Recklinghausen (WIR). Und die gelten zumindest als Freunde, der Freunde von Martin Hohmann. (Continued)

Adressat, Staat. II

Mir war so als hätte Kollege Edwards Beitrag auch inhaltliche Kritik enthalten…, murmelte ich in die Kommentarleiste, als, in Reaktion auf Edward’s Bernau-Beitrag, wieder nur Ausflüchte und pubertäres Trotzverhalten folgten. Aber weit gefehlt…die Kritik an der liaison dangereuse von Antifa und Staat in Bernau hat nicht jeden kalt gelassen und es gab einige, die sich hiermit vornahmen ein Zeichen zu setzen. Die Antifa selber war es selbstverständlich nicht auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass die Schulferien recht kurz waren dieses Jahr und natürlich erst die hungrigen Mäuler der Journalisten von Spiegel bis New York Times gestopft werden müssen. Nein, man mag von ihnen halten was man will aber in Bernau sind es die Anarchisten, auf die Verlass ist, wenn der Adressat eben nicht Staat sein soll und unsere Kritik auf offene Ohren stößt. Die im folgenden dokumentierte Aktion gegen eine sogenannte Arbeitsagentur war also aus anarchistischer Sicht unerlässlich:

Anarchistische Kritik

In diesem Sinne: Bernau bleibt rot!

Auf den Hund gekommen…

Auf den Hund gekommen...

Entschuldigen Sie die folgende, etwas strapazierte Redensart aber wie “auf den Hund gekommen” muss man sein, um nicht nur sich selbst [im Bild nicht sichtbar], sondern auch noch seinem Tier DAS Symbol des palästinensischen Terrors umzuhängen. In guter Gesellschaft mit 50% der 14-jährigen in Berlin und Neonazis. Das hältste im Kopf nicht aus…

Achtung Altkommunisten!

Als wäre der Wahlkampf in Hessen, bzw. um Hessen und um Hessen drumherum, nicht schon unappetitlich genug, fangen nun auch noch die Spitzenkandidaten der Linkspartei an, um mediale Aufmerksamkeit förmlich zu betteln. Während der Spitzenkandidat der Linkspartei, Willi van Ooyen, auf einem Neujahrsempfang der Partei mit der berechtigten Feststellung Roland Koch sei ein “gesellschaftlicher Spalter und Brandstifter” für Wirbel sorgte, versucht der Direktkandidat der Linken im nordhessischen Lahn-Dill-Kreis, Karl-Klaus Sieloff, seine Wähler zu mobilisieren in dem er einem antikommunistischen Wochenmagazin verriet, dass in der Partei nur noch “Sektierer, die von der untergegangenen DDR träumen” das Sagen haben.

Wir haben in Hessen jetzt eine Kaderorganisation, die jede unliebsame Diskussion abwürgt“, behauptet der 58-jährige kaufmännische Angestellte gegenüber dem Focus. Die Information, dass der Ex-WASGler Sieloff eigentlich schon im November des vergangenen Jahres wegen der “Möchtegern-Kommunisten” von seiner Kandidatur zurücktreten wollte, es aber aus rechtlichen Gründen nicht konnte, lässt der Focus dabei natürlich gerne unter den Tisch fallen. Ebenso Sieloffs Polemiken gegen die Fusion der beiden linken Parteien WASG und PDS.

Wenn es aber der Wahrheit entsprechen würde, dass die bösen Altkommunisten jede unliebsame Diskussion im Kreisverband abwürgen würden, dann bleibt die Frage offen, wie der Ex-WASGler und bekennende Fusionsgegner Sieloff überhaupt zum Spitzenkadidaten des KVs avancieren konnte? In der regionalen Presse kann man etwas von einem Zoff im Kreisvorstand nachlesen, und genau da liegt der Knackpunkt.

Als dann nach längeren Querelen die Kreismitgliederversammlung im Dezember beschloß ein Ausschlussverfahren gegen Sieloff einzuleiten, leitet er seine persönliche Abrechnung ein, die man nun überall in den Medien nachlesen kann. Schon allein die Tatsache, dass es wohl der Focus war der von den unglaublichen Vorgängen in der hessischen Provinz zuerst berichten konnte, lässt einen erahnen, woher der Wind weht. Wenn Herr Sieloff die Partei einfach nur zu links war, hätten wir dies zuerst in der lokalen sozialdemokratischen Presse gelesen…

Dem Volk aufs Maul geschaut…

Große Wellen können durch kleine Ursachen ausgelöst werden, dies nennt man blümerant den Schmetterlingseffekt. Große Ursachen lösen nicht immer zwanghaft eine Riesenwelle aus. So sieht die graue Theorie aus. Aber wenn die Ursache irgendetwas mit Michel Friedman zu tun hat, kann man davon ausgehen, dass - egal worum es geht - ein mittlerer Tsunami im deutschen Wasserglas auslöst wird. So auch aktuell. Man mag über das Interview von Friedman mit dem Heil-Hitler-Horst Mahler denken, was man will, aber die Reaktionen in deutschen Internetforen ist mal wieder so geschmacklos wie das Eisbein aus der Tiefkühltruhe oder die Tomaten aus Holland. Hier - für unsere werten Leser - ein paar appetitliche Happen aus den Internetdarkrooms dieses Landes: (Continued)

Dem Mahler aufs Maul geschaut…

Horst Mahler, kaum aus dem Knast, schon will er wieder hinein. Es muss so schön in deutschen Knästen sein:

Vanity Fair: “Erkennen Sie denn das Grundgesetz an?

Horst Mahler: “Nein.”

Vanity Fair: “Erkennen Sie irgendwelche Gesetze Deutschlands an?

Horst Mahler: “Na sicher, die deutschen Reichsgesetze. Die sind nur im Augenblick nicht wirksam, weil die Fremdherrschaft sich darübergesetzt hat und die bestimmt.

Vanity Fair: “Wer sind die Fremden?

Horst Mahler: “Na, das sind die Juden halt. Ganz klar. Er ist der Herr im Hintergrund über alle Herren, nicht? Der Jude trachtet danach, sich zum Fürsten seiner Herren zu machen. Trachtet danach, die Weltherrschaft zu erlangen. Das ist moralisch gar nicht zu verurteilen. Das ist eine Feststellung. Und die Frage, wie sich die Völker dazu verhalten, ob sie sich das gefallen lassen oder nicht, ist für mich die entscheidende Frage.

Vanity Fair: “Sie haben nicht das Gefühl, dass Sie einen Verfolgungswahn haben, paranoid sind?

Horst Mahler: “(lacht) Ach, keineswegs. Sehen Sie, ich habe keinen Verfolgungswahn, sondern ich sehe die Dinge, wie sie sind.

Vanity Fair: “Was halten Sie von Juden?

Horst Mahler: “Das sind Menschen anderer Art, und ich lege jetzt immer wieder Wert auf die Feststellung: Wenn man Mensch sagt, muss man auch die Doppelnatur des Menschen sehen, so wie es Churchill gesagt hat. Die Juden haben eine heilsgeschichtliche Aufgabe, die Martin Buber, ein bekannter Jude, sehr klar formuliert hat: “Die Judenheit ist das Nein zum Leben der Völker.” Und deswegen …

Ja genau deswegen, rülpst Deutschlands klügster Neonazi, Horst Mahler, dies auch nicht irgendjemandem ins Gesicht, nein jenes makabere Frage- und Antwortspiel in der aktuellen Vanity Fair funktioniert nur, weil am anderen Ende des Konferenztisches der Alibijude der Redaktion, Michel Friedman, als Fragesteller Platz genommen hat. So kann sich Deutschlands Think-Positive-Magazine schön aus der Äffare ziehen: Schon heute höre ich die Worte des Chefredakteurs wenn er auf den Skandal angesprochen wird: “Klar haben wir einen Neonazis ungekürzt zu Wort kommen lassen, aber die Fragen hat ja ein Jude, ähm, Michel Friedman gestellt. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit, blablabla…”

Für die Leser ist schön zu wissen, dass Friedman Mahler wegen der Leugnung des Holocaust und dem Zeigen des Hitlergruß während des Interviews angezeigt hat. Nur dummer Weise schadet er dem alten Nazigreis damit überhaupt nicht, im Gegenteil, er tut ihm einen großen Gefallen. Als Märtyrer der Bewegung verschimmelt Mahler nämlich freiwillig seine restlichen Tage im Knast. Hauptsache draußen vor den Toren demonstrieren regelmässig ein paar rechte Spinner für seine Freilassung und wenn er wieder raus kommt fragt die eine oder andere auflagenstarke Boulevardzeitung nach einem Interview mit dem Spiritus rector der internationalen Holocaustleugnerallianz und schon hat sich der Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen für den Psychopathen vollends gelohnt.

Für die Vanity Fair ist der PR-Move der lang ersehnte Pfeil mit dem sie sich in die Herzen der Deutschen bohren werden. Mit A-Promis aus den USA wie Paris Hilton, einem jüdischen Autor der als penetranter Störenfried der deutschen Totenruhe sich gänzlich unbeliebt gemacht hat und der tagesaktuellen Berichterstattung aus dem Leben des internationalen Jetsets kann man in diesem Land kein Blumentopf gewinnen. Erstrecht kein Geld verdienen. Aber mit Homestorys über die neuen und alten Nazis kann man dagegen hier zum Medienriesen aufsteigen. Der Spiegel hat es vor Jahrzehnten vorgemacht. Mit dem einzigen Unterschied, dass im Spiegel die Nazis selbst die Feder führen durften…