Spaß ist, was wir draus machen…
Tuesday, June 3, 2008
Langeweile kann manchmal den Verstand kosten. Am vergangenen Sonntag torkelten rund 300 Idealisten durch den Prenzlauer Berg um ihr Unverständnis über die strukturellen Veränderung in dem ehemaligen Arbeiterviertel kund zu tun, damit ihnen dabei nicht langweilig wird, war die Polizei ebenfalls vor Ort. Ihre zentrale Parole “Fuck Yuppies” kramten die jugendlichen Berufsdemonstranten ebenso wie ihre Kleidung aus dem schon mehrfach geplünderten Fundus der Altautonomen. Und ganz wie ihre Vorbilder aus den 70er Jahren ist trotz einiger Transformationen der antisemitische Gehalt der Parole erhalten geblieben:
“Bubis wird in den Frankfurter Häuserkampf verwickelt: Er gehört zu den Investoren, die für Immobilienprojekte im Frankfurter Westend die Genehmigung der Stadt erwirken, die ursprüngliche Bebauung abzureißen. Bis zu ihrem Abriss vermieten Bubis und seine Partner die Häuser kurzfristig an Studenten. Diese erklären die Häuser für besetzt und weigern sich, sie zum Abriss freizugeben, unterstützt durch Bürgerinitiativen und Politiker. Bubis gerät ins Schussfeld der öffentlichen Kritik und der Medien, er wird als “skrupelloser Spekulant” dargestellt. Er selbst charakterisiert die Kampagne, die sich vornehmlich gegen jüdische Unternehmer richtet, als “Antisemitismus aus der Richtung der politischen Linken”. Erst im Februar 1974 werden die Gebäude schließlich geräumt, Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Polizei folgen. Bubis verliert durch die Ereignisse fast sein gesamtes Vermögen und muss das Projekt im Westend verkaufen. Während des Konfliktes legt Bubis seine Ämter in der jüdischen Gemeinde nieder.” Quelle.
Zwar ist nicht mehr hauptsächlich der einzelne Spekulant das Objekt der linken Begierde, stattdessen rücken nun die Bewohner der Immobilienprojekte ins Visier der selbsternannten Kiezmiliz. Arthur Schopenhauer meinte einmal dazu, dass “in Deutschland die höchste Form der Anerkennung der Neid” ist, doch auf die Anerkennung meines Werdeganges via eines abgebrannten Autos kann nicht nur ich verzichten. Was schon vor zehn Jahren galt, nur weil man einen BMW oder Mercedes fährt - selbst in Kreuzberg - ist man noch lange kein Bonze, verstehen die Pseudo-Radikalinskis von heute einfach nicht. Ihre geistige Armut aka ihr Neid lässt sie derart dumm aus der Wäsche schaun, das sie sich genötigt sehen, mittels gezielter Brandstiftung, langweiliger Latschdemos und hässlicher Graffitis ihr Selbstwertgefühl wenigstens etwas wieder aufzurichten. Manchmal geht das dann zum Teil soweit, dass auf frisch sanierte DDR-Plattenbauten im Prenzlauer Berg die Anti-Yuppies-Graffitis auftauchen, obwohl nur Menschen mit WBS (Wohnberechtigungsschein) in jenen ostzonalen Arbeiterschließfächern wohnen dürfen….
Das Berlin ohne die unzähligen Zugereisten längst im eigenen Mief abgesoffen wäre, dass vor zehn Jahren niemand außerhalb von der Hauptstadt eine Straße namens Kastanienallee kannte und dementsprechend auch keine internationalen Spezialitäten in Unmengen dem geneigten Publikum feil geboten wurden (war ja niemand da der so etwas überhaupt essen würde), können die linken Kindergarten-Cops wohl einfach aus gewissen Altersgründen nicht wissen. Ebenfalls scheint die Tatsache, dass es in Ostberlin einmal so aussah, wie noch heute in jenen ostdeutschen Kleinstädten aus denen die tapferen Anti-Yuppie-Fighter geflohen sind, komplett an ihnen vorbeigegangen zu sein. Hauptsache der Feind ist definiert, dann kann auch sofort die Direkte Aktion zur Stabilisierung des eigenen Über-Ich starten. Ob das nun gesellschaftlich Sinn macht ist dabei völlig egal. So wie es auch egal ist, dass der Wohnungsmangel schon längst Geschichte ist…
Das Berlin, gerade Ostberlin in den letzten 18 Jahren eine Metamorphose vom hochsubventionierten Mauerblümchen hin zur geilsten Ische im janzen Land gemacht hat, ist beinahe ausschließlich den Neuberlinern zu verdanken. Ob nun Hate-Mag, Reclaim the Sparkasse, auch für Menschen betretbare Fußballkneipen oder kulinarische Genüsse aus aller Welt für kleines Geld, beinahe jede Berliner Sehenswürdigkeit ist ein Importprodukt. Selbst der Fernsehturm ist kein waschechter Berliner. Deshalb hier mein gutgemeinter Rat an all die Demonstranten vom letzten Wochenende: Wer Berlin nicht mag, der sollte Berlin verlassen! Und zwar schleunigst…
PS: Auch wenn es gemeinhin auf schwarz-weiß Aufkleber behauptet wird, gibt es keinen, ich betone, wirklich keinen Zusammenhang zwischen Bar25, der hässlichen Maria mit ihrem Überschuß an Brandenburgern oder dem verranzten Köpikomplex…
Gefordert wird ja ‘heraus’ zum 1. Mai: ob nun auf eine der Museumsdemos oder auf das Myfest. Ich weigere mich aber herauszukommen. Es wird ganz
Nun ist es raus: Unser kleines kosmopolitisches Blog wurde anscheinend als großer chinesischer Staatsfeind enttarnt: Nach gut recherchierten Angaben blockiert