Wednesday, April 30, 2008
… sagt die Biene zum Stachelschwein. Es sei denn, ein Howard Carpendale Konzert spült massenweise hässliche Menschen in meine Straße, so wie gestern Nacht…
Jedes Gesicht ein Horrorszenario. Eine Art Hate-Parade der Schlagermumien schlängelte sich durchs Kiez. Was bleibt? Der Sonne entgegen, über den Wolken, soll die Freiheit bekanntlich grenzenlos sein, alle Ängste, alle Sorgen, seien darunter verborgen…
Ich seh ihnen noch lange nach. Seh sie die Stufen erklimmen. Bis die Gesichter nach und nach ganz im Regengrau aus meiner Straße verschwinden…
Grönemeyer kann nicht tanzen, Reinhard Mey nicht singen, Carpendale kann beides nicht. Und trotzdem strömen tausende unsäglich bescheuerte Hackfressen zu seinem Konzert. Weiß der Geier woher diese Schlagerjunkies mal wieder ausgebrochen ist, die Hälfte kam jedenfalls aus Brandenburg…die andere aus der Anstalt (aka Seniorenheim).
Roy “The Black Snoop” Dog bitte übernehmen Sie!
Wednesday, April 30, 2008
Gefordert wird ja ‘heraus’ zum 1. Mai: ob nun auf eine der Museumsdemos oder auf das Myfest. Ich weigere mich aber herauszukommen. Es wird ganz bestimmt regnen und selbst wenn es nicht regnet, wird das Wetter bestimmt nicht so gut, wie es sein müsste um noch Überredungskraft zu besitzen.
Ich hab überhaupt keinen Bock auf die bierselige Ochlokratie, die morgen Berlin regieren wird: die deutsche Linke und andere Austellungsstücke in Kreuzberg und Umgebung und der druffe Durchschnittsdeutsche tingelt da und überall sonst auf’m Fahrrad durch die Stadt. Wenn Herrentag und 1. Mai zusammenfallen öffnet sich Pandoras Büchse - da kann auch der Regen nichts mehr ausrichten.
Deshalb die Frage: Was machen denn gescheite Menschen morgen?
Saturday, April 26, 2008
Scum als solchen gibt es natürlich viele Jahre mehr und wird es auch immer geben, egal wie oft Fußballfans, ihn auffordern nach Hause zu gehen. Darum soll es aber nicht gehen: Die Welt feiert heute das 30-jährige Jubiläum der Gründung von S.C.U.M., der Society for Cutting up Men, eine durchgeknallte Initiative einer ebenso durchgeknallten Valerie Solanas, die zum Einen durch ihren Männerhasserclub, zum Anderen durch den versuchten Mord an Andy Warhol Bekanntheit erlangte. Wie so viele hatte Solanas ihre ganz eigene Vorstellung einer geheilten Welt und propagierte die Vernichtung der Männer und den Aufbau einer exklusiv femininen Gesellschaft auf der Basis künstlicher Befruchtung, was sich fortan Anarnchofeminismus nennen sollte. Muss es einen beunruhigen, dass dieses Label von jungen Frauen auf Berliner Antifademos kreischend für sich beansprucht wird? Die Wurzeln des sogenannten Anarchofeminismus jedenfalls, sind nach der Lektüre des S.C.U.M. Manifests wenig rühmlich. Zart besaitet darf man als Anarchofeministin nicht sein, da Frau Solanas gelinde gesagt recht radikale Ideen hatte. Einige hat sie sich aber auch nur abgeguckt: die Nummer mit der Vergasung z.B. hat sie von Heinrich Himmler geklaut…aber lesen Sie selbst: (Continued)
Monday, April 21, 2008
Während light-antideutsche Sonntagsreden (1,2) derzeit im linkspolitischen Lager Konjunktur haben, waren am Sonntag bei dem großangekündigten Solidaritätsbesuch einiger antifaschistischer Fussballfans beim Spiel TuS Makkabi Berlin gegen den BFC Viktoria 1889 gerademal 15 Hansel anwesend. Die stalinistischen Babelsberger Schaumschläger haben sich gar nicht erst blicken lassen und nach rund vierzig Minuten waren es dann auch nur noch 13 Tennis Borussia Fans die den Verbandsligisten TuS Makkabi unterstützten.
Während eines Zweikampfes zwischen der Nummer Zwei von Viktoria und einem farbigen Spieler von Makkabi fielen die Worte “Scheiß Neger”. Wegen des darauffolgenden Gerangel verteilte der völlig überforderte Schiedsrichter einige gelbe Karte. Interessanterweise gingen alle an Makkabispieler, während der Rassist von Viktoria straffrei ausblieb. Daraufhin betraten zwei TeBe-Fans die Tartanbahn und beschwerten sich lautstark. “Daraufhin ließ der Schiedsrichter den fälligen Freistoß für Makkabi nicht mehr ausführen und pfiff frühzeitig zur Halbzeit. Er erklärte gegenüber Viktoria dann, dass er nur wieder anpfeifen würde, wenn zwei der Störer (von uns) des Platzes verwiesen würden.” (1) Ein Schiedsrichterassistent eskalierte die Situation zusätzlich als er völlig unaufgefordert den aufgebrachten Fans zurief: “Ruhe jetzt ihr Chaoten!”
Makkabi wechselte zur Halbzeit den farbigen Spieler, der beleidigt wurde, aus, weil dieser völlig fertig war und wohl mental nur schwer in der Lage gewesen wäre, das Spiel zu Ende zu führen. Der Trainer brauchte zwanzig Minuten um seine Spieler zu motivieren wieder auf den Platz zu gehen. Der Viktoria-Spieler mit der Nummer 2 spielte natürlich bis zum Schluß weiter. Zu guter letzt verweigerte der Schiedsrichter die Aufnahme der Beleidigung in den Spielbericht und ein Zuschauer echauffierte sich gut hörbar über den sogenannten “Rosenthal-Bonus”.
Der Vorsitzende des TuS Makkabi, Tuvia Schlesinger, ist über die Zunahme der Beschimpfungen auf den Fußball-Plätzen der Hauptstadt besorgt: “Wir von Makkabi haben schon den Eindruck, dass die Vorfälle zunehmen. Mittlerweile haben wir alle zwei, drei Wochen so eine Geschichte” so Schlesinger. Die Sorgen einiger TeBe-Fans ein möglicher Spielabbruch wäre den “bösen Linksradikalen” in die Schuhe geschoben worden, halte ich für eine Schimäre. Der TuS Makkabi braucht die Öffentlichkeit um wenigstens einigermassen gerecht behandelt zu werden. Wenn die Makkabi-Spieler den rassistischen und antisemitischen Anfeindungen der gegnerischen Spieler und Fans mehr oder minder allein ausgesetzt sind, ihnen niemand den Rücken stärkt, dann ist irgendwann die “Flasche leer”.
Ohne die Öffentlichkeit und das Schiedgericht sind die Verantwortlichen sowie die Spieler den Widrigkeiten der deutschen Verbandsliga beinahe schutzlos ausgesetzt. Die zahlosen Anfeindungen durch die Gegner und die Ungerechtigkeiten bei den Schiedsrichterentscheidungen können nur durch Druck von außen zurückgedrängt werden. Lieber tausende Spielabbrüche, als eine rassistische oder antisemitische Beleidigung auch nur ein einziges Mal unwidersprochen hinzunehmen…
Anmerkungen:
(1) User Pedro im Lila Kanal Forum
Monday, April 7, 2008
Der Kapitalismus ist ungeduldig geworden…egal, wie sehr er sich anstrengte, sich anschickte sauberer, freundlicher, sanfter und cooler zu werden: die kritischen Theoretiker, die Esoteriker, die Kommunisten, die Konservativen, die Nationalsozialisten, die Grünen, eigentlich alle, alle finden das Haar in der Suppe. Vor allem die vulgärmarxistische und die ökologische Linke sieht hinter seiner sich ständig verändernden Fassade stets das alte, rauchende, stinkende Monster, die übervölkerte Hütten in Manchester, den Bulldozer der nicht nur alles der Erde gleichmacht, sondern sie auch zerstört, stets nur das evil empire.
Das lässt er sich nicht mehr gefallen und rächt sich mit seinen eigenen Waffen: Im Fernsehen. Getarnt als Werbung für -was sonst?- zwei neue Autos.
Wednesday, March 12, 2008
Deutschen Rap haben wir hier ja ziemlich oft schon unter die Lupe genommen (1,2,3,4), meist entpuppte er sich als inhaltlich kaum zu ertragender Schrott without any Form. Doch Rap kann auch anders. Okay, dafür muss er aber aus den Staaten kommen und wenigstens etwas Soul haben: Für diejenigen Ossis die das ähnlich sehen wie ich haben Talib Kweli und G-Unit freundlicherweise ihre aktuellen Mixtapes für lau ins Netz gestellt. Also wer zu faul ist in den Plattenladen seines Vertrauens zu gehen, oder keinen Bock hat den Majors via iTunes sein hart erspartes Essensgeld zu opfern, für den haben die Mädels und Jungs von illRoots so einige Schmankerl auf Lager…
Das neue G-Unit Mixtape trägt den launigen Namen „Elephant In The Sand“, aufgrund der kleinen Fehde zwischen der G-Unit und Fat Joe und in Anlehnung an sein neues Album „The Elephant In The Room“. Aktuell der Hammer ist aber das Mixtape von Talib Kweli und Mick Boogie mit Gästeparts von KRS-One, Justin Timberlake, Busta Rhymes & Ne-Yo. Fire it up!
Tuesday, March 11, 2008
It is not clear, though, why we should take Khartoum at its word. And the notion that the threat of ICC indictments has somehow exacerbated the problem doesn’t make sense, given the history of the conflict. Khartoum’s claims aside, would we in America ever accept the logic that we shouldn’t prosecute murderers because the threat of prosecution might provoke them to continue killing?
My visit left me even more deeply convinced that we not only have a moral obligation to help displaced Iraqi families, but also a serious, long-term, national security interest in ending this crisis. [...] Today’s humanitarian crisis in Iraq — and the potential consequences for our national security — are great. [...] What we cannot afford, in my view, is to squander the progress that has been made. [...]As for the question of whether the surge is working, I can only state what I witnessed: U.N. staff and those of non-governmental organizations seem to feel they have the right set of circumstances to attempt to scale up their programs. And when I asked the troops if they wanted to go home as soon as possible, they said that they miss home but feel invested in Iraq. They have lost many friends and want to be a part of the humanitarian progress they now feel is possible.
Wer ist die schöne Unbekannte? Die Antwort findet sich hier…
Wednesday, February 27, 2008
Warum die grüne Blase bald platzen wird, wieso Kurt Beck wohl der aussichtsreichste Kanzlerkandidat 2009 ist und warum die CDU in einem Fünf-Parteien-System derzeit in einem Dilemma steckt, dass alles erklärt Wolfgang Münchau in einem FtD-Kommentar…
Tuesday, January 8, 2008
Nein, es folgt keine dieser pseudo-englisch betitelten Selbstreflextionen, sondern ein Paar interessante Schnipsel im Zusammenhang mit einer Veranstaltung, die Ende Januar in London stattfinden wird: “Anti-Zionism and Antisemitism. Cosmopolitan Reflections”. Auf dieser sollen die Thesen aus David Hirshs gleichnamigen Papier mit vier weiteren britischen Akademikern diskutiert werden. Vorab hat Hirsh, der Soziologiedozent am Goldsmiths College der University of London ist, das Papier schon mal alleine besprochen, was man sich [hier] anhören kann. Ich habe es noch nicht gehört und lasse es mal unkommentiert aber der Titel lässt interesannte Gedanken vermuten. Vielleicht will ja jemand…
Tuesday, January 8, 2008
Schon vor einer ganzen Weile hörte man etwas von einer neuartigen Suchmaschine rumoren, die den Goliath der Internetsuche Google herausfordern wollte: Seit gestern ist dieser Suchmaschinendavid namens Wikia Search online. Das Grundprinzip der Suchmaschine soll Qualität statt Quantität sein. Diese soll mit Hilfe der Mitglieder eines angegliederten sozialen Netzwerks bestimmt werden. Bei der Technik des Netzbehemoths Google ist das anders: die Hauptzutat im Google-Rezept ist Page Ranking, d.h. die Suchergebnisse werden nach “Relevanz” sortiert, welche über die Zahl der Verweise usw. errechnet wird. Die Geheimzutat jedoch, ist wie beim Getränkeriesen Coca Cola streng geheim und die ist es ja, die so mächtig ist, dass “im Internet suchen” mit “googlen” synonym ist.
Mit dem gerade modernen Ansatz, dass eine Gemeinschaft von Benutzern in öffentlicher, offener und transparenter Art und Weise Informationen anhäufen, will Wikia eine Alternative zu diesem System schaffen. Noch ist das Alpha in der Adresse bei Wikia Search sehr ernstzunehmen und man sollte die finale Version abwarten um zu schauen, ob a) das Konzept überhaupt zündet und b) ob mit zunehender Mitgliederzahl, auch die Kompetenz zur Bestimmung der Qualität steigt oder nicht. Momentan sind die wichtigsten Funktionen der Suchmaschine noch gar nicht online und die Macher ernten in der Presse viel Hohn und Spott. Diese verteidigen sich und wollen das Projekt Wikia Search als Prozess betrachtet sehen und betonen, dass nichts daran fertig sei und seien könnte.
Andere behaupten es würde gar nicht funktionieren können. Aber immerhin, vor etwas mehr als 100 Jahren dachten die Menschen man würde vom Eisenbahnfahren wahnsinnig werden, weil das Gehirn die vorbeischnellenden Landschaften nicht verarbeiten könnte. Und auch darüber haben schlaue Leute medizinische Abschlussarbeiten geschrieben. Die Polemik mal beiseite aber das Projekt klingt durchaus denkbar und zwar nicht erst zusammen mit dem Weltfrieden oder außerirdischem Besuch - toitoi, wenn nicht die Klimakatastrophe bis dahin alles irdische Leben vernichtet hat. Abwarten… interessant wird es nur zu sehen, ob das Projekt eine Qualitätssteigerung in der Internetsuche schaffen kann. Bis dahin braucht es aber dringend noch einen weniger sperrigen Namen. Der derzeitige ist in keiner mir bekannten Sprache eine Alternative zu dem griffigen “googlen”…
Tuesday, January 1, 2008
..es sei denn Sie rauchen und leben in Berlin, Brandenburg oder einem der weiteren neun Bundesländer in denen zum neuen Jahr sogenannte Nichtraucherschutzgesetze erlassen wurden. Mit kleineren Unterschieden in der Umsetzung bedeuten diese Gesetze, dass das Rauchen aus öffentlichen Räumen verbannt wird - ob Parlament oder Eckneipe ist also entgegen jeder Logik erstmal wurscht. Ich sehe diesem Verbot mit relativer Gelassenheit entgegen, weil man sich bis zum 1. Juli zunächst nur mit Nichtrauchern jedoch nicht mit den Behörden auseinandersetzen muss. Ab Mitte des Jahres werden Verstöße gegen die neuen Bestimmungen dann aktiv geahndet - mit dreistelligen Summen für undisziplinierte Raucher und vierstellige für kriminelle Gaststättenbesitzer. Die genauen Bestimmungen für Berlin können unter dem Stichwort “Drogensucht” (sic!) auf der Homepage der Haupstadt nachgelesen werden.
Eine kleine Diskussion um Sinn und Unsinn (oder Gefahr) des Rauchverbot, gab es bereits auf diesem Blog (1,2,3). Da das Verbot nun durchgesetzt ist, macht es wahrscheinlich wenig Sinn diese nochmals aufzuwärmen. Erwähnenswert dagegen ist aber wieviel antiliberales Potential im Nichtraucherlager* vorhandenzusein scheint. Antibürokratieteam berichtet beispielsweise von einem “engagierten” Nichtraucherverein, dem es nicht reicht, dass das Ordnungsamt oder wer auch immer hinter den bösen Rauchern her ist, sondern der Staatsmacht noch zur Seite stehen wollen und zwar mit modernsten Methoden: per Onlineformular können Tabaksünder gemeldet werden, den strafrechtlichen Rest erledigt dann Pro Rauchfrei…der mehrfach deutlich betonte Ausschluss von Einzelpersonen scheint auf eine rege Nachfrage nach einem solchen Dienst hinzuweisen.
* Dieses Potential ist natürlich nicht Nichtraucher-exklusiv. Ich glaube jedoch, dass eine Regelung mit getrennten Räumen für viele Raucher akzeptabel gewesen wäre, was für viele Nichtraucher nicht zur Diskusson stand.